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Aktuelle Version vom 22. Oktober 2026, 21:41 Uhr
Beschreibung
Jubiläumsschrift zu 25 Jahre Max-Born-Realschule (1974)
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25 Jahre
Max-Born-Realschule
in Bad Pyrmont
Festakt
21. September 1974, 11.00 Uhr, Aula
Programm
1. Joh. Chr. Bach: Rondo für Klavier zu 4 Händen
Hans-Martin Zimmermann
Winfried Kühne
2. Begrüßung:
Realschulrektor Niemeyer
3. H. Weber: „Wer jetzig Zeiten leben will"
Gemischter Chor und Instrumente
4. Grußworte:
Vertreter der Schulaufsichtsbehörde
Vertreter der Stadt Bad Pyrmont
Vertreter der Elternschaft
5. G. Wolters: „O Musika"
J. K. Bachofen: „Die edle Musik"
J. Rohwer: „Musikantenkanon"
Gemischter Chor
6. Festansprache: Schulrat a. D. Dr. Blumenthal
7. W. Träder: „Wer redlich hält zu seinem Volke"
Gemischter Chor und Klavier
Ritornell: „Die Freiheit und das Himmelreich"
Gemischter Chor und Klavier
8. Eröffnung der Ausstellung von Schülerarbeiten aus Kunst, Werken und Textil
(geöffnet bis 28. 9.)
Offene Tür
15.15-17.15 Uhr
Unterricht und Vorführungen in Klassen- und Fachräumen unserer Schule.
Kaffeestube im Keller durchgehend geöffnet.
Festball
20.00 Uhr im Konzerthaus
Claudio-Sextett
Kaltes Buffet Tombola
(Nachtfahrverbot im Kurzentrum ab 23.30 Uhr. Parkplätze an der Südstraße)
Allen Ehemaligen und Derzeitigen
Schülern und Lehrkräften unserer Max-Born-Realschule gilt zu allererst ein herzlicher Gruß. Die Stadt Bad Pyrmont teilt ihren Stolz, daß die frühere Mittelschule und jetzt Max-Born-Realschule ein viertel Jahrhundert besteht.
Zwischen der damaligen Volksschule und dem Gymnasium wurde eine Lücke gefüllt, deren Inhalt aus dem Bildungsangebot unserer Stadt nicht mehr wegzudenken wäre. Nach dem Vorläufer von 1948 in zwei „Förderklassen", der offiziellen Geburt 1949, dem Hospitieren in den Nachbarschulen, dem Schulbau 1951, der Erweiterung 1963 und dem Bau von Sonderklassen 1973 sehen wir heute mit Stolz, daß in 22 Klassen über 660 Schüler von insgesamt 32 haupt- und nebenamtlichen Lehrkräften unterrichtet werden.
Unsere Realschule hat damit, geführt von den drei Rektoren Dohrmann, Mühlbradt und Niemeyer, eine Bedeutung erlangt, die weit über die Grenzen unserer Stadt hinausstrahlt. Sie ist in ihrem eigenen Wirken wie in der Kooperation mit den anderen Schulen unserer Stadt „erwachsen" geworden.
Mit unseren Glückwünschen zum Jubiläum verbinden wir die Wünsche des Schulträgers für eine weitere fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Jugend unserer Stadt und unserer Nachbarstädte und -gemeinden.
Allen Jubiläumsgästen einen freundlichen Gruß!
Steinwender
Bürgermeister
Möller
Stadtdirektor
Bad Pyrmont, den 5. September 1974
„Max-Born-Realschule"
Unsere Schule führt seit dem 1. 12. 1967 den Namen des Nobelpreisträgers Max Born. Wir haben ihn kurz darauf zu seinem 85. Geburtstag besucht. Alle, die dabei gewesen sind, werden sich an das Ständchen erinnern, mit dem wir ihn zu ehren versuchten. Im Halbrund vor der Terrasse seines Hauses in der Marcardstraße sang der „kleine" Chor Volkslieder. Der Jubilar saß im Wintermantel am geöffneten Fenster, stand dann auf, lehnte sich an die Tür, neben ihm seine feinsinnige Frau. Beide hörten mit sichtlicher Freude zu. Jeder Sänger erhielt zum Abschied sein Bild.
