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Aus Geschichtliches aus Bad Pyrmont

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  1. Geschichte und Chronik der Schule Holzhausen (Bad Pyrmont)
  2. von Hermann Müller — Herausgeber: Stadt Bad Pyrmont, 1. Auflage Frühjahr 2003
  3. OCR-Volltext des hochgeladenen PDFs (161 Seiten)

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  1. Geschichte und Chronik

der Schule Holzhaufen-Pyrmont

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von Hermann Müller

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  1. **Geschichte und Chronik

der Schule Holzhausen-Pyrmont**

von Hermann Müller

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    1. Impressum

Herausgeber: Stadt Bad Pyrmont

Gestaltung, Satz und Reproduktion: Kreativ-Werkstatt Margit und Manfred Klauder

Druck: Berufsförderungswerk Bad Pyrmont

1. Auflage: 1000 (Frühjar 2003)

Alle Rechte bleiben dem Herausgeber und dem Verfasser vorbehalten. Kopien und Auszüge sind nur mit deren ausdrücklicher Genehmigung gestattet.

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  1. Inhaltsübersicht

Zur Einführung --- 5 Die Anfänge --- 9 Das Hennebergprotokoll --- 10 Die Schulgebäude --- 19 Der regierende Fürst muß eingreifen --- 22 1873 bis 1890 --- 31 1890 bis 1900 --- 36 1900 bis 1914 --- 37 1915 bis 1927 --- 44 Denkschrift zum Neubau 1926 --- 53 1927 bis 1933 --- 57 Die Volksschule II 1933 bis 1945 --- 69 Ein Bild verursacht Aufregung und Ärger --- 82 Büchersäuberung in Holzhausen --- 86 Ausbruch des 2. Weltkrieges --- 90 1940 bis 1946 --- 94 Lazarettzeit und Ende des Krieges --- 99 Neuanfang nach den Krieg --- 103 Die Schule Holzhausen wird Grundschule --- 112 Die Schule im Spiegelbild von Biographien ihrer Lehrer --- 121 Die Schulaufsicht im Bereich Hameln-Pyrmont 1919 bis 2003 --- 139 Nachtrag und Anmerkungen --- 145 Schlußbetrachtung --- 154 Quellen und Literaturverzeichnis --- 157

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  1. Zur Einführung

Es begann damit, daß für ein Klassentreffen des im Kriegsjahr 1941 entlassenen Jahrgangs Bilder unserer damaligen Lehrer besorgt werden sollten. Ich hatte diese Aufgabe übernommen und bekam mit Hilfe meiner Schwester Margarete Kampka bald Kontakt zu allen Töchtern und Söhnen bzw. überlebenden Ehefrauen unserer ehemaligen Lehrer.

Bald trafen Briefe mit Bildern aus allen Himmelsrichtungen bei mir in Barnstorf ein. Die Briefe der Tochter des Konrektors Holzmann, Frau Pastorin a.D. Johanna Hirschfelder nehmen fast einen Ordner für sich ein in der inzwischen immer umfangreicher gewordenen Materialsammlung. Es schließen sich an: die Tochter von Lehrer Stoewer, Frau Ursula Sonnemann, Lehrer Glauners Sohn Hermann Wolfgang, der Sohn des Rektors Grimm, Adolf, die Witwe des letzten Rektors bis 1945, Frau Maria Hachmeister, die Tochter von Herrn Brauß, Ilse Kaese und etliche andere mehr. Verwendbares Material und in Interviews mitgeteilte Berichte erhielt ich besonders von Frau Anna Baaß, die bis 1926 Schülerin in Holzhausen war und von anderen Holzhäusern.

Inzwischen war in Übereinkunft mit meinem ehemaligen Schulkollegen und Freund Heinrich Rostmann bei mir der Plan gereift, für die von ihm und Herrn Hermann Trost auf Wunsch der Stadt Bad Pyrmont zu verfassende Dorfgeschichte Holzhausens den Teil über die Geschichte der Schule zu schreiben. Dadurch ergab sich die Notwendigkeit, auch Archivmaterialien auszuwerten. Meine Einführung in diese Art, längst vergessene geschichtliche Tatsachen aufzuspüren, übernahm dankenswerterweise mein Lehrerkollege hier im Kreise Diepholz, Otto Bach, der mir auch mit Literatur und vielen nützlichen Hinweisen sehr hilfreich war.

Mit verwertbar waren auch meine Erfahrungen, die ich bei der Abfassung der Geschichte der von mir zwei Jahrzehnte geleiteten Haupt- und Realschule mit Orientierungsstufe in Barnstorf gemacht habe.

Die neun Bände der im Hauptstaatsarchiv Hannover lagernden Holzhäuser Schulakten und die entsprechenden Akten im Archiv der Evangelischen Kirche in Hannover konnte ich noch selbst dort durcharbeiten, dann war ich durch die fortschreitende Krankheit meiner Frau an ausgedehnten Reisen gehindert. Der leider bereits verstorbene Heimatforscher Heinrich Jonas aus Eichenborn und Heinrich Rostmann besorgten mir Kopien bzw. Photos der wichtigen Akten zu den Vorfällen von 1705 und 1832 aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg. Dank der Spezialkenntnisse von H.Jonas, alte Handschriften betreffend, konnte z.B. die Hennebergakte in lesbare, moderne Schrift übersetzt werden.

Das Kirchenarchiv in Oesdorf und dort besonders die Kirchenbücher aus den vergangenen drei Jahrhunderten wurden mir mit Hilfe von Herrn Aloys Langer zugänglich. Er hat sehr aufschlußreiche personenbezogene Querverbindungen entdeckt, die in die Schulgeschichte mit eingearbeitet wurden.

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Durch die Mithilfe des jetzigen Rektors der Grundschule Holzhausen, Herrn Lutz Otto, war ein besonders für die NS-Zeit aufschlußreicher Aktenfund möglich: In den während der Lazarettzeit entstandenen provisorischen Altaktenablagerungen fanden sich die Originalprotokolle der Lehrerkonferenzen aus den Jahren 1923 - 1945. Besonders sie gaben wertvolle Aufschlüsse über das Thema: „Eine Schule während der NS-Zeit“. Herr Kollege Otto hat darüber hinaus für die vorliegende Arbeit sehr wertvolle Beiträge und ergänzende Hilfe geleistet. Auch Herr Karl Frye, der ehemalige Hausmeister, hat wertvolle Hinweise gegeben.

Als die erste Niederschrift der Schulgeschichte fertiggestellt war, sandte ich an alle oben genannten Personen und zusätzlich noch an Herrn Heinz Schlutter, den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Bad Pyrmont, ihren jetzigen Archivleiter, Herrn Zastrow und die Holzhäuser Kollegin Karola Beneke, die noch als Lina Meihost meine Schulkollegin gewesen ist, sogenannte Korrekturexemplare. Die kamen nach angemessener Zeit mit wichtigen Korrekturen und ergänzenden Hinweisen zurück, die bewirkten, daß manche Teile des Textes erheblich erweitert, andere korrigiert und manches auch gestrichen wurde. Im gewissen Sinne ist die vorliegende Arbeit das Ergebnis von Teamwork. Mit sehr herzlichem Dank an alle hier Beteiligten möchte ich auf diese Tatsache hinweisen.

Die Arbeit ist in vier Teile gegliedert: Im ersten Teil wird die Geschichte der Schule von ihren Anfängen bis 1923 erläuternd dargestellt. Hier überwiegt die beschreibende Interpretation der Quellen. Im zweiten Teil, 1923 bis 1933 folgt die Darstellung in vielen Textabschnitten dem Chronikstil der Originalquellen. Ergänzende Erklärungen sind überall dort eingeschoben, wo es das Verständnis nach Meinung des Verfassers erfordert. Bedingt durch diesen Mischstil wurde der Titel „Geschichte und Chronik“ gewählt. Der dritte Teil 1933 bis 1945 folgt im Stil dem zweiten. Die Hinweise sind aus Verständnisgründen hier umfangreicher und auch noch im Anhang mit genaueren Anmerkungen versehen, die beweisen und verdeutlichen sollen.

Die Zeit von 1945 bis 2000 ist als vierter Abschnitt unter besonderer Mithilfe von Lutz Otto dargestellt worden. Darin waren insbesondere die erheblichen strukturellen Veränderungen der Schule Holzhausen, die Wandlung von der Volks- und Hauptschule zur Grundschule nachzuzeichnen.

Im Anhang befinden sich Lehrerbiographien und eine Kurzdarstellung aus der Geschichte der Schulaufsicht. Sie sollen in besonderer Weise bei ehemaligen Schülerinnen und Schülern Erinnerungen an ihre Schulzeit wecken bzw. gewonnene Eindrücke und Erkenntnisse durch Bereitstellung von Hintergrundwissen vertiefen.

Die hier verfaßte Schulgeschichte ist zweifellos nicht ganz frei von belehrenden Absichten. Dem interessierten Leser sollen betont Einsichten in die Irrungen und Besonderheiten der Zeit von 1933-45 gegeben werden. Dieser Absicht sollen auch die ausgewählten Anlagen am Schluß dienen.

Möge er daraus Schlüsse für unser aller Zukunft ziehen.

  • Barnstorf, im März 2003*
  • Hermann Müller*

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  1. Fürstentum Pyrmont 1836

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Bearbeitet vom Fürstlich Waldeckschen Lieutnant G. Mansard

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  1. Holzhausen 1857

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    1. Die Anfänge

Die bisherigen Nachforschungen in Pyrmont-Oesdorf und in den Hauptstaatsarchiven Hannover und Marburg haben ergeben, daß mindestens in dem Jahrzehnt von 1650 - 1660 in Holzhausen Schule gehalten wurde. Unbeweisbar ist bisher, ob ein bei der Verteidigung des Schlosses 1630 genannter Schulmeister Christoffele Wagener in Holzhausen Kinder „informieret“ hat. Sehr wahrscheinlich ist ein Wagener, der im März 1674 die Anna Adelheit Beermann zu Oesdorf heiratete, sein Sohn. Das erste 1657 beginnende Oesdorfer Kirchenbuch nennt leider keinen Ort und auch keinen Beruf.

Es ist sehr unwahrscheinlich, daß bereits vor dem dreißigjährigen Krieg eine „deutsche Schule“ für das niedere Volk in Holzhausen bestanden haben könnte.

Die bisher erste sichere Spur von Schule in Holzhausen befindet sich im Sterberegister der Kirche zu Oesdorf.

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    1. Blatt Anno 1699

No.6 Jörg Steinmeyer, der Schulmeister zu Holzhausen, den 19ten Februar gestorben und den 21. eiusdem begraben aet 70 Jahr (Phtisicus)

Geb.1629

(Ein Schwindsüchtiger)

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    1. Blatt Anno 1704

No.57 Johan Georg Steinmeyer, Viduus, Schulmeister zu Holzhausen den 8. Nov. gestorben und den 10. eiusdem begraben. aet 63 Jahre. Geb.1641

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Jürgen oder Jörg Steinmeyer heiratete am 2.9.1666 eine Lisabeth Müsel. Er wird der ältere Bruder des Georg Steinmeyer gewesen sein. Der hatte sieben Kinder, von denen aber 5 bald nach der Geburt starben. Seine Tochter, Anne Kathrin, heiratete 1690 mit 19 Jahren einen Johann Begemann. Über die Schulverhältnisse zu der Zeit verraten die Oesdorfer Kirchenbücher leider nichts.

Allerdings ist im Ein- und Ausgabenbuch des Jahres 1664/65 vermerkt, daß ein Jürgen Steinmeyer einen Reichstaler Strafe zahlen mußte, weil „er den Juden daselbst für einen Dieb gehalten.“

Wahrscheinlich haben die Steinmeyers, sicherlich wohl die ersten Lehrer in Holzhausen nach dem 30jährigen Krieg, die Schüler in ihrem eigenen Hause, nämlich dort, wo die Gastwirtschaft Vietmeyer gestanden hat, unterrichtet. In den folgenden ca. 150 Jahren wurde, wie auch in den meisten Nachbargemeinden, Schule in irgendeinem zur Verfügung gestellten Raum in verschiedenen Häusern abgehalten. Das war zumeist nicht die gute Stube. Es konnte die Webkammer oder auch ein anderer Raum sein, der ebenfalls noch anderweitig genutzt wurde. Die Chroniken berichten von unvorstellbaren Zuständen in manchen dieser sogenannten „Schulstuben“.

    1. Das Hennebergprotokoll

Nach dem Tode des letzten Lehrers Steinmeyer wurden die Holzhäuser Kinder vom Oesdorfer Kantor Knorr „informiert“. Vielleicht mußten sie sogar nach Oesdorf, was natürlich anstrengend und zeitaufwendig war. Jedenfalls hielt der Gemeindevorstand Ausschau nach einem Schulmeister, der nur in Holzhausen amtierte.

Im April 1705 stellten sie den aus Osterode am Harz stammenden Schneider Andreas Jakob Henneberg ein. Da der umherwandernde Schneider in Holzhausen noch kein eigenes Haus besitzen konnte, dürfte das ein Beweis dafür sein, daß auch er in einem Haus einen Raum benutzte, den man ihm zur Verfügung gestellt hatte. Dieses Haus muß im Oberdorf, im Bereich Wohrtdrift-Kapellengasse gelegen haben; übrigens dem ältesten Ortsteil Holzhausens. Hennebergs Anstellung geschah hastig, ohne Beachtung der vorgeschriebenen Regeln. Dabei versprach ihm der Dorfvorsteher den Bau eines Schulhauses.

Mit Henneberg ereignete sich in Holzhausen der erste „Schulzwischenfall“. Als er nämlich drei Wochen Schule gehalten hatte, schickten plötzlich alle Eltern ihre Kinder, 40 - 50 an der Zahl, nicht mehr zur Information. Ein Grund für den aus Wesel stammenden Oberamtmann von Wüllen, im Beisein des für die Schulaufsicht zuständigen Oesdorfer Pastors Magister Johann Phillipp Seipp auf

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Antrag des betroffenen Henneberg ein Verhör aller Eltern und sonst Beteiligten durchzuführen.

Zunächst einmal stellten die beiden aus den ihnen gerüchteweise zugetragenen Anschuldigungen einen Fragenkatalog auf. Sie wollten in einer streng protokollierten Befragung erforschen, ob folgendes der Wahrheit entsprach:

☐ Hast du deine Kinder aus der Schule genommen und warum? ☐ War der Henneberg im Lande Sachsen, wo es nur verkehrte Lehren gibt? (Gemeint ist hier der auch bis Pyrmont vorgedrungene Pietismus. Der das Verhör mitführende Seipp vertrat ihn ebenfalls in milder Form.) ☐ Wurde Henneberg nicht durch den von der Herrschaft eingesetzten Magister Seipp persönlich in sein Amt eingeführt? ☐ Hat er sich viel mit dem Waisenhaus befaßt, und wurde er in der Kirche mit dem Schuster Peter, einem Quäker, gesehen, was besagt, daß Henneberg selber einer ist? ☐ Hat er mit den Kindern eine andere Art zu Lehren vorgenommen, und läßt er die Buchstaben anders nennen und zudem noch die Kinder nicht mehr einzeln zum Aufsagen nach vorne kommen. ☐ War vor einigen Jahren hier in Pyrmont ein rotköpfiger Wanderprediger, der hier zweimal nacheinander gepredigt hat, den man aber in Wolfenbüttel davonjagte? Ist dieser Mann des Schulmeisters Vater? ☐ Hat er am letzten Ostertage auf dem Wege zur Kirche die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und so laut geschrien, daß es bis in den Wald schallte? ☐ Wird gedacht, weil in der Bibel geschrieben steht, in den letzten Tagen würden falsche Propheten aufstehen, müsse dafür Sorge getragen werden, daß den Kindern nichts Verkehrtes beigebracht würde? Für was für einen Mann hält man den neuen Schulmeister in der Gemeinde?

Dann mußten alle Eltern und Verantwortlichen der Gemeinde vor die Untersuchungskommission kommen und die obigen Fragen beantworten. Als erster antwortete der Dorfrichter, er sei nicht genau informiert, habe alles nur vom Hörensagen erfahren und halte Henneberg für einen guten, ehrlichen, frommen Mann und hätte nichts Böses an Ihm auszusetzen. So und ähnlich lauteten auch die Antworten der anderen Verhörten. Dann mußten nach dem Richter antreten: Johann Harmen Steinmeyer, der Vorsteher Stats Stuckenbrock, Jost Müller, Friedrich Groten Frau, Loch Kohlmeyers Frau und Bernd Stuckenbrocks Frau. Dabei kam heraus, daß alle diese Behauptungen letztlich vom Oesdorfer Organisten Knorre ausgingen. Frau Knorre hatte nämlich die im Oberdorf wohnenden Schüler: Richter, Vietmeyer (Vollmeyer Nr.1), den gegenüber wohnenden Kohlmey-

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er (Vollmeyer Nr.2) und Schulze vorgefordert und sie nach Henneberg befragt, weil sie „so nahe bei ihm“ in Holzhausen wohnten. Dabei hatte sie den Kindern fast alle später aufgetauchten Vorwürfe suggeriert. Diese, im Protokoll bereits Verleumdungen genannten Redereien, lassen sich damit erklären, daß Knorre dem Henneberg das bisher an ihn bezahlte Pro-Kopf-Schulgeld für die Holzhäuser Kinder neidete.

Die im Mai geführte Untersuchung hatte für Henneberg wohl keine Folgen gehabt, denn bereits am 27. Juli 1705 heiratete er eine Anna Christina Platzer aus Wolffe.

Das im Hauptstaatsarchiv in Marburg verwahrte, handschriftlich überlieferte Protokoll (Best.123/1705) gibt einige schulgeschichtlich interessante Hinweise auf die damaligen Verhältnisse. Einmal bezeugt es, daß damals die Lehrer an einer Schule für das niedere Volk keine Ausbildung brauchten. Der erste im 1751 von dem hannoverschen Tuchhändler Böttcher in Hannover gegründeten Schullehrer-Seminar ausgebildete Lehrer Heetel wurde von Pastor Winterfeld 1819 in Hagen in sein Amt eingeführt.

In allen Dörfern gehörte zunächst nur das Memorieren des Katechismus nicht jedoch das Schreiben und Rechnen zum Pensum der Information. Dafür waren zumeist nicht die dafür ausgebildeten Personen zu finden, da Küster und Kantoren nur im Kirchendorf unterrichteten.

Der jeweils örtliche Pastor war gehalten, etwaige Bewerber vor der versammelten Gemeinde bzw. dem Schulvorstand zu prüfen. Das beste Beispiel für eine solche „Prüfung“ in einem pommerschen Dorf findet sich in dem Buch „Über die Geschichte des Volksschullehrerstandes“ von Konrad Fischer. Zur Kenntnisnahme sei hier ein Abdruck mit eingefügt.

Zum anderen gibt das Protokoll auch noch auf andere Probleme dessen, was sich damals Unterricht nannte, interessante Hinweise.

Da wird die Tatsache der falschen Buchstabenbenennung gegen Henneberg ins Feld geführt. Damals wurde nur das Lesen gelehrt und das nach der schon von Luther eingeführten Buchstabiermethode. Das heißt, es wurde beim Buchstabieren jeder Selbst- und Mitlaut hergesagt. der Anfang der Bibel hörte sich dann so an: a em a en ef a en ge we a er..usw. Dagegen wandten sich bereits im 16.Jahrhundert die Vertreter der Lautiermethode. Als dann Eltern am Klassenraum vorbeigingen, aus dessen Fenstern nicht das ihnen eingedrillte er be ix usw. tönte, sondern u w b ch, da, so vermeldet die Schulgeschichte, ist es vorgekommen, daß sie zum Pastor rannten und den Lehrer als vom Teufel besessen anzeigten. Es darf angenommen werden, daß Henneberg bereits die Lautiermethode benutzte, die damals besonders von den aus Sachsen stammenden Schulreformern empfohlen wurde.

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    1. Lehrer werden im Jahre 1729

Nachdem auf geschehenes töliches Ableben des bisherigen Schulmeisters sich nur fünf Liebhaber gemeldet, so wurde zuvörderst vom Pastor loci in einer Beistunde nach Matth. 18, 19–20 die Gemeinde zu herzlicher Erbitung göttlicher Gnade zu diesem wichtigen Geschäfte erinnert, sodann in der Kirche vor Augen und Ohren der ganzen Gemeinde die Singprobe mit denen Bewerbern fürgenommen und nach deren Endigung dieselben im Pfarrhaus von Endesunterschriebenen Personen noch weiter auf folgende Art und Weise tentiret:

1) Martin Ott, Schuster allhier, 30 Jahre des Lebens alt, hat in der Kirche gesungen:

a) Christ lag in Todesbanden etc.; b) Jesus meine Zuversicht etc.; c) Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig etc.

Hat aber noch viel Melodie zu lernen, auch könnte seine Stimme besser sein. Gelesen hat er Genesis 10, 26 bis aus, buchstabirte V. 16 bis 29. Das Lesen war angehend, im Buchstabiren machte er zwei Fehler. Dreierlei Handschrift hat er gelesen – mittelmäßig; drei Fragen aus dem Verstand beantwortet – recht; aus dem Catechismo de sc. coena und die 54. Frage recitiret ohne Fehler; drei Reihen dictando geschrieben – vier Fehler; des Rechnens ist er durchaus unerfahren.

2) Jacob Maehl, Weber aus D., hat die Fünfzig hinter sich, hat gesungen:

a) O Mensch, beweine dein etc.; b) Zeuch ein zu deinen Thoren etc.; c) Wer nur den lieben Gott läßt etc.

Doch Melodie ging ab in viele andere Lieder; Stimme sollte stärker sein, quekte mehrmalen, so doch nicht sein muß. Gelesen Josua 19, 1–7 mit 10 Lesefehlern; buchstabirte Josua 18, 23–26 ohne Fehler. Dreierlei Handschriften gelesen – schwach und mit Stocken; drei Fragen aus dem Verstand, hierin gab er Satisfaction. Aus dem Catech. den Decalog und die 41. Frage recitiret ohne Fehler; dictando drei Reihen geschrieben – fünf Fehler; des Rechnens auch nicht kundig.

3) Philipp Hopp, Schneider aus

G., schon ein alt gebrechlicher Mann von 60 Jahren, sollte lieber zu Haus geblieben sein, als sich dies vermessen.

Hat gesungen:

a) Ein Lämmlein geht etc.; b) Mitten wir im Leben etc.

Stimme wie ein blökend Kalb, auch öfter Malen in unrechte Lieder verfallen. Gelesen Josua 19, 7–13 – gar jämmerlich; buchstabirte 18, 22–23 mit viel Anstoßen, das große T ein Stein des Anlaufens, kam

Catech. bemerkte man, daß er sothanen Stücken noch nicht im exercitio stehet. Dictando drei Reihen geschrieben – ging an, was Buchstaben betrifft, doch zehn Fehler! Des Rechnens nur im Addiren erfahren.

5) Friedrich Loth, ein Unterofficier aus Schl., so im Hochedlen von Grumkow'schen Regiment den Feldzug gegen die Schweden gemacht und allort ein Bein verloren, 45 Jahre des Lebens alt, hat gesungen:

a) Christ lag in Todesbanden etc.; b) Allein Gott in der Höh' sei Ehr' etc.

gut, starke Stimme, doch fehlt die Melodie im Ganzen, fiel einmal in ein ander Lied. Dreierlei Handschriften fertig gelesen. Gelesen und buchstabiret Genesis 10, 13–18, ging ziemlich; Catech. – wohl inne. Vier Fragen aus dem Verstand – ziemlich. Dictando drei Reihen, doch mit acht Fehlern; Rechnen – Addiren und bißchen Subtrahiren inne.

Es wurde nun einmütig davon gehalten, daß Jakob Maehl wohl der kapabelste, allein da derselbe fremd und ohne Vermögen, haben etliche Anwesenden dem Pastori angelegen, daß er zu einem bekannten Manne incliniren wolle, ob sie schon wissen, daß er die größte Mühe mit ihm haben werde, ihn zu informieren, er sei gar nicht so schlecht und erbötig, Informationen anzunehmen; item sei seine Aufführung bekannt und gut, wogegen den andern, namentlich dem Kesselflicker, nicht zu trauen, sintemalen er viel durch die Lande streiche, dagegen der Kriegsknecht wohl die Fuchtel gegen die armen Kindlein zu stark zu gebrauchen in Verdacht zu nehmen sei, was denen mitleidigen Müttern derselben doch sehr in's Herz stechen und wehe thun könnte; auch sei zwischen rohen Soldaten und solchen Würmlein doch ein Unterschied zu setzen. Pastor ließ nun notiren und wurde Maehl einstimmig erwählet.

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endlich rüber. Drei Fragen aus dem Verstand – blieb fest sitzen. Dreierlei Handschriften gelesen, schon im Anfang gesagt, daß er des nicht erfahren sei. Dictando nur drei Wörter geschrieben – mit Mühe zu lesen. Rechnen ganz unbekannt, er zählte an den Fingern wie ein klein Kind. Wurde ihm gemeldet, daß er thöricht gehandelt habe, sich zu melden, was er auch mit Thränen und Seufzen bekannt.

4) Johann Schütt, ein Kesselflicker von allhier, hat 50 Jahre des Lebens auf Erden gewandelt, und hat gesungen:

a) O Ewigkeit, du Donnerwort etc.; b) Eins ist Noth etc.; c) Liebster Jesu, wir sind hier etc. mit ziemlichem applausu. Gelesen und buchstabiret Genesis 10, 13–18, auch nicht uneben. Beim

(aus: Konrad Fischer: Geschichte des deutschen Volksschullehrestandes, Bd. I, Hannover 1892, S. 238–241)

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Es wird im Protokoll ebenfalls erwähnt, Henneberg lasse die Kinder nicht einzeln, nacheinander nach vorne zum Abhören vorkommen. Dabei kann es sich nur um das Memorieren der Katechismusfragen gehandelt haben.

Die Landesherren hatten in ihren teilweise bereits zur Zeit der Reformation herausgegebenen Kirchenordnungen befohlen, daß die Geistlichen dem Volke den Katechismus aufs Einfältigste auszulegen hätten. Diese Aufgabe war indes meistens nicht lösbar, weil sie mit dem Gottesdienst und anderen geistlichen Verrichtungen völlig ausgelastet waren. Deshalb übernahmen die Küster oder Opfermänner diese Aufgabe. Als die auch nicht mehr ausreichten, konnte praktisch jedermann sich für das Informieren melden. Man blicke auf das oben angeführte Beispiel einer Prüfung und die Umstände, unter denen die Holzhäuser an ihren hergelaufenen Schneider kamen! Die deutsche Schule für das niedere Volk war entstanden.

Für Schulen wurde bereits 1550 der lutherische Katechismus durch Joachim Mörlins „Enchiridion“ in Einzelfragen und Antworten auseinandergelegt, denen sich dann die sogenannten Haustafeln anschlossen. Üblich war in der Anfangszeit, daß der Lehrer die Fragen stellte und die jeweils nach vorne gekommenen Schüler die vorgegebenen Antworten runtersagten. Dagegen verlangten die aus Sachsen stammenden Philantropen, die Schüler dürften nicht nur verständnislos memorieren, sondern der Lehrer müsse ein Verständnis für den Sinn der Texte erwecken. Henneberg scheint auch hier „moderne Wege“ beschritten zu haben.

Um ein Beispiel für die damalige Katechisiermethode zu geben, wird ein Auszug aus dem von 1689 bis 1870 gedruckten Katechismus von Soetefleisch eingefügt. Er fand damals wegen seiner Einfachheit und Klarheit sehr weite Verbreitung. Andere Fragenkatechismen waren mit Gelehrsamkeit und dem ganzen Ballast kirchlicher Lehre belastet und deshalb für Landschulen unbrauchbar. Leider gibt es in den Akten keine Hinweise auf in Holzhausen benutzte Schulbücher. In der Chronik der Schule Gellersen hingegen wird auf einen Streit in Katechismusfragen hingewiesen.

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Damit dem bisher bei der Ausfertigung dieses kleinen Katechismi verspürten Mangel der sonst dazu mitgehörigen Haus-Tafel ab- geholfen, und jedermann also zu der ihm in seinem Stande besonders obliegenden Pflicht, sowel in Schulen als Kirchen, desto besser ange- wiesen würde, hat man sie mit einigen darauf- gerichteten Fragen, wie sie D. Lütkemanns Anleitung zur Katechismus-Lehre an die Hand gegeben, zum gemeinen Nuts und Gebrauch nie beifügen wollen.

Stade, den 13. Febr. 1689.

EX BIBLIOTHECA REGIA ACADEM. GEORGIAE AUG. I. D. D. G. S.

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      1. Fragen und Antworten

aus

dem kleinen Katechismo Lutheri.

Sage mir an, liebes Kind, was bist du? Antwort.

Ich bin ein Christ.

Woher weißt du das? Antwort.

Daher, weil ich auf Christi Na- men getauft bin, an ihn gläube, und seiner Lehre beipflichte.

Weiches ist dann die christliche Lehre? Antwort.

Deren Auszug im Katechismo kurz verfaßtet.

Was ist der Katechismus? Antwort.

Es ist eine Art, die Hauptstücke der christlichen Lehre durch Fragen und Antworten den Kindern einzubilden. Wie viel sind Haupt-Stücke des heiligen Katechismi? Antwort.

Fünfe.

Wie heißen sie? Antwort.

Die Zehn Gebote.

Der christliche Glaube.

A 2

Das

      1. Fragen und Antworten

Das Vater Unser.

Das Sacrament der heiligen Taufe. Und das Sacrament des Altars.

Wie nenne man die zehn Gebote mehr? Antwort.

Das Gesetz Gottes.

Wie werden die zehn Gebote abgeheiletet? Antwort.

In zwei Tafeln.

Wovon handelt die erste Tafel? Antwort.

Wie sich der Mensch gegen Gott- verhalten soll.

Wovon handelt die andere Tafel? Antwort.

Wie sich der Mensch gegen seinen Rächsten verhalten soll.

Wie viel Gebote gehören zur ersten Tafel? Antwort.

Drei.

Wie viel Gebote gehören zur anderen Tafel? Antwort.

Die übrigen sieben.

Die erste Tafel.

1. Wie heißt das erste Gebot? Antwort.

Du sollst keine andere Götter haben neben mir.

Was

      1. aus dem kleinen Katechismo.

5

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

Was verdient Gott im ersten Gebot? Antwort.

Daß wir keine andere Götter haben sollen.

Was erfordert unser Herr Gott in diesem Gebot? Antwort.

Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

2. Sage her das andere Gebot.

Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht unnützlich führen.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lie- ben, daß wir bei seinem Namen nicht stuchen, schwören, zaubern, կն- gen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, lo- ben und danken.

Was verdient Gott im anderen Gebot? Antwort.

Daß wir bei seinem Namen nicht A 3 flu-

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Fragen und Antworten

fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen.

Was erfordert Gott im andern Gebot? Antwort.

Daß wir ihn in allen Nöthen an- rufen, beten, loben und danken.

3. Sage her das dritte Gebot.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lie- ben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern daß- selbe heilig halten, gerne hören und lernen.

Was verbent Gott im dritten Gebot? Antwort.

Daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten.

Was erfordert Gott im dritten Gebot? Antwort.

Daß wir Gottes Wort heilig hal- ten, gerne hören und lernen.

Die andere Tafel.

4. Sage her das vierte Gebot.

Du sollst deinen Vater und deine

aus dem kleinen Katechismo.

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deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe, und du lange lebest auf Erden.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzür- nen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten.

Was verbent Gott im vierten Gebot? Antwort.

Daß wir unsere Eltern und Her- ren nicht verachten noch erzürnen.

Was erfordert Gott im vierten Gebot? Antwort.

Daß wir unsere Eltern und Her- ren in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth halten.

5. Sage her das fünfte Gebot.

Du sollst nicht tödten.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lie- ben, daß wir unsern Nächsten an sei- nem

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Fragen und Antworten

nem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes-Nöthen.

Was verbent Gott im fünften Gebot? Antwort.

Daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun.

Was erfordert Gott im fünften Gebot? Antwort.

Daß wir unserm Nächsten helfen und fördern in allen Leibes-Nöthen.

6. Sage her das sechste Gebot.

Du sollst nicht ehebrechen.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lie- ben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher soll sein Gemahl lieben und ehren.

Was verbent Gott im sechsten Gebot? Antwort.

Fressen und Saufen, alle unken- sche Gedanken, Geberden, Worte und Werke.

aus dem kleinen Katechismo.

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Was erfordert Gott im sechsten Gebot? Antwort.

Daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jegli- cher soll sein Gemahl lieben und ehren.

7. Sage her das siebente Gebot.

Du sollst nicht siehlen.

Was ist das? Antwort.

Wir sollen Gott fürchten und lie- ben, daß wir unsern Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit fal- scher Waar oder Handel an uns brin- gen, sondern ihm sein Gut und Nah- rung helfen beffern und behüten.

Was verbent Gott im siebenten Gebot? Antwort.

Daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waar oder Handel an uns bringen.

Was erfordert Gott im siebenten Gebot? Antwort.

Daß wir unserm Nächsten sein Gut und Nahrung helfen beffern und behüten.

Was

A 5

8. Sa-

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  1. Rechnen 1784.

Ein Beispiel für eine Dreisatzaufgabe, bevor 1873 für ganz Deutschland die Mark zu 100 Pfennigen eingeführt wurde und die internationale Meterkonvention 1875 alle Maße und Gewichte nach dem metrischen System vereinheitlichte.

Ein besonders tüchtiger Lehrer bekam diese Aufgabe während einer Beförderungsrevision vom Pfarrer gestellt. (Aus Otto Bach, Schule auf dem Dorfe)

Die Beschreibung des Lösungsweges finden Sie auf Seite 18.

  1. Aufgabe:

Einer kauft 8 1/4 Pfund um 15 1/2 Taler. Wieviel kosten dann 2 Zentner 48 3/4 Pfund?

  1. Der Lehrer wußte:

1 Zentner hat 110 Pfund, 1 Thaler hat 36 Mariengroschen, 1 Mariengroschen hat 8 Pfennig.

Der Lehrer errechnete (richtig): 504 Thaler 33 Mariengroschen 2 2/11 Pfennig.

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  1. Lösungsweg zur Mathematikaufgabe

1. Aus der 1. gemischten Zahl wird eine Bruchzahl \(8\frac{1}{4} = \frac{33}{4}\) 2. Aus der 2. gemischten Zahl wird eineGPCe Zahl \(15\frac{1}{2}\cdot 2 = 31\) 3. Auch die 1. Zahl wird mit 2 multipliziert \(\frac{33}{4} \cdot 2 = \frac{66}{4}\) 4. Die Zentner werden in Viertelpfund umgewandelt

2 Zentner 48 3/4 Pfund = 880/4 + 192/4 + 3/4 = 1075/4

5. Daraus ergibt sich folgende Dreisatzaufgabe:

$$\frac{31 \cdot 4 \cdot 1075}{66 \cdot 4} = \frac{33325}{66} \text{ Thaler}$$

6. Das Ergebnis wird durch 66 geteilt \(33325:66 = 504\) Rest 61 7. Der Rest wird in Mariengroschen umgewandelt \(61\cdot 36 = 2196\) 8. Wieder wird durch 66 geteilt \(2196:66 = 33\) Rest 18 9. Der Rest wird in Pfennige umgewandelt \(18\cdot 8 = 144\) 10. Erneut wird durch 66 geteilt \(144:66 = 2\frac{2}{11}\)

Ergebnis: 504 Thaler 33 Mariengroschen 2 2/11 Pfennig.

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  1. Die Schulgebäude

Über eine Gemeindeschule in einem gesonderten Gebäude berichtet zuerst um 1753 das Holzhäuser Brandkataster. 1819 beanstandete der damalige Ortsschulinspektor Winterberg die Schulstube in Holzhausen als zu klein und dunkel. Wie das 2. Saalbuch von 1758 ausweist, handelte es sich um ein von der Gemeinde auf ihrem Grundstück erbautes Gebäude, das zwischen Conrad Friedrich Böger und Heinrich Bernd Steinmeyer gelegen war. Später wurde dieses Gebäude "Heetelschule" genannt. "Zu diesem Schulhaus gehörten ein Pflanzgarten hinter dem Hause, ohngefähr 1/8 Morgen und ein Kohlgarten in dem Meergrund zwischen dem Walde und Johann Heinrich Schlosmüller liegend 1/2 Morgen."

Die Gemeinde schaffte Abhilfe; und das geschah in der für den damaligen Gemeinderat sehr typischen Weise: 1854 verlangte die Waldecker Aufsichtsbehörde, das "Hohe Consistorium" in Mengeringhausen, erneut die Verbesserung der Schulverhältnisse in Holzhausen. Es sollte ein neues Schulhaus gebaut und endlich für die knapp 200 Kinder ein 2.Lehrer eingestellt werden. Am 29.August.1854 beschloß der Rat "nach sorgfältiger Prüfung" beides sei nicht möglich, da die Steuerkraft bereits anderweitig hinreichend in Anspruch genommen werde. Außerdem bedeute ein 2. Lehrer auch den Bau eines neuen Schullokals. Es könne bei dem einen guten Lehrer bleiben, der ja bereits jahrelang die gleiche Anzahl von Kindern unterrichtet habe. Daraufhin wurde die Aufsichtsbehörde deutlicher und zitierte den § 8 des Schulgesetzes von 1846, nach dem nicht mehr als 130 Kinder auf dauernd unter einem Lehrer vereinigt sein dürfen. Die Gemeinde antwortete mit Beschluß vom 12.September 1854 der § 8 sehe auch vor, daß ausnahmsweise ein "Schulgehülfe" angenommen werden könne, wenn zunächst die notwendigen Mittel noch nicht beschafft werden könnten. Es folgte wieder der Hinweis auf die langjährige, gute Erfahrung mit nur einem Lehrer bei gleichbleibender Schülerzahl.

Als Antwort darauf muß Waldeck wohl sehr eindeutig Druck ausgeübt haben; denn am 31.Oktober 1854 beschloß der Gemeinderat, ein neues Schulhaus zu bauen, damit bereits ab Michaelis 1857 der 2. Lehrer seinen Unterricht beginnen kann. Ferner ging es dann darum, das alte Schulhaus zu verkaufen, um Mittel für den Neubau zu gewinnen.

Dieses Gebäude (heute Schillerstraße 84) wurde 1858 vom Tischler Heetel, der aus Hagen zugezogen war, der Gemeinde abgekauft. Für diesen Erlös und 1500 Thaler Hypothek baute die Gemeinde 1858/59 nach dem Plan des Architekten Günter auf einem Grundstück an der Grießemer Straße ein neues Schulhaus mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen. Das Grundstück war dem Baron von Boemelburg abgekauft worden. Gebaut hat die Schule der Maurermeister Wienecke. Zu den beiden Lehrerwohnungen gehörten ein Grabegarten von 1242 qm Größe unmittelbar am Hause, ein Garten bei den Erdfällen von

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969 m, der sogenannte „Meergarten“ und eine Wiese am Haus von 1895 qm Größe. Dieser „Meergarten“ könnte auch schon zur „Heetelschule“ gehört haben.

Die Gemeinde hat die Schule zu dieser Zeit immer recht kurz gehalten. Reagiert wurde immer erst dann, wenn es keinen Ausweg mehr gab. Bezeichnend ist ein Vorgang von 1879. Die Gemeinde soll die Vermögensverhältnisse der Schule dem Konsistorium in Arolsen mitteilen. Daraufhin erfolgte im März 1879, von Bürgermeister Brinkmann und Beisitzer Heetel unterschrieben, die Erklärung, die Schule in Holzhausen besitze keinerlei Vermögen.

Da die Schülerzahl ständig anstieg, wurden 1886 von der Witwe des Tischlers Heetel nicht benötigte Räume des alten Schulgebäudes für zehn Jahre angemietet. Der bald nicht mehr zu verschiebende Erweiterungsbau im Norden des Gebäudes an der Grießemer Straße wurde von Baukommissär Riemenschneider geplant und zum 31.4.1896 von Maurer Carl Weber fertiggestellt. Der Bau war mit 20 450 Thalern veranschlagt worden. Bei der Einweihungsfeier am 31.4.1896 war auch Ihre Durchlaucht, Fürst Friedrich, zugegen. Bei Baubeginn wurde eine Urkunde in die Mauer unter die Eingangstür zu den Lehrerwohnungen eingelassen. Nach dem Weltkrieg fehlten wieder Klassenräume, deshalb wurden ab 1923 zwei Räume in der Ohmschen Zigarrenfabrik für jährlich 300 Mark gepachtet: Die sogenannte Pachtschule an der Hagener Straße, gegenüber Bauer Heinrich Stuckenbrock.

