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Pyrmont:Straßen:Brunnenstraße:Brunnenstraße7: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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Aktuelle Version vom 28. Mai 2026, 11:15 Uhr

Brunnenstraße 6 und 7 aus dem Jahr 1928
Bild aus den Pyrmonter Nachrichten vom 12.04.1957
Bild aus den Pyrmonter Nachrichten vom 12.04.1957

Das eigentliche Stammhaus der Familie Groskurth ist das Haus Brunnenstraße 6. 1928 wird es noch als Logierhaus geführt. Die überdachte Veranda des Erdgeschosses, Ende des 19. Jahrhunderts ausgebaut, war ein idealer Sitzplatz, um als Kurgast das Treiben auf der Brunnenstraße zu beobachten. Bei Restaurierungsarbeiten in unserem Jahrhundert kam ein Inschriftbalken zum Vorschein mit dem Sinnspruch: "Wem Got will erquicken - den kann niemand unterdrücken. Hans-Jürgen Groskordt - Catrina Rienel Anno Domino 1681". Das benachbarte Haus Brunnenstraße 7 wurde in den 20er Jahren als Hamburger Engros-Lager von Georg Brand genutzt.

Am 12.04.1957 schrieben die Pyrmonter Nachrichten auf Seite 3

Ein Balken bringt es an den Tag
"WEM GOT WIL ERQUICKEN / DEN KAN NIEMAND UNTERDRÜCKEN"
"Die erste Erwähnung des Namens Großkurth, damals schrieb man ihn Groskordt oder Groscordt, fand sich in einer Kirchenbucheintragung der Gemeinde Oesdorf aus dem Jahre 1689", erzählt ein Nachkomme dieser alten Pyrmonter Familie, "aber nun haben wir anhand eines Balkens feststellen können, daß Hans-Jürgen Groskordt und seine Frau Catrina schon 1681 ihr Haus an der heutigen Brunnenstraße bauten."
"WEM GOT WIL ERQUICKEN – DEN KAN NIEMAND UNTERDRÜCKEN"
Dieser Spruch ließ sich das damals wohl junge Ehepaar in den Hauptbalken des Hauses schnitzen. Darunter stehen ihre Namen: HANS JÜRGEN GROSKORDT – CATRINA RIENEL ANNO DOMINI 1681.

Zweihundert Jahre saß dieser alte Balken an seinem Platz. Was mag er wohl alles gesehen haben? Eine Generation dieser Großkurths nach der anderen wuchs in dem Hause, dessen Schmuck er war, auf. Sie waren Landwirte, später erlernten viele von ihnen das Bäckerhandwerk. Sie bauten einen Laden ein und nach weiteren Jahrzehnten auch noch eine Gastwirtschaft. "Zum schwarzen Bären" wurde sie genannt, und die Pyrmonter Bürger tranken gern dort ihren Vespertrunk, hielten ihren kleinen Snack miteinander. "Bärenkrügers-August", der Wirt, war in der ganzen Stadt bekannt. Ja, inzwischen war aus dem kleinen Dorf Oesdorf eine Badestadt, Pyrmont, geworden.
Später wurde die Gastwirtschaft "Zum schwarzen Bären" mit Genehmigung des Fürsten von Waldeck und Pyrmont, der einen großen Einfluß auf das Geschehen dieser Stadt nahm, in "Zum goldenen Hirschen" umbenannt. Gäste, die jahrzehntelang Sommer für Sommer nach Pyrmont kamen, waren im "Goldenen Hirschen" keine Seltenheit. "36mal war die eine Familie da" – ist das nicht ein Kompliment für Pyrmont und ein Lob der Gastlichkeit im Hause Großkurth?
Reichtumsheit und Fleiß hatten den Reichtum der Familie Großkurth vermehrt. Als das alte Stammhaus (Brunnenstraße 6) der Großkurths um- und ausgebaut wurde, entfernte man den alten Balken. Er war aber noch gut und durchaus in der Lage, noch weiter seinen Dienst zu erfüllen. So baute man ihn in das Nebenhaus (Brandsches Haus), das man inzwischen erworben hatte, wieder ein. Erst als man kürzlich mit dem Neubau dieses Hauses begann, kam er wieder zum Vorschein.
Die Nachkommen der Familie Großkurth freuten sich, durch ihn von ihren Vorfahren zu erfahren, deren Namen sie gar nicht kannten. Die letzte Generation der Großkurths, dieser alten Pyrmonter Familie, hatte leider keinen männlichen Erben. Zwei der drei Großkurth-Töchter, Frau Berger-Landwehrmann und Frau Gübner, aber leben noch heute mit ihren Familien in der gleichen Stadt, in der sich schon 1681 ihre Vorfahren ein Haus bauten. Ein Balken brachte es an den Tag.


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