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Hagen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
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Es kann sein, daß Hagen der älteste Ortsteil Pyrmonts ist. Sicher ist, dass Hagen erfolgreich war, als es darum ging, "Unser Dorf soll schöner sein."</br>
Es kann sein, daß Hagen der älteste Ortsteil Pyrmonts ist. Sicher ist, dass Hagen erfolgreich war, als es darum ging, "Unser Dorf soll schöner sein."</br>
Die Birken auf dem Friedhof haben manchen Sturm auf der Höhe erlebt und mache Balkeninschrift zeugt vom ehrwürdigen Alter des gepflegten Fachwerks. Dreiundvierzig Feuerstellen hatte Hagen im Jahr 1840. Der Weg von Pyrmont nach Hagen führte damals über Holzhausen, einen langen Hohlweg hinauf, der <q>den Abhang nach dem Dorf zu waldig war</q><ref>[https://books.google.de/books?id=6XIAAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&f=false  Dr. Karl Theodor Menke, Pyrmont und seine Umgebungen, §95, Seite 156, 2. Auflage, 1840]</ref>;man möchte hinzufügen, wie heute, nur weniger Unfälle.</br>
Die Birken auf dem Friedhof haben manchen Sturm auf der Höhe erlebt und mache Balkeninschrift zeugt vom ehrwürdigen Alter des gepflegten Fachwerks. Dreiundvierzig Feuerstellen hatte Hagen im Jahr 1840. Der Weg von Pyrmont nach Hagen führte damals über Holzhausen, einen langen Hohlweg hinauf, der <q>den Abhang nach dem Dorf zu waldig war</q><ref>[https://books.google.de/books?id=6XIAAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&f=false  Dr. Karl Theodor Menke, Pyrmont und seine Umgebungen, §95, Seite 156, 2. Auflage, 1840]</ref>;man möchte hinzufügen, wie heute, nur weniger Unfälle.</br>
Vom Hagen ging der Weg über die Kixmühle zum Arminiusberg. Die Herlingsburg, der geschichtsträchtigste Teil dieser Region, gehörte über lange Jahrhunderte zu Pyrmont.<ref>In starker Anlehnung an Hermann Trost, ''Einheimisches'', ohne Jahreszahl, wahrscheinlich 1983)</ref><br>
Vom Hagen ging der Weg über die Kixmühle zum Arminiusberg. Die Herlingsburg, der geschichtsträchtigste Teil dieser Region, gehörte über lange Jahrhunderte zu Pyrmont.<ref>In starker Anlehnung an Hermann Trost, ''Einheimisches'', ohne Jahreszahl, wahrscheinlich 1983)</ref>
 
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=== Nachrichten aus Hagen: Ermordet auf dem Heimweg vom Jahrmarkt <ref> In Anlehnung an einen Zeitungsartikel der Pyrmonter Nachrichten vom 27.12.1969</ref> ===
'''Aus der Geschichte des Bergdorfes und seiner ältesten Familien
'''
Wer heute von Bad Pyrmont hinauf nach Hagen fährt und oberhalb des Dorfes den Kirchturm mit seiner hübschen Kapelle erblickt, könnte meinen, ein altes Kirchdorf vor sich zu haben. Tatsächlich wurde die Kirche erst 1962 errichtet; die Geschichte des Ortes Hagen reicht jedoch weit bis ins Mittelalter zurück.
 
'''Herkunft des Ortsnamens'''
Der Name „Hagen“ geht auf verschiedene Sprachbräuche zurück. Früher sprach man von „auf dem Hagen“, „Vom Hagen“ oder „nach dem Hagen“. Älteren Überlieferungen zufolge siedelten sich die ersten Einwohner auf dem Hagen, also hinter den Hecken, an. In Lügde sprach man von den „Hagengütern“, die rund um die Stadt verstreut lagen. Eine weitere Theorie leitet den Namen von „Hag – Hem“ ab, was so viel bedeutet wie „von einer Hecke umgebene Heimstätte“.
 
'''Erste urkundliche Erwähnungen und alte Familien'''
Um das Jahr 1517 erhielten Hermann Köster und Hans Plöcker (Plöger) vom Grafen Friedrich von Spiegelberg die Erlaubnis, sich in der Herrschaft Pyrmont niederzulassen. In einer alten Kornrechnung aus den Jahren 1617/1618 taucht zudem bereits der traditionsreiche Name Heinrich Mundhenk auf.
 
'''Zu den ältesten Hagener Familien zählen unter anderem:'''
Köster, Mundhenk, Wieneken, Meinerts, Pflüger, Rose, Schelp und Plöger.
 
'''Tragödie auf dem Heimweg: Der Hof Dülm'''
Der älteste noch gut erhaltene Hof aus der Gründerzeit ist der heutige Hof des Landwirts Fritz Dülm. Das schöne alte niedersächsische Bauernhaus wurde 1666 von Berndt Köster sen. und seiner Frau Katharina Plöger erbaut. Köster konnte sich jedoch nur kurze Zeit an seinem Anwesen erfreuen: Auf dem Rückweg vom Jahrmarkt in Hameln wurde er zusammen mit einem Begleiter von verwilderten Reitern überfallen und getötet. Lediglich ein Bauer namens Lips Jürgens kam angeschossen davon und konnte den Vagabunden entkommen.
 
