Bad Pyrmont - Brunnenstraße 16 und 16A

Das repräsentative Fachwerkhaus am Ende der Brunnenstraße, Richtung Oesdorf, wurde 1668 vom Pyrmonter Amtmann Heinrich Ortgies erbaut. Das zweigeschossige Gebäude diente über Jahrhunderte als Unterkunft für namhafte Kurgäste: unter anderem für den hannoverschen Kurfürsten und späteren englischen König Georg I. sowie in den Jahren 1744 und 1746 für den preußischen König Friedrich II., den „Alten Fritz“.
Später wurde das Haus auch unter diesem Namen bekannt, als Christian Holborn ab 1895 die Pension „Richters Pension“ führte. Damals reichte das Gartengelände der Brunnenstraße bis zur Rathausstraße – eine parkähnliche Anlage mit weiteren Logierhäusern und gesellschaftlichen Treffpunkten.
Von einem dieser Häuser handelt der folgende Abschnitt. Der sommerliche Kuraufenthalt in Pyrmont war beliebt, und die Brunnenstraße entwickelte sich früh zur Straße der Hotels und Pensionen für anspruchsvolle Gäste. Eine besondere Rolle spielte der Brunnenarzt Dr. Johann Philipp Seip, der 1720 zu den Mitbegründern der Aktienstadt Pyrmont gehörte. Ihm gehörte das stattliche Haus Brunnenstraße 3, das für seine prominenten Badegäste oft zu klein war. Nach den Erfahrungen mit Zar Peter dem Großen erwarb Seip das Gelände Brunnenstraße 16, auf dem sich neben dem großen Fachwerkhaus auch ein kleineres Gartenhaus befand.
Die bekannte Fotografie zeigt die Rückseite dieses Hauses mit Blick auf den Garten Richtung Rathausstraße. In diesem Gartenhaus wohnte Friedrich II. während seiner Aufenthalte 1744 und 1746 – zurückgezogen, mit Zeit für seine Amtsgeschäfte und für seine private Leidenschaft, das Flötenspiel. [1]
Das Gartenhaus selbst existiert nicht mehr. Ein Großteil des früheren Gartens wurde beim Bau der Dana‑Seniorenresidenz Brunnenkolonnaden überbaut.
Referenz
- ↑ Nach einem Artikel von Dr. Dieter Alfter am 25. November 2013 in den Pyrmonter Nachrichten