Die Zustände hier beschreibt ein Besichtigungsprotokoll der Regierung: „Die

beiden angemieteten Räume bestehen aus einem Fabriksaal, der durch eine Zwischenwand in zwei lange, schmale Zimmer geteilt ist. Unter den Zimmern befindet sich ein Raum, in dem Zementwaren usw. hergestellt und mit anderen Materialien aufbewahrt werden. Die beiden Schulzimmer genügen weder nach Größe noch nach Lichtmenge den Vorschriften. Die Kinder haben im ganzen nur 4 Aborte zur Verfügung, die auch von den Zementarbeitern benutzt werden. Der auch baupolizeilich zu beanstandende Ausgang des Hauses mündet direkt auf die Straße, auf der die Kinder sich während der Pausen aufhalten müssen.“

Erst durch den Neubau 1929 an der Kampstraße, der „Neuen Schule“, wurde die pädagogische Arbeit in Holzhausen bis 1945 nicht mehr durch Raumprobleme behindert. Im folgenden

wird, der Entwicklung entsprechend, Näheres über die bauliche Entwicklung zu berichten sein.

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Volksschule bis 1929

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Schulgebäude oder Örtlichkeiten, in denen in Holzhausen unterrichtet wurde und noch wird:

1. Bauernhütte, in der um ca. 1650 die Steinmeyers "informierten". 2. Hier muß ab 1705 Jakob Henneberg im Oberdorf gewirkt haben. 3. Die sogenannte 1753 bereits bestehende Heetelschule, in der bis 1859 unterrichtet wurde. 4. Das 1859 bezogene und 1896 erweiterte Schulgebäude an der Grießemer Straße. 5. Die Pachtschule an der Hagener Straße. 6. Der 1929 bezogene und heute noch benutzte Schulbau an der Kampstraße.

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  1. Der regierende Fürst muß eingreifen

Ab ca. 1780 war der in Holzhausen 1756 geborene Johann Friedrich Stuckenbrock Schulmeister. Sein Vater war Georg Stuckenbrock. Er stammte aus einer ureingesessenen Holzhäuser Familie. Eine Ausbildung als Lehrer wird er wohl auch noch nicht erhalten haben. Die Kirchenbücher vermelden seinen Tod am 26. Januar 1819.

Der nächste, bekannte Lehrer nach Georg Stuckenbrock war der Hauslehrer Johann Nikolaus Bock. Er wurde von Pastor Winterberg aus dem Waldeckschen als ein ihm bekannter, gebildeter und trefflicher Mann hergebeten und als 34Jähriger 1819 in die Holzhäuser Schulstelle eingewiesen. Er heiratete die Tochter seines Vorgängers Stuckenbrock, war also in die Dorfgemeinschaft verwandtschaftlich integriert. Leider starb er bereits am 5.7.1831 an Halsschwindsucht.

Pastor Winterberg berichtete nach Arolsen/Waldeck, Bock habe „das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt“, hinterlasse eine Witwe, und die Gemeinde wünsche den noch nicht examinierten Hilfslehrer Köster aus Löwensen als Nachfolger, da er versprochen habe, die Witwe Bock, geb. Stuckenbrock, die inzwischen vier Kinder habe, das älteste gerade 8 Jahre alt, zu heiraten und zu versorgen. Dieses „unterthänigst, gehorsamst und in größter Ehrfurcht“ vorgetragene wohlbegründete Begehren wurde auch von den beiden Räten des Oberjustizamtes der Emmer in Pyrmont, Severin und Curtze in einem Schreiben an das „Hohe Consistorium“ in Mengeringhausen unterstützt. Die Gemeinde hätte sonst die Frau und ihre Kinder aus der Armenkasse unterhalten müssen.

Consistorium und Regierung kümmerten sich jedoch in keiner Weise um die berechtigten Sorgen der Gemeinde Holzhausen und teilten als Antwort mit, daß die vakante Stelle mit dem Lehrer Daniel Meisner aus Hörle besetzt werde und Widerspruch nicht erwünscht sei. Für Holzhausen begann erneut ein Schulzwischenfall, der in seinen Einzelheiten einen guten Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit gibt.

Der besagte Lehrer in Hörle erhielt seine Einweisung in die Schulstelle Holzhausen im September 1831. Er antwortete:

  • "Zum Fürstlichen Waldeckschen Consistorium. Woher nehme ich Worte, um einem hochverehrlichen Colleg meine Dankbarkeit zu bezeugen. Ich habe nicht mehr als meine Schuldigkeit getan... Mit meinem Herzen voll Dankbarkeit nehme ich also höchstdero Geschenk an. Aber noch weit mehr wert ist mir die Zufriedenheit und das fast zu große Lob, womit Höchtsdieselben mich beehren; und noch hat Höchstdero Güte keine Grenzen. Eine wesentlich große Verbesserung*

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wird mir durch die Übertragung der Holzhäuser Schulstelle zu Theil. Auch hierfür meinen ganz untertänigsten Dank. Mein eifrigstes Bestreben gehe in meinem ganzen Leben dahin, so viel in meinen Kräften steht, Menschenwohl zu befördern und durch unermüdeten Fleiß das Wohlgefallen meiner so überaus gütigen Herren zu erwerben.

Hörle, den 27. Sept. 1831

ganz unterthänigst Daniel Meisner”

Daniel Meisner machte sich auf die Reise nach Holzhausen, um seine neue Schulstelle zu inspizieren. Die Holzhäuser wiesen ihn als unerwünschten Eindringling zurück, ließen ihn vor den Türen stehen, bedrohten und beschimpften ihn. Von der Schulstelle ließen sie ihm nur noch die 27 Pfg. Schulgeld pro Jahr und Kind. Alle Ländereien trennte die Gemeinde von der Schulstelle ab. Daraufhin wollte Meisner lieber in Hörle bleiben. Hier Passagen aus seinen Ablehnungsschreiben an das “Hohe Consistorium”: ...

Ob ich nun gleich die hohe Gnade, welche mir ein hochverehrliches Colleg hat angedeihen lassen, dankbar, ja gewiß sehr dankbar erkenne, so sehe ich dagegen doch auch schon aus dem Betragen dieser (Holzhäuser) eher zügellosen Menschen, welche Obrigkeit und Gesetze nicht respektieren, daß ich ein recht unglücklicher Mensch werden würde, wenn Höchstdieselben auch durch strenge Maßregeln, durch Gewalt, mich vorstellen lassen wollten...

In einem weiteren Schreiben Meisners heißt es:

“...Ich höre von so vielen und habe mich auch selbst überzeugt, daß die Menschen in Holzhausen sehr roh sind, von denen man nur immerwährend Verdruß und Ärger zu erwarten hat. Wodurch ich gewiß gehindert würde, meine Pflichten treu zu erfüllen. Auch sehe ich nach eingezogener Erkundigung wohl ein, daß ich mich nicht sehr verbessere...”

Kurzum, Meisner möchte untertänigst die Stelle nicht antreten.

Trotz des Hinweises auf das für die Witwe Bock und ihre vier Kinder noch nicht abgelaufene Gnadenhalbjahr durch den Oesdorfer Pastor Winterberg, wurde vom Arolser Consistorium am 15. Oktober 1831 die feierliche Einsetzung Meisners in sein Amt in Holzhausen zum schnellstmöglichen Termin anbefohlen. Die Amtshandlung konnte jedoch nicht stattfinden, da Meisner nicht in Holzhausen erschienen war.

Obwohl die Holzhäuser nicht direkt die geplante Einsetzung verhinderten, kam es zu einem Briefwechsel zwischen der Waldecker Regierung und der Gemeinde, bei dem die Holzhäuser wiederum wegen der Witwenalimentierung devot um die Einsetzung Kösters baten und die Regierung in Arolsen als Antwort

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Lehrer Meisner aus Hörle möchte nicht mehr zu den Holzhäusern.

Er hat sich selbst davon überzeugt: „... daß die Menschen in Holzhausen sehr roh sind, von denen man nur immerwährend Verdruß und Ärger zu erwarten hat. Wodurch ich gewiß gehindert würde, meine Pflichten treu zu erfüllen ...“

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lediglich strikten Gehorsam einforderte. Dabei drohte sie damit, den 1802 geborenen Lehrer Meisner durch Militär in sein Amt einsetzen zu lassen.

Im Januar 1832 spitzte sich die Situation immer mehr zu. Da griff Fürst Georg Heinrich persönlich ein und ließ am Sonntag, dem 1. Januar eine Botschaft an die „aufsässige“ Gemeinde Holzhausen verfassen, in der ihr die Gnade und Huld Ihrer Fürstlichen Durchlaucht versprochen wird, wenn sie der Einsetzung des Meisner zustimme. Diese Botschaft traf am Dienstag, dem 3. Januar, spät abends in Pyrmont ein. Erst am Abend des nächsten Tages, da die Holzhäuser tagsüber in ihrer Landwirtschaft arbeiten mußten, versammelte der Justizrat Severin vom Oberjustizamt der Emmer die Gemeindevorsteher und verlas ihnen das von Fürst Georg Heinrich gnädig gewährte Friedensangebot. Vorstand und Gemeinde stimmten vorbehaltlos zu, und der Bericht hierüber ging wie gefordert durch Expreßboten an die Regierung nach Arolsen ab.

Parallel zu diesen Vorgängen in Holzhausen geschah seitens der Hof- und Regierungsräte in Arolsen, die um ihren maßgeblichen Einfluß und besonders ihr Ansehen fürchteten, die Vorbereitung der militärischen Exekution. Das vorgesehene Commando sollte bestehen aus:

1 Capitain (Hauptmann) 1 Oberleutnant 8 Unterleutnants 6 Unteroffizieren 2 Tambours 1 Hornisten und 100 Gemeinen

Dem zum Commando gehörenden Oberleutnant von Braunbach wurden vom Regierungsrat Klopp sehr genaue Verhaltensregeln für die Aktion in Holzhausen mit auf den Weg gegeben:

1. Alle für den Unterhalt der Offiziere und Mannschaften notwendigen Materialien sollten durch das Justizpersonal in Holzhausen requiriert werden. 2. Sollte die Widersetzlichkeit der Gemeinde Holzhausen nur in einem Auflauf bestehen, so solle man, nachdem die Aufforderung durch das Justizpersonal, auseinanderzugehen, nicht befolgt werde, die Menschen nötigenfalls mit dem Gewehrkolben auseinandertreiben und nach Hause jagen. 3. Sollte die Widersetzlichkeit jedoch in Tätlichkeit übergehen und die Mahnung der Beamten wieder nichts nutzen, so solle von den Bajonetten Gebrauch gemacht werden. Das möge aber sehr vorsichtig geschehen. Wichtig sei, die Anführer dingfest zu machen. 4. Sollten die Tätlichkeiten der Holzhäuser aber das Leben der Soldaten bedrohen und diese die Flucht ergreifen wollen, was sehr untunlich sei, dann dürfe

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auf die Anführer geschossen werden, wenn vorher eine Warnung nicht beachtet und ebenfalls vorher ohne Reaktion die Gewehre vor den Augen der Anwesenden scharf geladen wurden.

Am Donnerstag, dem 5. Januar 1832 setzte sich das Militär-Commando frühmorgens in etwa der oben beschriebenen Zusammensetzung in Marsch.

Der Fürstl. Rat im Oberjustizamt der Emmer, Severin, verstand nicht richtig, als ihn am frühen Abend des 6. Januar 1832 ein Bote des Hauptmanns Müller erreichte und mitteilte, das Militärkommando stehe bereits in Lügde, und das Amt möge dafür Sorge tragen, daß Richter und Vorstände der Gemeinde Holzhausen sofort friedlich versammelt werden, um die Befehle der Regierung Ihrer Fürstlichen Durchlaucht zu vernehmen.

Severin wies zwar daraufhin, daß der Fall doch erledigt sei und niemand mehr ein Commando erwarte, mußte sich aber sofort nach Holzhausen begeben und den Richter und die Gemeindevorstände zusammenrufen.

Die Holzhäuser hatten aber bereits von dem im Anmarsch befindlichen Kommando gehört, und es versammelte sich noch vor Severins Ankunft fast die gesamte Dorfbevölkerung vor einem Wirtshaus (Sorgenfrei?). Bald trafen die Soldaten ein. Das Oberjustizamt berichtete nach Arolsen, man habe unter großem Erstaunen die Soldaten fast freundlich begrüßt und ihnen anstandslos Quartier gewährt. Außerdem wurde an dem Abend für den nächsten Tag, also Freitag, dem 7. Januar für 3 Uhr nachmittags die Einweisung des mit den Soldaten gekommenen Lehrers Meisner durch den Kircheninspektor Pastor Winterberg vereinbart und durchgeführt. Severin berichtete darüber noch abends nach Arolsen:

  • „Nachdem die nötige Aufforderung an die Vorstände der Gemeinde ergangen war, begaben wir uns ... mit dem Herrn Kircheninspektor in die Holzhäuser Schule, wo sämtliche Vorstände, viele Einwohner und die Schulkinder versammelt waren. Die Einführung geschah mit großer Ruhe und Ordnung, und die Gemeindemitglieder bezeugten dem neuen Schullehrer durch Darreichung ihrer Hände ihre Zufriedenheit.“*

Bei der Gelegenheit wurde den Holzhäusern mitgeteilt, daß sie zur Deckung aller mit dem Kommando verbundenen Kosten 200 Reichstaler beim Oberjustizamt zu deponieren hätten. Bevor dieses Geld nicht einbezahlt worden sei, käme ein Abzug der Soldaten nicht in Frage. Der Gemeinde blieb nichts anderes übrig, als sich dieses Geld zu leihen und zu deponieren. Darauf zogen die Soldaten am Dienstag, dem 10. Januar wieder ab und erreichten nach zwei Tagesmärschen bei Kälte und Eisregen wieder Arolsen.

Nun begann ein zeitraubender Kampf um die Erstattung der, wie die Holzhäuser nicht zu Unrecht meinten, völlig unsinnig entstandenen Kosten.

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[{"box_2d": [69, 65, 925, 899], "label": "text", "caption": "Dafür die Kosten des Militärkommandos\nvom 6. bis 10. Januar 1832\n\nDafür die Kosten des Militärkommandos\nvom 6. bis 10. Januar 1832\n\nI. Manifest\n\na. Laien Rittmanf. 1st. Z. V. a. für 1. Längst in a 3. of 12 1/2 . 6. 24.\nb. \" 3. Lieutenant a 2. of . 12.\nc. \" 109 Mann a 1/2 . 21. 8.\n\nd. Laien Rittmanf. 1st. Z. V. a. auf 2. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .\n\nII. Lösung:\n\nSie ist ab 1st. pro 1st. 6th & 11th. Januar 1832, also\nauf 3. Längst in 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st. 1st.\n\na. für 3. Sergeant a 2. 1/2 . 1st. 3. V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .\nb. \" 3. Corporal a 1. 1/2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .\nc. \" 3. Vanden a 1. 1/2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .\nd. \" 100 Mann a 1. 1/2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113.\n\nIII. Längst\n\nDa Kommando ist bei der 1st. 1st. Januar 1832\nam 1st. und 11st. Januar ist Längst in natura gefaßt,\nist also Z. V. in V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V.\n\nd. \" 109 Mann am 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V.\n\nd. \" 109 Mann am 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V.\n\nd. \" 109 Mann am 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V.\n\nd. \" 109 Mann am 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V.\n\nd. \" 109 Mann am 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. 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Die Geheimen Justizräte in Arolsen rieten, die Kosten nicht zu erstatten, da sonst die Regierung erheblich an Ansehen verliere. Als dann, wahrscheinlich mit dem Pyrmonter Oberjustizrat Severin als Ratgeber im Rücken, die Holzhäuser sehr geschickt und juristisch gut beraten darum baten, man möge ihnen doch eine Instanz eröffnen, rieten die Hof- und Regierungsräte, den Fall numehr dilatorisch zu behandeln d.h. ihn zeitgewinnend vor sich her zu schieben. Der Gemeinde hätte sich sonst die Möglichkeit geboten, alle Akten einzusehen, um ihren Fall dem Hofgericht in Korbach zu unterbreiten, mit der Aussicht, daß er schließlich vor das Oberappellationsgericht in Wolfenbüttel hätte geraten können.

Hofgericht

sich Oberjustizrat Severin

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Vor allen Dingen wollten die Holzhäuser auch den ihnen bisher noch immer vorenthaltenen genauen Stand der Kosten des Militärkommandos wissen. Den bekamen sie schließlich mitgeteilt. Es handelte sich um 85 Taler, 28 Groschen Marschgeld, 113 Taler Löhnung und 12 Taler, 11 Groschen Brotgeld. Insgesamt also 211 Taler, 6 Groschen.

Diese bisherige Entwicklung des Falles war für die Gemeinde Holzhausen verständlicherweise sehr unbefriedigend. Man muß wissen, daß nach der damaligen Finanzverfassung des Fürstentums die Gemeinde keinerlei eigene Steuereinnahmen hatte. Es sei denn, sie erhob Zuschläge auf die zu entrichtenden Staatssteuern. Das aber verhinderten die finanzkräftigen und deshalb steuerfähigen, zumeist landwirtschaftlich orientierten Gemeindemitglieder. Sie waren auch diejenigen, die den entscheidenden politischen Einfluß hatten. Ein aus Rücklagen gebildetes Vermögen konnte also nicht gebildet werden. Aus diesem Grunde mußte sich die Gemeinde im Januar 1832 das erpresserisch verlangte Geld leihen.

Als der Fürst Georg Heinrich im Juli 1833 in Pyrmont weilte, wurden die Holzhäuser Gemeindevorstände Engel und Weinberg bei ihm vorstellig. Sie betonten dabei besonders die Tatsache, daß sie für das geliehene Geld hohe Zinsen zu zahlen hätten und man möge ihnen jetzt die Akten ausliefern und den Weg zur Klage mit Hilfe eventuell einer auswärtigen juristischen Fakultät freigeben.

Am 13. Juli 1833 endlich regelte Fürst Georg Heinrich, der bisher den Dingen seinen Lauf gelassen hatte, von Pyrmont aus die leidige Angelegenheit. Er machte einerseits seinen Räten die mangelhafte Rechtsposition der Regierung deutlich und wies andererseits das Oberjustizamt der Emmer an, der Gemeinde die 200 Reichstaler „Gut Geld“ zurückzuzahlen. Natürlich durften dabei Fürst und Regierung keinerlei Schuld zugeben und nicht das Gesicht verlieren. Im entscheidenden amtlichen Schreiben heißt es deshalb:

„...Die Gemeinde Holzhausen hat bei uns vorgestellt, daß sie diejenigen 200 Th., welche sie zur Deckung der Kosten für das ihr zugelegte Executions Commando lt. Protokoll vom 9. Jan. 1832 bei dem Oberjustizamt der Emmer deponiert, habe erborgt und fortwährend verzinsen müssen. Um den Zinsenlauf zu hemmen, haben wir dem Gesuch der Gemeinde Holzhausen um einstweilige Zurückgabe jener Gelder unter der Bedingung deferiert, wenn dieselbe sich verbindlich macht, solche auf erfolgende Aufforderung sofort und ohne jede Widerrede zu restituieren, und gaben unserem Oberjustizamt der Emmer gnädigst auf, hiernach das Weitere zu verfügen.

Pyrmont, den 10. Juli 1833

Georg Heinrich“

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Damit war für die Gemeinde Holzhausen dieser Fall erledigt. Der Fürst mußte allerdings noch mit dem Einwand der „Landschaftlichen Kammer“ zu Waldeck fertig werden, die Verfügung über eine so hohe Summe Geldes sei ohne ihre Mitwirkung nicht verfassungsgemäß gewesen. Auch sollte von dem Holzhäuser Louis Couppé, gegen den wegen „... eines vor mehreren Jahren statt gehabten Unfugs in Holzhausen...“ zunächst eine Gefängnisstrafe verhängt wurde, nunmehr ein Strafgeld von 13 Groschen und 12 Pfennigen eingetrieben werden.

Fürst Georg Wilhelm veranlaßt auch in diesen Fällen eine dilatorische Verfahrensweise. Auf gut Deutsch: Es wurde alles auf die lange Bank geschoben und erledigte sich dort von selber. Heute würde man das „aussitzen“ nennen.

Pastor Winterberg, der zwischen der Regierung in Waldeck und der Gemeinde in Holzhausen nervlich schier zerrieben wurde, bat am 27.1.1832 um seine Versetzung an irgendeinen anderen Ort, da er inzwischen kränklich geworden sei. Das fürstlich-waldecksche Konsistorium wollte seinem Wunsch entsprechen, jedoch, Winterberg starb kurz darauf, im Februar 1832.

Der junge Heinrich Köster (1806 - 1884), Sohn des Lehrers Franz Köster (1770 - 1840) aus Löwensen, heiratete die Witwe Wilhelmine Bock, schloß seine Ausbildung als Lehrer ab (wahrscheinlich in Hannover) und bekam von 1841 - 1869 die Stelle als Schulmeister in Neersen, wo ihm seine Frau, geborene Stukkenbrock, verwitwete Bock noch ihr fünftes und sechstes Kind gebar. Auch Heinrich Kösters Großvater Johann Henrich (1741 - 1791) war Schulmeister in Löwensen gewesen.

Meisner blieb bis 1862 alleiniger Lehrer, dann erhielt er mit Unterbrechungen einen Hilfslehrer. Erst ab Ostern 1872 wurde die 2. Lehrerstelle endgültig eingerichtet und mit dem Lehrer Pflücker besetzt.

Im August 1872 schrieb der inzwischen 70jährige Meisner ein Pensionsgesuch an das zu der Zeit zuständige Provinzialschulkollegium in Kassel. Er begründete es mit dem Hinweis, daß er in seinem Alter nicht mehr mit der inzwischen auf 220 - 240 angewachsenen Schülerschar fertig werden könne. Die Behörde entsprach seinem Gesuch.

Es gab damals noch kein gesetzlich festgelegtes Pensionsalter. Sowohl der Lehrer als auch die Behörde konnten es quasi willkürlich hinauszögern. Für alle anderen Staatsbeamten, außer den Richtern, galt, daß sie ab 65 Jahren ihre Pensionierung verlangen konnten. Aber auch die Behörde hatte das Recht, Beamte gegen ihren Willen abzubauen. Das galt zu der Zeit noch nicht für Lehrer, da die vom Staat als Kirchenbedienstete angesehen wurden. Meistens wurde ein Lehrer durch den Tod „pensioniert“, oder das Konsistorium gab ihm mit zunehmendem Alter und beginnender Gebrechlichkeit einen Hilfslehrer bei, der noch nicht viel kostete.

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  1. 1873 - 1890

Ab 1.4.1873 rückte der 2. Lehrer Pflücker nach Meisner in die 1. Lehrerstelle auf. Die 2. wurde mit Lehrer Carl Schaub aus Goddelsheim an dem Mitbewerber Eduard Freese vorbei besetzt. Vorher wurde für den Kandidaten Schaub vom örtlichen Schulaufseher, Pastor Rösener, von seinem Pfarrerkollegen in Goddelsheim ein Dienstzeugnis verlangt. Pastor Richard Heiner, der sich später nach Oesdorf versetzen ließ, stellte es aus:

„Herr Carl Schaub, gebürtig von Züschen im Fürstentum Waldeck, hat seit dem 20.November 1865 hier als erster Lehrer der 3klassigen Volksschule gestanden. Ich bezeuge demselben gern, daß er übergewöhnliche Lehrergaben und Kenntnisse mit ernstem Streben verbindet, an der hiesigen von ca.200 Kindern besuchten Schule auch zeitweise - von Ostern 1870 bis Januar 1872 und von Juli 1873 bis heute - ohne weitere Lehrerhilfe treu gearbeitet und mit seiner Familie ein durchaus ehrbares, dem Stande angemessenes Leben geführt hat“.

Wegen der sehr schlechten Gehalts- und Versorgungslage ließ sich Lehrer Pflücker bereits 1875 aus dem Dienst des Fürstentums Waldeck-Pyrmont entlassen und nach Hann. Münden versetzen. Dabei stellte sich heraus, daß sein Zeugnis über das Endexamen weder in Kassel, Arolsen noch in Oesdorf auffindbar war. Außerdem hatte er Schwierigkeiten, sein bisher in die Waldecker Witwenkasse eingezahltes Geld wieder herauszubekommen. In Preußen war die Hinterbliebenenversorgung günstiger geregelt.

Pflückers Nachfolger als 1. Lehrer wurde sein mit gutem Examen ausgerüsteter, am 4.6.1831 geb. Kollege Carl Schaub. Doch bereits im Dezember 1875 mußte der wegen der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in Holzhausen um 150 Mark Unterstützung bitten, da seine 12 Beuten zählende kleine Bienenwirtschaft nichts eingebracht habe. Außerdem bat er um die Erlaubnis, die Schreibgehilfenstelle beim Friedensrichter als Nebenamt annehmen zu dürfen. Was ihm aber abgelehnt wurde.

Inzwischen ist der 1857 in Steinegge/Linderhof bei Bösingfeld geborene und im Waldeckschen ausgebildete Heinrich Thermann nach seiner Verwendung als Hilfslehrer in der Schule zu Hagedorn bei Minden am 1.7.1880 in Holzhausen auch wieder als Hilfslehrer eingesetzt worden. Der fragte im September 1882 gehorsamst in Kassel an, ob er das im Vorjahr in Schlüchtern abgelegte Endexamen bestanden habe:

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An das Königl. Hochlöbl. Prov. Schulkollegium zu Cassel

Einem Königl. Hochlöbl. Schulcollegium fühlt sich der Unterzeichnete notgedrungen, folgendes untertänigst vorzutragen.

Vor etwa einem Jahr habe ich mich am Seminar in Schlüchtern der Prüfung unterzogen. Da ich nun bis heute ohne jegliche Nachricht bin, so richte ich an das Königl. Hochlöbl. Prov. Schulcollegium die ganz gehorsamste Bitte, Hochgeneigtest mir hierüber Auskunft zu erteilen. Sollte ich im Examen nicht bestanden haben, mich daher noch einmal einer Prüfung unterziehen müssen, so bitte ich gehorsamst, mir zu diesem Zwecke einen Termin zu stellen.

Mit der größten Ehrerbietung verharre ich, einem Königl. Hochlöbl. Prov. Schulcollegium

untertänigster H. Thermann

Ihm wurde daraufhin kurz angebunden, auf einem Zettel bedeutet, er habe das Examen nicht bestanden und müsse sich im kommenden Jahr, also 1883, bis Ostern zur Wiederholung der „Entlastungsprüfung“ in Homberg melden. Therman folgte dieser Aufforderung und bestand das Examen. Er wurde dann neben Schaub der 2. Lehrer.

Ein Nebenamt bekleidete weder Schaub noch Thermann. Als Nebenbeschäftigung und Nebenwerwerb diente dem ersten Lehrer, also Schaub, eine kleine Bienenwirtschaft, die am hiesigen Orte bei rationellem Betriebe ziemlich rentabel war, so daß sie bei einem Bestande von 12 Beuten eine Jahreseinnahme von durchschnittlich 150 M ergab, die es dem hier, in Holzhausen wegen der

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Nachfrageschreiben von Heinrich Thermann mit negativem Bescheid auf einem Zettel

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Nähe des Weltbades Pyrmont in Stadtverhältnissen lebenden Lehrer erst ermöglichte, von dem an den Kostenverhältnissen einer Landgemeinde orientierten Gehalt eine Familie ohne die allerdrückten Nahrungssorgen ernähren zu können.

Das Gehalt des ersten Lehrers betrug jährlich 1.200 M. Die oben verzeichneten Grundstücke zu 31,50 M eingerechnet und freie Wohnung im Schulhause nebst freier Feuerung für die Familie, die mit 90 M vergütet wurde. Das Gehalt des zweiten Lehrers betrug 800 M nebst freier Wohnung und Feuerung, die mit je 45 M vergütet wurden. Näh- und Stricklehrerin war die Frau des ersten Lehrers. Das Gehalt betrug 60 M. Besucht wurde die Näh- und Strickschule von 50 Schülerinnen. Das Schulgeld betrug in der Hauptschule pro anno und Kind 3 M, die in halbjährigen Erhebungen zu je 1,50 M von den Eltern eingezogen wurden. Das Schulgeld in der Näh- und Strickschule betrug pro anno und Kind 1 M und wurde nach Ablauf des Unterrichtsjahres erhoben.

Die Fortbildungsschule wurde in dem Schuljahr 1881 - 82 wegen Überbürdung der Lehrer in der Hauptschule nicht gehalten. Die große Schülerzahl von insgesamt 312 machte die Teilung der Schüler in vier Klassen und 34 Stunden pro Woche für jeden der beiden Lehrer zur Notwendigkeit, wenn den Forderungen des Lehrplans auch an der hiesigen Schule genügt werden sollte. Der zweite Lehrer war auf diese 34 Unterrichtsstunden wöchentlich berufen; dem ersten Lehrer wurde jede über das gesetzliche Maximum von 32 Unterrichtsstunden erteilte Stunde mit 1.- Mark aus der Ortsschulkasse vergütet. Die Berufsarbeit der beiden Lehrer sowohl in unterrichtlicher als auch in erziehlicher Beziehung war bei einer Anzahl von 308 Schülern eine sehr schwierige und mußte, sofern nicht ein Rückgang der Schülerzahl eintrat, als ein Provisorium bezeichnet werden.

Die Schulvisitation wurde am 6. März 1882 vom Kreisschulaufseher Pastor Heiner abgehalten. Am 15. und 16. September 1882 wurde auch die hiesige Schule durch einen Kommissarius des königlichen Provinzial Schulkollegiums, Seminarlehrer Lotze aus Usingen inspiziert. Es mußten auf dessen Generalbericht hin einige Veränderungen in der äußeren Einrichtung der Schule vorgenommen werden.

So wurde von dem gemischten System Abstand genommen und das Klassensystem, soweit es ging, eingeführt. Nach diesem unterrichtete nun der erste Lehrer beinahe ausschließlich in der ersten und dritten und der zweite ausschließlich in der zweiten und vierten Klasse. Der Schülerbestand verteilte sich auf die Klassen wie folgt:

Klasse I 64, Klasse II 80, Klasse III 78, Klasse IV 86

Gesamtschülerzahl 308.

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Eine Scherenwand in den Kellerräumen wurde im Herbst 1882 zur Absperrung des oft das ganze Haus durchziehenden Abort- und Schweinestallgeruches hochgezogen.

1883 betrug die Schülerzahl 324 Jungen und Mädchen. Da die Schüler in beiden Schulstuben mit ihren Jacken ständig den weißen Kalk von der Wand abrieben, wurden in den Ernteferien diese Stellen in Rücken- und Kopfhöhe der Schüler mit Zement verputzt.

1887 waren es 350 Schüler in fünf Klassen, Lehrer Benno Schaake erhielt die 3. Lehrerstelle.

Im Oktober 1888 starb die Fürstin Helene im Schloß. Bei ihrer vorläufigen Beisetzung standen die Holzhäuser Schulkinder an der Stadtkirche Spalier.

Die Ferienordnung ist amtlich festgelegt worden: Die Sommer- und Herbstferien dauern je 3 Wochen und richten sich in ihrem Anfang nach der Sommer- und Herbstferien. Die Weihnachtsferien beginnen mit Christsonabend und enden mit dem 3. Januar. Die Osterferien beginnen mit dem Sonnabend vor Palm sonntag und dauern 14 Tage. Die Pfingstferien fangen mit dem Pfingstsonnabend an und enden mit Samstag nach Pfingsten.

Der Geburtstag seiner Durchlaucht, des Fürsten Georg Victor zu Waldeck und Pyrmont wurde am 14. Januar 1889 sehr feierlich begangen. Ebenso geschah es mit dem Geburtstag seiner Majestät, Kaiser Wilhelm I. am 22. März. Das Schulfest fand gemäß §49 des Gesetzes von 1855 am 26. Juni statt, das Sedanfest am 2. September und das Reformationsfest am 31. Oktober. Es wurde in der Schule feierlich begangen.

Ortsschulvorstände waren zu der Zeit: Pfarrer Richard Heiner, Bürgermeister Brinkmann, Tischler Heetel, Landwirt Christian Lindhorst, Lehrer Carl Schaub. Ortsschulkassenführer war Gemeindegelderheber Fritz Jonas.

Im April 1887 traf von Kassel die Anfrage ein, ob der inzwischen pensionierte Lehrer Meisner gestorben sei und etwa Witwe und Waisen hinterlassen habe. Der Kreisschulvorstand antwortete an den Landesdirektor, Herrn von Saldern, der Lehrer Meisner sei am 11.3.1887 in der Anstalt Flechtdorf verstorben. Waisen hinterlasse er nicht, denn sein Sohn sei Pastor in der Gemeinde Gleichenberg bei Hildburghausen.

Im November 1888 war der Schulleiter Carl Schaub wegen seiner schlechten Bezahlung schon wieder in großer Not. Er schrieb ein Gesuch um Unterstützung an den Landesdirektor in Arolsen:

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An das hohe Consistorium Arolsen Landesdirektor Herr von Saldern

Gehorsamstes Gesuch des Lehrers Carl Schaub zu Holzhausen Unterstützung betreffend

Das Gehalt der Schulstelle, dessen Inhaber der gehorsamst Unterzeichnete ist, beträgt bei Wohnung und Feuerung 1200 Mark p.a. Mit diesem Gehalte, dem Ertrag einer kleinen Bienenwirtschaft und den jährlichen Zuwendungen hoher Behörde hat der gehorsamst Unterzeichnete unter vielen Entbehrungen und immerwährender Sorgen um den Lebensunterhalt für die Familie 13 Jahre seines Hierseins verbracht, unter denen diejenigen die schwersten waren, in denen die Bienenwirtschaft keine Erträge lieferte und Krankheiten die Familie heimsuchten. Auch in diesem Jahr hat sich durch den fehlenden Ertrag in der Bienenwirtschaft und durch Krankheit in der Familie ein Mißverhältnis in den Einnahmen und Ausgaben des gehorsamst Unterzeichneten herausgestellt, so daß ihn ein annähernd befriedigender Ausgleich desselben mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln nicht möglich ist. In dieser Lage bittet der gehorsamst Unterzeichnete den königlichen Herrn Landesdirektor ganz gehorsamst:

Hochderselbe wolle dem gehorsamst Unterzeichneten eine Unterstützung aus der Landesschulkasse geneigtest gewähren.

22ten Nov. 1888 gehorsamst gez. Carl Schaub Lehrer

Auf dieses Gesuch hin, wurden ihm 50 Mark statt der wohl erhofften 150 aus der Landesschulkasse bezahlt.

In guten Jahren brachte ihm seine Bienenwirtschaft, wie er selbst in der von ihm begonnenen Schulchronik schreibt, 150 Mark ein. 1892 wollte Schaub, wie es in anderen Gemeinden bereits der steigenden Schülerzahl entsprechend üblich war, das Stellengehalt per Anno um 375 Mark erhöht haben. Die Gemeinde bewilligte ihm im Januar 1893 aber nur 200 Mark. Schaub erhielt zeitweise weniger Geld als der 26 Jahre jüngere 2. Lehrer Heinrich Thermann. Dafür hatte er im April 1894 die Verantwortung über 310 Schülerinnen und Schüler und mußte pro Woche 32 Stunden unterrichten. Die Gemeinde redete sich heraus. Sie werde nur zahlen, wenn Arolsen die 3. Stelle besetze. Das entsprechende Schreiben ist unterzeichnet von Bürgermeister Brinkmann und den Herren Jakob und Jonas.

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Am 20.1.1899 bekam Schaub vom Fürsten die Verdienstmedaille in Gold verliehen. Im Januar erkrankte er, und die Kollegen Fechting und Frese aus Oesdorf mußten vertreten. Die Gemeinde wollte ihnen nur 1,20 Mark für die Stunde geben. Die Lehrer wiesen darauf hin, daß sie in Löwensen und anderen Orten 1,50 Mark erhalten hätten und wollten natürlich denselben Betrag auch von der Gemeinde Holzhausen haben.

    1. 1890 - 1900

1890 teilten sich der erste und zweite Lehrer vorübergehend das Gehalt des abgegangenen 3. Lehrers Schaake. Da die Schülerzahl immer im Steigen begriffen war, wurde 1895 im Norden der Schule ein Anbau geplant und am 31.4.1896 fertiggestellt. Als neuen Lehrer für die 3. Stelle wurde der Schule der Kandidat Beck zugewiesen.

Am 31.3.1897 feierten durch gemeinsamen Kirchgang alle Schulen im Kirchspiel Pyrmont den 100.Geburtstag „Kaiser Wilhelms des Großen“.

Am 15.4.1899 starb Carl Schaub 68jährig. Das Konsistorium erkundigte sich beim Ortsschulvorstand in Holzhausen nach den zu versorgenden Hinterbliebenen. Der Bürgermeister Hilker berichtete dem königlichen Landesdirektor, es lebe noch die Witwe Chatinka Schaub, geb.1842. Das Ehepaar habe sieben Kinder, die alle zwischen 1867 - 81 geboren seien. Bei der Mutter sei aber nur noch die älteste Tochter Auguste. Alle anderen seien nach Amerika ausgewandert und wohnten jetzt in Hoboken und anderen Orten bei New York.

Schaubs Nachfolger als 1. Lehrer wurde Heinrich Thermann, der auch die Chronik fortsetzte. Inzwischen hatte der Altphilologe und Rektor Schorkopf 1894 den Superintendenten Richard Heiner als Kreischulaufseher abgelöst.

Die Situation der Lehrer hatte sich im Laufe der Jahre erheblich verbessert. Der bisherige Lehrer Beck wurde als Pfarrer im Waldeckschen eingesetzt, und die 3. Lehrerstelle bekam ein Lehrer Albus und der Schulamtskandidat Heinemann die 4. Stelle. Diese Erhöhung der Lehrerzahl bedingte, daß die dritte Etage des Schulgebäudes an der Grießemer Straße als Lehrerwohnung ausgebaut werden mußte. Den Handarbeitsunterricht erteilte die Frau des ersten Lehrers, Frau Thermann.

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Aus Herbsen kam Lehrer Christian Trachte nach Holzhausen. Inzwischen hatte sich auch der Brauch eingebürgert, in fast jedem Jahr mit den oberen Klassen einen Ausflug zum Hermannsdenkmal und zu den Externsteinen zu machen. Die Fahrzeuge hierzu waren bis zu sieben Leiterwagen, die von den Bauern mit den dazugehörenden Doppelgespannen zur Verfügung gestellt wurden.

    1. 1900 - 1914

Im März 1900 wurden an der Schule 467 Schülerinnen und Schüler von den Lehrern H. Thermann, Chr. Trachte, A. Albus und F. Heinemann unterrichtet.

Im Jahre 1901 hatte die Schule 338 Schüler in 5 Klassen. Es wurde wieder das gesetzlich vorgeschriebene Schulfest gefeiert. Alle Schüler marschierten zum alten Schützenplatz und wurden dort sehr spendabel mit Bier und Semmeln bewirtet.

1902 fand Heinrich Thermanns 25jähriges Jubiläum im Schuldienst statt. Der Kriegerverein und die von ihm gegründete Feuerwehr brachten Ständchen und führten einen Fackelzug durch. Alle Vereine nahmen vollzählig an dieser Veranstaltung teil. Die allermeisten Mitglieder waren Schüler des Jubilars. Der Lehrer Albus ließ sich nach Magdeburg, versetzen, und nach Holzhausen wird aus Dehringhausen der Lehrer Vaupel zugewiesen. Neben ihm und Thermann unterrichteten die Lehrer Heinemann und Christian Trachte.

1903 hat die Schülerzahl 357 in 7 Klassen erreicht.

Die Klassenstärken waren

I = 51, II = 49, III = 44, IV = 47, V = 58, VI = 54, VII = 54.

Die Kinder wurden damals nicht alle nach ihren Fähigkeiten versetzt oder nicht versetzt. Vielmehr sollten nach Holzhäuser Praxis die Versetzungen sicherstellen, daß die Klassen alle möglichst gleichmäßig stark wurden. Dadurch wurden Schüler, deren Leistungen sehr zu wünschen übrig ließen, in höhere Klassen versetzt und gelegentlich solche, deren Leistungen eine Versetzung rechtfertigten, wurden aus Verteilungsgründen einfach zurückgehalten.

Das Kollegium wollte diesem Zustand abhelfen und reichte 1900 einen 11seitigen Lehrplan nach Corbach ein, den der Landesdirektor von Saldern auch genehmigte.

