Holzhausen, Schillerstraße 87
Holzhausen #62 - später Schillerstr. 87, heute Schillerplatz

Bekannt als Stocks Haus - erbaut 1697. Alte Adressbücher lassen vermuten, dass dieses Haus auch ein "Binderhaus" war. Wir erinnern uns an das Haus Holzhäuser Str. 2, #91 hinter diesem Haus gelegen, getrennt nur durch die Bensendrift.
Im hinteren Teil dieses Hauses, befand sich der Räucherbereich. Dort rauchte es zumindest bis in die späten 1960er Jahre oft durch kleine Fenster/Luken unterhalb des Daches und roch verlockend für Nichtvegetarier, die es damals häufiger gab als heute. August Stock bewohnte dieses Haus Ende der 1920er. Er gab als Beruf „Sortierer“ an. Wahrscheinlich sortierte er Tabakblätter in der derzeit noch florierenden Tabak-Industrie in Pyrmont/Holzhausen und Umgebung.
Vis-à-vis schlachteten auf der anderen Straßenseite von #62 nördlich Weber, später Meng in #9 und östlich Jänich in #146 (später Eksi's Imbiss).




Räucherhaus "Stock"
24.08.1974 - Die letzten Bilder ...
Im Museum fanden Detlef Dieter und ich die letzten Bilder eines seinerzeit recht bekannten Hauses in Holzhausen, das kurz danach abgebaut wurde, um an derer Stelle wieder aufgebaut zu werden. Meines Wissens ist es bis heute nicht dazu gekommen. Abgerissen ist schon der Anbau am rechten Rand, an dem sich zuvor ein Kaugummi-Automat befand. Es hatte vor der Eingemeindung 1938 die Hausnummer 62 und später die Straßennummer 87. Ebenfalls aus dem Jahr 1974 stammen die rückseitigen Bilder und die Innenansicht.
U.R.M erinnert sich an das Haus und die Familie. Als Kind musste ich immer die Schinken und Würste dorthin zum Räuchern bringen, wenn meine Familie mal wieder ein Schwein (vom Bauer Reese nebenan) geschlachtet hatte.
Neben der Räucherei "Stock" gab es mit der Räucherei Schmidt und einem weiteren Haus in der Hohenborner Straße noch zwei weitere Räucherbetriebe.
Hier wurde die Ausbeute der noch verbreiteten Hausschlachtungen hingebracht, um sie haltbar und schmackhaft zu machen.
Die junge Frau Stock war Näherin und kam zum Ändern oder neu Anfertigen ins Haus.
Heute ist dort, wo früher das Fachwerkhaus stand eine als kleiner Platz umgestaltete Freifläche mit einer Bank.