Schillerstraße 3: Unterschied zwischen den Versionen
Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
Das Haus, das zuvor häufig den Besitzer wechselte, führte Lemke bis zu seinem Tod im Jahr 1937. Ursprünglich diente es vor allem als Ausspannstation mit Stallungen für 25 Pferde. Schon früh erkannte Lemke die Zeichen der Zeit: Neben Parkplatz und Tankstelle errichtete er noch vor dem Ersten Weltkrieg die erste Großgarage im Kreis Hameln-Pyrmont. | Das Haus, das zuvor häufig den Besitzer wechselte, führte Lemke bis zu seinem Tod im Jahr 1937. Ursprünglich diente es vor allem als Ausspannstation mit Stallungen für 25 Pferde. Schon früh erkannte Lemke die Zeichen der Zeit: Neben Parkplatz und Tankstelle errichtete er noch vor dem Ersten Weltkrieg die erste Großgarage im Kreis Hameln-Pyrmont. | ||
1927 wurde das Gebäude erweitert, sodass die Garage - zu nationalsozialistischen Zeiten auf dem Stadtplan auch "Auto-Unterstell-Hallen" genannt - schließlich über mehr als hundert Boxen verfügte, jetzt aber nicht für Pferde, sondern für Autos. Zur Gastwirtschaft gehörte damals auch ein großer Saal, die „Cumberland-Diele“, in der Tanz- und Varietéveranstaltungen stattfanden. Später wurde dieser Bereich in Büroräume umgewandelt. Nach dem Tod des Gründers führten Mutter und Schwester den Betrieb weiter, bis der Sohn aus dem Krieg zurückkehrte. | 1927 wurde das Gebäude erweitert, sodass die Garage - zu nationalsozialistischen Zeiten auf dem Stadtplan auch "Auto-Unterstell-Hallen" genannt - schließlich über mehr als hundert Boxen verfügte, jetzt aber nicht für Pferde, sondern für Autos. Zur Gastwirtschaft gehörte damals auch ein großer Saal, die „Cumberland-Diele“, in der Tanz- und Varietéveranstaltungen stattfanden. Später wurde dieser Bereich in Büroräume umgewandelt. Nach dem Tod des Gründers Carl Lemke führten Mutter und Schwester den Betrieb weiter, bis der Sohn aus dem Krieg zurückkehrte. | ||
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Haus zeitweise als Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene. Nach der Währungsreform wurde das Gasthaus gemütlicher gestaltet und es kam eine Doppelkegelbahn hinzu, die ab März 1965 automatisch betrieben wurde, zum Leidwesen der Kinder, die sich zuvor mit dem Aufstellen der Kegel ein Taschengeld verdienen konnten. | Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Haus zeitweise als Unterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene. Nach der Währungsreform wurde das Gasthaus gemütlicher gestaltet und es kam eine Doppelkegelbahn hinzu, die ab März 1965 automatisch betrieben wurde, zum Leidwesen der Kinder, die sich zuvor mit dem Aufstellen der Kegel ein Taschengeld verdienen konnten. | ||
| Zeile 12: | Zeile 12: | ||
1910 warb Carl Lemke mit einem Bild der Milchkultur-Anstalt, die sich bekanntlich am Äskulapplatz an der Bombergallee und nicht nahe dem Gasthaus Lemke befand. Auch war die angegebene Adresse des Gasthauses nicht die Schlossstraße 2 (dort wohnte damals der Geheime Sanitätsrat Dr. Erich Gruner), sondern damals die Schillerstraße 2, später die Schillerstraße 5. | 1910 warb Carl Lemke mit einem Bild der Milchkultur-Anstalt, die sich bekanntlich am Äskulapplatz an der Bombergallee und nicht nahe dem Gasthaus Lemke befand. Auch war die angegebene Adresse des Gasthauses nicht die Schlossstraße 2 (dort wohnte damals der Geheime Sanitätsrat Dr. Erich Gruner), sondern damals die Schillerstraße 2, später die Schillerstraße 5. | ||
In dem Adressbuch von 1927 warb Lemke in den Fußzeilen | In dem Adressbuch von 1927 warb Lemke in den Fußzeilen abwechselnd mit den Großgaragen und der Cumberland-Diele. | ||
In der Lokalpresse wurde gerne über besondere Leistungen der Kegler*innen hingewiesen (Acht ums Vordereck), was mit der Zeit auch von anderen Hotels und Gastwirtschaften aus Pyrmont übernommen wurde. | In der Lokalpresse wurde gerne über besondere Leistungen der Kegler*innen hingewiesen (Acht ums Vordereck), was mit der Zeit auch von anderen Hotels und Gastwirtschaften aus Pyrmont übernommen wurde. | ||
{{clear}} | |||
[[File:191x-Gasthaus-Lemke.jpg|mini|]] [[File:191x-c-lemke.jpg|mini|]]Gasthaus Lemke - Die Garagen gibt es nicht mehr, auch der große Saal ist nicht mehr da, ebenso der Baumbestand der Schillerstraße. Aber das Haus selbst existiert noch, wenngleich in anderer Optik. | [[File:191x-Gasthaus-Lemke.jpg|mini|]] [[File:191x-c-lemke.jpg|mini|]]Gasthaus Lemke - Die Garagen gibt es nicht mehr, auch der große Saal ist nicht mehr da, ebenso der Baumbestand der Schillerstraße. Aber das Haus selbst existiert noch, wenngleich in anderer Optik. | ||
{{clear}} | {{clear}} | ||