Als wir im März 1968 Eltern und Freunde zur Veranstaltung „Schule-heute" einluden, war auch Professor Born unser Gast. Damals saßen die Erwachsenen als Schüler auf den harten Schulstühlen und beteiligten sich wie ihre Kinder vormittags lebhaft am Unterrichtsgeschehen. Prof. Born suchte sich die Stunde aus, die Herr Bruß über „Schwingungen" hielt. Unvergeßlich bleibt mir das Bild, wie unser Namenspatron nachher in der Pausenhalle saß und das lebhafte Treiben um sich herum beobachtete. Ihm gegenüber hing das Großfoto, von Prof. Lise Meitner aufgenommen, das ihn zeigte – ein Geschenk von ihm. Die Hände auf den Stock gelegt, unterhielt er sich mit Herrn Seutemann, unterbrach oft seine Worte und schaute zu: interessiert – aufmerksam – freundlich, wie es seine Art war. Keiner der Sänger, die sein Foto erhalten hatten, wußte etwas von der wahren Bedeutung des Mannes, dessen Namen unsere Schule trägt. Er gehört zu denen, die die moderne Physik begründet haben. In aller Welt ist sein Name unter den Wissenschaftlern bekannt.
Von Pyrmont, von der Marcardstraße aus, gingen seine aufrüttelnden Appelle aus, die vor der zerstörenden Gewalt der schrecklichen Waffen unserer Zeit immer wieder warnten.
Dankbar erinnern wir uns seiner freundlichen Bereitschaft, Namenspatron unserer Schule zu sein. Seine Frau sagte damals: „Wir sind so glücklich, daß nun eine Schule unseren Namen trägt."
Ich wollte mit diesen kurzen Sätzen an Max Born erinnern und alle die grüßen, die zu seiner Familie gehören.
Erlauben Sie mir noch, allen Ehemaligen und Teilnehmern dieses Jubiläums einen herzlichen Gruß zu sagen und ihnen Freude am Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten zu wünschen.
G. Mühlbradt
From Professor G. V. R. Born, F.R.S.
DEPARTMENT OF PHARMACOLOGY
UNIVERSITY OF CAMBRIDGE
Medical School, Hills Road, Cambridge CB2 2QD
Telephone (0223) 45171
14th August, 1974
Dr. Niemeyer,
Max-Born-Realschule,
328 Bad Pyrmont,
Germany.
Dear Dr. Niemeyer,
Thank you very much indeed for your letter of 8th August and for your kind invitation to my sisters and myself to participate in the official celebration of the 25th Anniversary of the Max Born School, on 21st September. It would certainly give us the greatest pleasure to accept your kind invitation. I have looked at my diary and find that I am indeed free on that Saturday, although I have commitments in London on the preceding day and in Cambridge on the evening of Monday, 23rd September. Therefore, it is too early for me to be able to tell you definitely whether I myself shall be able to come. However, I am of course passing copies of your letter to both my sisters in the hope that both, or at least one of them, will be able to accept.
My sisters are
Mrs Irene Newton-John, 22 Pentlands Court, Pentlands Place, Cambridge, and
Mrs Margaret Pryce, 103 High Street, Weston, Bath, Somerset.
Please let me express again our appreciation and gratitude of your kind invitation. I know that all my family will wish to maintain its connection with the fine School in Pyrmont which bears the name of our much-loved father.
With best wishes and kindest regards,
Yours sincerely,
G. V. R. Born
c.c. Mrs Newton-John
Mrs Pryce
[Handschriftlicher Zusatz]:
Bitte entschuldigen Sie, daß ich auf Englisch geantwortet habe, aber meine Sekretärin schreibt nicht deutsch.
