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Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
Version vom 19. Februar 2026, 14:14 Uhr von FrankSchlutter (Diskussion | Beiträge)
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Beschreibung

Dr. Rudolf Conrad schrieb in der Monatszeitschrift für visuelle Communication und künstlerische Werbung = International advertising art = Graphisme publicaire / 12.1935,8 (zweisprachig Deutsch/Englisch - nur Deutsch und nur das Pyrmontbild übernommen) :

Farbenfotos 
Ein neues Ausdrucksmittel

Die folgenden Blätter, ebenso wie die ja bereits kürzlich in dieser Zeitschrift gezeigten Bilder, beweisen, daß fortschrittliche Werbekünstler, vor allem aber die europäischen, sich doch ernsthafter mit der ganzen Frage der Farbenfotografie beschäftigen sollten. Das Problem der Naturfarbenfotografie ist schon alt, ja, es ist so alt wie die Fotografie selbst, weil der Ausgangspunkt für deren Erfindung gerade der Wunsch war, die Natur in ihren Farben zu fixieren. Wie wir wissen, hat sich bereits Leonardo da Vinci mit dieser Frage beschäftigt. Diese
„direkte“ Farbenfotografie ist wohl am glücklichsten mit der Lumiere-Platte und den ihr verwandten Techniken gelöst worden. Sie liefern naturfarbene Durchsichtsbilder, die bei geeigneten Vorlagen sehr schöne Resultate ergeben. Leider sind sie für Reproduktionszwecke nicht sehr günstig, vor allem weil nur geringe Korrekturmöglichkeiten vorhanden sind.
Nach dem Kriege hat das „indirekte“ Verfahren, von Maxwell und Miethe bereits im vorigen Jahrhundert theoretisch begründet, größere Fortschritte gemacht, so daß heute fast jede Aufgabe farbenfotografisch lösbar ist. Vor allem, seitdem es gelungen ist, Aufnahmekameras zu schaffen, die die Herstellung des benötigten „Farbauszuges“ mit einer einzigen Belichtung ermöglichen.
So wurden die vorliegenden Bilder sämtlich mit der Reckmeier-Farbenbildkamera aufgenommen, die augenblicklich wohl die glücklichste Konstruktion zu sein scheint. Leider ist die Herstellung farbiger Kopien heute immer noch mit großen technischen Schwierigkeiten verbunden. Wenn es gelänge, hier ein einfacheres, ebenso gutes Verfahren zu entwickeln, würde dies der ganzen Sache sicherlich einen besonderen Auftrieb verleihen.

Die bei der Aufnahme erhaltenen Negativsätze sind für alle Drucktechniken verwendbar, aber am besten geeignet für farbenfotografische Reproduktion dürfte wohl doch der Farbentiefdruck sein. Er kann ohne Umweg die Negative direkt für die Herstellung der Druckzylinder benutzen. Der Vergleich der Vierfarbenbuchdrucke in Heft 6 dieser Zeitschrift mit den Illustrationen dieses Aufsatzes macht das besonders deutlich. Solche Materialtreue und Lebensnähe ist jedenfalls mit keiner anderen Drucktechnik bisher erreicht. Allerdings darf man dem Drucker dieser Blätter, der Fa. Carl Schünemann in Bremen, in deren Trini-Direktverfahren die Bilder hergestellt sind, zugestehen, daß sie die großen Möglichkeiten des Farbentiefdrucks ganz besonders weit entwickelt hat.
 
Trotzdem, die Hauptaufgabe bleibt zunächst ja doch bei dem Fotografen, der jetzt neben der Bildkomposition auch noch die Farbe in seine Rechnung einbeziehen muß. Vor allem Amerika ist hier schon länger bei der Arbeit, und die beiden meisterhaften Bilder des bekannten New Yorker Fotografen zeigen, wie weit man dort bereits ist. Aber auch unsere deutschen Fotokünstler sind nicht zurückgeblieben. Die anderen Bildproben beweisen, daß sie sich keineswegs mit ihren Leistungen verstecken müssen. Sei es nun, es galt, eine so schwere Aufgabe wie das Strumpfbild zu bewältigen oder die geruhsame Stimmung eines Sommertages einzufangen, eine Märchenillusion zu zaubern oder in sachlichem Bild die Schönheiten farbiger Metalle und Stoffe festzuhalten, immer wurden von der Aufgabe aus, vor allem auch farbig, gute Lösungen gefunden. Betont sei immer wieder, wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Aber schon jetzt lässt sich erkennen, daß die Farbenbilder für viele Gebiete der Werbung größte Bedeutung erlangen werden.


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