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  1. Hier ein Auszug zum Fach Geschichte:
    1. IV. Realien – A Geschichte – II. Klasse
  • Unser Fürstenhaus*
  • Kaiser Wilhelm II. Seine Jugend*
  • Prinz Wilhelm als Soldat*
  • Kaiser Wilhelm als Regent*
  • Unsere Kaiserin: Aus ihren Jugendjahren*
  • Wie lieb die Kaiserin die Kinder hat*
  • Vater und Großvater des Kaisers*
  • Von der Königin Luise (Denkmal) und Friedrich-Wilhelm III.*
  • Aus dem Leben des alten Fritz (Königsberg)*
  • Wie sich unsere Vorfahren von der Herrschaft der Römer befreiten*
  • (Hermannsburg und Denkmal)*
  • Wie unsere Vorfahren Christen wurden*
  • Karl der Große*
  • Heinrich der Städtebauer (Lügle)*
  • Die Ritterzeit (Schellpyrmont)*
  • Bürgerleben im Mittelalter*
  • Luther*
  • Der 30jährige Krieg auf heimischem Boden*

Für die 1. Klasse wurden für Mädchen und Knaben getrennte Geschichtslehrpläne ausgearbeitet.

1905 wurde der 1. Lehrer Heinrich Thermann noch einmal sehr gefeiert; denn er hatte nun 25 Jahre an der Schule Holzhausen im Dienst gestanden. Der Bürgermeister Hilker überreichte ihm als Dank und Anerkennung der Gemeinde eine goldene Uhr. Die feuchtfröhliche Nachfeier fand im in der Ortsmitte gelegenen Gasthaus Sorgenfrei statt.

1907 fand die Revision der Klassen 1, 2 und 4 am 6. Februar und die aller übrigen am 9. Februar durch den Pyrmonter Rektor Schorkopff statt.

Bereits ab November 1906 mußten Thermann, Vaupel und Heinemann je 8 Unterrichtsstunden in Hagen geben, da die einzige Lehrerstelle dort vakant geworden war. Für diese zusätzlichen Arbeiten erhielten die Herren 1,50 M. je Stunde.

In diesem Jahr gelang es Thermann, die Gemeinde dazu zu bringen, daß endlich in der Schule an der Grießemer Straße Pumpen eingebaut wurden. Vorher mußten alle Lehrerfamilien sich ihr Wasser aus einer Pumpe an der Straße holen. Da diese Pumpe im Winter sehr häufig zufrör, mußte man das nötige Wasser aus den Nachbarhäusern heranschaffen. Lehrer Robert Foerster kam an die Schule.

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Foto von 1908 als ältestes bisher bekanntes Holzhäuser Schulfoto. Es existieren davon mehrere Ausgaben, auf denen verschiedene auch noch nicht schulfähige Kinder zusammen mit ihren schulpflichtigen Geschwistern angeordnet wurden. Das machten die Fotografen damals, weil die in der Mehrzahl armen Familien sich nur je ein Bild mit möglichst allen ihren Kindern leisten konnten.

Folgende Namen konnten bisher festgestellt werden: Erste Reihe von unten und links: 1. Frieda Breyer, 2. Anna Polte, 3. Minna Kinkeldey, 6. Schlutter, 12. Willi Runte. Zweite Reihe: 1. Adolphine Schelp, 2. Lina Mundtenk, 3. Minna Meihost, 4. Caroline Breyer, 5. Hermann Schwenke, 6. Emilie Heetel, 8. Minna Schwenke, 10. Karl Textor, 12. Erich Kappmeyer, 13. Viet Dritte Reihe: 3. Fritz Schwenke, 4. usw. Gustav und Fritz Polte? Vierte Reihe: 1. Anna Kleinsorge, 2. Minna Mundtenk, 3. Minna Polte, 4. Lina Schwenke, 6. Luise Schwenke, 8. Anna Schwenke, 9. Lehne Textor, 10. Ida Kappmeyer, Lehrer Heinemann. Fünfte Reihe: Lehrer Trachte, 5. August Heetel, 9. Textor, Hauptlehrer Heinrich Thermann. Oberste Reihe: 1. August Rostmann, 3. Hermann Scheller, 5. Büser, 6. Friedrich-Christian Kappmeyer, 9. Hilker, 10. August Hennefründ.

Ein Zwischenfall mit dem in der obersten Reihe, ganz links abgebildeten August Rostmann läßt erkennen, wie sehr der stets die oberste Klasse führende Schulleiter Thermann pädagogisch einfühlsam und der Holzhäuser Jugend zugewandt war: August Rostmann mußte morgens bereits um 5 Uhr aufstehen und mit dem Hundewagen und Milchkannen darauf für Bauer Heinrich Stuckenbrock (Hagener Straße 9) zu den Milchviehkoppeln fahren, die Kühe melken, selber warme Milch, frisch von der Kuh als Frühstück trinken und dann die Milch auf dem Hof abliefern. Als er kurz darauf in der Schule an der Grießemer Straße eintraf, sank sein Kopf auf die Schulbank, und er schlief ein. Klassenlehrer Thermann, der das merkte, sagte zu den anderen Schülern: "Laßt ihn ruhig eine halbe Stunde schlafen. Er hat schon anstrengende Arbeit hinter sich".

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1909 war die Schülerzahl auf 414 in 7 Klassen angewachsen. Da die VI. Klasse 81 Schüler zählte, sollte sie geteilt werden. Da die Gemeinde aber für die notwendigen Zusatzstunden 1,25 M bezahlen sollte, lehnt sie diese Veränderung ab. Es blieb also bei 81 Schülern in dieser Klasse. Die VI. Klasse hatte übrigens 70 Schüler zu der Zeit. Im gleichen Jahr starb 48jährig der Lehrer Christian Trachte in der Klinik Göttingen. Für ihn kam Wilhelm Holzmann aus Rothausen in die Schule. Im gleichen Jahr fuhr das 5.- 8. Schuljahr auf 7 Leiterwagen zu den Externsteinen und zum Hermannsdenkmal.

1911 wurde die Revision durch den Superintendenten Kleinschmitt am 22. 23. und 24. Februar durchgeführt. Da ab Ostern 1910 auch alle Mädchen 8 Jahre zur Schule gehen mußten, stieg die Schülerzahl auf 467 an. In der ersten Klasse, das war damals die Abgangsklasse, waren deshalb 93 Schülerinnen und Schüler. Im Sommer machten die 4 oberen Klassen, also 266 Schülerinnen und Schüler eine Fußtour über die Bergdörfer nach Polle. Von dort fuhren sie mit dem Dampfer bis Emmerthal, um von dort mit der Bahn nach Bad Pyrmont zurückzukehren.

Die Gemeinde unter Bürgermeister Hilker weigerte sich 1911 erneut, einen zusätzlichen Klassenraum zu bauen und einer 5. Lehrerstelle zuzustimmen. Da griff der Landesdirektor in Arolsen ein und bewilligte den Holzhäuser Lehrern wegen der hohen Schülerzahl und besonderer Beanspruchung eine Renumeration von 50 Mark. Die Schülerzahl betrug inzwischen 476.

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Foto von 1912 oder 1913 mit den Lehrern: (von links) Robert Forster, Thermann, Holzmann und Walter Oppermann

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1912 und 1913 sind die Lehrer Walter Oppermann und Christian Niederquell ebenfalls an der Schule. Ein Jahr später kommen noch die Lehrer Beckord und Wiesemann dazu.

1914 trug Rektor Thermann in die Chronik ein: „Die Welt steht in Kriegsflammen. Am 1. August fand die Mobilmachung statt.“ Zum Vergleich wird hier, obwohl nicht direkt vergleichbar, parallel zu Thermanns vaterländischen Ausführungen der Text eines Arbeitsblattes für Schüler einer heutigen Abschlußklasse angefügt. Dabei wird erkennbar, wie sehr Schule und Lehrerschaft durch die damals übliche vaterländisch-nationale Sichtweise von der Wirklichkeit des Geschehens entfernt waren. Wie hätten Lehrer, Schüler und Bevölkerung wohl reagiert, wenn sie damals bereits gewußt hätten, daß die kaiserliche Reichsregierung die Hauptverantwortung am Ausbruch des 1. Weltkrieges trug?

    1. 1914 trägt Rektor Thermann in die Schulchronik ein:

„Die Welt steht in Kriegsflammen. Am 1. August fand die Mobilmachung statt. Was von vielen lange als unausbleiblich angesehen und von allen befürchtet worden ist, wurde Wirklichkeit. Ein Krieg, wie ihn die Welt noch nicht gesehen, ist angebrochen. Es ist ein Krieg der Völker gegeneinander. Von den wehrkräftigen Altersklassen bleibt nur zurück, wer nicht waffenfähig ist. Lehrer Beckord trat bald freiwillig ein. Der Unterricht wurde von den Lehrern Therman, Förster und Niederquell erteilt. Da Lehrer Holzmann noch zeitig aus England zurückkehrte, so wurde derselbe auch wieder an unserer Schule angestellt. Lehrer Niederquell wurde im Oktober eingezogen. Ungeheure Opfer müssen in diesem Kriege gebracht werden. Jeder muß geben, was er hat. Die einen Blut und Leben, die anderen Arbeitskraft und Gesundheit, die dritten Hab und Gut. Und jeder tat es bisher und wird es ferner tun, solange es nötig ist, bis wieder Friede ist. Auch in unserer Gemeinde fließen die Gaben reichlich. Für die Hinterbliebenen der im Felde stehenden Krieger, für das Rote Kreuz, für Liebesgaben der Soldaten im Felde wurden hohe Beträge gestiftet. Jeder einzelne ist sich des bitteren Ernstes der Zeit bewußt. Man fühlt, daß es jetzt ums Ganze geht, das aller Freiheit und Recht, Ehre und Vaterland, Haus und Heimat, Sein oder Nichtsein auf dem Spiele stehen. Wer Gelegenheit hatte, in den ersten Tagen des August in Deutschland die Volksstimmung zu beobachten, der bekam einen tiefen Eindruck von dem, was jetzt die Gemüter erfüllte. Das vaterländische Bewußtsein brach sich geradezu mit elementarer Gewalt Bahn. Die alten Kriegs- und Heldenlieder ertönten, die sozialen Schranken fielen,

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Vorurteile schwanden, gemeinsame Gefahr hatte Wunder der Einigkeit bewirkt. Wundervoll ist die Haltung der Jugend. Sie arbeitet überall mit. Man sieht 12jährige Jungen mit der Armbinde auf den Bahnhöfen beschäftigt.

Der Sedantag wurde in stiller, würdiger Weise gefeiert. Am Morgen nahmen die 5 obersten Klassen am Gottesdienst teil. Nach dem Gottesdienst fand für die Kriegervereine und für die Sportjugend eine angemessene Feier am Pyrmonter Kriegerdenkmal statt. Besonders weihevoll klangen am Sonnabend, den 10. Oktober die Glocken von sämtlichen Kirchen des hiesigen Tals; denn sie verkündeten uns mit ehernem Munde den großen Sieg, den Fall von Antwerpen, der sogenannten uneinnehmbaren Festung. Zum Zwecke der militärischen Ausbildung unserer Jugend traten die jungen Leute, die sich zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr befinden - etwa 60 an der Zahl - in den ersten Tagen des November zusammen, um an den militärischen Übungen teilzunehmen. An den Wochentagen wurde in einem Saale und sonntags mit der Pyrmonter Jugendwehr zusammen geübt. Ein guter Gott segne ferner unsere Waffen! Deutsche Erde bleibe von den Kriegsgreueln bewahrt! Ein ehrenvoller Friede beende recht bald diesen Weltkrieg".

    1. Ausbruch des 1. Weltkrieges

(Schülermerkblatt 1978)

    • 13.06.1913** Konferenz von Konopischt (Kaiser, Erzherzog und Militärs vereinbaren deutsche Hilfe bei eventuellen Balkanschwierigkeiten)
    • 18.10.1913** Moltke, Hötzendorf, Kaiser Wilhelm II. in Leipzig (Es wird Hilfe im Kriegsfalle zugesagt).
    • 28.06.1914** Erzherzog Franz-Ferdinand u. Frau in Sarajewo erschossen.
    • 30.06.1914** Tschirschkys Telegramm mit kaiserlichen Marginalien: Der Botschafter aus der Bismarckschule warnt dir österreichische Reg. vor übereilten Schritten auf dem Balkan. Wilhelm schreibt ärgerlich an den Rand der Depesche, T. solle sowas unterlassen. Mit den Serben müsse endlich aufgeräumt werden.
    • 05.07.1914** Mission Hoyos: H. u. Szögeny übergeben ein Handschreiben des Kaisers Franz Joseph an Wilhelm II. Wilhelm ermuntert zum Angriff auf Serbien und läßt entgegen allen

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bisherigen Erfahrungen den Österreichern freie Hand auf dem Balkan.

    • 06.-28.07.1914** Der Kaiser tritt seine übliche Norwegenfahrt an.
    • 23.07.1914** Ultimatum an Serbien (48 Stunden Frist). Telegramme zwischen Moltke und Hötzendorf über baldigen Kriegsbeginn. Die Generalstäbe in D. und Ö. arbeiten auch durch politische Einflußnahme auf den Krieg hin. Englische Vermittlungsversuche abgelehnt, Bethmann-Hollweg ermuntert Wien, gegen die Serben vorzugehen.
    • 27.07.1914** Außenminister Sir Grey erklärt dem deutschen Botschafter Lichnowsky, England werde an einem eventuellen Krieg teilnehmen.
    • 28.07.1914** Nach Annahme des Ultimatums greift Österreich trotzdem Serbien an und beschießt Belgrad. Kaiser Wilhelm II. mißbilligt diesen voreiligen Schritt, handelt aber nicht.
    • 29.07.1914** Moltke drängt zum Präventivkrieg, Hötzendorf unterstützt ihn dabei in Wien - Kronrat im Neuen Palais in Potsdam ab 16.00 Uhr beschließt: Mobilmachung, wenn 1. Engl. Vermittlung abgelehnt wird. 2. Rußland Mobilmachung verkündet (Falken und Tauben). Extrablatt des Berliner Lokalanzeigers am 30.07. verkündet fälschlicherweise die deutsche Mobilmachung. Die Veranlasser dieser Falschmeldung werden im Generalstab vermutet. Telegramm Moltkes an Generalstabschef Hötzendorf in Wien: "Vermittlung unbedingt ablehnen. Wir machen mobil."
    • 30.07.1914** **18.00 Uhr:** Rußland verkündet Mobilmachung.
    • 31.07.1914** Grey warnt die Reichsregierung vor der falschen Auffassung, ein ausbrechender Krieg könne auf dem Balkan lokalisiert bleiben und sich nicht zu einem Weltkrieg entwickeln.
    • 01.08.1914** **18.00 Uhr:** Deutsche Kriegserklärung an Rußland durch den Grafen Pourtalés in St. Petersburg.
    • 01.08.1914,** **20.00 Uhr:** 2 Kosakenschwadronen greifen Schwiddern in Ostpreußen nach der deutschen Kriegserklärung an.
    • 02.08.1914** Deutsche Panzerzüge fahren über die Grenze nach Luxemburg.
    • 03.08.1914** Kriegserklärung an Frankreich - England noch unentschieden.

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    • 04.08.1914** Einmarsch nach Belgien wegen des Schlieffenplanes - England erklärt Deutschland den Krieg - Reichstag wird getäuscht: "...ohne Kriegserklärung wurden wir angegriffen". Im deutschen Weißbuch zum Kriegsausbruch wurden 18 von 23 Dokumenten gefälscht - Österreich droht den Bündnisfall nicht anzuerkennen - Dringendes Telegramm Bethmann-Hollwegs an den Grafen Berchtold in die Hofburg zu Wien.
    • 06.08.1914** Darauf dann Kriegserklärung Österreichs an Rußland.
    • 11.u.12.8.1914** Kriegserklärung Englands und Frankreichs an Österreich
    1. 1915

Die Schülerzahl in diesem Schuljahr war 456. Es wurden nach den bestehenden Vorschriften der Geburtstag des Kaisers und des Fürsten Friedrich gefeiert. Desgleichen begingen die Schuljahrgänge den Sedantag mit einem Gottesdienst und einem Marsch zum Kriegerdenkmal. Die Siegesfeiern waren auch für die Schüler so, daß sie Siegesfreude empfinden konnten. Der Unterricht fiel an diesen Tagen nämlich aus.

Die Schule wurde Zahlstelle für Kriegsanleihen. Die Holzhäuser zeichneten 6176 Mark. Für dieses Geld kaufte die Spar- und Leihkasse 64 Stücke. Die Zinsen betrugen 5% und wurden auf ein Kriegssparbuch gutgeschrieben. 2 Jahre nach Friedensschluß sollten sie wieder verkauft und der Erlös an alle Einzahlen verteilt werden.

    1. 1916

Die Schülerzahl war auf 419 insgesamt abgesunken. Überall im Land erheben sich Klagen über die Jugend. Der Schulleiter Heinrich Thermann hörte auch davon, nahm aber in bewegten Worten für die Kriegsjugend Stellung. In der Chronik heißt es:

  • „Lebhaft wurde geklagt über zunehmende Rohheit über mangelndes Ehrgefühl etc., und es ist ja auch für keinen vernünftig denkenden Menschen etwas Unbegreifliches, daß in vielen Fällen eine gewisse Wildheit bei der Jugend Platz greifen mußte. Die starke Hand des*

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Vaters fehlt vielfach, zahlreiche Lehrer sind im Felde, so daß auch die Schule nicht das leisten kann, was sie sonst leistete und auch gerne leisten möchte. Die Mutter, welcher die Erziehung allein obliegt, ist durch „Großverdienen“ so in Anspruch genommen, daß sie für die Kinder nicht genügend Zeit findet, sie so zu beaufsichtigen und zu leiten wie die Jugend das verlangt. Mögen diese Mißstände auch manche anderen im Gefolge gehabt haben, so ist es doch nicht angebracht, nun den Stab über die Jugend zu brechen.

Unsere Schuljugend zeigt sich vielmehr derzeit im allgemeinen würdig, und wenn wir freudig auf die Taten unserer Feldgrauen und derer, welche hinter der Front kämpfend stehen, blicken, dann können wir stolz auf die Kriegsarbeit unserer Schuljugend sein. Sie half das Feld bestellen, die Ernte bergen. Die Schuljugend stellte bei den Goldsammlungen ein starkes Kontigent der Sammler. Und zahllose Goldstücke im Betrage von vielen Millionen flossen gerade durch diese eifrigen jugendlichen Sammler der Reichsbank zu. Unsere Schule sammelte im Jahr 1915 etwa 3 Ztr. Hagebutten. 1 1/2 Ztr. Möllerbrot und etwa 8 Ztr. Obstbaumkerne. Mit Recht kann man wohl behaupten, daß unsere Schuljugend bisher ein Stück Zivildienstpflicht geleistet hat, auf das sie noch in späteren Tagen mit Stolz zurückblicken kann.“

Die wirtschaftlichen Verhältnisse wurden immer schwieriger. Zu der Zeit kostete ein Ei 50 Pfg. 1 Liter Speiseöl 20 - 25 Mark. Auf Karten gab es pro Woche und Kopf 4 Pfd. Brot, 235 g Fleisch und 70 g Butter.

In Holzhausen traf die Nachricht ein, daß der Lehrer Arnold Beckord in Rumänien gefallen war. Er war Träger des eisernen Kreuzes und der Waldeck Verdienstmedaille.

Thermann beendete seine Niederschriften in der Schulchronik:

„Aber noch stehen wir aufrecht, wir sind noch nicht verhungert, wir sind noch unbesiegt, daß ist nicht das Verwunderlichste, daß wir in Schwierigkeiten geraten sind, sondern, das ist das Verwunderlichste, daß diese Schwierigkeiten nicht noch größer sind, als sie wirklich sind. Wenn uns jemand im August 1914 zuvor gesagt hätte, daß der Krieg so lange dauern würde, daß wir von einer solchen Welt von Feinden umgeben seien würden, daß wir jahrelang von der überseeischen Zufuhr abgeschnitten sein würden, jeder von uns würde es für unmöglich gehalten haben, daß wir heute noch so dastehen, wie wir dastehen“.

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Danach nahm Heinrich Thermann keine Eintragungen mehr in die Schulchronik vor. Das weitere Geschehen mußte ihn abgrundtief enttäuscht und seelisch verwundet haben. Thermann und seine Kollegen hatten wie auch die Lehrerinnen und Lehrer während der NS-Zeit keine Einblicke in die das Geschehen ursächlich beeinflussenden geschichtlichen und politischen Tatsachen. Die Lehrer des Volkes unterschieden sich hier bis 1945 – um mal eine Jahreszahl zu greifen – von Sozialdemokraten im „roten Holzhausen,“ die in Schusterstuben saßen, tagelöhnten, Kolonialwaren verkauften, in den Zigarrenfabriken arbeiteten, vom Kaiser nicht viel hielten, und von denen man zur NS-Zeit sagte, sie seien nicht dafür. Diese Überzeugungen waren nicht durch Studien, sondern im alltäglichen Lebenskampf, geprägt durch Hungerlöhne und schwere körperliche Arbeit, entstanden und durch Erfahrungen in vielen Fällen zu einer klar sehenden politischen Weisheit gereift.

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Schulaufnahme 1918 oder 1919 hinter der alten Schule an der Grießemer Straße

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1. Fritz Schulze 2. Karl Greinert 3. unbekannt 4. Gustav Huddelbusch 5. Karl Meiborst 6. Hermann Keuneke 7. Hermann Brandt 8. Hermann Polte 9. Albert Knolle 10. Karl Weber 11. Heinrich Scheller 12. Anna Scheller (Baß) 13. Karl Scheller 14. Klara Pape (Frede) 15. Leni Bröker (Keuneke) 16. Marlene Förster 17. Gisela Stuckenberg 18. unbekannt 19. Gustav Hilker 20. Willi Hundertmark 21. Paul Möhring 22. Artur Koch 23. Hermine Becker 24. Auguste Huddelbusch 25. Erna Vitmeyer 26. Lina Schüre 27. Emmi Schüre 28. Marie Hundertmark 29. Anna Hundertmark 30. Anna Feldmann 31. Friedrich Feldmann 32. Martha, Reese (Niere) 33. Hermann Reese 34. Helene Beye (Kleinsorge) 35. Lotte Beye (Bunse) 36. Berta Meibost 37. Ludwig Meihost 38. Willy Meihorst 39. Minna Nebelsiek 40. Auguste Freese (Beermann) 41. Minna Stiehns (Dettmer) 42. Erna Beye (Zietmann) 43. Frieda Beye (Steffen) 44. Mimi Reese 45. Martha Lünstroth (Hennefründ) 46. Irmgard Mundhenke 47. Änne Mundhenke 48. Heinrich Hundertmark 49. Helene Bollmann 50. Leni Fischer 51. Hermann Großmann 52. Leo Körber 53. Hermann Hellwig 54. Hermann Jänich 55. Robert Stolte 56. Fritz Schlutter 57. Albert Großmann 58. Hermann Seetel (Australien) 59. Willi Ebel 60. Heinrich Schulze 61. Fritz Keunecke 62. Anna Büsener 63. Martha Jonas 64. Lina Brandt 65. Erna Intorf (Steinhage) 66. Auguste Stuckenbrock (Ohm) 67. Frieda Textor (Hölscher) 68. Anna Textor L1. Lehrerin Elfriede Benecke L2. Rektor Heinrich Thermann L3. Lehrer Wilhelm Holzmann L4. Lehrer Wilhelm Wiesemann L5. Lehrer Rudolf Foerster

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Das Foto von 1918 oder 1919 bei anderer Zusammenstellung der Schülerschaft. Es fallen die zu ihren Geschwistern gestellten noch nicht schulpflichtigen Kinder auf. Die Eltern konnten nur ein Bild bezahlen. Deshalb sollten möglichst viele ihrer Kinder darauf sein.

| Buchstaben nach der | | | | | --- | --- | --- | --- | | Gehalt. | Schrift. | Nam. | | | aA | aA | -a | a | | bB | bB | 1B | b | | cC | cC | -c | cc | | dD | dD | 2D | bc | | eE | eE | -e | c | | fF | fF | fF | ff | | gG | gG | gG | gg | | hH | hH | hH | hh | | iI | iI | iI | ii | | kK | kK | kK | kk | | lL | lL | lL | ll | | mM | mM | mM | mM | | nN | nN | nN | nN |

| gemöhlichen Folge. | | | | | --- | --- | --- | --- | | Gehalt. | Schrift. | Nam. | | | oO | oO | -O | o | | pP | pP | pP | pp | | qQ | qQ | qQ | qu | | rR | rR | rR | rr | | sS | sS | sS | ss | | tT | tT | tT | tt | | uU | uU | uU | uu | | vV | vV | vV | vV | | wW | wW | wW | ww | | xX | xX | xX | xx | | yY | yY | yY | yY | | zZ | zZ | zZ | zz |

Die erste Seite der Holdfibel, die nach der Buchstabiermethode aufgebaut war. Sie wurde bis 1844 für den Schulgebrauch gedruckt. Die Schüler sollten von der ersten Fibelseite bereits alle geschriebenen und gedruckten Buchstabenformen lernen.

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  1. 1923/24

Nachdem Rektor Heinrich Thermann als Inhaber der ersten Schulstelle, wie man damals sagte, zum 1. Mai 1923 abgebaut wurde, versetzte die Regierung vom Gymnasium in Pyrmont Herrn Georg Grimm als Rektor nach Holzhausen. Unter „Abbauen“ verstand man damals im Schulwesen, nach der Abschaffung der geistlichen Schulaufsicht, die Pensionierung aller Lehrer, die das 65. Lebensjahr erreicht hatten. Bisher konnten sie als Kirchenbedienstete theoretisch bis zu ihrem Tode im Dienst bleiben. Der 1857 geborene Thermann war bei seiner Entlassung im 66. Lebensjahr. Er starb im Juli 1932.

Das Kollegium der Schule setzt sich nun wie folgt zusammen:

| Rektor Georg Grimm, | Konrektor Wilhelm Holzmann, | | --- | --- | | Fräulein Belicke, | Arnold Burdorf, | | Paul Pfennig, | August Eigen, | | Wilhelm Wiesemann | und für den Sportunterricht Lehrer Maaß. |

Es erteilen jetzt 8 Lehrkräfte in 6 Räumen für 330 Schüler 215 Unterrichtsstunden. Die Klassen sind wie folgt aufgeteilt:

| Klasse I | (8.Schulj.) = 41 Schüler | Klasse II | (7.Schulj.) = 34 Schüler | | --- | --- | --- | --- | | Klasse III | (6.Schulj.) = 44 Schüler | Klasse IV | (5.Schulj.) = 46 Schüler | | Klasse V | (4.Schulj.) = 45 Schüler | Klasse VI | (3.Schulj.) = 47 Schüler | | Klasse VII | (2.Schulj.) = 41 Schüler | Klasse VIII | (1.Schulj.) = 32 Schüler |

Im November 1923 erreicht die Inflation ihren Höhepunkt. Die Holzhäuser Bevölkerung leidet sehr darunter. Erst die Einführung der Rentenmark verbessert allmählich die wirtschaftliche Situation.

  1. 1924/25

Die Schülerzahl ist auf 274 abgesunken. Die Lehrerin Belicke hat sich mit dem Lehrer Wilhelm Stoewer verheiratet und muß, um ein Doppelverdienen zu vermeiden, aus dem Dienst ausscheiden. Für Frau Belicke kam die Lehrerin Fleischhauer ab 1.7.1924 an die Schule. Im Verlaufe des Jahres wurden das Spiel- und Sportfest im September und die monatlichen Wandertage, wie in den amtlichen Erlassen vorgesehen, durchgeführt. Im Ort war die Bautätigkeit sehr zurückgegangen, so daß viele Maurer arbeitslos wurden. Die Kartoffelernte betrug nur ein Drittel einer Normalernte.

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    1. 1925/26

Die Schule hat 257 Schüler und ab 1. Oktober 1925 wird die Näherin Auguste Reinecke technische Lehrerin für Handarbeiten und Nähen. Lehrer Auguste Eicken wird abgebaut. Die wirtschaftliche Not im Dorf hat derartig zugenommen, daß viele Kinder sich keine Schulhefte mehr kaufen konnten.

Lehrer Stoewer ist als Naturwissenschaftler auch ein leidenschaftlicher Radiobastler. Er kann mit seinem Gerät als einzigen Sender nur den Reichssender Berlin empfangen. Dieser Reichssender verbreitet den amtlichen Wetterbericht des Wetteramtes Hamburg und Berlin. An diesem Wetterbericht sind die Bauern und Nebenerwerbslandwirte im Ort natürlich sehr interessiert. Deshalb geht der Schüler Karl Scheller jeden Tag von der Erdfällenstraße zu Lehrer Stoewer Wohnung im Nolteschen Haus, am Oberen Weg und hört mit Herrn Stoewer den Wetterbericht ab. Die Holzhausen betreffenden Nachrichten werden aufgeschrieben und anschließend von Karl Scheller zur Schule an die Grießemer Straße gebracht und dort an die Eingangstür geheftet. Die interessierte Landbevölkerung las die Nachrichten und begann evtl. noch abends mit der Kornernte, wenn für die Nacht oder den folgenden Tag Regen zu erwarten war.

Im Dorf sprach sich auch bald herum, daß Herr Stoewer mit seinem Radio nicht nur die Wettermeldungen empfangen konnte, sondern auch klassische Konzerte. Um dieses der Bevölkerung zu beweisen, wurde im Spätherbst 1926 in der Schule bekanntgegeben, daß abends, um 8 Uhr im Saale Otte ein Radiokonzert stattfinden würde. Eintritt 20 Pfg.

Als die Zeit da war, saßen im Saal dicht gedrängt viele Holzhäuser und warteten der Dinge, die da kommen sollten. Vorne, auf der Bühne hatte Lehrer Stoewer sein Gerät mit Steckspulen, großen Röhren und riesigen Batterien aufgebaut. Notwendig war jetzt, daß im Saale alle Anwesenden mucksmäuschenstill waren. Dann wurde versucht, den posteigenen Reichssender Königswusterhausen, der ab 1923 zur

Abendzeit klassische Musik sendete, möglichst genau mit dem eingebauten damals noch riesigen Drehkondensator einzustellen. Als das gelang, konnte die Anwesenden das „Radiokonzert“ mit Staunen und Verwunderung anhören. So also erlebten die Holzhäuser den Eintritt ins „Medienzeitalter“.

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Doppelgitterröhenempfänger von 1928 für alle Wellenlängen

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Bild: Schulklasse Jahrgang 1918/19 mit ihrem Lehrer Erwin Brauß: Fotokopie eines Originalfotos, von Helene Rogall, geb. Huddelbusch, geb. 1918, aufgenommen neben der alten Schule, Grießemer Straße

von links nach rechts

1) Helene Bormann 2) Anneliese Baumeister 3) Grete Steinhage 4) Anni Graf 5) Friedchen Hundertmark 6) Lisel Stuckenbrock 7) Erika Becker 8) Helene Huddelbusch 9) Hildegard Hundertmark 10) Grete Säumenicht 11) Friedrich Meihorst 12) Hermann Steinmeyer, gefallen 13) Rudolf Runte, gefallen 14) Heinz Tegtmeyer 15) Willi Schlutter, gefallen 16) Heinz Stölting, gefallen

Neben der Darstellung der Schulklasse ist auf diesem Foto besonders der Hintergrund mit dem Kohlbrei'schen Hofe und dem alten Heckengang interessant, der von Windels Hofe zur Wohrtdrift führte. Die Wiesen im Hintergrund wurden noch in den 30iger Jahren von den Kindern als Spielwiesen benutzt, u.a. war Schlagball ein beliebtes Spiel.

Der am 1. August 1925 an die Schule Holzhausen versetzte Schulamtsbewerber Erwin Brauß unterrichtete bis zum Umzug in die neue Schule in der Pachtschule an der Hagener Straße. Das Foto zeigt ihn mit Kindern seiner Klasse ca. März/April 1926. Lehrer Brauß und seine Klasse zog es nach draußen; denn der häufige Stallgeruch und das ständige Stampfgeräusch unter den Klassenräumen der Pachtschule ließen ein gedeihliches Unterrichten kaum zu. Unter den Klassenräumen wurden nämlich in einem gewerblichen Betrieb Zementplatten in Formen gestampft

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Der am 1. August 1926 an die Holzhäuser Schule versetzte Hilfslehrer Erwin Bauß mit Kindern seines 4. Schuljahres vor der sogenannten Pachtschule

    1. 1926/27

Die Schule besuchen in diesem Jahr insgesamt 279 Schüler. Aus einem kleinen Heidedorf wird der Hilfslehrer Erwin Brauß der Schule zugewiesen. Er unterrichtet in den Räumen der Pachtschule.

Am 1.10.1926 wird auf Initiative des Rektors Grimm der Lehrer Heinrich Holzmann zum Konrektor ernannt. Vorausgegangen war eine Abstimmung in Kollegium, die einstimmig für Holzmann ausfiel und die Zusicherung der Regierung in Hannover, daß für die Gemeinde keine weiteren Kosten anfallen werden. Die Situation im Dorf und die katastrophalen Raumverhältnisse beleuchtet eine von Rektor Georg Grimm verfaßte Denkschrift an die Regierung:

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Holzhausen, den 3.12.1926

  1. Denkschrift

zum Um-, bzw. Neubau des Schulhauses in Holzhausen

  1. Aus der Schulchronik:

Die Schulverhältnisse in Holzhausen waren von jeher traurige, davon zeugt der Tiefstand der Bewohner in intellektueller Hinsicht. Sehr viele können kaum ihren Namen schreiben. Sie sind nicht imstande, in irgendeiner Weise die Arbeit der Schule zu fördern. Die hieraus sich ergebenden, häuslichen Verhältnisse, auch in sittlicher Beziehung, sind große Hemmnisse für die Erziehungsarbeit seitens der Schule.

Dieser intellektuelle und sittliche Tiefstand der Bevölkerung wird durch Zahlen aus der Schulchronik erklärlich, weiterer Kommentar ist eigentlich überflüssig.

1900 - 1909 durchschnittlich 400 - 430 Kinder

in sechsklassiger Schule mit 4 Lehrern und 4 Schulräumen.

1910 : 419 Kinder

1911 : 467 Kinder

1912 : 476 Kinder

1913 : 463 Kinder Achtklassige Schule mit 5, später

1914 : 454 Kinder 6 Lehrkräften und nur 4 Schulräumen.

1915 : 456 Kinder

1916 : 419 Kinder

Dann leider Lücke in der Chronik bis 1923: 330 Schüler

  1. Politisches über die Gemeinde Holzhausen.

Das jetzt 2600 Einwohner zählende Dorf Holzhausen ist Vorort von Bad Pyrmont und liegt mit letzterem in Gemengelage, so daß an 2 Straßen, "Oberer Weg" und "Brüderstraße", die Häuser an der einen Seite zu Bad Pyrmont, an der anderen zu Holzhausen gehören.

Holzhausen hat mit Bad Pyrmont ein gemeinsames Wohnungsamt, ist Kurgemeinde und deshalb in der Bad-Pyrmont-A.G. vertreten.

  1. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bewohner.

Die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung ist und war von jeher eine traurige. Die in der Tabakindustrie beschäftigten Arbeiter bildeten und bilden noch das Gros der Bevölkerung. Sie arbeiteten vor dem Kriege bei Hungerlöhnen. Heute sind sie nur zu 2/3 beschäftigt, zweitweise unter starker Arbeitszeitbeschränkung, da

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diese Industrie ja eine Konjunkturindustrie ist.

Diese Tabakarbeiter kommen als Steuerzahler wenig in Betracht. Die Bauarbeiter sind schon seit Jahren arbeitslos. Augenblicklich ist ein Teil derselben am Neubau des Pyrmonter Konzerthauses beschäftigt. In einigen Monaten dagegen werden sie wieder arbeitslos sein.

In der Holzindustrie (1 Betrieb) wird seit Jahren nur 1/3 der Arbeiter beschäftigt, die übrigen sind arbeitslos. Landwirtschaft und Handwerk befinden sich bekanntlich jetzt in einer ernsten Krise. Die hiesigen kleinen landwirtschaftlichen Betriebe (1-20 ha) vermögen kaum den Besitzer zu unterhalten. Letztere müssen versuchen, durch Fuhren nebenbei zu verdienen, da sie sonst immer mehr verschulden.

Die Handwerker haben fast gar keine Beschäftigung, da bei der herrschenden Geldknappheit nur Allernotwendigstes in Auftrag gegeben wird. Andererseits kommen die Schuldner ihren Verpflichtungen erst im folgenden Jahre oder noch später nach. Tischler Völkers hat z.B. seit 3 Monaten nichts mehr zu tun. Sein Vater muß ihn unterstützen, damit er die Steuern bezahlen kann. Hätte Völkers nicht noch einige Morgen Land, so müßte er hungern.

Dem Sattler Schwenke sind die Steuern erlassen worden, da er nichts mehr verdient. Er befindet sich in größter Not.

Es können noch dunklere Bilder wirtschaftlicher Not entrollt werden. Schlachter Jänich muß sein Besitztum verkaufen, um weiterleben zu können. Er ist vollständig ruiniert. - Die vielen Gelegenheitsarbeiter, welche früher in Pyrmont Arbeit und Verdienst, auch im Winter, fanden, sitzen unbeschäftigt im Hause. Da die letzten Kuren schwach mittelmäßig waren, ziehen es die Pensionsinhaber vor, die Hausgärten selbst in Ordnung zu bringen, oder ihr Personal mit Gartenarbeit zu beschäftigen. Die Tatsache, daß in Bad Pyrmont erst 1/5 der Hauszinssteuer gezahlt worden ist, beleuchtet wohl zur Genüge die ernste Lage der dortigen Hausbesitzer.

Bei dieser großen wirtschaftlichen Not der Bevölkerung Holzhausens beträgt das Gesamtsteueraufkommen 32.822.- M. Die hohen, dreihundertprozentigen Steuerzuschläge genügen nicht, um das hohe Steuersoll aufzubringen.

Es kann darum auch der beabsichtigte Um-, bzw. Neubau des Schulhauses nur durch großzügige, staatliche Unterstützung getätigt werden.

  1. Die Notwendigkeit des Um-, bzw. Neubaus.

Unter den oben dargelegten Verhältnissen erscheint es zunächst befremdlich, wenn die Gemeindevertretung den Um- bzw. Neubau des Schulgebäudes betreibt. Die räumlichen Verhältnisse sind aber derart ungünstige, daß unbedingt etwas Gründliches geschehen muß, um Wandlung zu einigermaßen normalen Zuständen zu schaffen. Der Umbau war auch bereits vor dem Kriege geplant. Zunächst sind 8 Unterrichtsräume, statt bisher 6, zu schaffen. Mit der Wiederkehr normaler wirtschaftlicher Verhältnisse wird die Zahl der Kinder wieder auf

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400 und darüber steigen. Das Anwachsen der Zahl ist schon jetzt zu bemerken. Ostern 1926 kamen zu 44 im Standesamtsregister aufgezeichneten Lernanfängern noch 17 von 9 zugezogenen. Für Ostern 1927 sind schon 59 Neulinge festgestellt. Mit 65 - 70 Lernanfängern ist bestimmt zu rechnen. Ostern 1928 werden es 50 - 60 sein. Wenn die Zahl aus 1929 und 1930 fällt, so steigt sie 1931 nach den diesjährigen Geburten wieder. Der Geburtenrückgang ist also nur vorübergehend und wird durch die gleichfalls abnehmende Konfirmandenzahl wieder ausgeglichen.

Die Anstellung der achten Lehrkraft ist jedenfalls Ostern 1927 schon nicht mehr zu umgehen.

Aber auch bei 7 Lehrkräften müssen 8 Unterrichtsräume zur Verfügung stehen, damit auch der Nadelarbeits- und hauswirtschaftliche Unterricht vormittags gegeben werden kann. Die Mädchen der Oberklassen sind bei zweimaligem, wöchentlichen Konfirmandenunterricht, desgl. Nadelarbeitsunterricht und Spielturnen schon so gebunden, daß sie nur einen freien Nachmittag haben. Ganz abgesehen davon, daß der Nachmittagsunterricht in der warmen Jahreszeit nur ganz minimalen Erfolg hat, können die Mädchen ihre Eltern durch Arbeit und Verdienst gar nicht unterstützen, was im Interesse der ganz besonderen hiesigen Verhältnisse mit ihrer Einstellung auf die Kur sehr bedauerlich ist. Von den jetzt vorhandenen sechs Unterrichtsräumen genügen nur zwei, im neueren Teil des Schulhauses befindlich, allen Anforderungen. Die beiden Klassenräume im älteren Teile könnten breiter und länger sein. Man kann sich aber schließlich mit ihnen behelfen. Zwei zugemietete Zimmer befinden sich in einem stallähnlichen Gebäude ohne genügende Aborte, ohne Trinkwasser, ohne Spielplatz. Die Kinder stehen während der Pausen auf der verkehrsreichen Straße. Die Räume sind so schmal, daß einige Bänke quer gestellt werden müssen, ein ganz unerhörter Zustand. Außerdem befindet sich unter diesen Klassenzimmern ein Zementwarenfabrikationskeller. Die Arbeitsgeräusche stören den Unterricht außerordentlich.