G. B.
Der Oberstadtdirektor der Stadt Bonn
An das
Kollegium der Max-Born-Realschule
328 Bad Pyrmont
Sehr verehrte Damen, sehr verehrte Herren!
Ihre freundliche Einladung zum 25-jährigen Bestehen der Max-Born-Realschule hat mich sehr erfreut. Ich danke Ihnen, daß Sie mich eingeladen haben, und ich würde bestimmt kommen, wenn ich nicht bis einschl. 22. September mit meiner Frau im Ausland auf Urlaub wäre und bereits fest gebucht habe.
So bleibt mir nur der Dank für das Gedenken und die Erinnerung an die Zeit vor 25 Jahren, wo ich die ersten Lehrkräfte für die damalige Mittelschule andernorts abgeworben, nach Pyrmont geholt und dann von ihrem großartigen Einsatz für die Schule beeindruckt wurde. Mit ihnen und der kleinen Schar wackerer Mitstreiter im Rat haben wir dann den Bau der Mittelschule durchgesetzt. Die Erlangung eines Staatszuschusses von 250.000 DM für den Bau der Schule – heute ein geringer Betrag, damals aber außergewöhnlich – war mein erster größerer finanzieller Verhandlungserfolg in meiner nunmehr 26-jährigen kommunalen Laufbahn und ist deshalb in meiner Erinnerung ebenso wie die gute Zusammenarbeit mit den damaligen Stadtverordneten Mogk und Ringe, die sich um den Bau Ihrer Schule verdient gemacht haben, in bleibender Erinnerung.
Ihnen allen, besonders aber den "Gründungsveteranen" der ersten Jahre recht herzliche Grüße,
in alter Verbundenheit
Ihr
(Dr. Hesse)
Bonn, den 9. August 1974
25 Jahre Realschule in Bad Pyrmont
Wenn eine Schule auf 25 Jahre ihres Bestehens zurückblickt, so ist dies im Vergleich mit anderen, traditionsreichen Schulen sicherlich nur eine kurze Zeitspanne. Wenn man aber bedenkt, welche Entwicklung die Pyrmonter Realschule aus kleinsten Anfängen mit 3 Klassen, in denen ca. 150 Schüler von 4 hauptamtlichen Lehrkräften und 1 Teilkraft unterrichtet wurden, zu nunmehr 22 Klassen mit 672 Schülern und 23 hauptamtlichen und 9 nebenberuflichen Lehrkräften genommen hat, dann ist dies wohl ein Grund zu einer Jubiläumsfeier.
Bis 1949 besaß das damalige Stadtgebiet im allgemeinbildenden Schulwesen drei Volksschulen mit achtjähriger Schulzeit und ein Gymnasium als einzige weiterführende Schule. Viele Eltern, die eine über das Volksschulniveau hinausgehende Bildung ihrer Kinder erstrebten, aber doch nicht das Abitur und ein daran anschließendes Universitätsstudium planten, empfanden es als Lücke, daß in Bad Pyrmont eine Schule fehlte, die zur sogenannten mittleren Reife führte. Besonders die Eltern, die damals noch nicht wie heute ein Studium ihrer Töchter für unbedingt erforderlich hielten, forderten, da auch das früher für die Mädchenbildung übliche Lyzeum nicht vorhanden war, eine Mittelschule. Daher überwogen in den ersten Jahren auch zahlenmäßig die Mädchen.
