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Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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[[File:1928-Brunnenstraße-3-Fo 0872.jpg|mini|Brunnenstraße 3 im Jahr 1928]][[File:196x-Brunnenstraße-3-Fo 0878.jpg |mini| Brunnenstraße 3 in den 1960ern]] Das Pensionshaus Garbe hat eine lange Tradition als Wohn- und Logierhaus. Das vom Fürstlichen Leibarzt Dr. J. P. Seip (1686-1757) erbaute zweigeschossige, verputzte Fachwerkhaus mit Halbwalmdach diente als Logis für Zar Peter den Großen. Freiherr Hieronymus von Münchhausen war ebenfalls Gast in diesem Haus wie auch Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont. Geheimrat Dr. J. E. Trampel übernahm später dieses Gebäude mit dem großen, zurückliegenden Garten für seine Zwecke. Als Schrötersches Haus erhielt es im 19. Jahrhundert das Speisewirtschaftsprivilegium. Anfang unseres Jahrhunderts traf sich in der dortigen Weinstube von Haus Garbe die legendäre Männergesellschaft "Spelunke". Die Photo-Handlung von Adolph Frost hatte hier 1928 das Ladengeschäft.<ref>Aus: Brunnenstraße Bad Pyrmont, Dieter Alfter unter Mitarbeit von Brigitte Bergmann</ref>
[[File:1928-Brunnenstraße-3-Fo 0872.jpg|mini|Brunnenstraße 3 im Jahr 1928]][[File:196x-Brunnenstraße-3-Fo 0878.jpg |mini| Brunnenstraße 3 in den 1960ern]] Das Pensionshaus Garbe hat eine lange Tradition als Wohn- und Logierhaus. Das vom Fürstlichen Leibarzt Dr. J. P. Seip (1686-1757) erbaute zweigeschossige, verputzte Fachwerkhaus mit Halbwalmdach diente als Logis für Zar Peter den Großen. Freiherr Hieronymus von Münchhausen war ebenfalls Gast in diesem Haus wie auch Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont. Geheimrat Dr. J. E. Trampel übernahm später dieses Gebäude mit dem großen, zurückliegenden Garten für seine Zwecke. Als Schrötersches Haus erhielt es im 19. Jahrhundert das Speisewirtschaftsprivilegium. Anfang unseres Jahrhunderts traf sich in der dortigen Weinstube von Haus Garbe die legendäre Männergesellschaft "Spelunke". Die Photo-Handlung von Adolph Frost hatte hier 1928 das Ladengeschäft.<ref>Aus: Brunnenstraße Bad Pyrmont, Dieter Alfter unter Mitarbeit von Brigitte Bergmann</ref>
Die Zusammenfassung eines Artikels in den Pyrmonter Nachrichten vom 18.08.1962:
'''Das Dreiertreffen beim Brunnenarzt – Eine historische Tischrunde in Pyrmont'''
Im 18. Jahrhundert war Pyrmont ein Ort von europäischer Bedeutung, insbesondere durch den Brunnenarzt Johann Philipp Seip. Sein Haus, später als „Zarenkeller“ bekannt, war ein Treffpunkt für bedeutende Persönlichkeiten. Hier trafen sich im Juni 1716 Zar Peter der Große, König Georg I. von Großbritannien und später auch Friedrich II. von Preußen zu Kuren.
Doch nicht nur die Politik, sondern auch die Wissenschaft fand hier ihren Ort. Gottfried Wilhelm Leibniz, der Universalgelehrte, konsultierte Seip während seiner Zeit in Pyrmont. Gleichzeitig traf der holländische Schiffschirurg Engelbrecht Kämper ein, der durch seine Reisen nach Japan und Siam bekannt war. Kämper hatte die erste westliche Beschreibung Japans verfasst („History of Japan and Siam“).
Bei einem legendären Treffen zwischen Leibniz, Kämper und Zar Peter dem Großen wurden Ideen geboren, die die Welt verändern sollten:
Leibniz entwarf Pläne für die Petersburger Akademie der Wissenschaften, die der Zar später umsetzte.
Kämper regte die Erkundung der Meeresstraße zwischen Sibirien und Alaska an, was zur Entdeckung der Behringstraße führte.
Diese Begegnungen zeigen, wie Pyrmont im frühen 18. Jahrhundert ein Ort des Austauschs zwischen Medizin, Wissenschaft und Politik war. Der „Zarenkeller“ bleibt ein Symbol für diese historische Bedeutung.
Quelle: Artikel von Otto Ebel von Sosen, verantwortlich für den Inhalt: Gerhard Fließ.


In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg führte Nikolaus Schwindling den Zarenkeller. Adolf Frost hatte sein Atelier inzwischen in das Haus Ockel am Brunnenplatz 1 verlegt. Auf der gegenüber&shy;liegenden, auf dem Foto rechten Hausseite betrieb nun Eigentümer Friedrich Pieper ein Ladengeschäft, in dem er Salamander-Schuhe verkaufte. In den 1950er Jahren, Friedrich Pieper war verstorben, fand man hier das Schuhhaus Schäfers und ab Mitte der 1960er Jahre konnten hier im Schuhhaus Cordes Schuhe gekauft werden. Cordes hatte zuvor ihr Geschäft in der Brunnenstraße 22b und weiterhin sein Schuhgeschäft in der Brunnenstraße 41 (Hotel Krone). Ferner praktizierte in der Brunnenstraße 3 Dr. med. Otto Hübner ab April 1951.
In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg führte Nikolaus Schwindling den Zarenkeller. Adolf Frost hatte sein Atelier inzwischen in das Haus Ockel am Brunnenplatz 1 verlegt. Auf der gegenüber&shy;liegenden, auf dem Foto rechten Hausseite betrieb nun Eigentümer Friedrich Pieper ein Ladengeschäft, in dem er Salamander-Schuhe verkaufte. In den 1950er Jahren, Friedrich Pieper war verstorben, fand man hier das Schuhhaus Schäfers und ab Mitte der 1960er Jahre konnten hier im Schuhhaus Cordes Schuhe gekauft werden. Cordes hatte zuvor ihr Geschäft in der Brunnenstraße 22b und weiterhin sein Schuhgeschäft in der Brunnenstraße 41 (Hotel Krone). Ferner praktizierte in der Brunnenstraße 3 Dr. med. Otto Hübner ab April 1951.