Das Hauptschulgebäude hat zu kleine Fenster, also mangelhafte Belichtung, ist ohne Trinkwasser, genügend großen und guten Spielplatz, ohne genügende Aborte. Es fehlen Lehrmittelzimmer, Lehrer und Rektorzimmer, Lehrküche. Außerordentlich wichtig wäre das Vorhandensein eines Kombinationsraumes: Zeichensaal, Aula. Im Interesse der Wohlfahrtspflege könnte dieser Raum zu Versammlungen, Kursen usw. benutzt werden. Die Heizungsanlagen sind schlecht. Es wäre nun zu erwägen: Niederreißen des alten Gebäudeteiles und neuer, erweiterter Anbau oder vollständiger Neubau von Klassen- und Zubehörräumen unter Benutzung des vorhandenen Gebäudes zu Lehrerwohnungen oder Anderem. Letzteres wäre wohl entschieden am richtigsten, alles andere ist schließlich doch nur Notbehelf, und zwar kostspieliger.

  1. Die Finanzierung des Projekts

Die Gemeindevertretung hat beschlossen, in Rücksicht auf die überaus traurige Finanzlage Holzhausens die Preußische Staatsregierung zu bitten, 3/4 der

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Gesamtkosten zu übernehmen und das restliche Viertel gegen entsprechende Verzinsung und Amortisation zu geben.

Maßgebend für diesen Beschluß war das Folgende:

Schon vor dem Kriege waren alle Vorbereitungen zum teilweisen Neubau (anstelle des alten Gebäudeteils) getroffen. Der Waldecksche Staat war bereit, sämtliche Baukosten außer Schulzimmerausstattung zu übernehmen.

Bei den seinerzeitigen Anschlußverhandlungen im Gasthof "Zur Krone" zu Bad Pyrmont wurde Herr Rektor Thermann-Holzhausen von den Herrn Vertretern der Staatsregierung nach etwaigen Wünschen bezüglich des Schulwesens gefragt. Er behielt sich vor, dieselben später schriftlich vorzubringen. Herr Rektor Thermann wurde jedoch bald darauf abgebaut, und damit unterblieb die Sache zunächst, wurde aber nach Neubesetzung der Rektorstelle von Gemeindevertretung und Rektor wieder aufgegriffen und der Preußischen Staatsregierung zu Händen des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und des Herrn Finanzministers unterbreitet. - Der Preußische Staat hat den Ausbau der höheren Schule in Bad Pyrmont zur Vollanstalt in der großzügigsten Weise gefördert, indem er einen einmaligen Baukostenzuschuß von 150.000 DM gewährte, 3 Studienratsstellen gehaltlich übernahm und einen besonders hohen, laufenden Jahreszuschuß zahlte, obgleich dieser Ausbau wegen der Nähe Hamelns und der sehr bequemen Verbindung nicht eine absolute Notwendigkeit war. Diese Meinung teilten sogar weitere Kreise Pyrmonts.

Auffallend ist die luxuriöse Ausstattung des Gebäudes. Eine unbedingte Notwendigkeit hingegen ist die Beseitigung der unhaltbaren Zustände an der Volksschule Holzhausen.

In Pyrmont das Licht: ein modernes, schönes Volksschulgebäude, eine aufs beste ausgestattete Vollanstalt, in Holzhausen, vor den Toren des berühmten Badeortes Pyrmont, der tiefe, tiefe Schatten. Dort Kinder, welche aus besseren häuslichen Verhältnissen, schon ein hohes Glück, in freundliche, gesundheitlich einwandfreie, anheimelnde Schulräume kommen, hier eine Jugend, welche zum großen Teil im Kampfe ums tägliche Brot schon ihren Mann stehen muß, so wenig Sonne in ihrem Kinderland hat und leider noch dazu in Schulräumen unterrichtet wird, welche das nicht geben, was sie doch eigentlich bieten sollten: gesunden Aufenthalt in guten Bänken, Licht, gute Luft, ein wenig Freude und Behaglichkeit, alles das, was die dürftigst ausgestattete, elterliche Wohnküche nicht hat.

Die Schaffung normaler Verhältnisse würde für den Preußischen Staat eine ehrenvolle Aufgabe, für die Gemeinde und unsere Jugend aber, in der des Volkes Zukunft beschlossen ist, ein Segen sein.

gez. G. Grimm, Rektor.

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Der Landrat in Hameln kennt die Holzhausen-Pyrmonter Verhältnisse und fügt der Denkschrift das folgende Schreiben bei:

Der Landrat

Hameln, den 19.12.1926

Nr. 1.8874

Schulbau in Holzhausen

Euer Hochwohlgeboren überreiche ich zur geneigten Kenntnisnahme einen Durchschlag der Denkschrift des Rektors Grimm in Holzhausen vom 3. d.Mts. welche über den Bereich der Schule und damit ihren mittelbaren Zweck hinaus von Interesse sein dürfte. Die Verhältnisse sind zutreffend und klar geschildert.

Die mindere Berücksichtigung, welche die Landgemeinden des ehemaligen Kreises Pyrmont gegenüber der Stadt im Anschlußvertrag erfahren haben, ist m. Er. tief zu bedauern. Diese blutarmen Gemeinden mit ihren auf allen Gebieten rückständigen öffentlichen und privaten Entwicklungen hätten m. u. Er.)¹ der Staatshülfe in erster Linie bedurft.

An den Herrn Regierungspräsidenten in Hannover

Unterschrift

)¹ = meines untertänigsten Erachtens

Kopien aus dem Hauptstaatsarchiv Hannover Hann. 180 Hann. e 3 Nr.271

    1. 1927/28

Die Schule wird von 295 Schülern besucht und zum 15.06.1927 wird die Lehrerin Anna Moje aus Stade der Schule zugewiesen. Die Gemeinde, nach harten Verhandlungen und einer geschickten Verwaltungspolitik des Rektors Georg Grimm, kommt zu dem Entschluß, für einen Schulneubau vom Bauern Fritz Stuckenbrock Holzhausen Nr.1 ein 6123 qm großes Grundstück für 20205,90 Mark an der Kampstraße zu kaufen. Es beginnt der Schulneubau. Am 5. September 1928 erfolgt feierlich der erste Spatenstich. Die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern sich wieder sehr. Diese Situation wird für Holzhausen noch verschlimmert durch eine Aussperrung der Arbeiter in der Tabakindustrie. Sie wollten einige Groschen mehr Lohn im Monat.

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Die Schule in der Kampstraße während der Bauzeit. Am 19. November 1928 war Richtfest, das nach der Zeremonie am Bau im Saale Otte gefeiert wurde. Zimmerpolier Heinrich Schaub von der Firma Kleine sagte den Richterspruch

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Der Außenbau ist fertiggestellt. Die Dachdecker haben ihre Arbeit beendet. Das Grundstück kostete 20.206 Mark, die Endsumme betrug insg. 171.780 Mark

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1928/29

Die Schule wird von 301 Schülern und Schülerinnen besucht. Der geheime Oberregierungsrat Pastenaci und der Schulrat Hohmann kommen in die Schule und nehmen die zweite Prüfung bei Frl. Anna Moje ab. Dadurch ist sie befähigt, auf Dauer als Lehrerin angestellt zu werden. Am 19. November 1929 erfolgt innerhalb einer großen Feier die Einweihung der neuen Schule an der Kampstraße. Die Gesamtbausumme belief sich in der Endabrechnung auf 171.780,00 Mark. Von da an hatte Holzhausen nach vielen Jahren widriger Verhältnisse die modernste Schule im Kreise.

Beim Reichsjugendwettkampf für alle Pyrmonter Schulen gewannen die Holzhäuser Jungen und Mädchen alle Mannschaftswettkämpfe. Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten für 75 und mehr Punkte erhielten: Irmgard Held, Kurt Maris, Frida Held, Richard Wagner und Richard Nebelsiek. Die Hälfte aller Eichenkränze holten sich ebenfalls die Holzhäuser.

Siegerurkunde vom Sportfest 1924. Die Chronikeintragungen weisen aus, dass die Holzhäuser Mädchen und Jungen auf den örtlichen und überörtlichen Sportfesten in der Regel immer überdurchschnittlich erfolgreich waren. Die Urkunde wurde vom Holzhäuser Lehrer Paul Pfennig entworfen.

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  1. Aufnahme Sommer 1929.

Lehrer Wiesemann mit seinem 3. Schuljahr, von dem er zehn Jungen sitzenbleiben ließ, als 1930 Herr Brauß diese Klasse übernahm. Im Hintergrund sind der Iberg, das Untere Meer und das Haus von Guste Reinecke, der Handarbeitslehrerin, zu sehen. Auf dem Bilde fehlen noch die Schüler August Rostmann, Werner Kleve und Heinrich Pieper, gef..

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| 1. Hans Metzlaff | gef. | 11. Hans v. Eberstein | gef. | 21. Karl Kinkeldey | | --- | --- | --- | --- | --- | | 2. August Kelm | gef. | 12. Erich Weber | gef. | 22. Waldemar Quante | | 3. Heinz Bechtel | gef. | 13. Kurt Hundertmark | gef. | 23. Werner Meinberg | | 4. Fritz Webel | | 14. Karl Schaub | | 24. Herbert Leistner | | 5. August v.d. Heide | | 15. Hermann Mundhenk | | 25. Friedel Held | | 6. Ludwig Grawe | | 16. Werner Hoppe | | 26. Werner Rose | | 7. Rudolf Plöger | | 17. Gustaf Schmidt | | 27. Karl Steinkamp | | 8. Karl Schöndorf | | 18. Friedrich Schmidt | | 28. Walter Stukenberg | | 9. Helmut Keuneke | | 19. Werner Schäfer | gef. | 29. Lehrer Wiesemann | | 10. Willi Hartje | | 20. Heinz Emme | | 30. Friedel Greinert | | | | | | 31. Adolf Feldmann |

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    1. 1929/30

In der Schule werden 304 Schüler unterrichtet. Die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium in Pyrmont bestehen im März 4 Jungen und 5 Mädchen. Viele intelligente Schülerinnen und Schüler streben wegen ihrer bescheidenen häuslichen Verhältnisse eine höhere Schulbildung gar nicht erst an, da auch für die spätere Ausbildung das nötige Geld fehlen wird.

Der Schulrat Hohmann besichtigt im Laufe des Jahres zweimal die Schule. Für Lehr- und Lernmittel hat die Gemeinde einen Etat von 700 Mark zur Verfügung gestellt. Die Schüler verteilen sich wie folgt auf die Klassen:

| Klasse I = 24 Schüler | Klasse II = 24 Schüler | | --- | --- | | Klasse III = 20 Schüler | Klasse IV = 21 Schüler | | Klasse V = 56 Schüler | Klasse VIa = 36 Knaben | | Klasse VIb = 33 Mädchen | Klasse VII = 46 Schüler | | Klasse VIII = 44 Schüler | |

Bei den jährlichen Reichsjugendwettkämpfen aller Pyrmonter Schulen holen sich die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten:

Willi Bolecke mit 104 Punkten, Gertrud Dubbert mit 94 Punkten, Friedrich Textor mit 97 Punkten, Margarete Kleinsorge mit 111 Punkten.

Am 13. Okt. 1929 wird das neue Schulgebäude an der Kampstraße bezogen.

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Feierlicher Abmarsch von der alten zur neuen Schule am 13. Oktober 1929 Herr Rektor Grimm hält um 15.00 Uhr die feierliche Abschiedsrede. Der Neubau wird maßgeblich durch seine Initiative und geduldige, diplomatische Einwirkung auf die entscheidenden Amtsstellen bewirkt. (Photo A. Brauß)

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  1. **Das Festgedicht von Lehrer Paul Pfennig,

das die Einweihungsfeier am 13. Oktober 1929 einleitete**

Dieser einleitende Prolog mit deutlich deutsch-konservativen Ausschmückungen wurde von den damals Anwesenden als der beste Beitrag der Feier empfunden.

  1. Festgedicht

zur Einweihung der neuen Volkspfeile in Golzenburg / Pogmont.

Ein neues Gomb, gefügt mit Roten Daimen, poll seine Tore öffnen groß und warnt dann Wallenpflung des Lebens und der Zeit. Und April und April 6 in pflanzen. Die Hinde pflicht, in der mir still ab weißen dann Jofan Wark, dann ab dienen poll. Zu werfen seine pflanzen mir die Reifen, und im pro Ganze pflanzen Joffnungsvoll. Die Jugend pflicht mir der mit pflanzen Drinnen, sonst pflanzen Zink, die werden mag, nennen in den großen, neisten, fallen Reinen in fassel Pflaffen anfaßt lang für lang. dann die 1st seine edelte Lopfinning: Ein Gomb der Jugend poll ab Rimpfung sein, wie Gomb der seinen, allen Mumpfenbildung, dann Joffnen Ziele wollen mir ab weiß u! O pflanzen Glorbe, daß mit diesen Tore nicht Mumpfen werden in der Markkorgland, in denen Ganz und Grit dem menen Lore das Giten, Reinen, Warken 1st verneint. der Londonern punkt die Warten in die Erde und Jofft, daß 1st ein seinen Urkargind nie goldene Fortsetzung vorweißen wurde, der mir beflügt mir den alten Land. O pflanzen Glorbe, daß mir diese Wette

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nin feinfbarn Ackerland und worden Ramm, wo pf in fapgefingter gold'ner Ratte nin fortwahrig dem anderen reifet an. O pfener Gloribe, dsp in nonper Hille wif diepen Loden reift ein Mark Gaffluft, gapind am färgen, Mark in Gaff und Hille, gas fog bepaelt für freifet und für Raft; nie jugendlig Gaffluft, dsb paine Feifte dem Wolf der Allgamminfet dienen laft, dsb paib dem alten Tannum junge Tifte verlaft zu immer meinen fußlingsfaft. If pfe ju, die anpigeneilten Tiforen, die Tifore frei, dsb Oinge blerut und fall; jo pfosten ju zu glinfgattinenten Pororen diesf Glink und Not als fraid= und Leidgefall'. dsb Wolkes Zirkunft liegt in paine Jugend! fin Wolk wird Parban, wenn die Oisporst pfluft. Reift ju faren zu Gaff und alles Jugend, verwirbt dsb Wolk pf man pain dspainhaft. Prof liegt dsb daikfe Wolk in Not und Leiden; nie gütter Hille breit aus Trimmern reif. fin meine Lorimerck wird dsb Oinge worden, wenn alle Feifte färgen paine Leif! fin kleine Trink, gammipan von dem Gungen, paif dieps Tifilfons, dsb mir faflif neifn; dsf wollen mir pain Leben mit anpflingen ins allgammim Proben Aif hinein. Werkunft dsb Tifikfals nachfalsollen Tiforen, pfiff es zinn Tugen der Gammimpfift reif. dem Oiffing inf'nd Wolkes Aven zu dienen, paif dieps Lorimerck nachfalsollen Ziel!

(poul Pfunig)

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Die Schule wie sie gut dreißig Jahre lang an der Kampstraße zu sehen war

    1. 1930/31

In der Schule sind 292 Schüler und Schülerinnen. Zum Gymnasium gehen je 1 Schüler aus den Klassen 4 und 5 ab. Der Verfassungstag wird dadurch gefeiert, daß in den "Sauren Wiesen" die Schule und auch die Vereine Vorführungen stattfinden lassen. Die Feier ist so organisiert, daß um 14 Uhr der allgemeine Abmarsch vom Rathaus in Pyrmont aus stattfindet. Die Festrede vor allen Versammelten hält Rektor Georg Grimm. Fräulein Fleischhauer läßt sich nach Hannover versetzen. Dafür kommt zum 1.10.1930 Fräulein Marie Uhmeyer aus Diepholz an die Schule. Der Schulrat Hohmann kommt auch in diesem Jahr zweimal zur Besichtigung.

Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten Hindenburg erringen in diesem Jahr:

| Martha Reinecke | (105 Punkte) | | --- | --- | | Kurt Maris | (116 Punkte) | | August Hundertmark | (102 Punkte) | | Albert Bosse | (96 Punkte) | | Heinrich Rosenbrock | (91 Punkte). |

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Die Mädchen des 4. Schuljahres (damals Klasse 5), Jahrgang 1921 haben am Germanengrab bei der Schellenburg sich mit ihrer Lehrerin Marie Uhmeyer zum Gruppenphoto versammelt. Sie hatten vorher Lumpen gesammelt und sich dafür passende Hüte aussuchen dürfen. Auf dem Bild, das am 24. 4.1931 aufgenommen wurde, werden diese zur Schau getragen. Parallel dazu ist Herr Holzmann mit den Jungen der Klasse unterwegs.

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| 1. Herta Runte | 12. Ursula Teufner | 23. Klara Mundhenk | | --- | --- | --- | | 2. Marga Gehle | 13. Tauscher | 24. Ingeborg Frese | | 3. Grete Begemann | 14. Anni Neumann | 25. Hella Ohm | | 4. Erna Hilker | 15. Magdalene Kinkeldey | 26. ElH Schrader | | 5. Emmi Henne | 16. Herta Hohmeister | 27. Elfriede Emme | | 6. Thea Hundertmark | 17. Lehrerin M. Uhmeyer | 28. Gertrud Schaper | | 7. Elfriede v.d. Heide | 18. Ingeborg Schaper | 29. Gertrud Mundhenk | | 8. Grete Güse | 19. Ilse Stuckenbrock | 30. Gertrud Wagner | | 9. Lina Hermann | 20. unbekannt | 31. Edith Schmidt | | 10. Elisabeth Meißner | 21. Thea Ahrens | 32. Sophie Mundhenk | | 11. Wilma Hilker | 22. Annemarie Breyer | |

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    1. 1931/32

In der Schule werden 313 Schüler unterrichtet. Die Verfassungsfeier findet im feierlichen Rahmen und großer Öffentlichkeit wieder in den „Sauren Wiesen“ statt. Außerdem fällt in dieses Schuljahr eine Wilhelm-Raabe und eine Goethe-Gedächtnisfeier. Die Lehrerin Moje läßt sich an die Stadtschule in Bad Pymont versetzen. Der Schulrat Hohmann aus Hameln besichtigt dreimal den Unterricht in der Schule.

    1. 1932/33

In der Schule sind 316 Schüler. Für Holzhausen wird als neuer Pastor Pfarrer Hermsmeyer eingesetzt. Durch einen freiwilligen Arbeitsdienst wird unterhalb des Bomberges ein Bergpark angelegt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Holzhausen sind so katastrophal, daß die Gemeinde vor einem finanziellen Ruin steht. Sie kann die Raten für den Schulbau nicht mehr bezahlen. Die Kurverwaltung schenkt der Schule Pappeln, damit die vorgesehenen Pflanzungen

stattfinden können. Am 28. August 1932 findet die letzte Verfassungsfeier wie üblich mit Sport und einer Rede des Rektors in den „Sauren Wiesen“ statt. Zum Kollegium gehören: Rektor Georg Grimm, Konrektor Wilhelm Holzmann, Herr Paul Pfennig, Herr Erwin Brauß, Frl. Marie Uhmeyer, Herr Willi Stoewer und Frl. Dettmer. Der Schulrat Hohmann besichtigte die Schule einmal.

Hiermit endet die Chronikführung durch Rektor Georg Grimm. Die Seiten der Chronik von 1933 - 1947 waren herausgerissen. Nachdem das Schulgebäude von Dezember 1944 bis Oktober 1945 als Lazarett gedient hatte, übernahm nach einer Übergangszeit vom 1. April 1946 bis April 1947 am 6. Mai 1947 Margarethe Henschen als erste Rektorin nach dem Kriege die Leitung der Volksschule II in Bad Pymont, Ortsteil Holzhausen. Sie setzte die Eintragungen in die Chronik der Schule Holzhausen fort.

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1932 wird der Bergkurpark angelegt, nur mit Schippe und Hacke und Muskelkraft

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Klassenfoto 2. Schuljahr, Klasse 7 im September 1932 (Photo Schlitzberger) im Hintergrund Lehrer Erwin Bauß

Linke Bankreihe von vorne links beginnend:

Erich Greinert;

Walter Göpfert, Walter Busch (Scheller), Oskar Kleve;

Kurt Kranzler, Karl-Heinz Schmidt, Karl-Heinz Freese, Hermann Hundertmark;

Karl Kleinschmidt, Herbert Kinkeldey; Herr Brauß,

Heini Nebelsiek, Kurt Pieper.

Mittlere Reihe, immer mit links beginnend:

Irmgard Coupee, Edith Weber, Hildegard Mesterheide;

Anni Teufner, Elly Hilker, Else Safri;

Käthe Matthias, Gerda Völkers, Martha Vietmeyer;

Johanna Holzmann, Anni Lönneker, Elfriede Stolte;

Thea Schrader, Jutta Ritterbusch, Auguste von der Heide;

Lieschen Stolte, Kriemhilde Herbst, Ursel Stoewer, Klara Christ.

Rechte Bankreihe, immer mit links beginnend:

Werner Hilker, Herbert Schubert;

August Herrmann, Otto Feldmann,

Fritz Büsener, Ringmuth Pfennig,

Fritz-August Breyer, Friedel Hartje,

Oskar Wilhelmi, Karl Baumgarten,

Hans Hundertmark, Fritz Meyer.

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| a ɔɪ | b b | c ɪ | d ɔ | e ɪɪ | f f | g ɔɪ | h f | i i | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | ɪ ɔɪ | ɪ ɔ | ɪ ɔ | ɪ ɔ | ɪ ɔ | ɪ f | ɪ ɔɪ | ɪ ɔ | ɪ ɔ |

| j j | k k | l l | m m | n n | o o | p p | q q | r r | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ |

| ɪ ɪ | t t | u u | v v | w w | x x | y y | z z | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ | ɔ ɔ |

| ä ä | ö ö | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü | ü ü |

Schriftprobe aus der Fiebel: Die Tafel zeigt die Schriftbilder des bis 1941 in den Schulen vorgeschriebenen Sütterlinalphabets

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    1. in Bad Pyrmont-Holzhausen 1933 - 1945
      1. Einleitende Vorbemerkungen:

Im folgenden wird die Chronik der Volksschule II Holzhausen - Pyrmont von 1933 - 1945 im wesentlichen durch die Konferenzprotokolle von 1933 - 1944 neu erstellt. Dieses ist nötig, weil in der offiziellen Chronik der Schule alle Seiten mit Texten aus der Zeit von 1933 bis 1945 sorgfältig herausgeschnitten wurden. Diese Tatsache ist nicht nur in der Schule Holzhausen zu beobachten, sondern fand allgemein bei sehr vielen Schulen im ganzen Bundesgebiet statt. Die Lehrer fürchteten auf Grund ihrer Äußerungen in den Konferenzen bei der sogenannten Entnazifizierung)$^{1}$ evtl. um Amt und Brot gebracht zu werden.

Für die Schule Holzhausen läßt sich das Geschehen der nationalsozialistischen Zeit doch recht eindrucksvoll und informativ aus den erhalten gebliebenen Konferenzniederschriften und Ergänzungen durch eigenes Erleben und Nachfragen bei Lehrern, Lehrertöchtern und -söhnen und Schülern der besagten Zeit erneut darstellen. Markierungen wie )$^{1}$ usw. besagen, daß sich im Nachtrag bzw. in den Anlagen ergänzendes Material befindet.

Teilweise ist der Protokolltext in den Originalbüchern so zeit- und situationsgebunden, daß besprochene Einzelheiten aus den niedergeschriebenen Zeilen für Nichteingeweihte nur bruchstückhaft in ihrem sachlichen Zusammenhang zu erkennen sind. Deshalb sind eingeschobene Erklärungen bzw. Anmerkungen am Schluß notwendig.

Der Protokolldarstellung sind Biographien der damaligen Schulleiter und Lehrer der Holzhäuser Schule und ein Abriß der Geschichte der Schulaufsicht beigefügt. Sie geben ebenfalls Einblick in Hintergrundgeschehen, das in Deutschlands Geschichte zu katastrophalen Folgen geführt hat. Die Gründe und Anstoßkräfte wurden von der Generation unserer Väter und Großväter leider nicht erkannt und begriffen. Die bürgerlich-nationale Tradition des Kaiserreichs und die vorherrschende Gehorsamskultur hatten das verhindert.

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  1. Schuljahr 1932/33
    • 11. Januar 1933** In der Konferenz wird festgestellt, daß in jedem Monat außerhalb der Ferienzeit eine Lehrerkonferenz stattzufinden hat, dabei sollen Vorträge aus der vorgeschlagenen Literatur das Kollegium mit den Aufgaben der neuen Zeit bekanntmachen. Herr Lehrer Pfennig sprach über die Umgestaltung des Landschulwesens. Dabei führte er folgendes aus:

Die Vorkriegszeit war unproblematisch, geradezu oberflächlich im Denken. Der Krieg rüttelte auf und spannte alle Kräfte auf das äußerste. Aus dem Zusammenbruch, der dieser Anspannung folgen mußte, wird jeder zu sich selbst gewiesen. Das Geistesleben und das der Seele erfährt einen intensiven Auftrieb, so daß man von einer Neuwertung, ja, geradezu von einer Revolution sprechen kann. Von den überall auftretenden reformerischen Ideen interessieren uns besonders die auf schulischem Gebiete. Für die Landschulen sind in zweijähriger Arbeit unter besonderer Mitwirkung des Schulrates Max Wolf, Brandenburg, neue Richtlinien für die Bildungsarbeit auf dem Lande entstanden. Der erste Teil enthält Kernsätze für die Neugestaltung des Landschulwesens überhaupt. Wichtig ist die Kampfansage an alles städtische, Stärkung dagegen einer wahren Landkultur. Wesen und Aufgaben der ländlichen Fortbildungsschule ist die Erziehung zum ländlichen Menschen. Die seelische Einstellung zum Beruf des Jugendlichen bedarf der Pflege. Der ganze Unterricht muß von sittlich religiösem Geiste getragen sein. Allen landfeindlichen Einflüssen ist entgegenzuarbeiten. „Mit der Stadt ist es aus“. Diese Erkenntnis ist der Landjugend durch lebensnahen Unterricht zu vermitteln. Das Bildungsgut teilt sich in zwei Gruppen auf. Die berufsgerichtete Sachkunde und 2. Die Gemeinschaftskunde als Fach und Leitgedanke. Einer diene dem Ganzen. Alle Kräfte gilt es zu wecken, bewußt an den Fragen der ländlichen Gemeinschaft teilzunehmen. Der Lehrer hat dabei schwierige methodische und erziehlich technische Fragen zu bewältigen. Dem Stadtlehrer gibt es die Möglichkeit, sich mit dem ländlichen Kulturkreis vertraut zu machen. Das Wesen des Landjugendlichen ist in der religiösen Gläubigkeit der betreffenden Menschen verwurzelt.

    • 1. Februar 1933:** Es wird in der Konferenz über das Notwerk der deutschen Jugend gesprochen und dabei die Aktivitäten des Arbeitsamtes als in keiner Weise ausreichend kritisiert. Das Notwerk bestand im wesentlichen nur aus einem Appell der NS-Führung an die Betriebe, Lehrlinge aufzunehmen. Es blieb zunächst wirkungslos. Erst Autobahnbau und Aufrüstung brachten hier eine Wende.

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    • 9. März 1933:** Die Konferenz beschäftigt sich mit den zu Ostern fälligen Versetzungen.)$^{8}$ Man muß wissen, daß die Schulanfänger zu dieser Zeit in die achte Klasse eingeschult werden und dann nach Durchlaufen der Volksschule aus der ersten Klasse entlassen werden. Zeitweise wird neben der Klassenbezeichnung auch noch eine Schuljahresbezeichnung geführt. Ein Kind des ersten Schuljahres besucht also die 8. Klasse und ein Schüler des achten Schuljahres wäre nach dieser Einteilung Schüler der ersten Klasse. Diese Zählweise ist in einem Erlaß von 1925 so festgelegt worden.

Das Kollegium besteht zu dieser Zeit aus:

- Herrn Georg Grimm, Rektor - Herrn Wilhelm Holzmann, Konrektor - Herrn Willi Stöver - Herrn Erwin Brauß - Herrn Paul Pfennig - Frl. Maria Uhmeier - Frl. Margarete Dettmer

    • 15. März 1933:** In der Konferenz wurden die allgemeinen Zensuren und die Bemerkungen für die Zeugnisse der aus Klasse 1 abgehenden Schüler und Schülerinnen besprochen.
    1. Schuljahr 1933/34
    • 10. Mai 1933:** Es wird der monatlich Wandertag für Juni besprochen. Außerdem müssen für die dem geforderten Geist der nationalen Erneuerung entsprechenden neuen Lehrpläne auch andere Bücher beschafft werden. Eingehend diskutiert man über die Schulordnung und stellt fest, daß der Schwimmunterricht nur nachmittags durch Lehrer Stoewer stattfinden kann. Es wird der Grundsatz festgestellt, daß man bei kleineren Klassen die reduzierte Unterrichtszeit durch eine bessere Lehrwirkung ausgleichen kann. Das Kollegium bedauert das Fehlen eines Übungsbuches für den Deutschunterricht. Der Rektor wird versuchen, die Einführung eines Sprachbuches zu beantragen. Ein jährliches Schulfest und später die monatlichen Wandertage hatten bereits ihren Ursprung in der Schulgesetzgebung der Waldecker Fürstenzeit.

Für die Reichsjugendwettkämpfe wird der 31. August 1933 festgesetzt. (Ein Erlaß vom März 1920 verlangte bereits einen monatlichen turnerischen Wandertag, bei dem auch frischer Gesang von Turn- und Volksliedern eine Rolle spielen sollte. Als Kampfplatz gilt der Pyrmonter Sportplatz an der Bahnhofstraße. Die gemeinsame Vorübung der festgesetzten Sportarten soll am 21.8.1933

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um 15.00 Uhr stattfinden und die Schlußbesprechung am 28.8.33 um 17.00 Uhr in der Pyrmonter Schule. Dazu müssen Schülerverzeichnisse angefertigt werden, außerdem ist das Geld für die Eichenkränze mitzubringen.

23. Mai 1933: Das Kollegium kommt zusammen und wählt für den Schulvorstand Herrn Rektor Grimm und Herrn Konrektor Holzmann.

22. Juni 1933: Außer den Reichsjugendwettkämpfen soll auch eine Sonnenwendfeier stattfinden. Dann werden im einzelnen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Leistungsbild durchgesprochen, die Ostern versuchsweise in eine höhere Klasse versetzt wurden. Von insgesamt 21 probeweise versetzten Schülern aus Klasse I - VII können 17 bleiben; nur 4 werden nicht endgültig versetzt und müssen deshalb in ihre alten Klassen zurück.)¹

23. August 1933: Der im September stattfindende Wandertag wird kurz besprochen und dann referiert Lehrer Pfennig über die schulreformerischen Gedanken aus Hitlers „Mein Kampf“. Herr Paul Pfennig führte folgendes aus: Stefan Georges Worte aus dem Jahre 1917: „Zu Jubeln ziemt nicht: Kein Triumpf wird sein, nur viele Untergänge ohne Würde. Der alte Gott der Schlachten ist nicht mehr, erkrankte Welten fiebern sich zu Ende“, wirken erschütternd auf die gewaltigen Umwälzungen des letzten halben Jahres. Auch unser gesamtes deutsches Schulwesen steht vor einer umfassenden Reform. Das Schicksal unseres auf allen Gebieten planlos experimentierenden Schulwesens ist besiegelt. Das Ziel aller Erziehung wird sein: der neue deutsche Mensch als verantwortungsbewußter Träger des nationalsozialistischen Deutschlands, allzeit bereit, zu dienen und sich zu opfern für Volk und Vaterland. Und was auch immer in Deutschland den Namen Schule trägt, wird seinen Sinn erhalten, allein durch die lückenlose Eingliederung in diesen Erziehungsgedanken. ... usw. usw.. Im Anschluß an seinem Vortrag sprach Herr Pfennig über die Mittel in der Erziehung, mit denen diese Aufgaben zu erfüllen sind. Er bezog sich dabei auf Aufsätze des Professors Ernst Krieck)² in dessen Zeitschrift „Volk im Werden“.

Weiter unten heißt es noch, der völkische Staat habe in der Wissenschaft ein Hilfsmittel zu erblicken zur Förderung des Nationalstolzes. Nicht nur die Weltgeschichte, sondern die gesamte Kulturgeschichte müsse von diesem Gesichtspunkte aus gelehrt werden ... usw. usw.. Das Protokoll umfaßt 7 Seiten, die in diesem Tenor geschrieben wurden.

27. Oktober 1933: Es wird über die Brauchbarkeit der Zeitschriften „Die Trompete“ und „Hilf mit“ gesprochen. Außerdem wurde es notwendig, Bücher für den erdkundlichen Unterricht anzuschaffen. Die Etatmittel von 60 M sollen

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für Westermanns Bildhefte und weitere 60 M für die Schulbücherei ausgegeben werden.

Herr Lehrer Brauß sprach über die Bücherreihe „Raum und Volk“ und referierte über neue Ideen im 3. Reich. Er führte aus: Der Aufschwung des Spezialwissens und seine Methoden haben alle Welt unter ihren Einfluß gebracht. Die Untersuchungsformen, die dafür angewandt wurden, sind auch für den Geographie-Unterricht maßgebend gewesen und haben dadurch jedes völkische Leben vernichtet. Die Dinge an sich sind in falsch verstandener Objektivität zur Hauptsache geworden. Der Mensch ist beiseite geschoben. Der vorgeschriebene Anschauungsunterricht gab die Grundlagen dazu, und das Realienbuch war das begleitende Potpourri. Es war sozusagen eine entblutete Tier- und Sachwelt entstanden. Spezialwissen muß sein; aber es darf nicht zur Überschätzung dieses nur ordnenden Grundgesetzes werden.

Die Geschichte kommt nun dem Erdkundeunterricht zur Hilfe. Männer wie der Schwede Kjellen und seine Kollegen Bense, Hethner und Philipson haben für eine solche Geographieauffassung und die daraus für das Volk entstandenen Schäden geißelnde und aufklärende Worte gefunden. Sie haben sich aber nicht nur mit Kritik begnügt, sondern neue Wege gewiesen. Es müssen Beziehungen zwischen Land und Volk herausgestellt werden. Geopolitik³ ist die Helferin der neuen Erdkundebehandlung. Es wurde an verschiedenen Beispielen gezeigt, wie eine solche Beziehung und Erneuerung im Sinne Spethmanns gedacht ist.

Es kommt vor allen Dingen darauf an, den Erdkundeunterricht der Willensbildung einer Nation, vor allem der deutschen Nation dienstbar zu machen. Es werden Bücher namhaft gemacht, die solchen Ideen Wirklichkeit verleihen sollen. Nicht blind waltet das Schicksal, die Deutschen müssen aus eigener Erkenntnis heraus Meister ihres Raumes werden. Volkenborn und Rückert sind es, die mit ihrer Bücherei „Raum und Volk“ dieser neuen Idee im Dritten Reich Geltung verschaffen wollen.

Durch einen Erlaß des Innen- und Wirtschaftsministeriums werden alle Beamten aufgefordert, „freiwillig“ vom Oktober 1933 bis März 1934 eine feste Summe von mindestens 1 RM dem Winterhilfswerk zu überweisen. Das Abbuchungsformular für die Regierungskasse ist im Schulverwaltungsblatt abgedruckt.

    • 15. November 1933:** Der Siegfried-Film soll besucht werden und aus dem Schilling-Kalender wird, weil andere Mittel fehlen, eine Serie von Deutschlandbildern für den Unterricht hergestellt.
    • 20. Dezember 1933:** Es wird wiederum über das Buch von Ernst Krieck „Nationalpolitische Erziehung“ gesprochen. In diesem Falle geht es um den Zusammenhang von Rasse und Nationalsozialismus. Anschließend gibt Herr Pfennig einen Überblick über Inhalt und Aufbau des Krieckschen Buches. Es zeich-

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ne sich durch große Gedankenklarheit aus. Fußend auf Hitlers „Mein Kampf“ sei es grundlegend für die gesamte Erziehungsarbeit.

    • 24. Januar 1934:** Es werden organisatorische Einzelheiten festgesetzt, wie auf die Zahnpflege der Schuljugend Einfluß genommen werden kann. Anschließend wird routinemäßig wieder über Kriecks „Nationalpolitische Erziehung“ referiert.
    • 14. Februar 1934:** Es soll am 4.3.1934 eine Zeichen- und Handarbeitsausstellung stattfinden. Anschließend spielt wieder das Buch des NS-Professors Ernst Krieck eine Rolle.
    1. Schuljahr 1934/35
    • 25. April 1934:** Es wird aufgefordert, die Jugendherbergssammlung durchzuführen und eine Schulfeier zum Muttertag zu gestalten. Außerdem ist eine Pfingsttagung zur Vorbereitung der Reichsjugendwettkämpfe zu besuchen.

Dann spricht Konrektor Holzmann über Familien und Beruf nach Ernst Krieck. Es wurden die Ursache des Niedergangs der Familie herausgestellt und Mittel und Wege angegeben, die eine Neugestaltung dieser Urvorform eines Volkes für die Bedeutung, die ihr im 3. Reich zukommt, ermöglichen. Alle die Fragen, wie Mutter und Kind, Muttertag, Sippe, Familienforschung, Rassenkunde wurden kurz gestreift und damit auch auf die Zusammenhänge hingewiesen, die diese Fragen im 3.Reich haben werden. Es soll ein gesundes und tüchtiges Volk entstehen, Es sind Kraftquellen zu schaffen, aus denen das Volksganze schöpfen kann, um als Nation seine Mission zu erfüllen. Das bürgerliche Zeitalter ist zu Ende. Es steigt die völkische Lebensordnung auf. über all diesen Dingen steht der völkische Staat mit Theorie und Praxis, Wissenschaft und Leben.

Auf den Konferenzen am 30.5. und 13.6.1934 wurde festgestellt, daß statt eines Wandertages die Schüler an der Festveranstaltung zum Rattenfängerjahr in Hameln teilnehmen sollten und daß die Spielnachmittage auch zum Schwimmunterricht und Sporttraining benutzt werden sollen.

    • 31. August 1934:** Herr Brauß berichtet über den neuzeitlichen Erdkundeunterricht nach Jürgen Hansen auf nationaler Grundlage. Als wichtigste nationale Forderung ergibt sich: „Die Heimatkunde sei die Grundlage aller erdkundlichen Bildung“. Eine Rolle wird auch die Volkskunde, die Landschaft, das Volkstum und „Blut und Boden“ für unser völkisches Dasein darstellen. Daneben finden

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Berücksichtigung die politische und Wirtschaftseographie, das Grenz- und Auslandsdeutschtum und die kolonialen Leistungen der Deutschen.

    • 30. Oktober 1934:** Besprochen wird der nächste Wandertag, und Herr Holzmann spricht über völkische Reform der Bildung und der Schule nach Krieck.
    • 18. Januar 1935:** Frl. Uhmeyer trägt über Bildung vor. Sie stützt sich dabei auf das Buch von Krieck „Nationalpolitische Erziehung“ und Herr Stoewer gibt ein sehr eingehendes Bild von Deutschlands gefährdeter Lage im Kriegsfall. Der notwendigen Forderung des Luftschutzes folgen Ausführungen, welche Möglichkeiten zur Abwehr der Luftgefahr bestehen.
    • 21. Februar 1935:** Rektor Georg Grimm spricht über die Grundgedanken in Nitzsches Philosophie und stellte dabei 8 erklärende Thesen auf. Daraus ergab sich zum Schluß, daß der Ruf zum Leben und Wirken im Sinne großer Geister und mit großen Zielen das Grundthema in Nitzsches Philosophie darstellt.
    1. Schuljahr 1935/36
    • 7. Mai 1935:** Der Schulleiter weist auf den Erlaß des REM)⁴ hin, in dem die Zahl der schriftlichen Arbeiten festgelegt wird. Außerdem werden die Grundsätze für die Zensierung schriftlicher Arbeiten besprochen.
    • 31. Mai 1935:** Es wird das deutsche Jugendfest vorbereitet und eingehend über die Verwirklichung der neue Lehrpläne für Geschichte, Erdkunde und Naturkunde besprochen. Die Oberklassen sollen am 21.6.1935 an einer Sonnenwendfeier teilnehmen.

Mit Wirkung vom 1.5.35 wird Lehrer Hermann Glauner von Borstel bei Nienburg an die hiesige Schule versetzt.