So ging die Initiative zur Gründung der Mittelschule von den Pyrmonter Eltern aus. Das Hauptverdienst gebührt dem Kaufmann Paul Meyer, der Elternschaft, Rat und Verwaltung der Stadt für diesen Gedanken mobilisierte. Der damalige Stadtdirektor Dr. Hesse (heute Oberstadtdirektor von Bonn) griff die Idee freudig auf, und der inzwischen verstorbene Bürgermeister Drinkuth beantragte die Gründung der Schule im Rat. Wenn man die Zeitverhältnisse betrachtet – die Währungsreform war erst vor einem halben Jahr erfolgt, Bad Pyrmont war von Evakuierten aus den Großstädten, Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Osten überfüllt, und die politische Zukunft lag ungewiß im Dunkel –, so zeugt es von Mut und Weitblick, daß der Rat der Stadt am 7. Januar 1949 beschloß, die Genehmigung zur Errichtung einer Mittelschule beim Kultusminister zu beantragen. Es mutet heute, da man sich oft mit schleppenden Behördenentscheidungen abfinden muß, fast als ein Wunder an, wie schnell der Antrag in Hannover bearbeitet wurde. Bereits am 15. Februar 1949 genehmigte der Kultusminister die Errichtung einer 6-stufigen Mittelschule im Aufbau.
In Bad Pyrmont hatte man gut vorgearbeitet; denn schon 1948 waren der Holzhäuser Volksschule 2 Förderklassen (5. u. 6. Kl.) angegliedert worden, die von dem als Schulleiter vorgesehenen Mittelschullehrer Fritz Dohrmann, bis dahin in Aerzen, und dem Pyrmonter Lehrer Johann Schumacher nach Mittelschullehrplan unterrichtet wurden. Von den 72 neu angemeldeten Schülern konnten 54 nach bestandenem Probeunterricht 1949 in die Klasse 5 der Mittelschule übernommen werden, so daß jetzt über 150 Schüler vorhanden waren.
Hierzu waren neben den Herren Dohrmann und Schumacher (heute beide im Ruhestande) 2 weitere Lehrkräfte erforderlich. Unter 196 Bewerbern – damals gab es noch keinen Lehrermangel – wählte der Rat der Stadt den Mittelschullehrer (heute Realschul-Konrektor a. D.) Heinrich Spieß aus Bückeburg und die Mittelschullehrerin Elisabeth Spieß aus Braunschweig, die heute noch an der Schule tätig ist. Am 2. Mai 1949 empfingen Herr Dohrmann als Rektor und die 3 anderen Lehrkräfte vom Bürgermeister ihre Anstellungsurkunden; denn damals waren die Mittelschullehrer noch städtische Beamte. Hinzu kam als nebenamtliche Lehrkraft für den Mädchensport die Turnlehrerin des Gymnasiums, Fräulein Gerlinde Reins.
Am gleichen Tage konnte der Unterricht beginnen. Eigentlich hätte das Jubiläum der Schule also schon am 2. Mai ds. Js. gefeiert werden müssen. Aus technischen Gründen ist es auf den 21. September verschoben worden.
Untergebracht wurden die 3 Klassen über der Turnhalle des Gymnasiums, in der auch der Turnunterricht erteilt wurde, während der Musikunterricht in dem jetzt abgerissenen Jugendheim stattfand; auch ein kleines Lehrerzimmer war vorhanden.
Von der Elternschaft wurde der Initiator der Mittelschule, Herr Paul Meyer, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Auch in dem später gegründeten Elternverein war er lange Jahre 1. Vorsitzender. Nach ihm übten die Herren Franz-Joseph von Kohnle-Mickwitz, Hans Wenghoffer, Heinz Radtke, Heinz Brinker und Heinrich Knauer diese Ämter aus. Sie alle haben das schulische Leben sehr gefördert und wesentlich dazu beigetragen, daß zwischen Elternschaft und Lehrerschaft stets ein vertrauensvolles Verhältnis bestand.
