Pyrmont:Straßen:Brunnenstraße:Brunnenstraße16: Unterschied zwischen den Versionen
Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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Die beiden historischen Häuser in der Brunnenstraße spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte Bad Pyrmonts als Kurort. Das Haus in der '''Brunnenstraße 16''', das oft auch als „Alter Fritz“ bezeichnet wird, ließ Henrich Ortgies 1676/77 als erstes großes Pensionshaus bauen. Hier logierten berühmte Gäste wie der preußische König Friedrich II. („Alter Fritz“), der 1744 und 1746 zur Kur in Pyrmont war, oder der hannoversche Kurfürst und spätere englische König Georg I.. Das Anwesen gehörte zu einer parkähnlichen Gartenanlage, die bis zur Rathausstraße reichte. Im Gartenhaus – das heute nicht mehr existiert – versteckte sich 1744/46 der hannoversche Spion Geheimrat Unger, um Gespräche Friedrichs II. abzuhören. Eine Inschrift am Haus aus dem Jahr 1556 erinnert an den „großen Zulauf nach dem heiligen Brunnen“, wo viele Kranke Heilung fanden – ein frühes Zeichen für Pyrmonts Bedeutung als Heilort, heute auch als „Wundergeläuf“ bekannt. | Die beiden historischen Häuser in der Brunnenstraße spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte Bad Pyrmonts als Kurort. Das Haus in der '''Brunnenstraße 16''', das oft auch als „Alter Fritz“ bezeichnet wird, ließ Henrich Ortgies 1676/77 als erstes großes Pensionshaus bauen. Hier logierten berühmte Gäste wie der preußische König Friedrich II. („Alter Fritz“), der 1744 und 1746 zur Kur in Pyrmont war, oder der hannoversche Kurfürst und spätere englische König Georg I.. Das Anwesen gehörte zu einer parkähnlichen Gartenanlage, die bis zur Rathausstraße reichte. Im Gartenhaus – das heute nicht mehr existiert – versteckte sich 1744/46 der hannoversche Spion Geheimrat Unger, um Gespräche Friedrichs II. abzuhören. Eine Inschrift am Haus aus dem Jahr 1556 erinnert an den „großen Zulauf nach dem heiligen Brunnen“, wo viele Kranke Heilung fanden – ein frühes Zeichen für Pyrmonts Bedeutung als Heilort, heute auch als „Wundergeläuf“ bekannt. | ||
Nach dem Tod Ortgies’ verkauften seine Erben das Haus 1726 an Dr. Philipp Seip. 1776 erwarb sie der Kaufmann Windel aus Holzhausen, in dessen Besitz sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verblieben. Dann ging es in den Besitz von Adolf Richter über, der dort die „Richters Pension“ einrichtete. Während das Hauptgebäude erhalten blieb, musste das Gartenhaus der Dana-Seniorenresidenz Brunnenkolonnaden weichen. | Nach dem Tod Ortgies’ verkauften seine Erben das Haus 1726 an Dr. Philipp Seip. 1776 erwarb sie der Kaufmann Windel aus Holzhausen, in dessen Besitz sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verblieben. Dann ging es in den Besitz von Adolf Richter über, der dort die „Richters Pension“ einrichtete. Während das Hauptgebäude erhalten blieb, musste das Gartenhaus der Dana-Seniorenresidenz Brunnenkolonnaden weichen. | ||
[[File:Balkeninschrift-Alter-Fritz-2026.jpg|mini|Inschrift am "Alten Fritz", aufgenommen im Mai 2026]] | |||
[[File:Balkeninschrift-Alter-Fritz-2026.jpg|mini|Inschrift am "Alten Fritz", aufgenommen im | |||
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[[File:P2389_Richters Pension_V.jpg|mini|Richters Pension (Brunnenstraße 17) in den 1960er Jahren]]Das benachbarte repräsentative Fachwerkhaus '''Brunnenstraße 17''' wurde bereits 1669/70 von Ortgies als Amtshaus und Privathaus erbaut. Das Gebäude im Stil eines niedersächsischen Durchgangsdielenhauses mit Krüppelwalmdach trug einen prächtigen Torgiebel mit der Inschrift „IN NOMINE DOMINI NOSTERI JESV CHRISTI: IN DEO SPES MEA: / HENRICH ORTGIEIS * MARGARETA: M: BARCKHAUSEN / SE IPSVM NOSSCI SVMMA SAPIENTIA / ANNO DOMINI 1670“ („Im Namen des Herrn, unseres Jesus Christus: In Gott ist meine Hoffnung / Henrich Ortgies, Margareta M. Barckhausen / Sich selbst erkennen ist die höchste Weisheit / Im Jahr des Herrn 1670“). Hier empfing Ortgies Bauern zur Aufnahme der Pyrmonter Salbücher. | [[File:P2389_Richters Pension_V.jpg|mini|Richters Pension (Brunnenstraße 17) in den 1960er Jahren]]Das benachbarte repräsentative Fachwerkhaus '''Brunnenstraße 17''' wurde bereits 1669/70 von Ortgies als Amtshaus und Privathaus erbaut. Das Gebäude im Stil eines niedersächsischen Durchgangsdielenhauses mit Krüppelwalmdach trug einen prächtigen Torgiebel mit der Inschrift „IN NOMINE DOMINI NOSTERI JESV CHRISTI: IN DEO SPES MEA: / HENRICH ORTGIEIS * MARGARETA: M: BARCKHAUSEN / SE IPSVM NOSSCI SVMMA SAPIENTIA / ANNO DOMINI 1670“ („Im Namen des Herrn, unseres Jesus Christus: In Gott ist meine Hoffnung / Henrich Ortgies, Margareta M. Barckhausen / Sich selbst erkennen ist die höchste Weisheit / Im Jahr des Herrn 1670“). Hier empfing Ortgies Bauern zur Aufnahme der Pyrmonter Salbücher. | ||