    • 27. August 1935:** Herr Brauß berichtet eingehend über die Tagung für deutsche Vorgeschichte in Hannover. Dabei knüpft Herr Brauß an die am 22.8.35 vom gesamten Kollegium unternommene Studienfahrt nach den Externsteinen und zu den germanischen Heiligtümern in der Osterholzer Mark an. Er bezieht sich bei seinen Erklärungen hauptsächlich auf die Forschungsergebnisse von Professor Wilhelm Teudt in der Germanenkunde. Ferner bezog er sich auf einen Lichtbildvortrag von Professor Dr. Hans Reinerth,⁵ dem Leiter des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte. Berichtet wurde auch über die Seefahrten der Riesensteingräberleute, durch die schon sehr früh die nordischen Herrenvölker bis nach Palästina kamen. Als Amoriter und Philister standen sie in heftigem

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Kampfe mit den eindringenden Hebräern, bis es zur Rassen- und Religionsmischung kam. Die beiden ältesten Quellschriften des alten Testamentes, der Elohist und der Jahwist, lassen noch deutlich die blutsmäßig so verschiedenen Gottesauffassungen erkennen. Es ist daher auch verständlich, daß immer wieder in den Propheten Menschen nordischen Geblüts aufstanden als Reformatoren des verschütteten nordischen Glaubensgutes.

Dieses wurzelt in der tiefen seelischen Erschütterung durch Gesetzmäßigkeit und Größe des Weltalls. Die heilige Dreieinigkeit verkörpert in Allvater Irmin den unermeßlichen Sternenhimmel, in Gottmutter Freya die ewig neugebärende Erde und in dem zwiefältigen Tor-Tiu den Kreislauf der Gottessonne. Dem Kult der Sommer- und Wintersonnenwende als den wichtigsten Punkten dieses Kreislaufs dienten einst die Externsteine und Steinkreise.

    • 31. Oktober 1935:** Nachdem die Betreuung der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge geregelt war, sprach ein Mitglied des Kollegiums zum Thema „Warum sind wir gegen die Juden“?

Der Vortragende betonte zum Beginn den Rassen- und damit den Wesensunterschied zwischen Juden und Ariern, ging dann auf die Umwandlung vom kriegerischen Hirtenstamm zur Ausbeuterhorde in Ägypten ein. Die jüdische Mischrasse wurde hier noch durch den Einschlag von Pöbelblut (Neger, Verbrecher) verschlechtert. Die Juden entwickeln sich nun in Judäa und im römischen Reiche immer mehr zum Drohnen- und Handelsvolk und wurden in allen Gaststaaten in Folge ihrer immer mehr wachsenden Kapital - und damit politischen Macht - zu einem wirksamen Mittel der Auflösung und Zersetzung. In Deutschland treten sie zur Karolingerzeit auf, werden durch Christentum und Fürstengunst privilegierte Hehler und Verbrecher, kommen mit der Einführung der Geldwirtschaft zu immer größerem Einfluß, der mit der Entwicklung Deutschlands zur Industrie- und Handelsmacht seinen Höhepunkt erreicht. Die Verjudung des deutschen Kulturlebens ist das Endergebnis dieser unseligen Entwicklung. Der Führer greift ein und reißt das Steuer herum.)$^{9}$

    • 19. Dezember 1935 :** Herr Brauß spricht über das Buch „Von Wüllenweber“ über altgermanische Erziehung. In den Referaten mit sogenannten germanenkundlichen Themen wird eine völkisch-rassistische Mythologie als rückwärts gerichtete Utopie vorgestellt, die mit seriöser Wissenschaft auch damals nichts zu tun hatte. Auf der nächsten Konferenz im Januar spricht Herr Brauß über die Ostkolonisation der Niedersachsen und über Recht- und Volkstum im Sachsenspiegel.
    • 16. März 1936:** die letzte Konferenz im Schuljahr findet statt, die sich mit den Versetzungen der 8-1 Klassen befaßt.

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Im März 1936 fotografierte Photo Schlitzberger den Konfirmandenjahrgang 1922 der 1928 in Holzhausen eingeschult wurde, vor dem Parkaufgang des Palais Schücking. Viele der Jungen sind während des 2. Weltkrieges gefallen. Das Bild zeigt eine

Generation, der das Schicksal schwere Prüfungen auferlegt hat.

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1. Edmund Günther, gef. 2. Karl Feldmann, gef. 3. Walter Hannibal 4. Karl Hilker 5. Erich Busch 6. Herbert Lönnecker, 7. Willi Mecke, gef. 8. Elfriede v.d. Heide 9. Elfriede Emme 10. Wilma Hilker, 11. Ingeborg Schaper 12. Sophie Mundhenk 13. Heinz Matthias, gef. 14. Werner Kleinsorge 15. Ludwig Meyer 16. Friedel Eichmann, gef. 17. Albert Feldmann 18. Werner Schmidt 19. Karl-Heinz Held, gef. 20. Hermann Büsener, gef. 21. Walter Schlutter, gef. 22. Walter Reinecke 23. Bruno Plöger 24. Karl-Heinz v.d. Heide 25. Margot Westhof 26. Gertrud Wagner 27. Ingeborg Frese 28. Ilse Stuckenbrock 29. Grete Begemann 30. Elli Schrader 31. Gertrud Mundhenke 32. Edith Schmidt 33. Lieschen Büsener 34. Hanna Homuth 35. Emmy Henne 36. Fritz Wennemann 37. Ludwig Henne, gef. 38. Helmuth Säumenicht 39. Paul Thiele 40. Helmut Wortmann, gef. 41. Fritz Emme 42. Heinrich Brockmann

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    1. Schuljahr 1936/37
    • 27. April 1936:** Herr Brauß spricht über die Auswirkung des Durchbruchs völkischen Geistes in stofflicher und methodischer Beziehung bei einzelnen Unterrichtsfächern z.B. Sprachlehre, Rechnen, Geschichte, Erdkunde und Zeichnen. Anschließend informiert er das Kollegium über die Neueinrichtung des Pyrmonter Heimatmuseums und den Stand der heimatkundlichen Forschungen. Herr Brauß stützt sich dabei auf Zeitschriften und führt aus, daß, solange die neuen Pläne noch nicht ausgereift sind, jeder einzelne Lehrer seinen Unterricht nationalsozialistisch zu gestalten hat.

Dabei soll es aber nicht so sein, daß in den alten Unterricht Begriffe wie Volk, Vaterland, Deutschtum nur rein äußerlich eingeführt werden. Das wäre eine unzureichende Gestaltung. Daran darf man nicht haften bleiben, sondern man muß versuchen, zum Kern durchzustoßen. Allem Unterricht muß das deutsche Wesen zugrunde liegen, das seit Karl dem Franken überfremdet und von romanischem Wesen überzogen ist. Das romanische Wesen ist einpolig, während das germanische Wesen zweipolig ist. Die beiden Pole, die zur deutschen Art gehören, sind Ruhe und Bewegung. Ein Beispiel ist die germanische Bodenständigkeit und die Wandersehnsucht. Im Geschichtsunterricht kommt besonders der Durchbruch völkischen Geistes zum Ausdruck.

Walter Voigtländer hat einen Geschichtslehrplan entworfen. Er ist in vier Gruppen eingeteilt.

1. Germanenzeit bis zum Kulturbruch unter Karl dem Franken 2. Das erste Reich bis zum 30jährigen Krieg 3. Der Wiederaufbau bis zum Weltkrieg 4. Das 3. Reich

    • 26. Mai 1936:** Rektor Grimm spricht über Stilpflege und weist darauf hin, daß eine bewußte, planmäßige Ausdrucksweise gepflegt werden muß. Es ist der Wille des Kindes zur schriftlichen Mitteilung zu wecken und zu steigern. Als letztes und höchstes Ziel führt der Unterricht in der Stilpflege durch Entwicklung der deutschen Sprache als Ausdrucksmittel die geistigen Kräfte des jungen Menschen zur Bildung eines sittlichen Charakters.

In den folgenden Konferenzen im August, September und Oktober 1936 sprechen Herr Glauner über Leibeserziehung und Herr Konrektor Holzmann über Friedrich den Großen als Philosophen und seine Bedeutung für das Schulwesen. Für Friedrich den Großen war Philosophie die Grundlage seines Menschentums und Richtpunkt seiner Staatskunst. Sie war aber auch zugleich Rechenschaftsbericht über sein ganzes Tun im großen wie im kleinen. Der Wert der Philosophie für Friedrich lag vor allem darin, daß sie die Menschen methodisch denken

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und handeln läßt und sie lehrt, ihre Pflicht zu erfüllen. Es folgen weitere 2 Seiten Ausführungen über die Philosophie Friedrichs des Großen.

Im November referiert Frl. M.Uhmeyer über denkendes Rechnen nach Kurt Friedrich. Dabei spielen auch schon im 1.Schuljahr als Hauptforderung an den Unterricht das Lösen praktischer Aufgaben aus dem täglichen Leben, sogenannte angewandte Aufgaben, eine Rolle. Als Kriterium für die methodische und didaktische Wirksamkeit solcher Aufgaben nennt sie insgesamt 8 Thesen.

    • 8. Januar 1937:** Die Konferenz setzte die Allgemeinzensuren fest und verfaßte blaue Briefe für die Eltern, deren Kinder in der Schule leistungsmäßig nicht den Anforderungen entsprachen. Die Briefe wurden am Ende der Konferenz durch den Hausmeister, Herrn August Becker, im Dorf verteilt. Ein Teil der Schülerschaft, insbesondere Betroffene spielten in Kogelschatz Wiese und warteten darauf, daß Herr Becker aus der Schule kam. Sie riefen dann: "August, gehst du auch zu uns?"

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Schülerzeitung von 1937

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Schulfahrt der Klassen 5, 6 und 7 am 2. August 1937 mit Bussen über Oerlinghausen zum Hermannsdenkmal auf der Grotenburg

| 1. Hans Lohstädt | 25. Emmi Durban | 49. Werner Wagner | | --- | --- | --- | | 2. Annelore Frohböse | 26. Maya Großmann | 50. Adolf Schaper | | 3. Edith Weber | 27. Hildegard Niemeyer | 51. Kalli Schaper | | 4. Mimi Schmidt, Lackstedt | 28. Magdalene Ahrens | 52. Hans Meier | | 5. Krimhild Herbst | 29. Wilma Mundhenk | 53. Heini Nebelsiek | | 6. Irmgard Coupee | B Lehrer Glauner | 54. Thea Schrader, Fritz | | 7. Mathias (Musikerkind) | 30. Inge Schulze | 55. Jutta Ritterbusch | | 8. Else Mundhenk | 31. Hedwig Frye | 56. Herm. Wolfgang Glauner | | 9. Marta Vietmeier | 32. Elli Schöndorf, Schmidt | 57. Heinz Mahlmann | | 10. Elli Hilker | 33. Hermann Müller | 58. Georg Großmann | | 11. Mimi Schmidt | 34. Willi Steinkamp | 59. Kurt Multhaupt | | 12. Erna Hilker | 35. Werner Hilker | 60. Oskar Wilhelmi | | 13. Herta Greinert, Hohmeister | 36. Heini Dülm | 61. Fritz v.d.Heide | | 14. Lieschen Stolte | 37. Karl Kleinschmidt | 62. Hans Keller | | 15. Irmgard Heyer | 38. Werner Kuhlmann | 63. Paul Große | | 16. Anni Becker | 39. Erich Greinert | 64. Hans Hundertmark | | 17. Erika Vogel (Musikerkind) | 40. Hermann Hundertmark | 65. Karl Hohmeister | | 18. Ursule Völker | 41. Adolf Kinkeldey | 66. Friedel Hartje | | 19. Hildegard Schwenke | 42. Albert Kinkeldey | 67. Hermann Kelm | | 20. Grete Schmidt | 43. Arno Tauscher | 68. August Hermann | | 21. Irmgard Hundertmark | 44. Kurt Sauer | 69. Friedel Frohmann | | 22. Grete Güse, Katz | 45. Guste v.d. Heide | 70. Werner Metzlaff | | 23. Herta Runte | 46. Karlheinz Freese | 71. Friedel Büsener | | 24. Hannelore Henne | 47. Ernst Wennemann | 72. Fritz Meyer, Am Bache | | A Lehrer Erwin Brauß | 48. Karl Hildebrandt | 73. Heini Güse |

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  1. Schuljahr 1937/38
    • 3. April 1937:** In der ersten Konferenz wird festgestellt, daß die Klassenbüchereien nach 13 vom Ministerium vorgegebenen Punkten neu zu ordnen sind.

Vom 3. Schuljahr an sind in allen Klassen pro Schuljahr 12 Aufsätze in ein besonderes Heft zu schreiben.

In den folgenden Konferenzen referiert Herr Brauß erneut über Vorgeschichtsforschung und Heimatkunde.

Im Juli werden die versuchsweise versetzten Schülerinnen und Schüler, ihr Leistungsverhalten betreffend, genau besprochen. Dabei werden die Betroffenen entweder für die neue Klasse bestätigt oder in die nächst niedrigere zurückversetzt.

    • Im August 1937** wird eingehend über die Aufgabe der Schule im Rahmen des von Hermann Göring aufgestellten Vierjahresplanes gesprochen. Im November plant das Kollegium eine Weihnachtsfeier und Frl. Uhmeier berichtet vom Reichsparteitag. Sie sprach dabei über die erhebenden Tage in Nürnberg und vermittelte durch ihren begeisterten Vortrag ein erfreuliches Bild vom Reichsparteitag 1937.

Im Dezember wird der Aufsichtsplan für die Pausen und den Schulhof mitgeteilt. Die aufsichtsführenden Lehrer müssen um 3/4 vor Schulbeginn da sein, weil die Kinder bei ungünstigem Wetter sofort nach ihrer Ankunft hereingelassen werden. Andernfalls treten alle Kinder 10 Minuten vor voll an und gehen ins Schulgebäude, wo sie von den Lehrkräften, welche die 1. Unterrichtsstunde haben werden, in den Klassen empfangen werden. 5 Minuten vor voll müssen sämtliche Kinder zur Stelle sein. Verspätungen fallen unter die Zensur „Ordnung“. Bei schlechtem Wetter übernimmt die Lehrkraft vom äußeren Dienst die Aufsicht auf dem unteren Flur, die vom inneren Dienst die Aufsicht auf dem oberen Flur während der ganzen Pause. Für den Schulweg gilt: Die Kinder gehen geordnet hinunter und hinauf und bis zum Tor beim Heimwege. Dieser erfolgt nur auf den Bürgersteigen ruhig und anständig.

Im Januar kam der Kreisbildstellenleiter, der Kollege Siewer aus Grießem nach Holzhausen und wies alle Kolleginnen und Kollegen in den Gebrauch eines Filmgerätes ein.

Lt. Erlaß des REM)⁴ vom 1.12.37 sind in Zukunft in den ersten beiden Schuljahren unbedingt Schiefertafeln zu benutzen. Der Gebrauch von Heften ist verboten.

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  1. Schuljahr 1938/39

Im Mai berichtet Herr Brauß über Himmelskunde und den Glauben der Germanen.

    • Am 24. Mai 1938** versammeln sich alle Kolleginnen und Kollegen aus den Volksschulen I und II und der Kath. Schule, um im Zeichensaal der Volksschule II, um die Verteilung der Arbeit an den neuherausgegebenen Lehrplänen vorzunehmen. Die fertiggestellten Pläne sind dann für ihre Vervielfältigung durch eine Schreibkraft von den entsprechenden Kollegen abzugeben. Die Schreibkraft wird die notwendige Anzahl von Durchschlägen herstellen.
    1. Ein Bild verursacht Aufregung und Ärger
    • 28. Juni 1938:** In der Woche vorher waren zur Revision in die Schule gekommen: Der Regierungsdirektor und Leiter der Schulabteilung, Apelt, der für Hameln-Pyrmont zuständige Dezernent, Oberregierungsrat Blume und der zuständige Kreisschulrat Garbe. Bei diesem Besuch fand der als sehr strenger, im Dienst häufig uniformtragender NS-Vertreter bekannte Oberregierungsrat Blume im Klassenraum des Lehrers Stoewer neben dem Klassenschrank ein Bild, auf dem Adolf Hitler während des Tages von Potsdam sich tief vor dem damaligen Reichspräsidenten Hindenburg verneigt und dabei auch seinen Hut zieht. Blume wies den Lehrer Stoewer darauf

auf hin, daß diese Bildauswahl in keiner Weise zeitgemäß sei und nicht ein Anzeichen dafür sei, daß Stoewer den Geist der neuen Zeit begriffen habe. Blume versuchte, für Stoewer eine Strafversetzung zu erwirken, die dieser aber wegen seiner Verdienste als Offizier im ersten Weltkrieg abwenden konnte. Diese Affäre mit dem daran hängenden Schriftverkehr hat sich später für Stoewer bei Beförderungen in der deutschen Wehrmacht während des Krieges hindernd ausgewirkt.

Bei diesem Besuch muß wohl auch der Konrektor Holzmann als nicht vorbildlich dem neuen Geist entsprechend aufgefallen sein.

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Das Kollegium benutzte eine ganze Konferenz, um Folgerungen aus der Kritik, die dieser Besuch gebracht hatte, zu ziehen:

    • 1. Betrifft äußere Ordnung:** Es wird verlangt vonseiten der Kinder unbedingter Gehorsam, und damit Ruhe, Ordnung, Disziplin. Auf korrekten Hitlergruß ist strengstens zu achten! Pünktlicher Arbeitsbeginn! Die Lehrkräfte bereiten 1/4 Std. vor Unterrichtsbeginn alles für die Tagesstunden vor. Fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn sind alle Schüler zur Stelle. Die Aufsichten sind gewissenhaft zu führen. Der Leiter ist verantwortlich und wacht hierüber, deshalb ist er selbst von der Aufsicht befreit. Er gibt ferner höchstens 15 Unterrichtsstunden und macht viele Klassenbesuche, um sich von den inneren Verhältnissen der Schule zu überzeugen und Anordnungen, bzw. Belehrungen zu geben. Er ist befugt, in den Unterricht einzugreifen. Die schriftlichen Arbeiten werden von ihm auf Zahl, Berichtigung und Art kontrolliert.
    • 2. Nationalsozialistische Schulung:** Die Kinder sind zur zusammenhängenden Wiedergabe des Stoffes zu erziehen.

Der Wochenspruch, auf der Unterstufe nach freier Wahl, ist gründlich zu behandeln.

Das Lebensbild Adolf Hitlers ist in immer weiterem Ausbau auf allen Stufen zu behandeln:

1. Jahrgang: Geburtstag und Alter wissen. Was ist, wo wohnt er? Vielleicht aus erster Kinderzeit etwas erzählen.

2. Jahrgang: Volles Geburtsdatum, Geburtsort, von Eltern und Schwester, aus der Kinderzeit unseres Führers.

3. Im 8. Jahrgang: Weiterer Ausbau

Die Opfer der Bewegung nicht vergessen: Horst Wessels 7 und Schlageters Lebensbild, einige Namen von den 16 der „ewigen Wache“, Opfer aus der Heimat.

Große Kämpfer der Bewegung: Göring, Goebbels, Frick, Rust u.a. m. Kämpfer in der Heimat.

Die Partei und ihre Gliederungen. Weshalb Organisation der Jugend, Arbeitsdienst, Wehrdienst, Wirtschaftsdienstpflicht, Vierjahresplan?

Weshalb 1. Mai, Sonnenwendfeier, Osterräderlauf, Bückebergfest, Jugendfest, Volksbund Deutscher im Ausland (VDA) Kriegsgräberfürsoge, 3 mal 20 Pf. Sammlung?

Vom Aufbau des Bauerntums, des Handwerks, des Handels und Verkehrs, der Industrie, der Wehrmacht.

Neulandgewinnung, Rassenschutz und Rassenveredelung.

Von der Erziehung des deutschen Menschen in Kunst, Wissenschaft, Sprache, Brauchtum, Denken, Handeln.

Aller Unterricht hat als Ziel: Nationalsozialistische Ausrichtung!

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Die Lehrpersonen haben sich gründlich vorzubereiten, die Wiederholung zu pflegen. Über Unregelmäßigkeiten hat der Leiter dem Schulrat Bericht zu erstatten, wenn seine Bemühungen und Anordnungen erfolglos bleiben.

    • Ab 24. August** ließ sich Rektor Grimm wegen seiner schweren Augenkrankheit vom Dienst beurlauben und wurde zum 31. Dezember 1938 von der Regierung in Hannover auf eigenen Wunsch pensioniert.

Eine andere Tatsache störte die kollegiale Zusammenarbeit in Holzhausen sehr. Bei der obengenannten Visitation war der Konrektor Holzmann nicht NS-günstig aufgefallen. Deshalb wurde mit der Vertretung des Rektors ohne Beachtung des Konrektors Holzmann Lehrer Erwin Brauß, mit Sicherheit ohne sein Zutun, vom Regierungspräsidenten in Hannover beauftragt. Das war ihm ganz offensichtlich sehr peinlich, denn zwischen den Familien Brauß und Holzmann bestand noch aus der Zeit gemeinsamer Wohnungen im alten Schulgebäude ein herzliches Einvernehmen. Wahrscheinlich hatte hier der Bürgermeister Zuchhold seine Hand im Spiel. Irgendwelche Aktenvermerke über diesen ungewöhnlichen Vorgang sind nicht aufzufinden.

Um klarzustellen, daß Herr Brauß nicht die Absicht hatte, Schulleiter zu werden, hat er mündlich und schriftlich dem Kollegium und der Regierung erklärt, er werde für die Stelle des Rektors weder in Holzhausen noch an einem anderen Ort zur Verfügung stehen.

    • Im August 1938** treffen sich wiederum alle Lehrerinnen und Lehrer der Pyrmonter Volksschule im Gasthaus Schaper, in Bad Pyrmont, um das gemeinsame Herbstsportfest der Pyrmonter Schulen auf der Sennhütte vorzubereiten. In den folgenden Konferenzen werden Erlasse und Rundschreiben vorgelesen und durchgesprochen. Für die Arbeitspläne und die Planung des Lehrers bestehen strikte Anordnungen.
    • Im November** spricht Konrektor Holzmann über den deutschen Ritterorden und die Ostbesiedlung. Eine Schulweihnachtsfeier soll nicht stattfinden, dafür werden alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern an der gemeinsamen Volksweihnacht der NSDAP-Ortsgruppe teilnehmen.
    • Nach den Herbstferien** übernahm der Leiter des Landjahrlagers auf Hohenborn, Herr Fritz Rößer, der in Frankfurt zum Volkschullehrer ausgebildet wurde, das 7. Schuljahr, da er noch die 2. Lehrerprüfung ablegen mußte.
    • Im Februar** geht das Kollegium auf den Hinweis des Bürgermeisters Zuchhold ein, für den Verkehrsunterricht städtische Polizeibeamte einzusetzen. Herr

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Rößer berichtet über eine geplante Feier zur „Lebenswende“ für die Entlaßschüler am 19.3.1939. An der Feier sollen auch die Schülerinnen und Schüler des 6. und 7. Schuljahres teilnehmen.

Am 15.3.1939 endet das Schuljahr mit der routinemäßigen Zeugnis- und Versetzungskonferenz.)⁸

    1. Schuljahr 1939/40
    • 21. April 1939:** Als neuer Rektor der Schule tritt Alfred Hachmeister nach den Osterferien seinen Dienst an. In der Konferenz teilt er den versammelten Lehrkräften mit, daß die Bezeichnung Kollege bzw. Kollegium vom Reichserziehungsministerium (REM) als nicht deutscher Art gemäß empfunden werde. Die Ausdrücke sollten in Zukunft durch „Berufskameraden und -kameradinnen“ bzw. „Berufskameradschaft“ ersetzt werden. In allen folgenden Konferenzen wird auch bis auf wenige „Entgleisungen“ nach dieser Regel verfahren. Im weiteren Verlauf werden die Jugendwalter des Kollegiums erneut bestätigt. Diese Herren haben die Aufgabe, die Verbindung zwischen Schule und Hitlerjugend bzw. Jungvolk und Jungmädeln aufrecht zu erhalten und gegenseitig befruchtend zu gestalten. Außerdem haben sich alle Berufskameraden bereit erklärt, an der Berufs- und Volkszählung mitzuarbeiten.
    • 24. Mai 1939:** Der Schulleiter verliest die Rundschreiben 3 und 4 des Schulrates und arbeitet deren Texte mit der Berufskameradschaft durch. Die Sommerferien sollen vom 7.7.- 8.8.1939 und die Herbstferien vom 27.09. - 12.10.39 dauern. Anschließend wurden die Probeversetzungen besprochen, widerrufen oder bestätigt.
    • 26. Juni 1939:** Als neue Kollegin war das bisher an der Kath. Volksschule tätige Fräulein G.Burghoff dem Kollegium zugeteilt worden. Nach Erlaß des REM wurden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Bekenntnisschulen aufgelöst.

Anschließend hielt der Berufskamerad Glauner einen Vortrag über das Aufmarschgebiet des Bolschewismus. Er gliederte seinen Vortrag wie folgt:

1. Der Lebensraum des Bolschewismus - Vergleiche mit Byzanz und Rom 2. Wesentliche Grundlagen in den verschiedenen Jahrhunderten. 3. Rußland ist Träger der bolschewistischen Ideen, das Judentum ist ebenfalls Förderer.) 4. Der Bolschewismus strebt durch die Weltrevolution zur Weltherrschaft. 5. Faschismus und Nationalsozialismus sind die entschiedensten Gegner des Bolschewismus.

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Darauf forderte der Schulleiter alle Anwesenden auf, die Kinder immer wieder auf die große Gefahr des Bolschewismus hinzuweisen und im Unterricht die Ostfrage zu berücksichtigen. Anschließend wird festgestellt, daß die Lehrmittelbeiträge unbedingt von allen Schülern eingezogen werden müßten, und nur einige listenmäßig erfaßte Mädchen und Jungen seien davon befreit. Die Schule erteilt Schwimmunterricht, dafür werden 150 Freischwimmzeugnisse und 50 Fahrtenschwimmzeugnisse bestellt.

    • 24. August 1939:** Das Herbstsportfest soll am 31.8.1939 auf dem Sportplatz an der Viktor-Lutze-Straße (heute Bahnhofstraße) stattfinden. Als Umrahmung des Festes sind vorgesehen: 2 x Tauziehen der Jungen, 4 x 100 m Staffel, Mordball, Raufball. Größere Kampfspiele sind verboten. Für die Mädchen sind vorgesehen: 1.Gruppe Pendelstaffel, 2.Gruppe Völkerball, 3. u.4.Gruppe Brennball. Ferner werden Volkstänze aufgeführt.
    1. Büchersäuberung in Holzhausen

Es wird festgestellt, daß die Lehrerbibliothek nach vorgenommener Säuberung nunmehr in Ordnung ist. (Das Buch von Bruno Bürgel, „Vom Arbeiter zum Astronomen“ hat Erwin Brauß im Bestand belassen und dem Verfasser im März 1939 empfohlen und ausgeliehen. Bürgel war SPD-Anhänger.) Ein Bestandsverzeichnis wird nach Sachgebieten erstellt. Die Pflicht, nicht dem neuen Geist entsprechende Bücher auszumerzen, galt auch für die Privatbestände der Lehrerberufskameradschaft. So beauftragten Lehrer ihre Kinder, die aus dem heimischen Bücherschrank genommenen, gut gebundenen Bände von Thomas Mann, Stephan Zweig, Ricarda Huch und anderen in der Lehrerschaft bisher geschätzten Schriftstellern im Handwagen zum Althändler Rose zu bringen. Der gab den Kindern ein kleines Trinkgeld fürs Herbringen und stellte alle besonders schön oder ledergebundenen Buchbände in seinen eigenen Stubenschrank. Manche Holzhäuser hielten eben nichts von den damals gängigen „Un“ Wertschätzungen.

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Ahnungslos hatte er in Peters Bücherfracht gefühtert und ein Buch erwählt; in dem wird von dem Juden Mühlam das Verbrecherfruhr verherrlicht. — Solches Gift muß 'raus aus den Bücherfrachten

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Nicht nur in der „Verfestunde“ während des Schulunterrichts liest er die Tageszeitung, sondern auch zu baute. Derum weiß er in vielen Dingen auch bei der Seicheld als seine Nameeuben

Natschorn Ausdruck

  1. Gift im Bücherfracht

Karl-Albert sah im Zimmer des Baters vor dem alten eichenen Bücherfracht und kramte. Reihe für Reihe las er die Titel der Bücher und die Namen der Verfasser. Zumellen sah er auch in die Zeitung, die er auf dem Schreibtisch ausgebreitet hatte. Dann luchte er weiter im Bücherfracht. Jetzt hatte er etwas entbeuft, ein Buch, mit dem etwas besonderes los sein mußte. Er nahm es heraus und legte es auf einen größeren Bücherfisch, den er schon auf dem Teppich aufgeschichtet hatte.

Ein Schlüssel raselte in der Wohnungsfür, kräftige Männerchritte wuchteten über den Flur. Karl-Albert hörte nicht, daß der Vater nach Hause gekommen war, so sehr beschäftigte ihn seine Arbeit. Da stand der Oberlefertär Gerber in der Tür seines Arbeitsjammers: „Junge, was machst du denn da?“ Bei dem Anruf schreckte Karl-Albert ein wenig zusammen, dann drehte er sich um und zeigte auf den Haufen Bücher. „Du, Vater, die werden mir als Altpapier verkaufen.“ Gerber kannte seinen Jungen, der kam manchmal mit so ausgefallenen Sachen an. So lachte er nur: „Meine guten Bücher soll ich als Altpapier verkaufen? Aber ich weiß schon, du brauchst Geld für ein Fahrtenmeier, was? Also schick schon los, miesiel?“ Der Junge blieb ganz ernst: „Das sind Judenbücher, Vater. Meist du, sowas gehört nicht in unseren Bücherfracht.“

„Ich so“, sagte der Vater, ein wenig erstaunt, und griff nach einem der Bücher: „Audimig Fulda, Talisman“, las er laut den Titel vor und fügte hinzu „aber Junge, du wirst dich irren. Audimig Fulda galt früher als ein ganz großer Dichter, der gehörte damals sogar der deutschen Dichter-Afademie an . . .

Eben trat Rolf, der ältere der beiden Brüder, ins Zimmer. Er hatte schon seine HJ-Uniform an und wollte zum Heimabend. Überrascht blieb er stehen: „Was ist denn hier los?“

„Denn dir“, sagte Gerber, „der Junge will die Merke von Audimig Fulda auf den Scheiterhaufen werfen, von dem Mann, der zu meiner Zeit für den Schillerpreis vorgeschlagen war. Ist das nicht üftig?“

Rolf fand das gar nicht üftig, er blieb ernst: „Audimig Fulda war Jude.“

„Aber Rinder, das ist doch nicht möglich“ entlehte sich der Vater. Da griff Karl-Albert nach dem Zeitungsblatt: „Hier steht's, Vater, und es sind noch eine ganze Menge Namen genannt, alles jüdische Schriftsteller.“

„Seit mann liest du denn schon die Zeitung?“ fragte Gerber den 11jährigen Jungen. „Du solltest lieber die Rale in deine Schulbücher stellen.“

„In der Schule lesen wir auch die Zeitung“, verteidigte sich Karl-Albert. „Der Lehrer sucht uns meist ein paar Aufsätze aus, davon liest dann jeder einen Abschnitt. Manchmal liest er auch selber vor und erklärt uns dann alles. Reulich hat er auch gesagt, mir sollten ruhig zu Hause einmal in die Zeitung gucken, da fände manches drin, was auch mir Jungen schon milten müßten. Siehst du, Vater, da habe ich nun gleich auch was entdeckt, hier die Sache mit den jüdischen Schriftstellern.“

Der Vater mußte zunächst keine Antwort, büdte sich nach dem Scheiterhaufen auf dem Teppich und legte die Bücher auf den Schreibtisch. Wenn sein Junge eine Sache so energisch verfolgte, dann stellte meist auch etwas dahinter; das mußte Gerber. „Na, denn zeig mal, was du entdeckt hast“, sagte er freundlich. Außerdem war er neugierig, was nun bei der ganzen Sache herauskommen würde. Karl-Albert nahm ein Buch auf: „Hier, Georg Abers — Eine ägyptische Königstochter. Du hast noch mehr von ihm im Schrank stehen, eine ganze Reihe von Romanen.“

„Abers war doch ein großer Forscher und Romanschriftsteller. Früher wurden seine Sachen viel gelesen.“

„Aber er war ein Jude.“

Gerber schüttelte den Kopf. Der Junge hatte schon das nächste Buch ergriffen: „Der Fall Mauritius, von Jacob Waffermann. Auch ein Jude! Dann: Olga Wohltrud . . .“

„Die Romane hat Mutter immer so gern gelesen“, sagt der Vater. „Also eine Jüdin, diese Olga Wohltrud — wer hätte das gebucht. Man hatte ja gar keine Ahnung davon. Ihre Romane erschienen damals immer in den Zeitschriften. Es dauerte Mutter schon zu lange, bis ich das nächste Heft mitbrachte.“

Rolf tat es fast seih, daß der Vater so in Verlegenheit gebracht wurde. Nun meinte er: „Siehst du, Vater, damals war eben ganz Deutschland von Büchern überschwemmt, die von Juden geschrieben waren. Hast nur jüdische Bücher wurden gebucht, die machten das große Geschäft — und vergifteten das deutsche Volk. Jüdische Verleger beherrschten den ganzen deutschen Buchhandel, und wenn die Buchhandlungen leben wollten, dann waren sie gezwungen, den jüdischen Schank zu verkaufen. Ich denke, du hast von der Zeit, als in Deutschland die Juden regierten, doch auch wirklich die Rale voll. Wir müssen jetzt daran gehen, alles auszuwerzen, was noch an jüdischem Einfluß vorhanden ist. Gerade in den Bücherfrachten steckt überall noch das jüdische Gift. Sei froh, daß Karl-Albert so eitrig die Zeitung liest. Hier hast du ein Beispiel, wie wichtig das ist.“

Der Oberlefertär nahm die Brüle ab, legte sie auf den Schreibtisch. Nach kämpfte es in ihm, dann sagte er entschließen: „Ihr habt recht, so kann das nicht weitergehen. Gibt es denn nicht irgendwo ein Verzeichnis über jüdische Schriftsteller?“

„Eugenblick“, sagte Rolf, ging in sein Zimmer und kam mit einem Buch zurück: „Hier, Theodor Fritsch „Handbuch der Judenfrage“, da ist die ganze Gesellschaft jüdischer Schmierfranken aufgezählt. Warte mal, ich will dir gleich eine kleine Blütenleife aufschlagen.“

Haltig griff Gerber nach dem Buch, las und las. „Mein Gott, all die Schriftsteller, von denen früher in den Zeitungen ein so großes Zeichen gemacht wurde, das waren ja Juden.“ Er legte das Buch auf den Tisch: „Also nun paßt mal auf, Jungens! Am Sonnabenbuchmittag habe ich Zeit, da mich der Bücherfracht von allem jüdischen Gift gereinigt, und ihr sollt mir dabei helfen.“

Beispiel aus der Schülerzeitung „Hilf mit“. Hier wird sehr deutlich, wie primitiv auch für 10 bis 14 jährige Leser die Judenhetze betrieben wurde. Althändler Heinrich Rose aus Holzhausen sah – wie der Chroniktext zeigt – das ganz anders

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    • 19. September 1939:** Nach Eröffnung der Konferenz gedachte der Schulleiter zunächst der zum Heeresdienst einberufenen Berufskameraden Brauß und Glauner und begrüßte anschließend die mit der Vertretung beauftragten Herren Neuhaus und Heymühle. Der Schulrat Garbe, wie bekannt wurde, ist ebenfalls zum Heeresdienst einberufen worden und wird durch den bereits pensionierten Schulrat Hohmann vertreten.

Statt der Herbstzeugnisse sollen den Eltern dieses Mal allgemeine Mitteilungen über das Verhalten ihrer Kinder in der Schule zugestellt werden.

Auf den Beginn des Krieges hinweisend, wiederholte der Schulleiter die amtliche Verlautbarung: Während der Kriegszeit ist der Unterricht so zu gestalten, daß den Kindern alle die großen Ereignisse zu einem bleibenden Erlebnis werden. Besonders eingehend ist der Luftschutz zu behandeln. Es folgen genaue Anweisungen im Falle eines Fliegeralarms. Außerdem müssen nunmehr im besonderem Maße Altmaterialien und Heilkräuter gesammelt werden.

Der Schulleiter, Herr Hachmeister, gab der Berufskameradschaft auch den Beschwerdefall über den Jungvolkscharführer Rudolf Schmidt bekannt. Folgendes hatte sich zugetragen: Am 5.9.1939 hatte Schmidt das gesamte Jungvolk-fähnlein von Holzhausen während der Schulzeit antreten lassen. Trommeln und Fanfaren waren dabei, und dann wurden die zum Kriegsdienst eingezogenen jungen Holzhäuser Männer von der Gaststätte Drave bis zum Bahnhof begleitet und dort verabschiedet. Diese Maßnahme war mit der Schule in keiner Weise abgesprochen worden. Deshalb erstattete Hachmeister Anzeige wegen einer groben Ordnungswidrigkeit. Die Folge war, daß einige Wochen später zwei Beamte der geheimen Staatspolizei (Gestapo) in die Zigarrenfabrik Zetsche, wo Rudolf Schmidt arbeitete, kamen und ihn dort eingehend nach dem Vorgefallenen befragten. Das Ergebnis war, daß er eine kameradschaftliche Verwarnung erhielt. Es sei schließlich alles nur im Rahmen einer gewissen Ordnung möglich, die von allen Volksgenossen eingehalten werden müsse.

Wie bereits weiter oben, zum Ausbruch des 1. Weltkrieges wird hier eine Gegenüberstellung der amtlichen Texte mit einem Unterrichtsmerkblatt von 1985 eingeschoben, das sich mit den Hintergründen des Kriegsanfangs von 1939 befaßt. Am Protokolltext der Schule fällt im Vergleich mit den Thermannzeilen von 1914 die nüchterne Wortkargheit auf. Das amtliche Schulblatt ist da schon deutlich mehr im Fahrwasser der damals öffentlich verordneten Propaganda.

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  1. **Amtliches Schulblatt**
    • für den Reg. Bez. Hannover**
    • Ausgabe vom 5. September 1939**

Der Regierungspräsident Hannover1 W, den 1. Sept. 1939 Abtlg.für Kirchen und Schulen

  1. **Deutschland ist da,**
    • wo starke Herzen sind.**

(Ulrich von Hutten)

Der Führer ist durch das Verhalten des polnischen Volkes und der polnischen Regierung gezwungen worden, Ge- walt gegen Gewalt zu setzen, um die in Polen lebenden deutschen Volksge- nossen zu retten. Das deutsche Volk folgt ihm in unbegrenztem Vertrauen auch auf diesem Wege.

Ein großer Teil der Erzieher steht un- ter den Waffen, sie werden ihre Pflicht tun. Aber auch dem deutschen Erzie- her, der daheim geblieben ist, fällt in dem Kampfe um Deutschland eine Aufgabe zu. Er hat allen Volksgenos- sen ein Vorbild zu sein an besonne- ner Ruhe, entschlossener Kraft und opferbereitem Einsatz. Mit Rat und Tat hat er Hilfe zu leisten, wo immer sie nötig ist. Sollte ein Volksgenosse schwach werden, so hat der Lehrer ihm als guter Kamerad zur Seite zu stehen und ihn mit seinem Vertrauen aufzurichten.

Außerhalb der Schularbeit hat er sich voll in den Dienst der Öffentlichkeit zu stellen, zu welcher Arbeit es immer sei. Unsere Herzen sind bei den feldgrau- en Kameraden, unser Wille kämpft für Deutschland, unser Glaube gehört dem Führer.

Diels. (Regierungspräsident)

  1. **Ausgabe vom 4. November 1939**
  1. **An England**

(Von Wolfram Brockmeier)

Allzeit hat uns England geneidet Ehre und Macht, Frömmelnd hat sich's am Unglück geweidet, Als uns das Schicksal einst deckte mit Nacht.

Elend der Kinder, Hunger der Frauen rührten es nicht. Nimmer verfärbten Scham und Grauen Englands kaltes, verlognes Gesicht.

Ewige Rechte, heil'ge Gesetze, Ihm sind sie Staub. Giftige Spinne im silbernen Netze Fesselt mit tückischen Fäden den Raub.

Traumvolk der Denker und seligen Dichter Waren wir einst. Jetzt aber wurden wir Rächer und Richter. Bald kommt der Tag, da, England, du weinst!