Für das 2. Schuljahr 1950-51 wurden ca. 100 Schüler neu aufgenommen, so daß jetzt schon 2 Anfangsklassen eingerichtet werden mußten. Da auch in den folgenden Jahren der Andrang zur Mittelschule groß war, jedes Jahr 100 und mehr Schüler aufgenommen wurden, wuchs die Schule bis 1954 auf 12 Klassen an und war jetzt auf allen Stufen zweizügig mit insgesamt 474 Schülern und 14 planmäßigen Lehrstellen. Ich muß aus Platzmangel leider darauf verzichten, alle Lehrkräfte namentlich aufzuführen, die bisher an der Schule tätig gewesen sind bzw. noch sind. Ihnen allen gebührt Dank für ihren Einsatz bei dem Aufbau und der späteren guten Entwicklung der Schule. An anderer Stelle dieser Festschrift ist eine Übersicht über sämtliche Lehrkräfte gegeben.
Das schnelle Anwachsen der Schülerzahl und der Klassen hatte eine zunehmende Schulraumnot zur Folge. Schon im 2. Schuljahr mußten ein 4. Klassenraum im Turnhallenflügel und ein behelfsmäßig eingerichteter Unterrichtsraum im früheren Wirtschaftsamt der Stadt, Rathausstr. 1, zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutete, daß Lehrer und Schüler in den Pausen zwischen Gymnasium und Rathausstraße hin- und herpendeln mußten. Rat und Verwaltung der Stadt hatten aber rechtzeitig geplant und ein Grundstück zwischen Gymnasium und Volksschule I für ein eigenes Gebäude der Mittelschule angekauft. Schon am 14. Juni 1950 konnte der erste Spatenstich erfolgen, und am 30. November des gleichen Jahres wurde das Richtfest gefeiert.
Am 11. Oktober wurde das Gebäude festlich eingeweiht. Bei der offiziellen Feier in der ebenfalls neben dem Schultrakt neuerbauten Aula hielt als Vertreter des Kultusministers der damalige Ministerialrat Dr. Rönnebeck die Festrede. Ein besonderes musikalisches Ereignis war die Uraufführung der Ouvertüre „Non scholae, sed vitae" des damals 16-jährigen Pyrmonter Komponisten Peter Ronnefeld, die er speziell für die Einweihung der Mittelschule geschrieben hatte; gespielt wurde sie unter seiner Leitung vom Kurorchester Traversa-Schoener. Es schloß sich ein Elternabend an, bei dem von den Schülern auf der Aulabühne in einzelnen Szenen ein Streifzug durch die Geschichte der Pädagogik dargeboten wurde. In dem neuen Schulgebäude waren zuerst auch einige Klassen der evangelischen Volksschule untergebracht, bis diese durch einen Anbau an ihrem eigenen Schulhaus entlastet wurde.
Im Herbst 1952 trat ein Wechsel in der Schulleitung ein. Herr Dohrmann wurde zum Stadtschulrat von Gelsenkirchen-Buer berufen. Da die Rektorstelle nicht so schnell wieder besetzt werden konnte, wurde Frau Grelle, die bereits im Oktober 1951 zur Mittelschul-Konrektorin ernannt worden war, mit der provisorischen Leitung der Schule beauftragt.
In diese Zeit des Interregnums fällt die erste und einzige Abschlußprüfung an unserer Mittelschule. Unter dem Vorsitz von Herrn Regierungsdirektor Günther und Herrn Schulrat Dr. Blumenthal wurden die Schüler der 10. Klasse in allen wichtigen Fächern am 10. und 11. März geprüft. Alle 30 bestanden. Ostern 1953 übernahm Herr Günther Mühlbradt, bisher Mittelschul-Rektor in Albersdorf (Holstein), der unter etwa 70 Bewerbern vom Rat der Stadt gewählt worden war, die Leitung der Schule.
