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Hauptallee mit Giftbude, Musikpavillon und altem gusseisernen Brunnentempel im späten 19. Jahrhundert: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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Die Unterscheidung zwischen Vormittags- und Nachmittagskonzert war damals wichtig, denn dort, wo sich heute der westliche Teil der Fürstenklinik befindet, gab es im späten 19. Jahrhundert '''morgendliche Kurmusik an der Helenquelle'''.
Die Unterscheidung zwischen Vormittags- und Nachmittagskonzert war damals wichtig, denn dort, wo sich heute der westliche Teil der Fürstenklinik befindet, gab es im späten 19. Jahrhundert '''morgendliche Kurmusik an der Helenquelle'''.

Aktuelle Version vom 25. Februar 2026, 18:46 Uhr

Hauptallee im Jahr 1893, heute im Rijksmuseum Amsterdam

Dieses Foto der Hauptallee aus dem Jahr 1893 gehört zu einer Serie von 139 Aufnahmen aus den Jahren 1890 bis 1904, die in einem Album mit Stadt‑ und Straßenansichten – von Paris bis Baden‑Baden, Düsseldorf und natürlich Bad Pyrmont – im Rijksmuseum Amsterdam zu finden sind.

Google Lens, Googles vielgepriesene KI‑Komponente, erkennt darin „zahlreiche Tische und Stühle“, die angeblich „im Schatten der Bäume zum Verweilen einluden“ und „ein zentrales Element des gesellschaftlichen Lebens während der Blütezeit des Kurbetriebs“ gewesen seien.

Den letzten Punkt würde ich unterschreiben; Monika Mehring-Menzel nannte die Allee vor einigen Jahren treffend „Lästerallee“ – was die gesellschaftliche Bedeutung dieser bekanntesten 500 Schritte langen und 40 Schritte breiten Pyrmonter Allee widerspiegelt.

Mit der angeblichen Bedeutung der abgebildeten Tische und Stühle bin ich allerdings weniger einverstanden. In jener Zeit betrieben neben etablierten Ärzten auch „(Wunder‑)Heiler“, „Essenzhändler“ und „Kurpfuscher“ ihre Geschäfte. Ihre „Praxis“ bestand aus einer dunklen Bank und einem Tisch – unter freiem Himmel, die Minimalversion einer mobilen Heilstätte mit fragwürdigem Leistungsversprechen.

Giftbude in den 1920ern, Ernst Hermann, Stadtarchiv GF_041
Werbe-Anzeige der Giftbude im Pyrmonter Anzeiger 1910 / Stadtarchiv

Was ist noch zu sehen: Richtung 9:00 Uhr sitzen drei Herren mit Melone und trinken etwas. Dies ist ungefähr auf Höhe der damaligen Giftbude (heute Heiligenangerstraße 14, also auf Höhe des heutigen Brandenburger Tores). Der Begriff "Giftbude" war eine altmodische Bezeichnung für Gaststätten im norddeutschen Raum. Diners gab es in der Giftbude mittags von 12:30-15:00 Uhr und Speisen à la carte sowie Wein, Pilsener Urquell und Spatenbräu zu jeder Tageszeit. Reinhard Götte (†1977), 1929-1935 Betreuer des Museums und Stadtarchivs, hatte eine andere Erklärung für den Namen dieser „Kneipe“ (Tschuldigung). Näheres dazu im Pyrmontwiki.

Musikpavillon in der Hauptallee 1887 - Museum im Schloss -FO2586

Noch einige Schritte die Allee hinauf erkennt man, halb verdeckt durch die Allee-Bäume, den damaligen Musikpavillon in der Hauptallee. Bis zum Jahr 1898 fanden hier in diesem Pavillon, auf dem heutigen sogenannten Lortzingplatz, Kurkonzerte am Nachmittag statt. Ein sehr frühes Foto Paul Stechers, das den damaligen Musikpavillon in der Hauptallee zeigt, entstand in der Kursaison 1887. Paul Stecher lebte von 1871 bis 1951 in Pyrmont, somit schoss er dieses Foto im Alter von 16 Jahren.

Hauptbrunnen um 1900 aus Sammlung von Schwetters Schorse

... und zentral, wie es sich gehört, der gusseiserne Brunnentempel (1868-1923) auf dem Brunnenplatz.

Musikpavillon (hinten links) an der Helenenquelle (rechts)

Zur Vervollständigung: Die Unterscheidung zwischen Vormittags- und Nachmittagskonzert war damals wichtig, denn dort, wo sich heute der westliche Teil der Fürstenklinik befindet, gab es im späten 19. Jahrhundert morgendliche Kurmusik an der Helenquelle.

Zu guter Letzt:

Ein kurzweiliger Film über die Pyrmonter Hauptallee mit Wiegald Boning und Carlo von Tiedemann(†) ist hier (ab Minute 5:30) zu sehen: https://fuerstenhof-klinik.staatsbad-pyrmont.de/fernseh-und-videobeitraege


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