Weinst .. doch nicht Tränen, die sonst du vergossen, Heuchelnd gemalt. Blut ist durch deine Schuld, England, geflos- sen. Blutschuld wird nur mit Blut bezahlt!

Denn wir vergaßen von dem, was geschehen, England dir nichts! Saat, die du sätest, werden wir mähen. Dunkel schon dröhnt es zum Tag des Gerichts!

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    1. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges

(Schülermerkblatt 1985)

    • 05.11.1937** Hoßbachprotokoll: Hitler teilt den Militärs und Ministern seine Absicht mit, die Ostländer zu erobern.
    • 09./10.11.38** Reichskristallnacht - Roosevelt beruft US-Botschafter ab.
    • 24.11.1938** Hitler erteilt Weisung, einen Angriff auf Polen vorzubereiten - Andererseits lobt er öffentlich die deutsch - polnischen Beziehungen und erwähnt nie Ärger wegen der Minderheitenfrage - Deutscher Umsturzplan soll Polen provozieren.
    • 10.3.1939** Stalins Kastanienrede vor dem 18. Parteikongreß, worin er indirekt Deutschland auffordert, nicht für die Westmächte die Kastanien aus dem Feuer zu holen.
    • 23.3.1939** Deutschland besetzt das Memelgebiet - Marine soll es machen.
    • 31.3.1939** Chamberlain gibt Garantieerklärung an Polen, der sich Frankreich später anschließt, da Hitler völlig unzuverlässig ist.
    • 22.5.1939** Stahlpakt zwischen Deutschland und Italien.
    • 03.5.1939** Russen setzen Litwinow ab und nehmen Kontakt mit Deutschland auf. Sie verhandeln gleichzeitig auch mit den Westmächten - Weizsäcker und Cordt warnen England vor deutschen Kriegsabsichten. Sowjetunion und Dirksenarchiv - Stalins Mißtrauen
    • 23.5.1939** Hitler spricht vor Wehrmachtsführung: Es gehe bei der nicht zu umgehenden Auseinandersetzung nicht nur um Danzig und nicht ohne Gewalt
    • 02.8.1939** Deutschland drängt auf Vertrag mit Rußland, da Hitlers Kriegsplan am 26.08. oder 1.09.1939 den Angriff auf Polen vorgesehen hat.
    • 12.8.1939** Ribbentrop erläutert Ciano in Fuschel deutsche Kriegspläne, dann Ciano bei Hitler - Italiener wegen der Rolle des nur Befehlsempfängers verstimmt - Sowjets und Deutsche pokern um Osteuropa. Auch England und Frankreich verhandeln mit Rußland.
    • Aug.1939** Beginn der Unruhen in Polen - Bromberger Blutsonntag

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    • 19.8.1939** Stalin greift ein, am 20.08.39 Hitlertelegramm an Stalin**22.8.1939** Hitler an die Wehrmacht: Der Krieg müsse jetzt, am 26.08. beginnen. Es komme nur auf Sieg nicht auf das Recht an. Es sei brutal u. mitleidslos vorzugehen!**23.8.1939** Streit um Danzig und den Einfluß Polens dort.**23.8.1939** Ribbentrop in Moskau: Nichtangriffspakt und geheimes Zusatzabkommen, Interessensphären abgegrenzt; Teilung Polens - Hitler hätte Konstantinopel und die Meerengen gegeben -**23.8.1939** Henderson fliegt zu Hitler - England wird kämpfen - England schlägt Vermittlung vor.

Hitler will aber freie Hand im Osten**5.8.1939** Hitler macht Henderson „großzügiges Angebot“ Wenn England ihm den Osten überließe, würde er mit der Wehrmacht das engl. Weltreich schützen.**25.8.1939** Hitler gibt Befehl zum Angriff auf Polen für den 26.08.39**26.8.1939** Alle Truppen halt, da Pakt England-Polen bekannt wird und Italien sich durch die sogen. Molybdänliste als nicht kriegsbereit erklärt. Ein mot. Reg. war doch irrtümlich vorgedrungen.**27.8.1939** Coulondre bei Hitler - Henderson und Dahlerus fliegen zwischen London und Berlin - Italienischer Vermittlungsvorschlag wird übergangen - Hitler will vollendete Tatsachen.**29.08.1939** Hitler verlangt polnischen Bevollmächtigten bis 30.08.39.**30./31.8.39** Streit Henderson - Ribbentrop um 16 Punkte, die aber nur ein Ausweichmanöver waren.**31.08.1939** Lipski 13.00 Uhr bei Ribbentrop, wird erst um 18.30 Uhr abgefertigt - Mussolini schlägt europ. Konferenz vor - Ein SS-Kommando in poln. Uniformen inszeniert Schießerei beim Sender Gleiwitz und hinterläßt sog. Konserven.**1.09.1939** Angriff auf Polen - 3.9.1939 England und Frankreich erklären den Krieg - Dr. Paul Schmidt und Henderson bei der Notenübergabe - Schmidt übersetzt Hitler, Göring usw. die britische Kriegserklärung. Hitler hatte damit nicht gerechnet.

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27. September 1939: Nachdem die Schüler in die Herbstferien verabschiedet waren, wurde mit der Arbeitskameradschaft sehr eingehend die Aufstellung der Vierteljahres-Lehrpläne besprochen. Besonders wies der Schulleiter darauf hin, daß diese Planung in enger Verbindung mit dem Zeitgeschehen vorgenommen werden muß. Die Schule wird als nationale Aufgabe ebenfalls eine Maulbeerbaumzucht anlegen. Ein Sportfest soll in diesem Jahr nicht stattfinden, dafür sind lediglich Leistungskämpfe im Rahmen der Schule und auf dem Schulgelände vorgesehen.

7. November 1939: Das amtliche Schulblatt 7/39 schreibt vor, daß in der Oberstufe sehr eingehend das Gedicht von Brockmeier „An England“ durchzunehmen ist. Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß neben Heilpflanzen auch Wildfrüchte, insbesondere Hagebutten gesammelt werden müssen.

Statt privater Notizbücher müssen die Lehrer amtliche Zensurenlisten führen, damit bei dem zu erwartenden häufigen Wechsel der Lehrkräfte die Nachfolger sofort über die Leistungen der Schüler Bescheid wissen.

20. Dezember 1939: Der Schulleiter weist darauf hin, daß bei der Gestaltung der Stoffpläne unbedingt im Rahmen einer wehrgeistigen Erziehung in der Schule zu verfahren ist, wie das im amtlichen Schulblatt 18/39 vorgeschrieben wird. Außerdem ist am Beginn jeder Woche unbedingt der vorgegebene Wochenspruch zu behandeln.

Es wird vorgesehen, 500 Maulbeerbäume auf dem Gelände des alten Friedhofs anzupflanzen.

Feldgraue Berufskameraden sollen zu Weihnachten 1 Päckchen von der Berufskameradschaft bekommen.

Wichtig ist, daß bereits im 3. und 4. Schuljahr Kartenzeichnen und Meßtischblattlesen betrieben werden. Solche Fähigkeiten gehören auf dieser Schulstufe zur wehrgeistigen Erziehung.

Im Unterricht sollen Waldpflanzen und eßbare Pilze durchgenommen werden. Im Rechnen werden Aufgaben aus dem Bereich des Militärdienstes gewählt.

Auf der Februar-Konferenz wurden die Lehrkräfte angewiesen, für die neuen Jungmädel- und Jungvolkjahrgänge die Erfassungslisten zu schreiben. Der gesamte Schulunterricht in Pyrmont findet aus Gründen der Kohleersparnis im Wechsel vormittags und nachmittags nur in den Räumen der Volksschule I statt.

Im März 1940 wird festgestellt, daß beide Schulen in Pyrmont Gemeinschaftsschulen sind. Lehrpläne im neuen Geiste waren zwar angekündigt, aber den Schulen bisher noch nicht zugegangen. In der Klasse 7 findet die 2. Lehrerprüfung mit dem Berufskameraden Rößer in Erdkunde und Deutsch statt. Sie

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wird durchgeführt mit dem Oberregierungsrat Blume, und als Gast ist Rektor Hachmeister mit dabei.

In den Abgangsklassen soll für den Lehrernachwuchs geworben werden. Herr Hachmeister spricht in der Klasse 7 und 8 dieses Thema an. Es melden sich Heinrich Rostmann und Hermann Müller, die später eine Einberufung zu einer Prüfungswoche in der Jugendherberge Springe erhalten.

Als Vertretung wird der Berufskamerad Sundermann der Schule als neuer Lehrer zugewiesen. Auch Herr Sundermann, der seinen Dienst in Borstel bei Nienburg getan hatte, war bereits pensioniert. Zum Schluß wurde aufgefordert, die Schülerbüchereien noch einmal von allen Büchern zu säubern, die konfessionell sind oder vor 1900 erschienen waren.

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8.Schuljahr im März 1940, (Abschlußklasse 1940, Jahrg. 1926) Auf der Treppe des Gasthauses Drawe während der Schulabschlußgeselligkeit, zu der auch ihr Klassenlehrer Rektor Hachmeister geladen war.

    • Untere Reihe von links:** Elli Schöndorf, Magdalene Ahrens, Emmi Schlüter, Heinrich Güse, Willi Meißner, Erich Greinert.
    • Zweite Reihe von links:** Emmi Durban, Waltraud Schmidt, Ernst Wennemann, Heinrich Dülm, Karl Hohmeister.
    • Dritte Reihe von links:** Emmi Gundlach, Nimi Schmidt, Fritz Meyer, Paul Große, Hans Lohstädt, Heinz Wieneke, Karl Schulze.
    • Oberste Reihe von links:** Hildegard Schwenke, Lieschen Stolte, Herr Hachmeister, Kurt Sauer, Willi Steinkamp, Fritz Schwenke, Hans Mesterheide.

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  1. Schuljahr 1940/41
    • 25. April 1940:** Die zur Wehrmacht eingezogenen Kollegen Glauner und Stoewer bekommen das Treudienstehrenzeichen verliehen.

Die Schulbehörde hatte verfügt, daß die 6 oberen Jahrgänge am Ende jeder Woche über das militärische und politische Geschehen zu unterrichten sind.

Fräulein Burghoff berichtet über das bisherige Ergebnis der Metallspende. Zum Geburtstag des Führers hat auch die Volksschule II nach Kräften beigesteuert. Es wurden abgeliefert:

163 Drehgriffe aus Messing, 26 kg Messinghaken und 2 kg Messingbleche, desgleichen 4 Messingtürgriffe.

    • Im Mai 1940** beginnt die Konferenz mit dem Dank an den Führer für seinen Sieg in Narvik. Den dort gefallenen Helden wird ein stiller Gruß gesandt. Lehrkräfte sollen an einem Kursus für Seidenraupenzucht teilnehmen. Dafür melden sich Herr Holzmann und Frl. Burghoff. Sie werden diesen Kursus am Anfang der Sommerferien besuchen.

Das Reichserziehungsministerium hat verfügt, daß in dieser schweren Zeit die Lehrkräfte während der Schulferien Weiterbildungskurse besuchen müssen oder auch andere Arbeiten zum Wohle der Nation auszuführen haben.

In Zusammenarbeit mit dem Ortsbauernführer werden Kartoffelkäfersuchaktionen geplant. Außerdem sind weiterhin, der Jahreszeit entsprechend, Heilkräuter zu sammeln und zu trocknen.

Es ist unbedingt darauf zu achten, daß die Fähigkeiten der Schüler im Kartenlesen und Kartenverständnis vertieft werden.

    • Im September 1940** wird Rektor a.D. Heymühle endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Die Berufskameraden Glauner und Stoewer wurden vorläufig vom Heer entlassen und stehen der Schule wieder zur Verfügung.

Nach einem Erlaß des REM sind Fronleichnam und Reformationstag nicht mehr schulfrei.

    • Ab Oktober 1940** ist Lehrer Brauß wieder in der Schule. Der Oberregierungsrat Blume verfügt, daß auch auf der Oberstufe gelegentlich Schreibstunden einzulegen sind, damit die Schrift der Schüler nicht so stark verfällt. In die Lehrberichte sind unbedingt auch die Wiederholungen einzutragen.

Ab dem 4.Schuljahr ist alle 3 Wochen eine Nachschrift und ein Aufsatz zu schreiben. Beide Arbeiten sind anschließend zu berichtigen. Für das Ostland wurden 3 Kisten Spielzeug gesammelt. Als Altmaterial sollen in Zukunft auch Knochen gesammelt werden und Schüler, die dabei positiv auffallen, erhalten einen Buchpreis.

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    • Im Dezember 1940** wird in einer Konferenz noch einmal darum gebeten, die Lehrpersonen mögen geeignete Bewerber für das musische Gymnasium und die Nationalpolitische Erziehungsanstalt werben und benennen. Diese „Napolas“ unterstehen zwar nominell dem REM Bernhard Rust, werden aber tatsächlich durch den Beauftragten des Reichsführers SS Heinrich Himmler, Heißmeyer, entscheidend beeinflußt.

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8. Schuljahr im Mai 1940, (Abschlußklasse 1941) Photo Lehrer Rößer. Die Klasse hatte während ihrer Schulzeit von 1933 - 1941 als Klassenlehrkräfte die Lehrerin Dettmer und die Lehrer Brauß, Glauner, Brauß, Rösser und zum Abschluß Hachmeister.

    • Linke Bankreihe von vorne links beginnend:** Albert Kinkeldey, Hermann Kelm; Karl Hildebrand, Adolf Kinkeldey; Klaus Wegener, Fritz Wortmann; Heinrich Rostmann.
    • Mittlere Reihe:** Maya Großmann; Helmut Pieper, Hermann Müller; Werner Metzlaff, Friedel Frohmann; Werner Wagner, Adolf Schaper; Kurt Multhaupt und Karl Schaper
    • Rechte Bankreihe von vorne links beginnend:** Hedwig Frye, Irmgard Hundertmark; Grete Schmidt, Hannelore Henne; Hildegard Niemeyer, Wilma Mundhenke; Anneliese Frohböse, Anni Becker; Else Mundhenke und Luise Stolte.

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    • Im Februar 1941** wird Herr Brauß wieder eingezogen. Dafür war Herr Sundermann als Pensionär eingesprungen.

Herr Stoewer berichtete ausführlich über den Modellflugbau, den er im Werkunterricht mit Klassen der Oberstufe durchführte. Vorgesehen sind die Modelle Jungvolk, Winkler-Junior, und Baby. Es soll ein Schulgarten angelegt werden, und die Maulbeerbäume wird Herr Glauner betreuen. Beklagt wurde, daß das Benehmen der Schüler in der Schule immer schlechter würde.

    1. Schuljahr 1941/42

Der REM verfügt, daß von diesem Schuljahr an, die bisherige Klassenbenennung zu verändern ist. Bisher gingen die jüngsten Schüler in die Klasse 8 und entlassen wurde aus der Klasse 1. Dabei wurde doppelt gezählt. Man sprach z.B. vom 1. Schuljahr und der Klasse 8 bzw. vom 8. Schuljahr und der Klasse 1. Nun sollen die Bezeichnungen für Klassen und Schuljahr durchgängig vom 1. Schuljahr beginnen und auf dem Gymnasium mit Schuljahr und Klasse 13 enden.

Außerdem beginnt das Schuljahr nunmehr im Herbst. Die älteren Jahrgänge werden zunächst noch vor den Osterferien entlassen, aber alle Neuaufnahmen beginnen nach den Sommerferien.

    • Im Mai 1941** trifft ein Schreiben des Pyrmonter Bürgermeisters Zuchholt ein. In ihm wird das Verhalten von Jugendlichen in der Öffentlichkeit streng gerügt. Die Schuljugend soll von nun an auch Flugzettel mit englischer Propaganda und Phosphorbrandplättchen unter kundiger Anleitung suchen.

Rektor Hachmeister wird ebenfalls zum Kriegsdienst einberufen. Seine Vertretung übernimmt Konrektor Holzmann.

    • Im Dezember 1941** ist es endlich soweit, daß die Maulbeerpflanzung endgültig geplant werden kann. Die Klasse 8 wird neben dem Nachbargrundstück Kohlenberg pflanzen, die Klasse 7 vor der Schule und die Klasse 6 an der Schulstraße.

Die neuen Vorschriften zur Zeugniserteilung stehen im Heft 24. „Deutsche Wissenschaft in Erziehung und Volksbildung“. Die Klasse 8 ist Ostern zu entlassen, erhält deshalb am 31. Januar wie alle andern Klassen kein Halbjahreszeugnis.

    • Im März 1942** hat sich die Schule betont von dem Brauch distanziert, daß Schulanfänger gemeinsam mit ihren Eltern die Kirche besuchen.

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Das von der Schule für die wehrgeistige Erziehung angeschaffte Kleinkalibergewehr wurde an die HJ verliehen.

Große Sorge macht im März 1942 die Einführung der Normalschrift. Es entstehen Schwierigkeiten, weil für die einzuschulenden ABC-Schützen keine entsprechenden Fibeln vorgesehen sind.

Ende März werden weitere 150 Maulbeersträucher gepflanzt.

    • 7. Juli 1942:** Die Sommerferien dauern vom 18.07. - 22.8.1942. Nach erneutem Erlaß des REM ist jeder Berufskamerad verpflichtet, entsprechend der allgemeinen Notlage des deutschen Volkes auch in den Ferien an Weiterbildungskursen oder anderen Arbeiten teilzunehmen.

Der Lehrmittelbeitrag ist auch von Müttern einzuziehen, deren Männer im Felde sind und die deshalb Kriegsunterstützung beziehen.

Im neuen Schuljahr wird Frl. Burghoff die Klasse 1, Herr Stoewer die Klasse 2, ebenfalls Frl. Burghoff die Klasse 3, Herr Neuhaus die Klasse 4, Herr Heymühle die Klasse 5, Herr Kleinschmidt die Klasse 6, Konrektor Holzmann die Klasse 7 und Herr Stoewer die Abschlußklasse 8 führen.

    1. Schuljahr 1942/43

Auf der ersten Konferenz im November wird bekannt, daß Herr Neuhaus endgültig ausscheidet und Herr Glauner sich dem Unterricht wieder zur Verfügung stellt. Laut Amtsblatt muß Schülern bekanntgegeben werden, daß mit Kriegsgefangenen nicht gesprochen werden darf.

Der Berufskameradschaft werden die nun vorliegenden Bestimmungen über die neu zu gestaltende Hauptschule bekanntgegeben.

Im November wird festgestellt, daß der Papierverbrauch sehr einzuschränken ist, da neue Hefte schwer zu bekommen sind. Oft müssen für neue Hefte alte und noch weiteres Altpapier abgegeben werden.

    • 15. Januar 1943:** Frau Peters ist als Ersatz für Glauner und Sundermann, die beide verstorben sind, in das Kollegium eingetreten. Konrektor Holzmann verliest eine Danksagung des Regierungspräsidenten für treue Pflichterfüllung der Lehrpersonen an der Schule und der Volksgemeinschaft im verflossenen Jahr und die Hoffnung desselben, daß die Lehrerschaft im Jahre 1943 ihre Pflicht tun wird.

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    • Am 28. März 1943** soll die Verpflichtungsfeier der Jugend im Konzerthaussaal stattfinden, nachdem die Schülerinnen und Schüler am Tage vorher aus der Schule feierlich entlassen wurden.

Um die Altmaterialsammlung zu intensivieren, sollen sammelnde Schüler unterrichtsfrei haben und nicht sammelnde sollen in zusammengefaßten Gruppen unterrichtet werden.

Im März wird noch einmal darauf hingewiesen, daß alles jüdische und Emigrantenschrifttum aus den Büchereien auszumärzen ist. Flugblätter sind unbedingt bei der Polizei abzugeben. Ferner sollen die Meldungen für Napola und Lehrerbildung erfragt werden. Die Sammlung für das Volkstum Deutscher im Ausland (VDA) ist in diesem Jahr als Geburtstagsgeschenk für den Führer gedacht. Der Kriegsgräberbeitrag soll zum Heldengedenktag eingezogen werden.

    • 18. Juni 1943:** In der letzten Konferenz des Schuljahres wird darauf hingewiesen, daß jeder Lehrer den Religionsunterricht ablehnen kann. Die religiösen Ansichten anderer sind zu achten. Mindestens eine Woche in den Ferien ist dafür gedacht, daß Lehrer in der Schule Aufräumungsarbeiten vornehmen werden.

Die Lehrbefähigung für die neueinzurichtende Hauptschule besitzt jeder Lehrer, der vor seiner Seminarausbildung einen Mittelschulabschluß gemacht hat.

Ein Referat über Schulsport wird von Rektor Bremer aus Hameln gehalten. Rektor Bremer wurde nach 1945 Schulrat im Kreise Hameln-Pyrmont.

    1. Schuljahr 1943/44
    • 20. Juni 1944:** Es findet die letzte aufgezeichnete Konferenz statt. Neu im Kollegium ist Lehrer Hölling und wegen der erneuten Einberufung von Lehrpersonen ist Rektor Heymühle zum zweiten Male aus dem Ruhestand in die Schule zurückgekehrt. Es wird darauf hingewiesen, daß nunmehr in den Haushalten unbedingt auch das Knüllpapier erfaßt werden muß.

Das Protokollbuch schließt mit dieser Konferenz. Das Kriegsgeschehen bedingte, daß die Schulgebäude in Holzhausen und Pyrmont als Lazarette zur Verfügung gestellt werden mußten. Was ab Herbst 1944 auch geschah. Die zu der Zeit insgesamt 1050 Schülerinnen und Schüler der beiden Volksschulen mußten im Uraltschulgebäude an der Rathausstraße, im Gemeindesaal der Stadtkirche und in anderen Gebäuden in Wechselschichten vormittags und nachmittags unterrichtet werden. Eine 1. Klasse hatte im Gebäude des Malers Wagner an der Rathausstraße bei dessen Tochter, Frau Peters, Unterricht. Unterrichtet wurde ebenfalls eine 1. Klasse im Holzhäuser Gemeindehaus, das hinter dem Sägewerk

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Emme lag. Die Kleinen hatten dadurch einen nicht so weiten Weg wie die älteren Schulkinder.

    1. Lazarettzeit und Ende des Krieges

Über diese Lazarettzeit der Schule Holzhausen und den Einmarsch der Amerikaner berichtet die Tochter des Lehrers Willi Stoewer, die dort damals mit zum Personal gehörte:

“Die Volksschule Holzhausen wurde Ende Dezember 1944 zum Lazarett umfunktioniert. Das Klassenzimmer links des Eingangsportals bezog der Sanitätsunteroffizier Wahle, der für alle organisatorischen und schreibtechnischen Aufgaben des Lazaretts verantwortlich war. Die Lehrküche im Keller diente als Lazarettküche. Frauen aus Holzhausen sorgten fürs Essenkochen. Die Lehrertoilette durfte nur vom Sanitätspersonal benutzt werden. Der erste Keller links, in dem bislang die Heimnachmittage des Jungvolks, BDMs und der Hitlerjugend stattfanden, wurde geräumt. Die verlausten Uniformen der Soldaten wurden dort gesammelt und zu gegebener Zeit zur Entlausungsstelle gebracht.

Der große Turnboden nahm alle Schulbänke, Stühle und Lehrmittel auf. In dem kleinen Raum daneben schliefen die Schwestern. Der leitende Oberstabsarzt Dr. Heck bezog das Rektorzimmer, in das Medikamentenschränke, leichtes Operationsmaterial und ein Operationstisch gestellt wurden. Rechts in der Ecke stand ein Schreibmaschinentisch mit einer neuen Olivetti-Schreibmaschine, an der die Tochter des Lehrers Stoewer als Schreibkraft die Krankenberichte schrieb, die sie zuvor bei der Visite im Stenogramm aufgenommen hatte.

Alle anderen Klassenräume wurden je nach Größe mit 8 bis 12 Betten ausgestattet. Die Märchenbilder für die jüngeren Schülerinnen und Schüler blieben an den Wänden hängen; und manch ein verwundeter Soldat, der nach einer Operation aus der Narkose erwachte, fantasierte von Hänsel und Gretel oder dem bösen Wolf und erzählte Rotkäppchen von Fronterlebnissen.

Die Holzhäuser Schüler besuchten abwechselnd morgens oder nachmittags die neue und die alte Pyrmonter Volksschule. Die Schüler des Gymnasiums hatten gar Unterricht im Obergeschoß des Gebäudes der Kurverwaltung, über den Lesesälen, wo später dann die britische Militärregierung einzog.

Die Holzhäuser Volksschule war das erste Lazarett, das den am Donnerstag, dem 5. April 1945, zwischen 15.00 und 17.00 Uhr einrückenden Amerikanern übergeben wurde. Schon Stunden vorher ertönte aus dem Megaphon eines Doppeldeckerflugzeugs, das ständig seine Runden über dem Pyrmonter Tal flog, die Aufforderung, weiße Fahnen herauszuhängen. Und das im Interesse der 5-7 Tausend Verwundeten hier. Bad Pyrmont war praktisch eine Lazarettstadt. Auch

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die Holzhäuser Schule war als Lazarett aus der Luft deutlich zu erkennen, denn ihr Dach war weiß gestrichen und mit einem riesigen roten Kreuz versehen.

Die weiße Fahne zu hissen, solange die Amerikaner noch nicht im Ort waren, konnte gefährlich werden; denn immer noch gab es einige Unbelehrbare, die mit „Verrätern“ kurzen Prozeß machen könnten. Deshalb ließen die Bewohner Holzhausens anfangs nur zögernd Bettücher aus den Fenstern gleiten. Doch unaufhörlich näherte sich der braun-graue Wurm der amerikanischen Panzer vom Hagen her Holzhausen. Im Schrittempo erreichten die ersten Panzer die Kampstraße. Schwarze saßen darauf mit aufgepflanztem Bajonett, angst- und furchterregend.

Während dieses alles geschah, saßen oder lagen alle Verwundeten in den Kellern. Nur der Oberstaabsarzt Dr. Heck erwartete die Amerikaner vor dem großen Schulportal, vor dem nun ein Jeep hielt, aus dem ein Offizier stieg. Die Schwarzen auf ihren Panzern gaben ihm Geleitschutz. Mit militärischem Gruß standen sich die beiden gegenüber. Der Oberstabsarzt übergab das Lazarett mit Verwundeten und sämtlichem Personal bedingungslos den Amerikanern. Mit der fairen Frage des amerikanischen Offiziers, was er für das Lazarett tun könne und der Bitte um Verbandsmaterial, Medikamente und Verpflegung als Antwort des Oberstabsarztes, verabschiedete sich der Amerikaner. Die Wünsche wurden bereits nach einigen Stunden erfüllt. Zum Zeichen der Kriegsgefangenschaft bezogen zwei amerikanische Posten die Ausgänge der Schule. Niemand durfte mehr das Gebäude verlassen oder es unkontrolliert betreten.”

    • Im Oktober 1945** wurde das Lazarett aufgelöst und die Räume wieder der Schule zur Verfügung gestellt. Bereits im September 1945 begann der Unterricht im Gebäude der Volksschule I in Pyrmont. Die Holzhäuser Schülerinnen und Schüler gingen zunächst auch in die Pyrmonter Schule. Sie wurde von Rektor Fritz Pfennig geleitet, der als alter Freimaurer keinerlei Schwierigkeiten mit der Entnazifizierung hatte.
    • Erst ab April 1946** gingen wieder Mädchen und Jungen in das Gebäude an der Kampstraße in Holzhausen zum Unterricht. Als Lehrerinnen und Lehrer waren dort die Herren: Wilhelm, Jackstedt, Köster, Mönnich, Stoewer und die Damen Mitzlaff, Bartsch und Jungklaß beschäftigt. Für eine Übergangszeit war auch für sie Rektor Pfennig aus Pyrmont als Schulleiter zuständig. Der als solcher auch die Zeugnisse der Holzhäuser Kinder unterschrieb.
    • Am 6. Mai 1947** übernahm die 1891 geborene, in Hagen/Westfalen ausgebildete Pädagogin Margarete Henschen als erste Rektorin nach dem Kriege die Leitung der Volksschule II an der Kampstraße. Ihre erste Eintragung in die Schul-

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chronik betraf die Tatsache, daß alle Seiten von 1933 bis 1945 aus diesem Buch entfernt waren.

Eine neue Zeit begann. Auch die aus dem Krieg zurückgekehrten Lehrer nahmen den Unterricht wieder auf. Hatten sie die Zeichen der Zeit begriffen, um der Jugend für deren Zukunft diesmal den richtigen Weg zu weisen? Was ist der richtige Weg? Wenn jungen Menschen diese Frage für ihr persönliches Leben nach der Schulzeit auch eines der Motive ihres Denkens und Handelns wird, dann haben Schule, Elternhaus und der Prozeß der Erziehung den wichtigsten Teil ihrer Aufgabe erfüllt.

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    • Sonnenuntergang Ende Februar 1937.** Der Blick vom Emmerufer über die Emmerbrücke zum Winzenberg wurde von Adolf Grimm, dem Sohn des Holzhäuser Rektors photographiert. Er war zu der Zeit als Stadtoberinspektor neben anderen Aufgabenbereichen für den amtlichen Bilderdienst der Stadt Bad Pyrmont verantwortlich.

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    • Margarete Henschen (1891 - 1968)**

Rektorin in Holzhausen von 1947 bis 1956

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  1. Neuanfang nach dem Krieg
    1. 1947/48

In der Schule sind 475 Kinder und davon 113 Flüchtlinge. Es werden 11 Klassen in 7 Räumen unterrichtet, da die Berufsschule ebenfalls noch im Gebäude an der Kampstraße untergebracht ist. Die Berufsschule kann nicht im alten Schulbau an der Griesemer Straße stattfinden, weil dort die Räume an die Käthe-Kruse-Puppenfabrik vermietet wurden. Die Verhältnisse sind sehr widrig. Die Schüler haben keine Bücher und keine Hefte. Außerdem fehlt insbesondere den Flüchtlingseltern das Geld, um Lehrmittel anzuschaffen. Überall regieren der Mangel und der Behelf. Lt. Ministerialerlaß wird wieder auf den Ostertermin zur Einschulung übergegangen. Das Schuljahr zählt also wieder von Ostern zu Ostern. Am 30.6.1947 wird der Schulrat Bremer pensioniert und am 1.7.1947 der Hamelner Rektor Weber als Nachfolger eingeführt.

Am 31. Januar 1948 kam vom Ministerium in Hannover Frau Professor Katharina Petersen mit dem neuen Schulrat Weber zur Besichtigung. Im Kollegium waren nun Frau Rektorin Henschen, Konrektor Mönnich, Herr Stoewer, Herr Brauß, Frl.Bartsch, Herr Köster, Herr Wilhelm und Frau Jungklaß.

Die Ernährungssituation der Schüler war im allgemeinen nicht gut. Besonders den Flüchtlingskindern war der Nahrungsmangel anzusehen. Da die Schule zunächst noch nicht bei der allgemeinen Hoover-Schulspeisung berücksichtigt wurde, spendeten die Schlachter aus Holzhausen an jedem Mittwoch und Donnerstag pro Kind eine Tasse Fleischbrühe. Als dann später die Schule Hoover-Schulspeise bekam, organisierte Herr Stoewer das Heranholen der Nährmittel und Abwiegen der einzelnen Portionen.

    1. 1948/49

Die Währungsreform bewirkt, daß in den Geschäften plötzlich alles wieder angeboten wird. Nur, leider ist das Geld knapp. In der Schule Holzhausen wird die Raumnot immer bedrängender, da ab Ostern 1949 zwei Förderklassen für die Mittelschule aufgenommen werden müssen. In der Schule sind jetzt insgesamt 573 Schülerinnen und Schüler in 13 Klassen. Im Kollegium arbeiten zur Zeit Rektorin Margarete Henschen, Lehrer Heinrich Köster, Lehrer Willi Stoewer, Lehrer Hermann Wilhelm, Lehrer Erwin Braus, Lehrer Johannes Schumacher, Lehrer Fritz Bohrmann, der häufig als Konrektor fungierende Lehrer Erich Mönnich, Lehrerin Lotte Jungklaß und Lehrerin Hildegard Bartsch.

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  1. 1949/50

Zu Beginn des Schuljahres kam es zu erheblichen Verbesserungen: Für die Arbeit der Volksschule II in Holzhausen stehen nunmehr alle ihre Räume zur Eigennutzung wieder zur Verfügung. Die Flüchtlingsgärten auf der Schulwiese wurden aufgehoben, so daß der Schulhof wieder um eine große Rasenfläche erweitert werden konnte. Der Unterricht mußte allerdings wegen Lehrermangel erheblich gekürzt werden. In 12 Klassen wurden 510 Schüler von 8 Lehrpersonen unterrichtet.

    • Die folgenden Jahre lassen sich, was die besonderen schulischen Ereignisse und Entwicklungen angeht, zusammenfassen:**
    • Im August 1950** wurde eine Hilfsschulklasse im Schulgebäude untergebracht. Diese Klasse wurde Pestalozziklasse genannt und gehörte zu der in Pyrmont gegründeten eigenständigen Hilfsschule, die bisher aber noch kein eigenes Schulgebäude hatte.
    • Im Oktober 1950** wurde Frau Becker, die mit ihrem Manne seit 1929 zuverlässig und für Schüler und Lehrer stets hilfsbereit die Hausmeisterarbeiten durchgeführt hatte, durch die Familie Webel ersetzt. Im gleichen Jahr wurde nach langer Zeit wieder ein Schulfest gefeiert, diesmal auf der Hamborner Mühle.
    • Ostern 1952** wird in der Verlängerung des Vogelreichsweges unter der Leitung von Herrn Mönnich ein Schulwald mit Buchen angelegt.
    • Im Sommer 1951** wird nach dem Kriege wieder ein mehrtägiger Ausflug mit Schülern unternommen. Herr Brauß und die Rektorin Frau Henschen fahren nach Eschershausen. Herr Brauß fährt anschließend mit einer anderen Klasse zwei Tage in die Jugendherberge in Müden an der Örze und dann mit einer kleinen Gruppe (9 Mädchen, 1 Junge) in den Sommerferien für eine Woche auf die Burg Ludwigstein.
    • Am 31. Mai 1952** wird die Turnhalle gerichtet und im Januar 1953 zum erstenmal benutzt. Die feierliche Einweihung erfolgt am 6.6.1953. Im Elternrat der Schule wird der Tierarzt Herr Dr. Schiller als Vorsitzender gewählt und steht der Schule als solcher für viele Jahre mit Rat und Tat zur Verfügung.
    • Am 1. September 1954** wird ein Schulverein gegründet, dessen Zweck es ist, zur Unterstützung von Erziehung und Unterricht in der Schule Holzhausen

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Das Schulgebäude von Westen nach dem Anbau der Turnhalle 1953

Geldmittel zu beschaffen. Herr Friedrich Hundertmark von der Hagener Straße wird sein 1. Vorsitzender.

Die anfangs hohe Schülerzahl ist 1955 bis auf 340 Kinder zurückgegangen.

    • Am 1. Juni 1956** wird Lehrer Mönnich endlich zum Konrektor ernannt, denn er hatte ab 1952 bereits die Arbeit eines Konrektors und die Vertretung der Rektorin durchgeführt.
  1. **Die Rektorin Frau Henschen tritt am 23.3.1956 in den Ruhestand.**

Sie war 1891 geboren und hatte 1920 am Seminar in Hagen/Westfalen ihre 1. Lehrerprüfung abgelegt. Bevor sie ihren Dienst an der Schule in Holzhausen antrat, war sie von 1914 bis April 1947 Volksschullehrerin in Hannover gewesen. Nun war ihr die Aufgabe zugefallen, die Schule Holzhausen durch die Nachkriegswirren wieder in die Normalität zurückzuführen. Sie tat es mit Geduld, großem Engagement und einem untrüglichen Gespür für das sachlich Mögliche. Sie blieb bis zu Ihrem Tode im November 1968 in Bad Pyrmont, an der Südstraße wohnen.

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    • Karl-Heinz Bentzien**

(Rektor von 1956 bis 1982)

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  1. Karl-Heinz Bentzien neuer Rektor

Nach den Osterferien am 16.4.1956 wird Herr Karl-Heinz Bentzien aus Mainsche, Kreis Nienburg der neue Rektor und Schulleiter. Herr Bentzien wurde am 27.7.1918 in Berlin geboren. 1937 machte er an der Carl Michaelis Oberrealschule das Abitur. Danach studierte er an der Hochschule für Lehrerbildung in Frankfurt an der Oder Pädagogik und Vorgeschichte bei Professor Frenzel. 1939 legte er dort seine erste Lehrerprüfung ab. Nach Krieg und Gefangenschaft war er zunächst in Großhelmsdorf, im Kreis Weißenfels in der ehemaligen DDR Lehrer. Nach kurzer Zeit, 1946 wurde er dann Schulleiter im oben bereits genannten Mainsche. 1954, im Rahmen des Fulbrightabkommens hielt sich Karl-Heinz Bentzien ein Vieteiljahr in den USA auf, um die dortigen Schulsysteme kennenzulernen. Für die damalige Zeit eine ganz ungewöhnliche Anerkennung eines Pädagogen.

Er hatte während seiner Arbeit als Lehrer einer zweiklassigen Landschule schon in der Lehrerschaft Niedersachsens bekanntgewordene Bücher über Schulpädagogik und Schulwesen veröffentlicht. Er war Mitarbeiter der Elternzeitschrift „Die Schule“ und der Fachzeitschrift „Die Volksschule“. In weiteren Zeitschriften und in der Niedersächsischen Lehrerzeitung erschienen von ihm insgesamt ca. 30 Veröffentlichungen.

Auch in Holzhausen begann mit seiner Schulleitung die Arbeit eines sehr engagierten, kenntnisreichen und erfahrenen Pädagogen. Bereits im September 1957 veranlaßte er einen Vortrag über Jugendkriminalität vor der gesamten Elternschaft. Wenn man den Zeitungsbericht heute (2003) über diese Veranstaltung liest, muß man erkennen, daß hier bereits eine Entwicklung erkannt und pädagogisch gedeutet wurde, die heutzutage zu ernsten und gefährlichen Erscheinungen geführt hat.

In der Zeitung heißt es: „*Den Jugendlichen fehlt das gute Beispiel. Die Jagd nach materiellen Werten führt dazu, daß Eltern sich zuwenig um ihre Kinder kümmern*“. Herr Regierungs- und Kriminalrat Faehnrich aus Hameln führte weiter aus, die heutige Jugend sei nicht schlechter als früher, nur ließen die Eltern die erforderliche Fürsorgepflicht vermissen. Unzweifelhaft führe oft der Zeitmangel der Eltern infolge der Hast des Tages und die Berufstätigkeit beider Elternteile dazu, daß die Kinder sich zuviel selbst überlassen seien. Der Hang zum Materialismus spiele außerdem eine wesentliche Rolle. Die alten patriarchalischen Verhältnisse gebe es heute kaum mehr. Das Autoritätsgefühl zu Eltern, Lehrern und Lehrmeistern sei stark gemindert. Die Jugend habe keine Ideale mehr. Sie habe keine Achtung keine Ehrfurcht vor den Eltern. Hinzu komme die Frühentwicklung von Jungen und Mädchen in biologischer Hinsicht.

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    • 1958 ist der Konrektor Mönnich 40 Jahre im Dienst.** Der 1918, gleich nach dem 1. Weltkrieg in den Schuldienst eingetretener Pädagoge wird in einer Feierstunde vom Schulrat und Vertretern des Kollegiums und der Stadt Bad Pyrmont geehrt.
    • Für das Schuljahr 1959/60** ging Herr Bentzien zum Studium an die internationale Hochschule für pädagogische Forschung nach Frankfurt. Eines der Ergebnisse seiner Arbeit dort war das Buch über den Epochenunterricht.

Sein Vertreter, Konrektor Mönnich, leitet für ein Jahr stellvertretend die Schule.

    • Im Oktober 1959** scheiden Lehrer Stoewer, Lehrer Ringer und die Handarbeitslehrerin Reinecke aus dem Dienst. Rektor Bentzien hatte sich in Frankfurt beurlauben lassen, um an der Feier für diese verdienstvolle Kollegin und ihre zwei Kollegen teilnehmen zu können.

In der Folgezeit vermeldet die Schulchronik immer mehr gut gelungene Schulveranstaltungen, die teilweise einen solchen Anklang bei der Elternschaft und in der Holzhäuser Bevölkerung finden, so daß sie wiederholt werden müssen. Diese Veranstaltungen finden meistens, wenn es nicht Sportfeste sind, im Gymnastiksaal der Schule statt.