'''Besitzverhältnisse und politische Rolle'''
Um 1670 gab es in Hagen sechs Halbmeierhöfe mit einer Größe von jeweils etwa 40 bis 60 Morgen. Diese gehörten größtenteils zum sogenannten „Herrschaftsland“ des Domkapitels zu Paderborn oder waren Lehnsland der Lügder Familie „van Kannen“. Daneben gab es auch Höfe mit eigenem Grundbesitz. Der Hof Uppflüger-Köster-Mundthenke-Dülm umfasste über 100 Morgen Land. Obwohl die Erbfolge mehrfach über weibliche Nachkommen lief, blieb der Hof stets in Familienbesitz.
 
Hans Mundhenck nahm in Hagen eine wichtige Stellung ein: Er war Vertrauensmann des gräflichen Amtes. Das Ortsrichteramt in Hagen wurde fast ohne Unterbrechung bis in die jüngere Zeit von seinen Nachkommen bekleidet – offenbar ein ungeschriebenes Privileg der Familie.
 
'''Baukultur und Inschriften'''
Das Dülmsche Bauernhaus galt als Zierde für das gesamte Dorf. Am großen Torbogen des Hofes findet sich neben dem Waldecker Stern das Hagener Kreuz. Dieses Kreuz prägt auch die Ortswappen vieler umliegender Gemeinden, wie etwa Bad Pyrmont, Holzhausen, Thal, Baarsen, Großenberg, Kleinenberg, Neersen, Lügde oder Eichenborn.
 
'''Über dem Torbogen des Dülmhofes ist folgende Inschrift zu lesen:
„Ach Herr, wann ich Dich nur habe, frage ich nicht nach Himmel und Erden, wann mir gleich Leib und Seel verschmachtet, so bist Du doch Gott allzeit meines Herzens Trost und mein Heil.“
 
Darunter befanden sich die kirchlichen Zeichen Jesus – Maria, was auf die tiefe Religiösität der Erbauer schließen lässt. Bei einigen Häusern in Hagen ist neben dem Waldecker Stern auch die Lippische Rose zu finden, was darauf hindeutet, dass diese Familien einst aus Lippe zugezogen sind.
 
Entwicklung des Ortes
Bis zum Jahr 1840 trug die Gemeinde offiziell die Bezeichnung „Hagen to Lügde“. Die postalische Zustellung erfolgte noch bis zum 1. April 1908 über das Postamt Lügde.
 
Im Jahr 1882 zählte Hagen 445 Einwohner, die fast ausnahmslos evangelischen Glaubens waren. Neben der Landwirtschaft arbeiteten die Menschen damals vor allem in der Zigarrenindustrie. Die Bauhandwerker und Ziegler des Dorfes waren während des Sommers meist auswärts tätig und kehrten erst im Winter wieder nach Hause zurück.''
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=== Hagens Straßen, Häuser, Plätze und ihre Geschichten ===
=== Hagens Straßen, Häuser, Plätze und ihre Geschichten ===



Aktuelle Version vom 9. Oktober 2026, 14:36 Uhr

Es kann sein, daß Hagen der älteste Ortsteil Pyrmonts ist. Sicher ist, dass Hagen erfolgreich war, als es darum ging, "Unser Dorf soll schöner sein."
Die Birken auf dem Friedhof haben manchen Sturm auf der Höhe erlebt und mache Balkeninschrift zeugt vom ehrwürdigen Alter des gepflegten Fachwerks. Dreiundvierzig Feuerstellen hatte Hagen im Jahr 1840. Der Weg von Pyrmont nach Hagen führte damals über Holzhausen, einen langen Hohlweg hinauf, der den Abhang nach dem Dorf zu waldig war[1];man möchte hinzufügen, wie heute, nur weniger Unfälle.
Vom Hagen ging der Weg über die Kixmühle zum Arminiusberg. Die Herlingsburg, der geschichtsträchtigste Teil dieser Region, gehörte über lange Jahrhunderte zu Pyrmont.[2]


Nachrichten aus Hagen: Ermordet auf dem Heimweg vom Jahrmarkt [3]

Aus der Geschichte des Bergdorfes und seiner ältesten Familien Wer heute von Bad Pyrmont hinauf nach Hagen fährt und oberhalb des Dorfes den Kirchturm mit seiner hübschen Kapelle erblickt, könnte meinen, ein altes Kirchdorf vor sich zu haben. Tatsächlich wurde die Kirche erst 1962 errichtet; die Geschichte des Ortes Hagen reicht jedoch weit bis ins Mittelalter zurück.