Das wichtigste Ereignis in der Entwicklung der Mittelschule war in diesem Schuljahr die vom Kollegium gewünschte und von der Stadt beantragte staatliche Anerkennung der Schule. Zu diesem Zweck fand vom 16. bis 18. September 53 eine umfassende Unterrichtsbesichtigung durch eine Kommission statt, der Regierungsdirektor Günther als Vorsitzender, Regierungsrat Taube, Schulrat Dr. Blumenthal und Mittelschulrektor Rodis aus Hameln angehörten. Alle Klassen und sämtliche Lehrkräfte wurden in allen Unterrichtsfächern visitiert. Auf einstimmigen Beschluß der Kommission wurde der Mittelschule Bad Pyrmont vom Niedersächsischen Kultusministerium die staatliche Anerkennung mit Wirkung vom 1. 1. 1954 zugesprochen. Es ist meines Wissens die einzige Mittelschule in Niedersachsen, die schon nach nur einer Abschlußprüfung der 10. Klasse und einer allgemeinen Unterrichtsbesichtigung die staatliche Anerkennung bekommen hat.
Mit dem eigenen Schulgebäude und dieser staatlichen Anerkennung waren der äußere und der innere Aufbau der Mittelschule abgeschlossen.
Die weitere Geschichte der Schule kann ich aus Platzmangel nur kurz streifen. Am 1. Januar 55 verließ die bisherige Konrektorin, Frau Grelle, unsere Schule, da sie als Schulrätin nach Soltau berufen worden war. Ihr Nachfolger wurde am 1. November 55 der Unterzeichnete.
Am 10. 1. 1959 wurde die neue Turnhalle an der Oesdorfer Straße eingeweiht, die jetzt neben der ev. und der kath. Volksschule von der Mittelschule benutzt werden konnte.
1959 konnte die Mittelschule auf 10 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Sie feierte dieses Jubiläum am 25. und 26. April unter dem Motto „Kinder bei der Arbeit - Arbeiten unserer Kinder". Etwa 1000 Gäste konnten an diesen beiden Tagen der „offenen Tür" Einblick in das Schulleben nehmen.
Schon lange hatte Herr Mühlbradt ein Schullandheim geplant. Er wurde darin besonders tatkräftig von Herrn Kohnle unterstützt. Am 3. September 1959 konnte das Landheim in Veckerhagen feierlich eingeweiht werden.
Wegen der weiter angestiegenen Schüler- und Klassenzahl mußte das Schulgebäude erweitert werden. Außerdem fehlten noch Fachräume. Der Anbau im Süden des Klassenflügels wurde am 21. Juni 1963 eingeweiht. Er umfaßt zwei Klassen-, zwei Gruppenräume, ein Büchereizimmer, im Kellergeschoß einen 100 qm großen Zeichensaal.
Wie schon vorher in den anderen Bundesländern wurde Ostern 1965 auch in Niedersachsen für die Mittelschulen der Name „Realschule" eingeführt, eine Bezeichnung, die dem Wesen dieser Schulart mehr entspricht.
1967 suchte der Rat für die Schulen der Stadt nach Namen, die an berühmte Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft erinnern sollten. Auf Vorschlag des Kollegiums wurde der weltweit geachtete Physiker und Nobelpreisträger Prof. Max Born, der seinen Lebensabend in Bad Pyrmont verbrachte, zum Namenspatron für die Realschule auserwählt. Seit dem 1. 12. 1967 heißt unsere Schule Max-Born-Realschule. Herr Mühlbradt würdigt in einem besonderen Aufsatz dieser Festschrift die Persönlichkeit Max Borns.
Mit dem Ende des Schuljahres 1969/70 schied nach Vollendung seines 65. Lebensjahres Konrektor Heinrich Spieß aus dem Schuldienst aus und wurde am 11. 6. 70 in der Aula während einer Feierstunde von Schulrat Dr. Blumenthal verabschiedet. Sein Nachfolger wurde der Realschullehrer Heinrich Jago, der seit 1956 an der Schule tätig ist. Schon 2 Jahre später trat auch Rektor Mühlbradt vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Am 30. 5. 72 wurde er von den Vertretern der Stadt im Rathaus verabschiedet.
Da ein Nachfolger nicht gewählt worden war, übernahm Realschul-Konrektor Jago die kommissarische Leitung. Das Interregnum dauerte diesmal fast ein ganzes Jahr. Erst am 1. April 1973 konnte Realschulrektor Karl-Heinz Niemeyer, bisher Realschullehrer in Hameln, die Leitung der Schule übernehmen.