Die Schülerzahl hat sich inzwischen (Mai 1961) auf 300 Schüler in 12 Klassen eingependelt. Im Juni 1960 werden die Eltern über das geplante 9. Schuljahr unterrichtet. Es ergibt sich für die Holzhäuser Schule wieder das Problem der Raumnot. Die Pestalozzi-Schule zieht in das Gebäude der Volksschule I um. Diese Schule ist räumlich außerordentlich gut ausgestattet, da sie in einem Gebäude untergebracht ist, das für 750 Schüler gebaut wurde, in dem sich aber nur noch ca. 300 Schüler befinden. Schulleitung und Kollegium dieser Schule wehren sich aber trotzdem sehr energisch und nicht immer ganz fair gegen den Beschluß des Hauptausschusses der Stadt Pyrmont.

    • Ab 1960** wird das Etatjahr vom 1. April auf den 1. Januar umgestellt. Herr Rektor Bentzien nutzt diese Mitteilung, um in der Chronik die Etatsummen aufzulisten, die der Schule Holzhausen für Lehr- und Lernmittel von 1950 bis 1963 von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt wurden:

| 1950 = 2138.- DM | 1951 = 6400.- DM | 1952 = 2055.- DM | | --- | --- | --- | | 1953 = 2450.- DM | 1954 = 12570.- DM | 1955 = 3300.- DM | | 1956 = 2800.- DM | 1957 = 3210.- DM | 1958 = 5550.- DM | | 1959 = 5300.- DM | 1960 = 4187.- DM | 1961 = 5850.- DM | | 1962 = 10250.- DM | 1963 = 10100.- DM | |

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    • Im November 1961** trafen sich die Eltern der Schüler aus Hagen zum erstenmal in der Schule Holzhausen, um über das geplante 9. Schuljahr unterrichtet zu werden. Dabei wurde ihnen auch erklärt, daß es notwendig sein wird, die Schüler aus einer wenig gegliederten Schule, wie das für Hagen zutraf, bereits in das 8. Schuljahr der Schule zu übernehmen, die Jahrgangsklassen führt. Andernfalls würden die Schülerinnen und Schüler der wenig gegliederten Schule in das neunte wichtige Abschlußschuljahr nur unvollständig integriert werden können. Die Eltern sahen diesen Sachverhalt durchaus ein.
    • Bereits im Schuljahr 1962/63** besuchen freiwillig einige Schülerinnen und Schüler aus Hagen die Klasse 8 in Holzhausen. Ab 1963/64 besuchen alle Schüler aus Hagen die Klasse 8 in Holzhausen, aus der sie dann in die Klasse 9 übergehen.
    • Im Juli 1963** vermerkt die Chronik einen Zwischenfall, der auch in der Pyrmonter Zeitung vermerkt ist. Ein Schüler widersetzte sich der Weisung des Lehrers, unter die Ergebnisse seiner Rechenaufgaben einen Strich mit dem Lineal zu ziehen. Der Lehrer strich daraufhin die Hausaufgabe durch und gab ihm auf, diese Aufgabe zu Hause zu wiederholen. Der Schüler gehorchte aber nicht. Daraufhin ordnete der Lehrer an, daß der Junge die Rechenaufgaben während des Schulunterrichts in einer Freistunde nachholen sollte. Der Schüler widersetzte sich diesem Befehl und lief nach Hause. Als er am anderen Tage zur Schule kam, erhielt er die Weisung, nach dem offiziellen Unterrichtsschluß die Aufgaben anzufertigen. Bevor es aber dazu kam, erschien der Vater des Schülers in der Schule und stürmte in das Lehrerzimmer. Er stellte dort den betreffenden Klassenlehrer in Gegenwart mehrerer anderer Lehrer zur Rede, beschimpfte und beleidigte ihn mehrfach. Erst durch das Eingreifen des Schulleiters konnte der Mann dahin gebracht werden, sich zu beruhigen und das Lehrerzimmer schließlich zu verlassen.

Vor Gericht angeklagt, sah der Vater ein, daß er unüberlegt gehandelt hatte und versprach, in Zukunft vorsichtiger zu sein. So wurde er wegen Beamtennötigung in Tateinheit mit öffentlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von DM 80.- verurteilt. Gleichzeitig wurde dem beleidigten Lehrer die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten durch Aushang im Lehrerzimmer der Schule für 3 Tage bekanntzumachen.

    • Im Dezember 1963** wird endlich der dringend notwendige Anbau gerichtet und im folgenden Jahr genutzt und eingeweiht.
    • Am 22. März 1964** wird Herr Erwin Brauß pensioniert, unterrichtet aber mit 13 Stunden wegen des Lehrermangels weiter. An der Feier nehmen auch die ehemali-

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ge Rektorin Henschen und der ehemalige Konrektor Holzmann teil. Herr Brauß begann 1925 in der damals sogenannten Pachtschule seine Tätigkeit in Holzhausen.

    • Im Schuljahr 1964/65** hat die Schule 349 Schülerinnen und Schüler, die in 12 Klassen untergebracht sind. Das Kollegium besteht aus folgenden Damen und Herren:

| Rektor Bentzien, | Konrektor Mönnich, | Lehrer Sitter, | | --- | --- | --- | | Lehrer Zastrow, | Lehrer Bartels, | Lehrerin Meihost-Beneke, | | Lehrerin Steinwender, | Lehrerin z.A. Klein, | Lehrerin z.A. Nordmann, | | Lehrerin z.A. Völkel | Herrn Brauß (13 Stunden) | | | Lehrerin Busse ist wegen Krankheit weiterhin beurlaubt. | | |

    • Zu Beginn des Schuljahres 1964/65** wird der Anbau bezogen.
    • Am 24. September 1964** findet die feierliche Einweihung statt. Dieser Anbau hat 600 000.- DM gekostet. Durch ihn sind für die Schule bis auf weiteres alle Raumprobleme gelöst. Der einheimische Architekt Stuckenbrock übergibt den Schlüssel an Bürgermeister Drinkuth.
    • Im Schuljahr 1965/66** besuchen 362 Schülerinnen und Schüler die Schule, und Englisch wird in Holzhausen Pflichtfach.
    • Im April 1966** wird Konrektor Mönnich pensioniert. Er wird aber weiterhin, um dem Lehrermangel abzuhelfen, 16 Unterrichtsstunden erteilen.

Mönnich war in seinen jungen Jahren auch in den USA tätig gewesen. Er und die ehemalige Rektorin Henschen, die ebenfalls in England tätig war, haben sich für den Englischunterricht in Holzhausen besonders eingesetzt.

    • Ab 1966 folgen zwei Kurzschuljahre.** Das eine dauert vom April 1966 bis Dezember 1966 und das zweite vom Dezember 1966 bis Juli 1967. Als Folge dieser Umstellung des Schuljahres auf den Herbstbeginn entsteht das sogenannte Wanderloch. Da im Januar 1967 keine Schüler aufgenommen wurden, fehlt in den folgenden Jahren in den Schulen immer ein Jahrgang. Die Schuljahre 7 - 8 und schließlich 5 und 6 werden aus der Schule Hagen für die Zukunft in Holzhausen eingeschult. Auch die katholischen Schüler aus Holzhausen gehen in die örtliche Schule, weil die katholische Volksschule in Pyrmont aufgehoben wurde.

Der 1954 gegründete Schulverein unter seinem Vorsitzenden Dr. Schiller kann auf seiner Sitzung **im April 1967** eine stolze Bilanz ziehen. Er hat in der Zeit seines Wirkens für die Schule 16.425.- DM aufgebracht und ausgegeben.

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    • Ab August 1967** wird in Holzhausen die Förderstufe eingerichtet. Die Klassen 7, 8 und 9 werden nach Pyrmont umgeschult, so daß in Holzhausen außer der Grundschule und den Pestalozzi-Klassen nur die Förderstufe bleibt.

Im November, auf einer Sitzung des Elternrates, löst Herr August Stuckenbrock den bisherigen Vorsitzenden Dr. Schiller ab.

    • Im Februar 1968** wird der Lehrer an der deutschen Schule in Pretoria (Südafrika), Kruse, neuer Konrektor. Er löst den an einer schweren Krankheit verstorbenen Vorgänger Creutzburg ab.
    • Im Juli 1968** beschließt der Rat der Stadt, alle Schulbezirke für das Einzugsgebiet Bad Pyrmont aufzulösen, so daß eine Neuverteilung der Schüler auf die über das Stadtgebiet verstreut liegenden Schulen erfolgen kann.
    • Im November 1968** erreicht das Kollegium die Nachricht, daß die 1. Rektorin nach 1945, Frau Margarete Henschen, in Bad Pyrmont gestorben ist. Sie wohnte zuletzt in der Südstraße.
    • Im Oktober 1970** beginnt zum erstenmal ein Schulassistent seine Arbeit in Holzhausen. Es ist Herr Hans-Jürgen Harders, der von nun an den Kolleginnen und Kollegen mit Hilfe in technischen Dingen zur Hand geht.

Lehrer Lutz Otto, der bereits seit 1969 an der Schule unterrichtet, besteht im März 1971 seine 2. Lehrerprüfung mit gutem Erfolg.

Der Stadtrat entscheidet sich, die neue Sonderschule in Holzhausen zu bauen. Es werden für 420 000.-DM Klassen in Fertigbauweise errichtet. Seit einigen Jahren hat sich bereits der Schulassistent, Herr Harder eingearbeitet. Die neue Sonderschule wird im Juni 1971 eingeweiht.

    • Im Mai 1972** verabschiedet sich der Schulrat Dr. Blumenthal von den Schulen und den Gemeinden. Dr. Blumenthal hat sich als Schulrat durch seine besondere pädagogische Kompetenz und eine neue sachlich kollegiale Art, mit Schulleitern und Lehrern umzugehen, über die Grenzen des Kreises Hameln-Pyrmont weit hinaus verdient gemacht. Sein Nachfolger ist der Rektor aus Springe, Herr Krull.
    • Von 1972 - 76** arbeitet Frau Barbara Winkelvoß als Schulsekretärin in Holzhausen. Vor ihrer Einstellung mußte zumeist der Schulleiter alle Büro- und Schreibarbeiten ohne oder nur mit teilweiser Hilfe erledigen.

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    • Am 1. Februar 1973** wird der 28jährige Lehrer Lutz Otto neuer Konrektor, da sein Vorgänger Kruse sich nach Delmenhorst hat versetzen lassen. Otto hatte die Arbeiten des Konrektors schon über ein Jahr kommissarisch ausgeübt.
    • Im Schuljahr 1973/74** sind in der Schule unter 587 Schülern, die in 21 Klassen unterrichtet werden, 85 ausländische Kinder, von denen allein 61 griechisch sind. Um diesen Kindern gerecht werden zu können, werden 2 Griechen-Klassen eingerichtet. Auf der Elternratssitzung löst Frau Drinkuth Herrn August Stuckenbrock im Vorsitz des Elternrates ab.
    • 1974 besteht der Schulverein 20 Jahre.** In einer schlichten Feierstunde werden seine Verdienst besonders von Seiten der Schulleitung und der Stadtverwaltung gewürdigt.
    • Ab Februar 1976**, nach etlichen Vorbereitungen und Besprechungen mit der Elternschaft, geht die Schule zur 5-Tage-Woche über. Von 1976 bis 1992 arbeitet Herr Heinz Gödeke als Schulassistent im Kollegium.
    • Am 20.1.1977** löst Herr Karl Frye als neuer Hausmeister das seit 1950 amtierende Hausmeisterehepaar Emilie und Herbert Webel ab. Auch die bisherige Schulsekretärin Winkelvoß wird in dieser Arbeit von Frau Margarete Hain abgelöst.
    • Im November 1977** wird in der Schule das 40jährige Dienstjubiläum des Rektors Bentzien gefeiert. Ein Jahr später, im Februar geht der Kollege Saake nach gut fünf Jahren Unterricht in Holzhausen in den Ruhestand. Mit ihm zusammen waren auch die Kollegen Otto Jahnke und Reinhold Schulze von der Herderschule in Pyrmont nach Holzhausen gekommen. Sie hatten sich besonders der Arbeit in der Förderstufe gewidmet
    • Ab Januar 1978** übernimmt Frau Marta Otto, geb. Steffens die Arbeit der Sekretärin des Schulleiters.
    1. Die Schule Holzhausen wird Grundschule

Ab Sommer 1980 wird in der Stadt Bad Pyrmont die Orientierungsstufe eingeführt. Die Schule Holzhausen existiert von da an nur noch als Grundschule. Die Schülerzahl sinkt, weil nun nur noch die Klassen 1- 4 geführt werden, auf ca. 250 Schüler ab.

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Im Juli 1979 gibt es in Holzhausen eine die ganze Bevölkerung mobilisierende Feier. Das sogenannte „Neue Schulgebäude“ wird 50 Jahre alt. Der ehemalige Konrektor Kruse ließ es sich nicht nehmen und kam aus diesem Anlaß aus Pretoria nach Bad Pyrmont. Das Geburtstagsgeschenk konnte von der Schule allerdings erst im Sommer 1980 in Empfang bzw. Gebrauch genommen werden. Es handelte sich um eine neue Freianlage für den Schulsport, die 300 000.- DM gekostet hatte. Diese Anlage ist leider nicht ganz unproblematisch, da sie von dem Schulgelände durch eine verkehrsreiche Straße getrennt wird.

Am 31. Juli 1982 tritt Karl-Heinz Bentzien nach 26 Jahren Schulleitung in Holzhausen in den Ruhestand. 1962, als Bentzien 6 Jahre in Pyrmont Rektor war, hieß es in der Lehrerschaft, er sei für die Schulratsstelle im Kreise Diepholz vorgesehen. Diese Nachricht war nicht unbegründet, denn Rektor Bentzien war durch seine pädagogischen Veröffentlichungen über Epochalunterricht, besonders nach seinem Studienjahr an der Internationalen Hochschule für pädagogische Forschung in Frankfurt für eine solche Tätigkeit wohl prädestiniert. Karl-Heinz Bentzien starb am 30.8.1994 in Bad Pyrmont.

Da genügend Schulräume vorhanden waren, ergab sich ab 1980 die Frage, ob man in Holzhausen Vorschulklassen oder einen Schulkindergarten einrichten sollte. Denn ab 1981/82 führt die Schule kein 5. und 6. Schuljahr mehr, da diese Schüler in die zentrale Orientierungsstufe in das Schulzentrum Bad Pyrmont gingen. Im Schuljahr 1982/83 wurden deshalb nur noch 217 Schülerinnen und Schüler in 9 Klassen vom 1.- 4. Schuljahr unterrichtet.

    1. Lutz Otto neuer Rektor

Am 1. August 1982 wird Konrektor Lutz Otto neuer Rektor. Er ist bereits seit 1968 an der Schule. Ihm sind die Verhältnisse und Entwicklungen in Holzhausen mit all ihrer Problematik genau bekannt. Er wurde 1944 in Hameln geboren und bestand im Februar 1965 am dortigen Schillergymnasium das Abitur. Im Anschluß daran begann er sein Studium an der Pädagogischen Hochschule Hannover. Im Mai 1968 bestand er die 1. Lehrerprüfung und wurde im August desselben Jahres in den Schuldienst an der Herderschule in Bad Pyrmont eingestellt. Aber bereits einen Tag später ordnete ihn die Schulaufsichtsbehörde an die Schule in Holzhausen ab. Aus der Abordnung wurde eine ordentliche Versetzung, und Lutz Otto gewann Holzhausen, seine Schule und seine Bevölkerung lieb. Im März 1971 bestand er dort seine 2. Lehrerprüfung und wurde im September desselben Jahres Beamter auf Lebenszeit.

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Seit dem 1. Februar 1973 wirkte Lutz Otto als Konrektor an der Schule. Fast auf den Tag genau 14 Jahre kennt der neue Rektor seine Wirkungsstätte. Mit seiner Erfahrung als Pädagoge und als sehr verständnisvoller Kollege gelingt es ihm, die Geschicke der Schule zu leiten. Dazu befähigen ihn auch die neun Jahre seiner Konrektorzeit. Als er die rechte Hand des Rektors Karl-Heinz Bentzien war, konnte er auch auf diesem Sektor Erfahrungen sammeln. „Es wird sich nicht viel ändern“, versprach Lutz Otto, der dennoch einige Pläne hatte, wie das Lernen und Lehren an der Schule Holzhausen noch wirksamer gestalten werden kann.

Im selben Schuljahr wird auch eine Klasse für Asylbewerberkinder eingerichtet und 1983

nehmen sogar 3 chinesische Schüler am Unterricht teil. In die durch Lutz Otto freigewordene Konrektorstelle rückt im November 1983 als Mitglied des Kollegiums die Lehrerin Ingetraud Friederich nach. Im selben Monat bekommt der Schulverein einen neuen Vorsitzenden. Nach 23 Jahren nützlicher Arbeit für die Schule tritt Dr. Schiller vom Vorsitz zurück und die Versammlung wählt Manfred Schur zu seinem neuen Vorsitzenden.

In den folgenden Jahren erlebt die Schule durch den Schülerrückgang eine schwankende Überversorgung. Anfang Februar 1984 ist sie auf dem Papier 110 % mit Lehrerstunden versorgt. Durch die Abordnung von 2 Kolleginnen kommt es dazu, daß nur noch 104 % praktiziert werden.

    • Als im August 1984** die Schulleitung einwilligte, in den Sommerferien ihre Räume für eine Tagung für die Solidaritätsjugend Deutschlands zur Verfügung zu stellen, dankte diese Organisation das leider damit, daß später erhebliche Schäden und Diebstähle im Schulgebäude festgestellt werden mußten.

Zu dieser Zeit unterrichten folgende Kolleginnen und Kollegen 219 Schüler in 10 Klassen an der Schule:

L. Otto, Rektor, I. Friederich, Konrektorin, Herr Kopmann, Frau Sander, F. Eisner, Frau Koltzenburg, Frau Luntz, Frau Guternacht, Frau Domberg, Frau Nordmann, Frau Schur.

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    • Lutz Otto**

Rektor ab 1. August 1982

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    • Am 14. Januar 1986** stirbt Erich Mönnich, der langjährige Konrektor der Schule.

Über lange Jahre hält sich die Schülerzahl um 230 in 12 Klassen. Die Grundschule ist also dreizügig. Die Versorgung schwankt. Im Schuljahr 1986/87 waren es z.B. 104 %. Im Schuljahr 1988/89 bei 244 Schülern in 12 Klassen aber nur 91 %. Ärger gibt es mit der neuen Schulsportanlage, sie war großzügig der Allgemeinheit insbesondere der außerschulischen Jugend zur Verfügung gestellt worden. Als Dank mußten die Gemeinde und das Kollegium beobachten, daß auf dem teuren Sportgelände lediglich Randale und Zerstörungen stattfanden.

    • Im Januar 1987** fällt der Unterricht wegen Schnee und Straßenglättte in Holzhausen aus.

Auch im Januar 1987 stirbt 75jährig Herbert Webel. Er war 27 Jahre Hausmeister der Schule gewesen und hatte alle organisatorischen Veränderungen der letzten 3 Jahrzehnte miterlebt.

    • Am 30. September 1991** geht Herbert Webels Nachfolger im Hausmeisteramt, Karl Frye, in den Ruhestand und wird durch Herrn Bernd Borkmann abgelöst.

Für Feste und Feiern hat sich im Laufe der Jahre eine gewisse Tradition herausgebildet. In jedem Jahr findet eine gelungene Weihnachtsfeier mit Spiel und Tanz statt, und in der Sommerzeit freuen sich insbesondere die Schülerinnen und Schüler auf die alljährliche Sternwanderung.

    1. **Schuljahr 1990/91 von Lutz Otto**

An der Grundschule Holzhausen wird ein Schulkindergarten eingerichtet, in dem 15 Schülerinnen (Schüler aus dem gesamten Einzugsgebiet der Stadt Bad Pyrmont) im Anfangsjahr teilnehmen. Die Leiterin ist die Sozialpädagogin Frau Annemarie Wendland-Kolle. Auf Antrag des Sportvereins TUS wird die Erweiterung der Turnhalle kontrovers in der Ratsfraktion und den Ausschüssen diskutiert. Letztlich wird das Bauvorhaben aus finanziellen Gründen nicht durchgeführt. Am 31. Mai 1991 wird in der Aula der Schule das Spiel „Hänsel und Gretel“ von der Theater-AG aufgeführt. Einstudiert wurde es von Frau Bettina Berg. Den mitbeteiligten Schulchor leitete Frau Anita Koltzenburg. Die Sternwanderung des Schuljahres führte am 27. Juni 1991 zum Modellflugplatz Hagen.

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  1. Schuljahr 1991/92

Der seit 15 Jahren tätige Hausmeister Karl Frye geht am 30. 09.1991 in den Ruhestand. Ab 1.10.1991 wird Herr Bernd Borkmann sein Nachfolger. Der langjährige Schulassistent, Herr Heinz Gödicke, geht am 13.2.1992 in Pension. Zum Abschluß des Schuljahres findet im Juni 1992 auf dem Schulgelände das Fest „Sport, Spiel und Spaß“ statt.

  1. Schuljahr 1992/93

Der von der Schule am 21.10.1992 beim Kultusministerium gestellte Antrag auf Einführung der vollen Halbtagsgrundschule wird im April desselben Jahres abgelehnt. In den Sommerferien läßt die Stadt die Fenster in den Klassenräumen austauschen. Nach 2 Jahren sind sämtliche Fenster ausgetauscht.

  1. Schuljahr 1993/94

Nach 10 Jahren zieht der Kinderschutzbund aus den Räumlichkeiten der Holzhäuser Grundschule endlich in ein eigenes Domizil. Ihr 25jähriges Dienstjubiläum feiern die Kolleginnen Bettina Berg, Elisabeth Kreuzburg und Frau Brunhilde Luntz. Im Juni, Am Ende des Schuljahres findet wieder das Schulfest „Sport, Spiel und Spaß“ statt.

  1. Schuljahr 1994/95

Von der Schule wird eine Integrationsklasse eingerichtet, die von der Grundschullehrerin Frau Bettina Berg und der Sonderschullehrerin Ulla Boßmann unterrichtet wird. In der Klasse sind vier behinderte Schülerinnen bzw. Schüler mit 16 nicht behinderten Kindern integriert. Noch im selben Jahr wechselt die Leitung des Schulkindergartens, Frau Annemarie Wendland-Kolle wird auf eigenen Wunsch nach Warendorf versetzt und durch die neueingestellte Grundschullehrerin Frau Sonja Schierholz ersetzt. Im März 1995 verstarb der ehemalige Kollege Hans Sitter, der von 1956 bis 1976 an der Holzhäuser Schule unterrichtete. Das Kollegium der Schule Holzhausen stellt am 28. 5. 1995 beim Pyrmonter Wundergeläuf das Bild „Zar Peter der Große“ dar.

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    1. Das Kollegium der GS Holzhausen (Schuljahr 1995/96)

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1. Reihe (von links): Charlotte Osterhage, Astrid Grossmann, Corenelia Sassen, Elisabeth Creutzburg, Brunhilde Luntz 2. Reihe (von links): Christiane Menze, Sonja Schierholz, Christel Webel 3. Reihe (von links): Uwe Siegmann, Marta Otto (Schulsekretärin) Lutz Otto, Bettina Berg, Christel Boldt, Jutta Runge, Ingetraut Friedrich 4. Reihe (von links): Bernd Borkmann (Hausmeister), Joachim Kieker, Anita Koltzenburg, Erdogan Eren, Sabine Wesche, Kerstin Guternacht

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  1. Schuljahr 1995/97

Die Sonderschullehrerin der Integrationsklasse Frau Ulla Boßmann läßt sich beurlauben. Als Nachfolgerin wird Frau Sabine Wesche mit 26,5 Std. von der Pestalozzi-Sonderschule an die Grundschule Holzhausen abgeordnet. Firmen und Sparkassen sponsern für die Schule die Anschaffung von 80 Fit-Bällen gegen Haltungsschäden. Am 21. Juni 1996 findet das alljährliche Schulfest statt. Die Grundschule und die Sonderschule erhalten von der Stadtsparkasse eine Spende von 1.600,- DM. Davon werden Tischtennisplatten für den Schulhof angeschafft.

    • Am 29. September 1996** übergibt in einer Feierstunde Herr Realschulrektor a. D. Hermann Müller die Chronik der Holzhäuser Schule der Öffentlichkeit. Neben vielen eingeladenen Gästen nahmen auch Bürgermeister Schlutter und Stadtdirektor Demuth an der Veranstaltung teil.

Durch Eigeninitiative beider Schulen wird der Schulhof umgestaltet und ein duales Müllentsorgungssystem auf dem Schulhof und im Schulgebäude eingerichtet. Mit Beendigung des Schuljahres tritt die Kollegin Anita Kolzenburg in den Ruhestand.

  1. Schuljahr 1997/98

Die Grundschullehrerin Frau Jutta Runge übernimmt die Leitung des Schulkindergartens. Das Verkehrsproblem Schulstraße (Spielstraße zwischen Erdfällenstraße und Kampstraße) wird heftig mit der Stadtverwaltung diskutiert. Daraufhin erfolgen Verbesserungen, aber, Zufriedenheit herrscht über die eingeleiteten Maßnahmen im Kollegium und der Elternschaft immer noch nicht. Man erarbeitete weitere Verbesserungsvorschläge, die der Verwaltung zugeleitet werden. Im Februar wird die Konrektorin Ingetraut Friederich pensioniert. Der ehemalige Schulassistent Heinz Gödicke verstirbt völlig überraschend am 01.04.1998. Vor ihm war bereits im März der ehemalige Kollege Reinhold Schulze im Alter von 85 Jahren verstorben. Am 20. Juni 1998 ereignete sich ein tragischer Unglücksfall im Hallenwellenbad. Dabei kommt der Schüler Ufa Seking aus dem Schulkindergarten ums Leben. Das Kollegium beteiligt sich an einer Spendenaktion für die so betroffenen Eltern.

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    • Rechtschreibreform:** Das Schuljahr 1997/98 ist bezüglich der Einführung der Rechtschreibreform von großer Unsicherheit geprägt. Auf Grund von gerichtlichen Einsprüchen ist die bereits verordnete Reform zurück genommen worden, wird aber später wieder verbindlich gemacht. Nunmehr sind alle Schüler nach der neuen Rechtschreibordnung zu unterrichten.

Mit der Beendigung des Schuljahres läuft die Integrationsklasse (4. Klasse) aus. Alle betroffenen Schüler wechseln geschlossen in die Orientierungsstufe Bad Pyrmont über. Mit ihnen geht auch die Sonderschullehrerin Frau Sabine Wesche wieder zurück nach Bad Pyrmont. Frau Bettina Berg (Sonderschullehrerin) bewirbt sich auf die vakante Außenstelle Thal der Herderschule. Frau Berg verläßt somit die Grundschule Holzhausen. Am Ende des Schuljahres wird Frau Christel Bolth zur kommissarischen Konrektorin ernannt.

    1. Schuljahr 1998/99

Als Erneuerung wird in allen Pyrmonter Grundschulen Englisch-Unterricht erteilt. Begonnen wird mit dem 3. Schuljahr. Ab 1999 soll dann grundsätzlich im dritten und vierten Schuljahr Englisch erteilt werden. Das geschieht an 2 Wochenstunden und ohne Benotung. Die Sonderschullehrerin Frau Christine Hopf arbeitet im Rahmen des Korpetionsvertrages zwischen der Sonderschule und der Grundschule Holzhausen 5 Wochenstunden im ersten Schuljahr. Die Grundschule Holzhausen und der TUS (Sportverein) beantragen erneut die Sanierung der Turnhalle, nach dem alle Umbaupläne verworfen sind. Die Weihnachtsfeier findet am 18. 12. 1998 unter der Leitung von Frau Brunhilde Luntz (Theater-AG) und dem Lehramtsanwärter Herrn Michael Paland (musikalische Gestaltung) statt. Frau Christel Bolth wird im Februar 1999 zur neuen Konrektorin ernannt. Das Schulfest am 18. Juni 1999 erbringt einen Reinerlös von DM 2.400.—, der für die Schulhofgestaltung verwendet werden soll. Die Pyrmonter Grundschulen: Holzhausen, Baarsen und Hagen stellen zunächst noch keinen Antrag auf Einführung der verlässlichen Grundschule, damit der Schulträger bezüglich des Abbaus der vollen Halbtagsgrundschule an der Herderschule noch nicht in Zugzwang gerät.

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  1. Schuljahr 1999/2000

In der Grundschule Holzhausen werden in 12 Klassen vom ersten bis vierten Schuljahr 270 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Daneben besteht ein Schulkindergarten, in dem 16 Kinder unterrichtet werden.

Das Kollegium:

    • Otto Lutz**, Rektor
    • Boldt, Christel**, Konrektorin
    • Creutzburg, Elisabeth**
    • Guternacht, Kerstin**
    • Lange, Dagmar**
    • Luntz, Brunhilde**
    • Osterhage, Charlotte**
    • Runge, Jutta**
    • Schierholz, Sonja**
    • Siegmann, Uwe**
    • Webel, Christel**
    • Klopprogge, Simone**
    • Kieker, Joachim**
    • Ewert, Sabine**
    • Indenbirken, Herbert**, Teilabordnung
    • Könner, Erika**, Teilabordnung
    • Hopf, Christine**, Sonderschullehrerin 5 Std. (Kooperatinsvertrag)
    • Menze, Gabriele**, Sonderschullehrerin 3 Std. Sprachheilunterricht
    • Eren, Erdogan**, 6 Std. türkische Muttersprache

Zu Beginn des Schuljahres besteht erstmalige für alle Lehrkräfte an den drei letzten Tagen der Sommerferien an den Vormittagen Präsenspflicht in der Schule (Dienstbesprechungen, Vorbereitungen, schulinterne Lehrerfortbildung usw.).

    • Am 8. 11.1999** hat die Gesamtkonferenz einstimmig beim Schulträger die Einführung der verlässlichen Grundschule zum 01.08.2000 beantragt. Der Schulträger hat nach mehreren kontroversen Diskussionen im Schulausschuß zum Ende des Schulhalbjahres den Antrag beim Kultusministerium gestellt.

Aus Anlaß ihres 150jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Pyrmont erhält die Grundschule Holzhausen im Dezember 1999 1.500,- DM für die Schulhofgestaltung. Durch die Weihnachtsfeier am 20.12.1999 mit Weihnachtsbasar und der Vorführung der Bremer Stadtmusikanten wird ein Reinerlös von 1.100,- DM erzielt. Das Geld erhält eine Schule in der Türkei, die vom großen Erdbeben im Sommer 1999 besonders betroffen wurde.

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  1. Schule im Spiegelbild

von Biographien ihrer Lehrer

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  1. Rektor Georg Grimm (1877 - 1962)

Georg Grimm wurde am 4.8.1877 in Elleringhausen (Waldeck) im dortigen Schulhaus als Sohn des Lehrers Georg Grimm und dessen Ehefrau Sophie, geb. Meister, geboren. Seine Ausbildung begann nach dem Besuch des Gymnasiums in Arolsen 1896 an Präparande und Seminar in Schlüchtern, Hessen. 1900 legte er seine 2. Prüfung in Homburg vor der Höhe ab und kam nach einer Zwischenstation als Lehrer und Organist in Dehringhausen (Waldeck) 1909 nach Bad Pyrmont. Nach zwischenzeitlichen Einsätzen an der Volksschule Oesdorf und der damaligen Vorstufe des Gymnasiums wurde Georg Grimm Rektor der Volksschule Holzhausen bei Pyrmont. Sein Bruder war zu der Zeit bereits Rektor in Arolsen.

1903 hatte er die Schwester seines Kollegen Wiesemann, Berta, in Oberwaroldern (Waldeck) geheiratet.

Am 1.4.1923 löste er den damaligen Rektor Thermann ab. In Holzhausen traf er, was die Unterbringung der von Jahr zu Jahr an Zahl zunehmenden Schülerschaft und den Zustand der Schulräume anging, unzumutbare Verhältnisse an. Der Altbau an der Grießemer Straße war zu klein, und eine angepachtete, ausgediente Zigarrenfabrik war als Gebäude für die Unterbringung von Schülern ungeeignet. Rektor Grimm, so sagt es die Schulchronik, hat mit großem diplomatischen Geschick die entsprechenden Behörden in Hameln, Hannover und Berlin in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bürgermeister von Holzhausen, Nolte, dazu gebracht, einen Neubau zu genehmigen und an der Kampstraße zu erbauen.

Sehr wertvoll für die damals zuständigen Entscheidungsbehörden, dem Landrat in Hameln und dem Regierungspräsidenten in Hannover, war Georg Grimms Denkschrift vom 3.12.1926. Die oben bereits abgedruckte Schrift war auch ein Dokument für die damals herrschenden Lebensverhältnisse in dem Dorf Holzhausen.

12 Jahre später, am 31.12.1938 wurde er auf Grund eines unglücklichen Zwischenfalls im August des gleichen Jahres in der Schule, der mit seiner chronischen Augenkrankheit zusammenhing, auf eigenen Wunsch pensioniert. Dieses unglückliche Ereignis hatte ihn sehr betroffen, denn er liebte besonders als Musiklehrer und erfolgreicher Verwaltungsmann seine Arbeit sehr.

Im Töchterpensionat Birkholz hielt er bereits in den 20er Jahren Vorträge über Pädagogik und Psychologie. Als Musiker war seine Leidenschaft das Sammeln und klangliche Aufbereiten von Geigen. Das geschah durch Wechseln und/oder Verändern von Steg und Stimmstock. Als Sammler besaß er selber bei sich im Hause acht Meistergeigen.

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1946 trat Georg Grimm der gerade neugegründeten Sozialdemokratischen Partei in Bad Pyrmont - Holzhausen bei. Die Versammlungsprotokolle weisen aus, daß er sehr häufig mit Referaten zu drängenden Fragen der Zeit dem Ortsverein zur Verfügung stand.

Am 7.4.1962 ist Georg Grimm in Bad Pyrmont, fast erblindet, gestorben. Seine Frau war bereits im Februar 1960 im Pyrmonter Bathildiskrankenhaus verstorben. Beide liegen auf dem Pyrmonter Friedhof an der Lortzingstraße begraben.

    1. Rektor Alfred Hachmeister 1901-1974

Alfred Hachmeister wurde am 11.Oktober 1901 in Hameln geboren. Nach seiner Schulzeit in Hameln besuchte er das dortige Lehrerseminar. Nach Abschluß seiner Lehrerausbildung im März 1922 war er zunächst arbeitslos. Während dieser Zeit spielte er zeitweise in Hamelner Kinos, die zunächst nur Stummfilme zeigten, das Szenenklavier. Er mußte dabei, entsprechend den wechselnden Filmszenen, rasch die passende Begleitmelodie herausfinden und zu Gehör bringen.

Danach trat er seine ersten Aushilfsstellen in Ostfriesland an und legte 1928 in Eilsum seine 2.Lehrerprüfung ab. In Wilhelmshaven bekam er seine erste feste Stelle als Lehrer an einer Volksschule. Nach einigen Jahren ließ er sich von dort nach Hameln versetzen. Inzwischen hatte er geheiratet und einen Sohn bekommen.

Im April 1939 wurde er zunächst kommissarischer Schulleiter an der Volksschule II in Bad Pyrmont - Holzhausen, die nach der vorzeitigen Pensionierung von Rektor Georg Grimm 1938 am offiziellen Konrektor W.Holzmann vorbei von Lehrer Erwin Brauß kommissarisch geleitet wurde. Ein beamtenrechtlich absurder Vorgang, der bisher weder aus den Akten des Staatsarchivs in Hannover noch auf Grund der Parteiakten geklärt werden konnte. Alfred Hachmeister, der bereits im Mai 1939 von Hameln nach Bad Pyrmont umgezogen war, wurde am 1.11.1940 zum Rektor ernannt.

Ab dem Herbst 1941 wurde er zur Luftwaffe eingezogen und geriet im April 1945 bei Mannheim in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Während dieser Zeit lernte er seine zweite Frau kennen, die er nach seiner Entlassung und Scheidung von seiner ersten Frau heiratete. 1951 kehrte Hachmeister in seine Vaterstadt Hameln zurück.

Nach kurzer Dienstzeit als Lehrer bekam er 1952 die freie Rektorstelle an der inzwischen geteilten Hermann-Schule (Volksschule I) in Hameln. Die andere Hälfte der Schule verblieb bei dem bisherigen Rektor Wallmann. Nach mehr als vierzigjähriger Dienstzeit wurde Alfred Hachmeister im April 1964 pensio-

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niert. Er verzog mit seiner Frau Maria nach Mannheim-Neckarau, wo er durch Mitarbeit als Pensionär in der GEW rasch wieder intensiven Kontakt mit Schule und Kolleginnen und Kollegen bekam. Auch ergab sich - seine Fächer waren neben Naturwissenschaften Deutsch und Musik -, daß er am Deutschen Nationaltheater in Mannheim in kleinen Rollen für Senioren sowohl im Schauspiel als auch in der Oper auftreten konnte. Am 30.November 1974 verstarb Alfred Hachmeister nach langer, schwerer Krankheit.

    1. **Konrektor Wilhelm Holzmann (1880 - 1964)**

Wilhelm Holzmann wurde am 10.3.1880 in Rhodenberg am Deister, nicht weit von Stadthagen, geboren. Nach seiner Ausbildung von 1894-1900 an der Präparande und 3 Jahre an dem Seminar in Wunstorf bekam er seine ersten Lehrerstellen im Kreis Hoya z.B. in Kuhlenkamp und Weseloh bei Asendorf. Von dort ließ er sich des besseren Verdienstes wegen ins Ruhrgebiet nach Rotthausen bei Essen versetzen. Da er dort die schadstoffreiche Luft nicht vertragen konnte, kam er 1909 an die alte Volksschule in Holzhausen.

Vorübergehend besuchte er die Gildemeister Sprachschule, da er im Fach Englisch die Mittelschullehrerprüfung machen wollte. Im Zusammenhang mit dieser Ausbildung fuhr er mit dem Kollegen Dumke aus Großberkel 1913 zu einem einjährigen Lehreraustausch an eine Schule nach London. Dort arbeitete er als Assistenzlehrer für Deutsch, bis der Ausbruch des 1.Weltkrieges beide dazu zwang, gerade noch hastig mit der letzten Fähre im August 1914 den Kanal zu überqueren.

Weil Lehrer Holzmann auf dem linken Auge blind war, brauchte er keinen Wehr- bzw. Kriegsdienst zu leisten.

Nach dem Kriege verheiratete er sich und konnte sein Studium als Mittelschullehrer nicht fortsetzen. 1926 wurde er neben Rektor Thermann Konrektor und wechselte 1929 in das neue Gebäude an der Kampstraße über. 1945 wurde Wilhelm Holzmann pensioniert und starb 1964. Er liegt mit seiner sehr viel später verstorbenen Gattin auf dem Friedhof in Holzhausen begraben.

    1. **Lehrer Erwin Brauß (1898 - 1978)**

Erwin Brauß wurde am 4.8.1898 auf einem kleinen Anwesen in der Nähe von Wuppertal - Barmen geboren. Sein Vater war als Photograph und Geschäftsmann an verschiedenen Orten des damaligen deutschen Reiches tätig. So wohn-

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te die Familie nacheinander in Dortmund, Hannover, Breslau, Görlitz, Berlin, Leipzig und auch in Hirschberg im Riesengebirge. Dort besuchte Erwin Brauß die Oberrealschule. 1913 zog die Familie wieder nach Hannover, wo Sohn Erwin die Bismarckschule mit der mittleren Reife verließ, um auf die städtische Präparandenanstalt überzuwechseln.

Dort lernte er seinen späteren Freund und Kollegen, den aus Hannover gebürtigen Paul Pfennig, kennen. Von 1916 bis 1918 war er Soldat im 1. Weltkrieg. Seine Ausbildung als Lehrer setzte er am Lehrerseminar in Hannover fort und legte 1921 die 1. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. Nach Abschluß seiner Ausbildung war er arbeitslos und arbeitete in Hannover in der Conti-Gummifabrik. Dort lernte er seine Frau Mathilde, geb. Kröger kennen, die er 1923 heiratete. Frau Brauß starb 1969. Während seiner stellungslosen Zeit als Lehrer besuchte Erwin Brauß neben seiner Arbeit an der Conti Abendkurse der Volkshochschule in Geologie, Botanik, Ornithologie, Mikroskopie, Volkskunde und Kunstgeschichte. Ausflüge, Studienreisen und Wandervogelfahrten vertieften seine Kenntnisse in Heimat- und Erdkunde.

Nach einer Zwischenstation als Aushilfskraft in der Landschule zu Esperke in der Lüneburger Heide kam er am 16.8.1925, zunächst weiterhin als Hilfslehrkraft, nach Holzhausen an die „Pachtschule“, einem angemieteten Ausweichquartier an der Hagener Straße, bis 1929 in die neue Schule an der Kampstraße umgezogen werden konnte.

