Fotograf Ernst Hermann

Es folgt eine Biografie über Ernst Hermann:
Herkunft und Lebensdaten
Ernst Hermann wurde am 20. Dezember 1875 in Selters geboren und starb am 15. Oktober 1956 in Bad Pyrmont. Damit gehört er zu jener Fotografengeneration, die den Übergang von der klassischen Schwarzweißfotografie zur frühen Farbfotografie aktiv mitgestaltete.
Tätigkeit in Bad Pyrmont

Ab 1914 führte Hermann ein eigenes fotografisches Atelier in Bad Pyrmont. Weitere Hinweise zeigen, dass er bereits um 1909 in Pyrmont fotografisch tätig war. Er arbeitete außerdem saisonal in Sanremo und Davos, was für Fotografen in Kurorten damals nicht ungewöhnlich war.
Bedeutung für die Stadt- und Badgeschichte
Seine Aufnahmen dokumentieren:
- den Kurort Bad Pyrmont
- die umliegenden Dörfer und Landschaften
- Interieurs und Stillleben
Im Vorwort zum Ausstellungskatalog Ernst Hermann – Farbfotografie 1910–1920 beschreibt Dr. Dieter Alfter Ernst Hermann wie folgt:
„In seinen Bildern hat er ein bedeutsames Stück Pyrmonter Stadt- und Badgeschichte festgehalten […] mit der erklärten Absicht, die Schönheit des Kurortes, die angrenzenden Dörfer und Landschaften zu dokumentieren.“
Damit ist er einer der wichtigsten fotografischen Chronisten Pyrmonts in der Zeit um 1910–1920.
Frühe Farbfotografie (Autochrom)
Hermanns besondere Leistung war der frühe Einsatz des Lumière‑Autochromverfahrens, das 1907 eingeführt wurde. Bereits ab 1910 nutzte er dieses Verfahren und gehörte damit zu den frühen Farbfotografen in Deutschland. Autochrome waren technisch anspruchsvoll und teuer – dass Hermann sie in Pyrmont einsetzte, macht seine Arbeiten heute besonders wertvoll.
Nachlass und erhaltene Werke
Der fotografische Nachlass Ernst Hermanns befindet sich im Museum im Schloss Bad Pyrmont. Außerdem existieren Postkarten und Luftbilder, die unter „Aufnahme und Verlag Ernst Hermann Kunstanstalt – Bad Pyrmont“ firmieren, etwa ein Luftbild um 1913.
Literatur
Die wichtigste Publikation zu seinem Werk ist: "Dieter Alfter / Enno Kaufhold: Ernst Hermann – Farbfotografie 1910–1920, Museum im Schloss Bad Pyrmont, 1987. "
Diese Publikation bildet die Grundlage für die meisten späteren biografischen Angaben.