In diesem Jahre wurde das Schulgebäude im Westen durch einen Sonderklassentrakt erweitert, der am 6. 10. 73 eingeweiht wurde. Er wird gemeinsam von der Realschule und der Herderschule benutzt und enthält neben einigen Klassenzimmern in erster Linie Fachräume für Physik, Chemie, Werken und Handarbeit.
Möge der Max-Born-Realschule auch in Zukunft eine positive Entwicklung zum Wohle der Pyrmonter Jugend beschieden sein.
Heinrich Spieß
Liebe Ehemalige!
Nicht nur unsere Realschule feiert heute ihr Jubiläum, sondern auch unser schönes Schullandheim am Reinhardswald in Veckerhagen (heute Reinhardshagen 1). Es wurde nämlich am 3. September 1959 eingeweiht und besteht also jetzt 15 Jahre, Grund genug, eine kurze Rückschau zu halten. Zunächst einige Zahlen:
Bis zum heutigen Jubiläumstag wurde das Heim von insgesamt 366 Klassen und Gruppen aus Bad Pyrmont, Marl, Berlin, Bremen, Hamburg und vielen anderen Orten aus nah und fern besucht. 12 200 Schülerinnen und Schüler, unter denen Sie sich sicher auch befanden, erfüllten das Haus und seine Umgebung mit munterem Treiben. 3 262 Tage war das Heim belegt, die Gesamtzahl der Übernachtungen erreichte die stolze Zahl von 105 952.
Das 10jährige Jubiläum wurde 1969 im Heim feierlich begangen. Zahlreiche Gäste aus Bad Pyrmont, Marl und Veckerhagen waren erschienen, der Schulchor sang, und viele Reden wurden gehalten. Der damalige Vorsitzende des Elternvereins, Herr von Kohnle, gab das Ergebnis einer Spendenaktion bekannt. 1600 DM hatte die Elternschaft unserer Schule und 800 DM die Realschule Marl gespendet, und als Geburtstagsgeschenk wurde dafür ein Tonfilmprojektor für das Heim angeschafft.
Im Hause gab es auch einige Veränderungen. Der Geräteraum wurde ebenso wie die Küche auf das Doppelte vergrößert, und zur Freude der Küchendienste konnte sogar eine Geschirrspülmaschine angeschafft werden. Die Holzbetten waren den Belastungen nicht mehr gewachsen, sie wurden gegen stabilere Eisenbetten ausgetauscht. Schade eigentlich um die kunstvollen Malereien, Inschriften und Initialen auf den Brettern, die Kunde gaben von dem Fleiß und Einfallsreichtum der Bettenbenutzer!
Im Heimgelände ist auch manches anders geworden. Aus den kleinen Sträuchern und Bäumen sind stattliche Exemplare herangewachsen und haben das Heim in ein Dornröschenschloß verwandelt. Der weite Blick ins Wesertal und über das Dorf bis zum Bramwald ist durch Häuser verdeckt, dafür steht jetzt in der unmittelbaren Nähe unseres Geländes ein geheiztes Freibad, das von den Klassen häufig besucht wird.
Von unseren hilfreichen Köchinnen finden Sie nur noch Frau Osenbrügge vor. Frau Becker verließ uns vor Jahren für immer, und ihre Nachfolgerin, Frau Szeltner, mußte Ende vorigen Jahres ausscheiden. An ihre Stelle trat Frau Lampe, die durch ihr leckeres Essen schon viele Freunde gewonnen hat.
Unser Hausmeister, Herr Becker, betreut nach wie vor das Heim und seine Einrichtungen. Nur eines hat sich nicht verändert: der schöne Reinhardswald mit seinen Wanderwegen und geheimnisvollen Jägerpfaden, und immer noch bekommt man, wenn man leise ist, den Rothirsch und das Wildschwein zu sehen.
