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Pyrmont- Die Helenenquelle um 1900

Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont
Version vom 21. Oktober 2026, 20:53 Uhr von FrankSchlutter (Diskussion | Beiträge)
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Stellt euch vor: Es ist Punkt 6:00 Uhr morgens, die Luft ist frisch, und ihr müsst bis zum Abend fünf Liter Heilwasser trinken... 😅

Genau so sah oft der Therapieplan der Kurgäste in Bad Pyrmont um das Jahr 1900 aus. Die Kurärzte waren damals der Meinung: Je mehr Pyrmonter Wasser getrunken wurde, desto besser die Heilung. Also hieß es früh aufstehen, um das Pensum zu schaffen und auf geht's zur Quelle!

Vorder- und Rückseite der Ansichtskarte Helenenquelle

Diese alte Ansichtskarte zeigt die Helenenquelle am Beginn der damaligen Bassinallee (heute Am Hylligen Born). Der Fotograf stand damals ungefähr dort, wo man heute in die Fürstenklinik geht.

Und... was hat haben die ersten Sätze mit der Helenenquelle zu tun?

Damit der Liter-Marathon am Morgen nicht ganz so trocken ausfiel, gab es bereits um diese Zeit Musik eines Kurorchesters. Bad Pyrmont leistete sich damals gleich zwei Kurorchester! Das erste spielte schon ab 06:00 Uhr morgens direkt an der Helenenquelle, um den Gästen den Start in den Tag zu versüßen. Das zweite Orchester war dann für den Nachmittag und Abend auf der Hauptallee oder der Terrasse des Kurhotels zuständig.

Der Tagesablauf für den Kurlauber sah also wie folgt aus:

06:00 – 08:00 Uhr: Wassertrinken an der Helenenquelle
ab 09:00 Uhr: Frühstück auf der Hauptallee
12:00 – 13:00 Uhr: Mittagessen
15:00 – 16:00 Uhr: Sehen und gesehen werden auf der Hauptallee
Danach: Theater, Konzerte, Bälle oder ein Abstecher zum Glücksspiel.
... und sich zwischendurch spazierengehend immer weiter der Fünf-Liter-Marke nähern.

Ein kleines Detail für die Postkarten-Fans:

Die Karte ist ein richtiger Zeitzeuge des Jahres 1905! Damals stellte die Post das Postkarten-Layout um. Auf der Vorderseite ist noch der typische weiße Bereich für den eigentlichen Text frei gehalten. Auf der Rückseite sieht man aber schon die "neue" Aufteilung: Adresse rechts, Nachricht links – genau so, wie wir Karten bis heute schreiben. Die Karte entstand also genau in dieser Übergangszeit.

Fünf Liter schafft man heute wahrscheinlich nicht mehr ganz so leicht und das soll ja auch nicht so gesund sein 😉

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