Aktuelle Version vom 31. Mai 2026, 13:47 Uhr

Brunnenstraße 3 im Jahr 1928
Brunnenstraße 3 in den 1960ern

Das Pensionshaus Garbe hat eine lange Tradition als Wohn- und Logierhaus. Das vom Fürstlichen Leibarzt Dr. J. P. Seip (1686-1757) erbaute zweigeschossige, verputzte Fachwerkhaus mit Halbwalmdach diente als Logis für Zar Peter den Großen. Freiherr Hieronymus von Münchhausen war ebenfalls Gast in diesem Haus wie auch Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont. Geheimrat Dr. J. E. Trampel übernahm später dieses Gebäude mit dem großen, zurückliegenden Garten für seine Zwecke. Als Schrötersches Haus erhielt es im 19. Jahrhundert das Speisewirtschaftsprivilegium. Anfang unseres Jahrhunderts traf sich in der dortigen Weinstube von Haus Garbe die legendäre Männergesellschaft "Spelunke". Die Photo-Handlung von Adolph Frost hatte hier 1928 das Ladengeschäft.[1]

Die Zusammenfassung eines Artikels in den Pyrmonter Nachrichten vom 18.08.1962:

Das Dreiertreffen beim Brunnenarzt – Eine historische Tischrunde in Pyrmont
Im 18. Jahrhundert war Pyrmont ein Ort von europäischer Bedeutung, insbesondere durch den Brunnenarzt Johann Philipp Seip. Sein Haus, später als „Zarenkeller“ bekannt, war ein Treffpunkt für bedeutende Persönlichkeiten. Hier trafen sich im Juni 1716 Zar Peter der Große, König Georg I. von Großbritannien und später auch Friedrich II. von Preußen zu Kuren.
Doch nicht nur die Politik, sondern auch die Wissenschaft fand hier ihren Ort. Gottfried Wilhelm Leibniz, der Universalgelehrte, konsultierte Seip während seiner Zeit in Pyrmont. Gleichzeitig traf der holländische Schiffschirurg Engelbrecht Kämper ein, der durch seine Reisen nach Japan und Siam bekannt war. Kämper hatte die erste westliche Beschreibung Japans verfasst („History of Japan and Siam“).
Bei einem legendären Treffen zwischen Leibniz, Kämper und Zar Peter dem Großen wurden Ideen geboren, die die Welt verändern sollten:

Leibniz entwarf Pläne für die Petersburger Akademie der Wissenschaften, die der Zar später umsetzte.
Kämper regte die Erkundung der Meeresstraße zwischen Sibirien und Alaska an, was zur Entdeckung der Behringstraße führte.
Diese Begegnungen zeigen, wie Pyrmont im frühen 18. Jahrhundert ein Ort des Austauschs zwischen Medizin, Wissenschaft und Politik war. Der „Zarenkeller“ bleibt ein Symbol für diese historische Bedeutung.

Quelle: Artikel von Otto Ebel von Sosen, verantwortlich für den Inhalt: Gerhard Fließ.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg führte Nikolaus Schwindling den Zarenkeller. Adolf Frost hatte sein Atelier inzwischen in das Haus Ockel am Brunnenplatz 1 verlegt. Auf der gegenüber­liegenden, auf dem Foto rechten Hausseite betrieb nun Eigentümer Friedrich Pieper ein Ladengeschäft, in dem er Salamander-Schuhe verkaufte. In den 1950er Jahren, Friedrich Pieper war verstorben, fand man hier das Schuhhaus Schäfers und ab Mitte der 1960er Jahre konnten hier im Schuhhaus Cordes Schuhe gekauft werden. Cordes hatte zuvor ihr Geschäft in der Brunnenstraße 22b und weiterhin sein Schuhgeschäft in der Brunnenstraße 41 (Hotel Krone). Ferner praktizierte in der Brunnenstraße 3 Dr. med. Otto Hübner ab April 1951.


Am 08. November 1958 eröffneten M.-Siegfried Rossner und seine Frau Ute (wohnhaft Hermannstraße 4) im ehemaligen Zarenkeller nach vollständiger Umgestaltung die Peterklause. Gleichzeitig war Rossner Hotelmanager von Hotel Damköhler, leitete ab April 1957 für kurze Zeit die Sennhütte und ab 1961 für die Bürgerbewegung PBV (Pyrmonter Bürger Vertretung) im Stadtrat.

Derzeit (2026) heißt das Speiselokal "Restaurant am Rathaus", aber die Adresse ist weiterhin die Brunnenstraße 3.


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  1. Aus: Brunnenstraße Bad Pyrmont, Dieter Alfter unter Mitarbeit von Brigitte Bergmann
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