Herkunft des Ortsnamens Der Name „Hagen“ geht auf verschiedene Sprachbräuche zurück. Früher sprach man von „auf dem Hagen“, „Vom Hagen“ oder „nach dem Hagen“. Älteren Überlieferungen zufolge siedelten sich die ersten Einwohner auf dem Hagen, also hinter den Hecken, an. In Lügde sprach man von den „Hagengütern“, die rund um die Stadt verstreut lagen. Eine weitere Theorie leitet den Namen von „Hag – Hem“ ab, was so viel bedeutet wie „von einer Hecke umgebene Heimstätte“.

Erste urkundliche Erwähnungen und alte Familien Um das Jahr 1517 erhielten Hermann Köster und Hans Plöcker (Plöger) vom Grafen Friedrich von Spiegelberg die Erlaubnis, sich in der Herrschaft Pyrmont niederzulassen. In einer alten Kornrechnung aus den Jahren 1617/1618 taucht zudem bereits der traditionsreiche Name Heinrich Mundhenk auf.

Zu den ältesten Hagener Familien zählen unter anderem: Köster, Mundhenk, Wieneken, Meinerts, Pflüger, Rose, Schelp und Plöger.

Tragödie auf dem Heimweg: Der Hof Dülm Der älteste noch gut erhaltene Hof aus der Gründerzeit ist der heutige Hof des Landwirts Fritz Dülm. Das schöne alte niedersächsische Bauernhaus wurde 1666 von Berndt Köster sen. und seiner Frau Katharina Plöger erbaut. Köster konnte sich jedoch nur kurze Zeit an seinem Anwesen erfreuen: Auf dem Rückweg vom Jahrmarkt in Hameln wurde er zusammen mit einem Begleiter von verwilderten Reitern überfallen und getötet. Lediglich ein Bauer namens Lips Jürgens kam angeschossen davon und konnte den Vagabunden entkommen.

Besitzverhältnisse und politische Rolle Um 1670 gab es in Hagen sechs Halbmeierhöfe mit einer Größe von jeweils etwa 40 bis 60 Morgen. Diese gehörten größtenteils zum sogenannten „Herrschaftsland“ des Domkapitels zu Paderborn oder waren Lehnsland der Lügder Familie „van Kannen“. Daneben gab es auch Höfe mit eigenem Grundbesitz. Der Hof Uppflüger-Köster-Mundthenke-Dülm umfasste über 100 Morgen Land. Obwohl die Erbfolge mehrfach über weibliche Nachkommen lief, blieb der Hof stets in Familienbesitz.

Hans Mundhenck nahm in Hagen eine wichtige Stellung ein: Er war Vertrauensmann des gräflichen Amtes. Das Ortsrichteramt in Hagen wurde fast ohne Unterbrechung bis in die jüngere Zeit von seinen Nachkommen bekleidet – offenbar ein ungeschriebenes Privileg der Familie.

Baukultur und Inschriften Das Dülmsche Bauernhaus galt als Zierde für das gesamte Dorf. Am großen Torbogen des Hofes findet sich neben dem Waldecker Stern das Hagener Kreuz. Dieses Kreuz prägt auch die Ortswappen vieler umliegender Gemeinden, wie etwa Bad Pyrmont, Holzhausen, Thal, Baarsen, Großenberg, Kleinenberg, Neersen, Lügde oder Eichenborn.

Über dem Torbogen des Dülmhofes ist folgende Inschrift zu lesen:

„Ach Herr, wann ich Dich nur habe, frage ich nicht nach Himmel und Erden, wann mir gleich Leib und Seel verschmachtet, so bist Du doch Gott allzeit meines Herzens Trost und mein Heil.“

Darunter befanden sich die kirchlichen Zeichen Jesus – Maria, was auf die tiefe Religiösität der Erbauer schließen lässt. Bei einigen Häusern in Hagen ist neben dem Waldecker Stern auch die Lippische Rose zu finden, was darauf hindeutet, dass diese Familien einst aus Lippe zugezogen sind.

Entwicklung des Ortes Bis zum Jahr 1840 trug die Gemeinde offiziell die Bezeichnung „Hagen to Lügde“. Die postalische Zustellung erfolgte noch bis zum 1. April 1908 über das Postamt Lügde.

Im Jahr 1882 zählte Hagen 445 Einwohner, die fast ausnahmslos evangelischen Glaubens waren. Neben der Landwirtschaft arbeiteten die Menschen damals vor allem in der Zigarrenindustrie. Die Bauhandwerker und Ziegler des Dorfes waren während des Sommers meist auswärts tätig und kehrten erst im Winter wieder nach Hause zurück.

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  1. ↑ Dr. Karl Theodor Menke, Pyrmont und seine Umgebungen, §95, Seite 156, 2. Auflage, 1840
  2. ↑ In starker Anlehnung an Hermann Trost, Einheimisches, ohne Jahreszahl, wahrscheinlich 1983)
  3. ↑ In Anlehnung an einen Zeitungsartikel der Pyrmonter Nachrichten vom 27.12.1969
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