Der Elternverein unserer Schule kann stolz sein auf unser Schullandheim am Hopfenberg, und wir wollen hoffen, daß es noch lange Zeit jungen Menschen zur Verfügung steht.
Wie wäre es, wenn Sie uns mit Ihren Angehörigen am Sonntag, dem 22. Sept., im Schullandheim besuchen würden? Eine zünftige Erbsensuppe mit Bockwurst und die nötigen Getränke stehen für Sie bereit. Dann können Sie mit Ihren Klassenkameraden alte Erinnerungen auffrischen, und ich erfahre vielleicht bei der Gelegenheit, was zu Ihrer Zeit unbemerkt für Lehrerohren und Lehreraugen alles geschah.
In alter Frische
Ihr W. Henke
Namen aller Lehrer, die bis heute an unserer Schule unterrichtet haben:
• Fritz Dohrmann, Mittelschulrektor (1948) 1949–1952
• Johann Schumacher (1948) 1949–1958
• Heinrich Spieß, Mittel- bzw. Realschulkonrektor 1949–1970, seit 1955 Konrektor
• Elisabeth Spieß seit 1949
• Gerlinde Reins 1949–1953
• Irene Vangerow verw. Kühn 1950–1952
• Dr. Fritz Struck 1950–1953
• Joachim Reuß 1950–1952
• Eduard Kreglinger 1949–1958
• Amely Grelle, Mittelschulkonrektorin 1951–1955
• Wolfgang Henke seit 1951
• Charlotte Wiegand seit 1951
• Hanne Grelle 1951
• Lisbeth Teschendorf 1951–1952
• Wilhelm Kuhlbrodt 1952–1966
• Helmut Bruß seit 1952
• Rosemarie Steffens seit 1952
• Dr. Hermann Seifert † 1952–1954
• Karl Heinz Heyen 1952–1956
• Helga Thilo seit 1952
• Wilhelm Hoffmann seit 1952
• Günter Mühlbradt, Mittel- bzw. Realschulrektor 1953–1972
• Fritz Zesin † 1953–1967
• Karlhorst Watermann † 1953–1968
• Fritz Fedders 1954–1962
• Walter Munske seit 1954
• Luise Eggers 1955–1956
• Claire du Roi † 1955
• Fritz Pfennig, Volksschulrektor i. R. 1956
• Thea Becker 1956–1961
• Dorothea Riechert 1956–1962
• Liselotte Scheffler seit 1956
• Heinrich Jago, Realschulkonrektor seit 1956, seit 1970 Konrektor
• Margot Jäger 1957–1958
• Karin Bruns 1958
• Bernd Schelp seit 1958
• Johann Netik seit 1958
• Luise Rößer 1961, 1965–1974
• Hermann Wrede 1962–1969
• Normann Skodlerrak seit 1963
• Erika Eberts 1965–1966
• Elke Hänning 1965
• Wolfram Krüger 1965–1969
• Wilfried Kühne seit 1967
• Roswitha Steinwender seit 1966
• Joachim Ernst 1966–1967
• Ute Henkelmann 1967–1969
• Klaus Dorn seit 1968
• Joachim Koltzenburg seit 1969
• Ingrid Hausmann geb. Eck 1969–1973
• Heike Dorn seit 1969
• Gert-J. Busch seit 1969
• Gerrit Bernhard geb. Wabnik 1970–1974
• Rudolf Löblich 1970–1973
• Peter Körner seit 1972
• Hansjochen Rathmann seit 1972
• Rosemarie Farke seit 1973
• Karl-Heinz Niemeyer, Realschulrektor seit 1973
• Johann Fakesch seit 1973
• Brigitte Pflugradt seit 1973
• Friedhelm Guternacht seit 1974
• Horstmar Kirchner seit 1973
• Karl-Heinz Gerstenberger 1973
• Ernst Kroh seit 1974
• Brigitte Ochs seit 1974
• Joachim Thiel seit 1974
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