Schlossstraße 16: Gasthaus Drüge - Altes Zollhaus: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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[[File:drüge_1900.jpg|mini|Gasthaus Drüge um 1900]]
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Vor 170 Jahren – im Jahr 1855 – war das Gebiet des heutigen Deutschlands noch ein Flickenteppich aus zahllosen Grenzen, an denen bunt uniformierte Soldaten Zoll erhoben. Auch in Bad Pyrmont gab es zwei Zollstellen mit Schlagbäumen: eine an der Dringenauer Mühle, die man im Volksmund auch "Vogelbauer" nannte, und die andere an der Straße nach Lügde, unweit des alten Pyrmonter Schlosses, die heute Emmerstraße heißt und um die es in diesem Beitrag geht.
[[File:Fo 1830_IMG_20200421_0069.jpg|mini|Bildmitte:Der Ausspann v. d. Heyde im Hause Börsing, heute Emmerstraße 2; rechts: das alte Zollhaus, das später zur Tankstelle Lemke wurde; ganz links am Rand das Gasthaus Drüge. Im Archiv des Museums wurde bei diesem Bild der Name v.d.Heide genannt. Eigentümer des Hauses in der Emmerstraße 2 war aber Adolf Börsing]]
Vor 170 Jahren – im Jahr 1855 – war das Gebiet des heutigen Deutschlands noch ein Flickenteppich aus zahllosen Grenzen, an denen bunt uniformierte Soldaten Zoll erhoben. Auch in Bad Pyrmont gab es zwei Zollstellen mit Schlagbäumen: eine [[Erinnerungen_an_den_letzten_Pyrmonter_Zöllner,_den_Tunnenwulf|an der Dringenauer Mühle]], die man im Volksmund auch "Vogelbauer" nannte, und die andere an der Straße nach Lügde, unweit des alten Pyrmonter Schlosses, die heute Emmerstraße heißt und um die es in diesem Beitrag geht.


Direkt gegenüber der späteren Gastwirtschaft Drüge stand damals ein kleines Diensthäuschen. Hier kassierte der Zollpächter August Georg Bonhagen Chausseegeld, eine frühe Art von Straßennutzungsgebühr, sowie andere Abgaben und bediente den Schlagbaum. Bonhagen, der Großvater von Paul Drüge sen.,  betrieb vor 170 Jahren hier auch eine konzessionierte Branntweinstube. Außerdem war es Aufgabe des Zöllners, das fahrende Gesindel nicht nach Pyrmont hineinzulassen.
Direkt gegenüber der späteren Gastwirtschaft Drüge stand damals ein kleines Diensthäuschen. Hier kassierte der Zollpächter August Georg Bonhagen Chausseegeld, eine frühe Art von Straßennutzungsgebühr, sowie andere Abgaben und bediente den Schlagbaum. Bonhagen, der Großvater von Paul Drüge sen.,  betrieb vor 170 Jahren hier auch eine konzessionierte Branntweinstube. Außerdem war es Aufgabe des Zöllners, das fahrende Gesindel nicht nach Pyrmont hineinzulassen.
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Quellen: Archiv des Museums im Schloss und Dewezet-Archiv
Quellen: Archiv des Museums im Schloss und Dewezet-Archiv
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[[File:Pyrmonter-Zolltruhe1.jpg|mini|Pyrmonter Zolltruhe ab 1841]]
[[File:Pyrmonter-Zolltruhe2.jpg|mini|Pyrmonter Zolltruhe ab 1841]]
Museum im Schloss schrieb im Jahr 2022:
Für unsere neue Sonderausstellung „STADT Pyrmont – 300 Jahre im Tal der sprudelnden Quellen“ haben wir einige Schätze aus unserem Depot herausgesucht. Die möchten wir euch natürlich auch gerne zum #depotdienstag vorstellen und euch ein wenig Lust auf einen Ausstellungsbesuch machen 😉
Los geht es mit der Pyrmonter Zolltruhe: 1841 wurde Pyrmont an den Preußischen Zollverein angeschlossen. Bisher wurden die Zölle nicht wie in anderen Ländern an der Grenze, sondern in der Stadt erhoben. Diese besaß zwei Schlagbäume, deren Aufsicht und Einkünfte die Fürstliche Kammer gegen Zahlung einer festen Summe an Pyrmonter Bürger verpachtete. Überschuss oder Verlust verblieben so beim Pächter. Die Zollstationen befanden sich an der Saline und am Ende der heutigen Schloßstraße. Seit 1871 hatten sie keine Bedeutung mehr für die Erhebung des Zolls, jedoch weiterhin für die Erhebung eines Chausseegelds bis auch dies 1898 durch den Kreistag aufgehoben wurde. Die Truhe befand sich übrigens bis vor kurzem noch in Besitz der Familie, die die Zollstation zuletzt gepachtet hatte und danach das Gasthaus „Zum Alten Zollhaus“ führte.