Am 1.10.1929 wurde Erwin Brauß nach der sog. 2. Prüfung endgültig als Lehrer angestellt. Er kam zusammen mit seinem Studienfreund Paul Pfennig durch besonderen Einsatz des damaligen Rektors Georg Grimm nach Holzhausen. Wegen der damals schlechten Staatsfinanzen war das eine verwaltungstechnisch erstaunliche Leistung.

Erwin Brauß wurde zu Beginn des 2. Weltkrieges noch eingezogen, für kurze Zeit wieder in den Schuldienst entlassen, dann aber erneut eingezogen und als Zahlmeister bei der Truppe verwendet, bis er in russische Gefangenschaft geriet. Im August 1945 wurde er entlassen und kehrte nach Pyrmont-Holzhausen zurück.

Nach der Entnazifizierung, zu der ihm seine ehemaligen Schüler Heinrich Rostmann und Hermann Müller sogenannte „Persilscheine“ schrieben, nahm er seinen Dienst wieder auf, wurde am 1.4.1964 offiziell pensioniert, arbeitete aber noch stundenweise bis 1.7.1967 weiter. Am 10.1. 1978 ist er verstorben und liegt mit seiner Frau auf dem Friedhof in Holzhausen begraben.

Neben seiner Arbeit in der Schule war Erwin Brauß Leiter des Heimatmuseums und Veranstalter von vorgeschichtlich-heimatkundlichen Exkursionen. Am 27. 1.1968 wurde ihm, 69jährig, von Bürgermeister Drinkuth das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens feierlich im Rathaus verliehen.

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  1. Lehrer Hermann Glauner (1896 - 1942)

Hermann Glauner wurde im Oktober 1896 in Clenze bei Lüchow, im Hannoverschen Wendland geboren. Sein Vater stammte aus einer Postmeisterfamilie, die diesen Posten seit zwei Generationen innehatte.

Nach Besuch des Realgymnasiums in Nienburg/Weser besuchte er, der eigentlich Ingenieur werden wollte, die Präparandenanstalt in Wunstorf, wurde 1914 in das Seminar versetzt und bereits nach einem Jahr zum Militär eingezogen. Er war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg und geriet als Leutnant bis Februar 1920 in französische Kriegsgefangenschaft.

Unmittelbar danach, 1920 setzte H. Glauner seine Ausbildung zum Volksschullehrer in einem E-Lehrgang für Kriegsheimkehrer in Einbeck fort und legte die erste Lehrerprüfung im Dez. 1920 ab. Dann kam er als junger Lehrer am 1.2.1921 nach Schwaförden bei Sulingen, wo er seine 2. Staatsprüfung im September 1925 bestand. Zum 1.4. 1926 wurde H. Glauner, inzwischen verheiratet, auf die 3. Lehrerstelle nach Borstel bei Nienburg/ Weser versetzt. Leider starb bei der Geburt des 2. Kindes seine Frau.

Er heiratete abermals und ihm wurde ein dritter Junge geboren. Dadurch ergab sich für die Familie die Notwendigkeit, sich nach einer Stelle mit größerer Wohnung umzusehen. Die Regierung in Hannover reagierte auf ein entsprechendes Gesuch und versetzte ihn zum 1. Mai 1935 an die Schule in Holzhausen-Pyrmont.

Bei der Wehrmacht war Hermann Glauner Hauptmann im I.R. 92. 1939 wurde er sofort eingezogen, im Februar 1940 wieder entlassen, nach einem Jahr abermals eingezogen und schließlich wegen unheilbarer Krankheit im September 1942 endgültig entlassen. Trotzdem stellte er sich noch für einige Wochen der Schule Holzhausen zur Verfügung. Hermann Glauner starb im Lazarett Friedrichshöhe am 16.12.1942.

Quelle: Sohn Hermann-Wolfgang, Karlsruhe

  1. Lehrer Willi Stoewer (1893 - 1966)

Seine Tochter Ursel Sonnemann (Bremen) berichtet:

“Mein Vater Willi Stoewer wurde am 29.11.1893 in Berlin geboren. Seine Mutter stammte aus Oberschlesien, sein Vater aus Pommern. Seine Mutter war schon als kleines Kind Vollwaise und wurde 10 Jahre lang in einem Diakonissenheim, im damaligen Pless erzogen. Mit 14 Jahren kam sie als Dienstmädchen nach Berlin und heiratete später den Zimmermann Stoewer.

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Mein Vater wuchs in mehr oder weniger einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter starb schon mit 39 Jahren an Tuberkulose. Da es zu der Zeit noch keine Krankenkassen im heutigen Sinne gab, übernahmen adelige Familien und Bessergestellte soziale Aufgaben und Betreuung von Kranken.

So ergab es sich, daß meine Großmutter eine adelige Dame kennenlernte, die es veranlaßte, meinem Vater eine bessere Schulbildung zukommen zu lassen. Er besuchte dann eine Mittelschule in Berlin. Als mein Vater 14 Jahre alt war, starb meine Großmutter. Ihr größter Wunsch, meinen Vater etwas lernen zu lassen, ging in Erfüllung. Die Betreuung durch die adelige Dame und einen ihr befreundeten Professor blieb weiter gewährleistet.

Nach Abschluß der Mittelschule besuchte mein Vater das Königliche Schullehrerseminar in Dillenburg und erhielt 1915 das Zeugnis über die Befähigung zum einjährigen, freiwilligen Militärdienst. Von 1915 bis 1919 war er Soldat. Er erhielt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse. Im März 1919 wurde er als Leutnant d.R. entlassen.

Er besuchte sofort wieder das Lehrerseminar in Dillenburg und machte Juni/Juli 1919 seine 1.Lehrerprüfung. In seinem Zeugnis wurde ihm die Befähigung zur einstweiligen Anstellung im Volksschuldienst durch den Landesdirektor von Waldeck in Arolsen am 28.8. 1919 zuerkannt.

Seine erste Stelle erhielt er in Kleinenberg bei Pyrmont. Das Zeugnis zur endgültigen Anstellung als Lehrer bekam er auf Grund seiner 2.Prüfung dort am 19.Juni 1922.

Ende 1923 lernte er meine Mutter, Elfriede Belicke, die die erste weibliche Lehrkraft an der Schule in Holzhausen war, auf einer Konferenz kennen. Gegen ihre Ernennung durch das Konsistorium in Arolsen gab es damals seitens der Holzhäuser Kollegen erheblichen Widerstand. Frauen wurden zu der Zeit, 1917 von ihren männlichen Kollegen noch nicht überall als volle wissenschaftliche Lehrkräfte anerkannt. Das aus Bremen gebürtige Fräulein Belicke hatte eine Ausbildung am Oberlyzeum in Elberfeld mit der Lehrbefähigung für Lyzeum, Höhere Mädchenschule, Mittel- und Volksschule abgeschlossen.

Mein Vater fuhr im Winter auf Skiern ins Pyrmonter Tal, und im Sommer wanderte er zu Fuß durch den Wald des Mühlenberges. 1924 heirateten meine Eltern, 1925 wurde ich geboren und 1929 mein Bruder Richard.

Im Jahre 1924 ließ sich mein Vater von Kleinenberg an die Schule in Holzhausen versetzen. Meine Mutter mußte sofort ihren Dienst in der Schule wegen der damaligen großen Lehrerarbeitslosigkeit aufgeben.

Mein Vater gehörte nie der NSDAP und auch nicht dem NS-Lehrerbund an und bekam dadurch als Lehrer mancherlei Probleme. Ich erinnere mich noch an den Vorfall am 23.8.1938, als der sehr linientreue Oberregierungsrat Blume seinen Klassenraum betrat und meinen Vater aufforderte, das Bild, auf dem sich Hitler am Tage von Potsdam vor Hindenburg verneigte, von der Wand zu neh-

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men und gegen ein von der Partei für Schulen empfohlenes auszutauschen. Das Bild hatte mehrere Jahre dort gehangen, und mein Vater weigerte sich, es abzunehmen, mit der Begründung, daß es keine Schande sei, wenn sich ein jüngerer vor einem älteren Menschen verneigen würde.

Es muß zu einer äußerst heiklen Situation gekommen sein. Nur weil mein Vater immer wieder betonte, er sei Frontkämpfer gewesen und zweimal schwer verwundet

und außerdem Offizier, beließ Blume es bei einer Zwangsversetzung nach Hannover. Man drohte meinem Vater, wenn er der Zwangsversetzung nicht nachkäme, würde er in den Warthegau zur Übernahme eines Hofes zwangsevakuiert. Nur ein ärztliches Gutachten für meine Mutter, das aussagte, sie sei für einen landwirtschaftlichen Betrieb nicht geeignet, bewahrte uns alle vor diesem „Umzug“. Das war 1938. Die Drohung mit der Versetzung nach Hannover verlief im Sande.

Mein Vater machte in den großen Ferien des öfteren Reserveübungen. Am 24. August 1939 wurde er aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr des Kriegsbeginnes 1914 und der Schlacht von Tannenberg zum Oberleutnant d.R. befördert.

Schon am 25. August wurde mein Vater durch geheime Mobilmachung in die Linsingenkaserne nach Hameln beordert. Gleich nach Ausbruch des Krieges kam er an den Westwall in die Eifel. Im Juli 1940 erhielt er als Anerkennung für 25jährige treue Dienste das silberne Treuedienst Ehrenzeichen verliehen. Eine weitere Beförderung scheiterte jedoch an dem polnischen Namen seiner Großmutter. Trotz intensiver Bemühungen bei deutschen und polnischen Behörden gelang ihm nicht der damals geforderte Nachweis rein arischer Abstammung. Die von der Militärbehörde verlangten Papiere waren in Polen unauffindbar. So kam es zu Differenzen zwischen meinem Vater und der Heeresverwaltung. Sie endeten mit seiner Entlassung aus dem Militärdienst und Rückkehr in den Schuldienst nach Holzhausen am 12.7.1940.

Ab 1.5.1943 wurde er in einsam liegende einklassige Schulen abgeordnet, z.B. nach Multhöpen und ab 1.2.44 nach Reinerbeck bei Aerzen. Im Zusammenhang mit diesen, von der Familie Stoewer als schikanös empfundenen Abordnungen erklärte 1944 der aus dem Ruhestand wieder aktiv gewordene Schulrat Hohmann aus Hameln meiner Mutter, er würde ihn gerne sonstwohin versetzen“

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Ab 1.Juni 1945 durch Verfügung der NS-verfolgten, von den Engländern eingesetzten Regierungsschulrätin Käthe Feuerstack war dann wieder Holzhausen uneingeschränkt sein Dienstort.

Soviel ich weiß, ließ sich mein Vater auf Grund eines Unfalls vorzeitig pensionieren. Das geschah zum 1.Oktober 1959. Seitdem ging er an Krücken. 1964 starb 71jährig meine Mutter und 1966 mein Vater, auch 71jährig”.

    1. **Lehrer Fritz Rößer (1910 - 1943)**

Fritz Rößer wurde am 29.10.1910 in Frankfurt geboren und erhielt dort auch seine Ausbildung an der Pädagogischen Akademie. 1940 machte er an der Schule Holzhausen seine 2. Lehrerprüfung. von 1935 - 1941 war er teils Lehrer, teils Landjahrführer auf Hohenborn, etwas jenseits der Grenze zu Lügde, bis er nach Einberufung in die Wehrmacht 1943 vor Moskau fiel. Verheiratet mit Frau Liesel seit 10.3.1935, drei Kinder.

    1. **Lehrerin Marie Uhmeyer (1899 - 1976)**

Frau Marie Uhmeyer, geb. 1.1.1899, absolvierte 1920 das Seminar in Hameln. Endgültig angestellt wurde sie zum 1.10.1930 in Holzhausen. 1939 ließ sie sich nach Sudwalde, Kreis Diepholz versetzen und etwas später weiter in ihren Heimatort Hessisch Oldendorf. Nach ihrer Entnazifizierung 1948 setzte Frau Feuerstack sie in der dreiklassigen Landschule Wülfingen ein

    1. **Lehrer Paul Pfennig (1897 - 1979)**

Herr Paul Pfennig, geb. 27.12.1897, wurde nach seiner Ausbildung in Hannover am 16.5.1923 Lehrer in Holzhausen. Er ließ sich 1935 an die Bürgerschule 33 in Hannover versetzen, wurde zusammen mit 14 anderen Lehrern an Hannoverschen Schulen mit Wirkung vom 1.3.1941 zum Konrektor ernannt. Ab März 1940 war er dort bereits Mitglied des Prüfungsausschusses für die 2. Lehrerprüfung. Wegen der Bombenzerstörungen in Hannover kehrte er 1943 wieder nach Pyrmont zurück und unterrichtete an der Volksschule I bis zu seiner Pensionierung 1962. Seine Tochter Waltraud wurde ebenfalls Lehrerin in Pyrmont. Paul Pfennig starb 1979. Er gründete mit seinem Kollegen Brauß zusammen in Holzhausen einen Jugendbund, der sich dem Wandern und der Pflege des Gemeinschaftsgefühls unter der Holzhäuser Jugend widmete. Mit den Lehrern Brauß

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und Pfennig zog in die Schule Holzhausen eine neue Pädagogik ein, in der nicht mehr der Prügelstock )$^{7}$ das wesentliche Element der Erziehung war.

    1. **Fräulein Gertrud Burghoff ( 1902-1985 )**

kam nach der Auflösung der kath. Volksschule Bad Pyrmont 1939 an die Schule Holzhausen. In Konrektor Holzmann, der ab 1941 auch die Geschäfte des Schulleiters führte, fand die aus Barmen/Langerfeld stammende Lehramtskandidatin Burghoff zur Vorbereitung ihrer 2. Lehrerprüfung einen sehr hilfreichen Mentor.

Nach dem Kriege ging sie wieder in ihren Orden der "Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau" zurück. Dieser 1833 in Süddeutschland gegründete sehr strenge Orden unterhält im Kloster Breda, in Brake/Höxter ein Schulzentrum. Dort amtierte sie als Pensionatsschwester Vitalis bis zu ihrem Tode am 26.2.1985.

Während eines Kuraufenthaltes im Liboriushaus, an der Bismarckstraße suchte sie 1948/49 in Begleitung einer Mitschwester noch einmal ihren damaligen Ausbildungsmentor und Helfer in schwieriger Zeit, Herrn Holzmann, auf. Die Regeln ihres Ordens ließen es jedoch nicht zu, daß sie eine fremde Wohnung betreten durfte. Also mußte das Gespräch vor der Haustür und im Beisein der anderen Ordensschwester stattfinden.

Weitere Lehrpersonen, zu denen bisher keine näheren Angaben zu erlangen waren:

    • Frau Pröpper, Frau Petersen, Herr Wilhelm Wiesemann,

Rektor a.D. Heymühle, Herr Kleinschmidt, Herr Hölling, Herr Sundermann, Herr Neuhaus, Fräulein M. Dettmer, Fräulein K. Schläger und Fräulein Anna Moje**

    1. **Margarete Henschen (1891 - 1968)**

Frau Margarete Henschen war, wie schon erwähnt, im Juli 1891 in Hagen/Westfalen geboren. Sie hatte noch einen Bruder und zwei Schwestern. Ihr Vater, August Henschen, unterrichtete dort als Professor, heute Studienrat, neuere Sprachen an einer Oberrealschule. Auch dessen Vater war Lehrer an einer kleinen Dorfschule in Höste bei Lienen, nahe Tecklenburg/Osnabrück gewesen; und das bereits in der dritten Generation. Ihre Mutter war die Tochter des Juristen Krie-

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ge, der in Lienen als Amtmann wirkte. Dessen Sohn Adolf, also Frau Henschens Onkel, wurde später Vizeoberpräsident der preußischen Provinz Hannover. Die Verwandtschaft der ersten Rektorin nach dem 2. Weltkrieg in Bad Pyrmont-Holzhausen stammte aus der Gemeinde Lienen im Münsterschen.

Tochter Margarete erhielt ihre Schulbildung in Hagen am Lyzeum und Oberlyzeum, wo sie auch das dazu gehörende Lehrerinnenseminar besuchte und mit besten Noten abschloß. Nach der Schulzeit hielt sie sich für ein Jahr in England auf, studierte dort Englisch und war Erzieherin in einer Familie. Nach Hagen zurückgekehrt, bekam sie sofort eine Stelle als Hilfslehrkraft an der Schule ihres Ausbildungsseminars. Als sie von dort auch nach Frankreich zur Vertiefung ihrer Kenntnisse im Französischen fahren wollte, mußte sie diesen Plan wegen des Kriegsausbruchs 1914 leider aufgeben.

Sie bewarb sich dann von Hagen aus um eine Stelle als Lehrerin bei der Stadt Hannover, wo letztlich ihre guten Zeugnisse und die Fürsprache ihres Onkels Dr. Adolf Kriege ihr ab September 1914 eine Stelle an der Bürgerschule 34, an der Krausenstraße, in der Südstadt sicherten. Vor Antritt der Stelle in Hannover mußte sie zur Kenntnis nehmen, daß ihr Jahresgehalt 1700 Mark betragen werde; zu zahlen in vierteljährlichen Teilbeträgen. Außerdem mußte sie unterschreiben, damit einverstanden zu sein, im Falle einer Heirat sofort aus dem Dienst entlassen zu werden. Margarete Henschen akzeptierte diese Bedingungen. Diese „Zölibatsklausel“ für Beamtinnen wurde zwar nach 1918 aufgehoben, aber durch „Abbauen“, um Doppelverdienst zu verhindern, doch praktisch beibehalten.

Während des 1. Weltkrieges ließ sie sich an die Tellkampf-Oberrealschule versetzen. Dort unterrichtete sie auf ihren besonderen Wunsch bis zur Quarta auch Mathematik. 1919 wurde sie an die Bürgerschule 34 und 1923 an die BS 33 zurückversetzt.

Im August 1932 starb ihr Onkel Dr. Adolf Kriege, der sie sehr unterstützt hatte. Er war unter dem sozialdemokratischen Oberpräsidenten Gustav Noske als dessen Stellvertreter Mitglied des Provinzialschulkollegiums und mit der Oberaufsicht über alle höheren Schulen in der Provinz Hannover betraut. Er hatte als Jurist die Oberaufsicht über die Provinzialschulräte, deren Aufgabe es war, die in den höheren Schulen abzuhaltenden Reifeprüfungen zu beaufsichtigen bzw. selber durchzuführen.

Auf Grund eines besonderen sozialen Engagements hatte sie z.B. als sozusagen verlängerte Schulzeit in der Wandervogelbewegung Hannovers eine Gruppe für weibliche Jugendliche gegründet. Aus dieser Gruppe übernahm sie 1929 die Vormundschaft für das Kind Gisela der ledigen Stütze Helene Appel. 1932 übernahm sie eine weitere Vormundschaft. Während ihrer Arbeit im Wandervogel lernte sie auch den späteren niedersächsischen Kultusminister Adolf Grimme kennen.

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Von links nach rechts: Anneliese Hilker (Winterspick, Erlangen), Elisabeth Winter, **Rektorin Margarete Henschen**, Christel Suthaus (Limpert), Ursel Steffen (Böse, Hannover). Auf einer Klassenfahrt 1950 nach Eschershausen am Ith.

Nach 1933 mußte sie für die NS-Behörden einen Fragebogen ausfüllen, um ihre nationale Zuverlässigkeit und ihre arische Abstammung zu beweisen. Sie ließ sich vom preußischen Lehrerverein in den NSLB überführen und trat noch der NSV und dem VDA bei, nicht aber der Partei oder der NS-Frauenschaft. Das fiel auf.

Während ihrer hannoverschen Zeit in den 20er Jahren hatte Frau Henschen bereits mit Kolleginnen zusammengearbeitet, die ab 1933 von der NSDAP empfindlich gemaßregelt worden waren, wie z.B. die Rektorin Anna Mosolf und die Regierungsrätin Käthe Feuerstack, die vorher der Deutschen Demokratischen Partei angehörten. Mitglied dieser Partei war auch der spätere Bundespräsident Theodor Heuß.

Nach Kriegsausbruch sollte die Lehrerin der Bürgerschule 18 an der Hagenstraße in den Ferien in der Munitionsfabrik Empelde arbeiten. Ihr Gesundheitszustand ließ das allerdings nicht zu, und deshalb mußte sie in verschiedenen Büros der Stadtverwaltung Kleiderkarten ausfüllen und zum Verteilen vorbereiten.

Im Verlauf der Kriegsjahre wurden mehrmals ihre Wohnung und auch ihre Schule von Bomben zerstört. Ausgebomt hieß das damals. Frau Henschen mußte deshalb häufig umziehen und wurde von einer Bürgerschule an die andere

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versetzt. Ihre letzte war die BS 18 an der Hagenstraße, die Rektor Kappler leitete. Schließlich, im Dezember 1943 wurde sie an die Realschule in Sarstedt abgeordnet, wo sie bis zum Kriegsende unterrichtete.

Als das NS-Regime abtrat und die bisher gemaßregelten Damen Mosolf und Feuerstack wieder als Regierungsschulrätinnen von der englischen Militärregierung in ihre alten Ämter eingesetzt wurden, forderte man auch Margarete Henschen auf, sich um eine Rektorinnenstelle zu bewerben. Sie tat das mit einem Gesuch um Versetzung in die Leiterstelle an einer Schule in der Stadt Hannover. Da das Stadtparlament sich zu lange Zeit ließ, ihr schließlich die Leitung einer Volksschule für Mädchen in Ricklingen anzubieten, hatte Margarete Henschen bereits gewählt: Sie trat am 6. Mai 1947 die seit 1945 unbesetzte Stelle der Rektorin an der Volksschule II in Holzhausen-Pyrmont an.

In Hannover hatte sie bereits als eine der ersten Lehrerinnen von der Militärregierung die Erlaubnis bekommen, an Volksschulen Englischunterricht zu erteilen. Sie führte diesen Unterricht auch in Holzhausen mit gutem Erfolg ein. 1948 wurde Frau Henschen eingeladen, mit einer Lehrerdelegation während der Schulzeit für einige Wochen nach England zu reisen, um das dortige Schulsystem kennenzulernen. Ihre Eindrücke und Erkenntnisse teilte sie in einem ausführlichen Brief Ihrem Kollegium in Holzhausen mit.

Obwohl wegen ihrer Tatkraft und umfassenden und vielseitigen pädagogischen Erfahrung von ihren Kolleginnen und Kollegen, besonders den Junglehrern, sehr geschätzt, hat sie doch nie etwas aus ihrem Leben erzählt, oder zu einem Kollegiumsmitglied ein engeres Verhältnis gehabt. Im März 1956 wurde sie nach 44 Dienstjahren, davon 9 an der Volksschule Holzhausen, in den Ruhestand verabschiedet. Margarete Henschen hatte sich um die Schule in Holzhausen in einer Zeit besonderer Hindernisse und Schwierigkeiten sehr verdient gemacht.

Im Ruhestand unterrichtete sie auf besondere Bitte der Schulleitung zusammen mit einer anderen Ruhestandskollegin an der Volksschule I in Bad Pyrmont ein 4. Schuljahr. Anlaß dazu war Mutterschaftsurlaub und Erkrankung einer Lehrerin.

Margarete Henschen blieb weiterhin in Bad Pyrmont wohnen und verstarb im November 1968. Ihre Trauerfeier richteten Verwandte aus, die dann veranlaßten, daß nach ihrer Einäscherung die Urne in der Grabstelle ihrer Eltern in Steinhagen am Teutoburger-Wald beigesetzt wurde.

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H. Thermann

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G. Grimm

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A. Hachmeister

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W. Holzmann

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H. Glauner

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W. Stoewer

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F. Rößer

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E. Brauß

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P. Pfennig

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  1. **Abschrift.**

Der Regierungspräsident. Abteilung für Kirchen und Schulen.

  1. Reisebericht

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über die Besichtigung der 8. Allee... Volks-...schule 2

in . Pormont-Holshausen ... Kreis Hameln ...

am . 25. Juni 1938 ...

Zugegen Regierung-direktor Apel, Berichterstatter, KrSchR.Garbe.

  1. Äußeres

1. Hausneu, ausgezeichnet, gut und reichlich ausgestattet.

2. Nebengebäude

a. Turnhalle als Turnboden

b. Sonderklassen

Zeichenraum

c. Werkraum

d. Handarbeitsraum

e. Küche für Berufsschule vorhanden.

Hauswirtschaft wird nicht getrieben.

f. Schulgarten nicht vorhanden, hätte sich bei den vorliegenden wit- räumigen Verhältnissen leicht einrichten lassen.

g. Luftschutz nicht vorhanden

3. Lehrmittel 400,- RM gut, reichlich, ordnungsgemäss verwaltet

4. Bücherei 200,- RM Klassenbücherei. reichlich

5. Stand der Bild- und Filmarbeit mit andereingemeinsam

6. Modellbau

7. Tabellen und Listen

in Ordnung

8. Ordnung und Aufsicht

zwar ist ein Aufsichtsplan vorhanden, aber der Schulleiter muss zu- nächst selbst die Aufsicht übernehmen. Auch klagt er über Unpünktlich- keit beim Unterrichtsbeginn.

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  1. 3. J n n e r e s
  1. 1. L e h r e r s c h a f t

a. Zahl 541 5 + 1

b. Einstellung

Partei ...4... SA ...7... SS ...7... HJ ...

Frauenschaft ...1... NSV ...6... NSLB .5...

konfessionelle Verbände ...7... Stoewer nicht NSLB.

  1. 2. S c h ü l e r

a. Zahl ...245...

b. Gliederung in Klassen 1, 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8.

c. Jugendverbände

HJ ...100 ...

sonstige Verbände ...

  1. 3. L e h r p l a n
  1. C. U n t e r r i c h t s b e s i c h t i g u n g

Kl. 5 (4.Schuljahr) Lehrer Stoewer, Willi, geb. 1895 verh.2 Kinder

Äusseres: Wandschmuck, kein nationalsozialistisches Bild, kein Führerbild.

Wochenspruch: mangelhaft ausgewertet.

Hitlers Lebensbild nicht bekannt.

Der 1. Mai völlig verfehlt, ledigl.als Frühlingsfest dargestellt.

Als letzter Stoff ist angegeben "Gauparteitag" Ergebnis sehr kümmerlich.

Kl.1 (7. und 8. Schuljahr) derselbe

Rassenkunde, dem Lehrer sind die Gesetze nicht bekannt. Der Lehrer steht dem Nationalsozialismus innerlich fremd gegenüber, ihm fehlt jede Herzenswärme, die nationalpolitischen Stoffe werden bewusst totgetreten. Er ist weltanschaulich nicht geeignet, im nationalsozialistischen Staste Dienst zu tun.

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Kl. 3 (6. Schuljahr) Lehrer Glauner, Hermann, verh. 3 Kinder Führerbild fehlt.

Karl der Grosses

Lehrer verlangt Wertung, bevor Stoff dagewesen ist.

Kl. 8 (1. Schuljahr) derselbe.

Kein Kind weiss, wer Adolf Hitler ist

Im Lesen muss von vorn angefangen werden.

Kl. 6 (3. Schuljahr) Frl. Uhmeyer, Marie, geb. 1899 Vierjahresplan.

Rumen

recht gut.

Kl. 1 (7.8. Schuljahr) Lehrer Brauss, Erwin, geb. 1898, verh. 2 Kinder Geschichte: Eiserner Bestand

In Ordnung.

D. Gesamteindruck

Die Schule steht unter schwächlicher Führung des alten und kranigen Rektors, der nicht mehr imstande ist, durchzugreifen. Infolgedessen macht jeder, was er will. Der Lehrkörper ist weltanschaulich nicht einheitlich, als wirklich vollwertig können von den besichtigten Lehrkräften nur 2 (Brauss, Uhmeyer) angesprochen werden, während insbesondere der Lehrer Stoewer als weltanschaulich gegneisch be- zeichnet werden muss. Infolgedessen sind die Unterrichtsergebnisse gänzlich uneinheitlich. Dieser wenig erfreuliche innere Schulzu- stand ist umso bedauerlicher, als ausserordentlich günstige äussere Schulverhältnisse vorliegen.

E. Veranlaßtes

(Die Schule wird zu Musterungen, zu Impfzwecken benutzt, ohne dass der Schulleiter dagegen vorgeht. Auch die Ländl. Berufsschule droht räumlich und zeitlich die Volksschule in die Ecke zu drücken)

1.) Der Kreisschulrat wird die ausserschulische Benutzung der Schule überprüfen und beim Landrat vorstellig werden. 2.) Der Lehrer Stoewer wird unter die strenge Aufsicht des Kreis- schulrats gestellt. Er wird im März 1939 erneut revidiert werden. 3.) Bei der Neubesetzung der Schulstelle ist auf einen besonders energischen, weltanschaulich klaren Mann Bedacht zu nehmen. 4.) Zv. 1.3.b938.

ges. Blume.

Oberregierungs- und -schulrat.

Der Veröffentlichung des Reiseberichtes hat die Tochter des Lehrers Stoewer, Frau Ursel Sonnemann aus Bremen, zugestimmt.

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  1. **Die Schulaufsicht

im Bereich Hameln-Pyrmont von 1919 bis 2003**

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Im Verlauf des Kulturkampfes im Deutschen Reich erließ der von Bismarck eingesetzte Altliberale und Pfarrerssohn Adalbert Falk als preußischer Kultusminister am 11. 3. 1872 das Schulaufsichtsgesetz. Es bewirkte, daß die bisherigen geistlichen Orts- bzw. Kreisschulinspektoren entweder ihrer Aufsichtsfunktionen völlig enthoben wurden oder sie nur noch nebenamtlich im Auftrag des Staates ausüben durften. Letzteres wurde meistens praktiziert. Das war die Situation im Schulinspektionskreis Hameln bis zum 27.11.1918.

Pyrmont gehörte erst ab 1. 1. 1929 zum Schulaufsichtbezirk Hannover. Durch den von Berlin eingesetzten königlichen Landesdirektor in Arolsen war jedoch gewährleistet, daß auch vorher dort fast preußische Verhältnisse herrschten.

Die höheren Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen wurden durch ein königliches Provinzialschulkollegium geleitet, dessen Vorsitzender der Oberpräsident war. In Hannover hieß er bis 1933 Gustav Noske. Danach übernahmen die jeweiligen NS-Gauleiter, zuletzt Lauterbacher, diese Funktion.

Schon vor und besonders nach 1872 hatte sich die Gewohnheit herausgebildet, auch Kreisschulinspektoren, die in ihrer Mehrzahl Theologen waren, ebenfalls hauptamtlich als Staatsbeamte einzusetzen. Diese hauptamtlichen Kreisschulinspektoren erhielten mit steigender Dienstzeit den Titel „Schulrat“.

Ohne Rücksicht auf ihren Status oblag ihnen die Aufsicht über das Mittel- und Volksschulwesen. Ihre Rechte umfaßten das ganze innere und äußere Schulleben und das Verhalten der Lehrer und Lehrerinnen, deren erste Disziplinarvorgesetzte sie waren. Noch 1935 durfte der Schulrat gegen einen Lehrer eine Disziplinarstrafe von bis zu 9.- RM verhängen. Die Möglichkeit, gegen Lehrer Geldstrafen verhängen zu können, wurde von der vormals geistlichen Schulaufsicht als „heiliges Recht“ angesehen. Um ca. 1850 konnte ein Lehrer nach reinem Ermessen des Ortsschulinspektors wegen fachlicher, sittlicher oder auch religiöser Mängel bzw. Verfehlungen aus dem Amt entfernt werden.

Da es keinen geregelten Ausbildungsweg für die Schulaufsicht gab, wurden die hauptamtlichen Kreisschulinspektoren aus den Reihen der akademisch gebildeten Lehrer oder dem Theologenstand genommen. Zunehmend gelangten schon vor 1919 auch aus dem Volksschuldienst hervorgegangene Schulmänner wie Rektoren, Seminarlehrer und Präparandendirektoren in dieses Amt.

Im November 1918 wurde in das Amt des Schulrates in Hameln der Kreisschulrat von Adelnau, August Beuermann, berufen. Da er aber als Kandidat der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis Liegnitz in die Nationalversammlung und in den folgenden Jahren in den Reichstag gewählt wurde, vertraten ihn die Hamelner Rektoren Fulst und Fascher. Adelnau lag im Reg.-Bez. Posen und war 1918 an Polen gekommen. Beuermann mußte also untergebracht werden.

Der 1873 geb. Hermann Fascher war ab 1896 im Hamelner Schulwesen und auch als Seminarlehrer beschäftigt. 1904 wurde er Rektor der Hermann-Schule

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und 1936 pensioniert. Als vertretender Schulrat amtierte er vom 1. 12. 1919 - 31. 3. 1924.

Da die beiden Herren nebenbei noch ihren Rektorenpflichten zu genügen hatten, wurden sie noch für 1 1/2 Jahre, nämlich vom 1. 4. 1923 - 31. 12. 1924 von einem Herrn Hövelmann abgelöst. Eine fast endgültige Besetzung ergab sich nach der für 1926 vorgesehenen Auflösung von Präparande und Seminar Hameln. Am 1. 1. 1925 wurde der am 15. 4. 1871 geborene, aus Wasserleben im Harz stammende Seminarstudienrat und langjährige Leiter der Präparande Hameln, Gustav Hohmann, zum vertretenden Schulrat berufen. Hauptinhaber der Stelle war bis 1933 immer noch der 1918 berufene, wegen seines Reichstagsmandats freigestellte Schulrat August Beuermann.

Schulrat Gustav Hohmann kam über den politischen Umschwung 1933 völlig unbeschadet hinweg. Seine Dezernentin hingegen, Frau Käthe Feuerstack, wurde aus ihrer Tätigkeit in der Regierung Hannover sofort entlassen. Sie brachte sich als Buchhändlerin in Berlin bis 1945 über die Runden. Der Konrektor der Raabe-Mittelschule, Hermann Hogrefe, wurde zum Volksschullehrer degradiert und nach Cornau bei Diepholz versetzt. Diese für die Familie sehr harte Maßnahme milderte Hohmann durch Einflußnahme in eine Versetzung nach Gellersen bei Bad Pyrmont ab. Der Direktor der Akademie für Lehrerbildung in Elbing, Prof. Dr. Otto Haase, wurde von dort als Volksschullehrer nach Hannover versetzt. Die Rektorin Anna Mosolf in Hannover wurde ebenfalls entlassen. Alle in ihren Überzeugungen nicht auf der neuen Linie liegenden Personen im Schulwesen wurden degradiert oder entlassen. Verglichen mit der Gesamtheit aller im Unterrichtswesen Beschäftigten handelte es sich nur um eine kleine Minderheit. „Zweifelhafte Personen“ mußten auf Grund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ einen im Schulverwaltungsblatt vorgeschriebenen Fragebogen ausfüllen.

Schulrat Gustav Hohmann wurde am 30. 9. 1936 pensioniert. Neben seinem Amt als Schulaufsichtsbeamter war er von 1920 - 1950 Vorsitzender des Hamelner Turnvereins. Abgelöst wurde er von seinem Seminarschüler Wilhelm Garbe.

Garbe, geb. 1903, trat sein Amt als Schulrat am 12. 11. 1936 an. Er hatte seine Ausbildung als Lehrer 1925 am Hamelner Seminar beendet.

Am 15. 5. 1934 wurde der aus Melsungen stammende Rektor Blume als Regierungsrat der zuständige Dezernent bei der Regierung in Hannover. Im Mai 1945 kam er in den Besatzungswirren in der Nähe von Hannover unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Unter ihm spielte sich etwas für die damalige Zeit typisches ab. Durch Erlaß war im Amtlichen Schulblatt ausdrücklich darauf hingewiesen worden, daß auch für den Schulsektor das Führerprinzip Geltung habe. Die gerichtliche Nachprüfbarkeit von Verwaltungsakten wurde dadurch praktisch aufgehoben. Blume han-

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delte durchaus zeitgemäß, als er eine 2. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen wie folgt durchführte:

In Meiborssen unterrichtete der Absolvent der Hochschule für Lehrerbildung Dortmund, Ernst Jens, als Junglehrer und Schulleiter in einer Person, da die Schule einklassig war. An einem späten Nachmittag, im April 1938 rief bei ihm der Schulrat Garbe an und teilte ihm definitiv mit, am nächsten Tage, um 8.00 Uhr beginne seine 2. Prüfung. Der Regierungsrat Blume sei gerade zur Kur in Bad Pyrmont und da ließe sich seine Prüfung zeitlich passend durchziehen. Jens hatte keine Einspruchmöglichkeiten und bekam auch nie eine schriftliche Prüfungsaufforderung. Er bereitet seine drei Pflichtlektionen vor und erwartete am nächsten Morgen die von Reg. Rt. Blume geleitete Prüfungskommission. Als weitere Herren der Kommission erschienen noch: der örtliche Schulrat Garbe, der Rektor der Raabe-Mittelschule Pottberg und Herr Wolf, als Dozent der Hochschule für Lehrerbildung in Hannover.

Lektionen und mündliche Prüfung verliefen planmäßig und erfüllten alle Erwartungen. Ernst Jens, Jahrg. 1914, hatte 1936 mit der 1. Prüfung die Hochschule Dortmund verlassen. Bis zu seiner Pensionierung und der völligen Umstellung des Hamelner Schulwesens war er Leiter der Hermann-Schule.

Im September 1939 wurde Garbe, der Reserveoffizier war, sofort eingezogen. Seinen Dienst übernahm ab 8. 9. 1939 wieder der aus dem Stand des Pensionärs zurückgerufene Schulrat Gustav Hohmeyer. Nach seiner Entlassung aus der Wehrmacht übernahm Wilhelm Garbe im Mai 1944 noch einmal das Amt des Schulrats. Mit dem Einmarsch der Amerikaner und der Übernahme aller Verwaltungsvollmachten durch die englische Militärregierung im April 1945 endeten für immer seine Amtsbefugnisse als Schulaufsichtsbeamter.

Nach seiner Entnazifizierung wurde er als Hauptlehrer an die Dorfschule in Vellage bei Weener in Ostfriesland versetzt. Dort wurde ihm lt. Gesetz u Art. 131 GG vom 11. 5. 1951 das Gehalt eines Rektors gezahlt. 1969 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand. Er verzog dann wieder nach Hameln und half dort an mehreren Schulen mit Vertretungen aus.

1945 setzte der englische Militärgouverneur des Kreises Hameln-Pyrmont, Lt. Col. A. H. Ferguson zunächst den Rektor Bremer als Schulrat ein. Er wurde abgelöst durch den Hamelner Rektor Weber. Ab April 1951 wurde der Schulaufsichtskreis Hameln-Pyrmont geteilt. Neben Bremer wurde Dr. Alfred Blumenthal als Schulrat eingesetzt.

Blumenthal hat als erster Schulrat damit begonnen, sich zu Schulbesuchen anzumelden. Vorher war es üblich, daß der Schulrat, sich quasi vervielfältigend, plötzlich und unvorhersehbar in den Schulen auftauchte, um Lehrpersonal zu revidieren. Aus der Zeit der preußischen Gehorsamskultur hatte sich auch noch die Anrede „Herr Schulrat“ bis in die 70er Jahre erhalten. Dr. Blumenthal ließ sich Herr Dr. Blumenthal nennen.

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Nach seiner Pensionierung, 1972, übernahm der Schulamtsdirektor (SAD) Reinhold Krull, der vorher Rektor in Springe war, die Nachfolge. Neben ihm wurden noch SAD Hans-Ulrich Lobisch als Schulamtsleiter und SAD Hansjörg Schneider in das Schulaufsichtsamt Hameln-Pyrmont berufen. Es war bis zur Auflösung der Schulaufsichtsämter durch die Herren Schulamtsdirektoren Krull, Schneider und Jürgen Landfester besetzt, der in der Endphase das Schulaufsichtsamt Hameln leitete. Für die Schule Holzhausen waren die Herren Krull und Landfester zuständig.

Ab 1. 2. 1997 wurden die Schulaufsichtsämter der Landkreise aufgelöst und ihr Personal den Bezirksregierungen zugeordnet. Dabei wurden etliche ihrer Zuständigkeiten an die örtlichen Schulleitungen übertragen. Im Reg. Bez. Hannover entstanden so 5 Außenstellen der Bezirksregierung. Für Bad Pyrmont ist jetzt das Außenstellenbüro Holzminden zuständig, wo nunmehr Frau Regierungsschuldirektorin Waltraud Oeffner unter anderem auch für die Grundschule Holzhausen Ansprechpartnerin ist. Die Herren Krull und Lobisch wurden pensioniert und Herr Landfester an die Bezirksregierung Hannover versetzt.

Neben Frau RSD'n Waltraud Oeffner, die demnächst zur Bezirksregierung nach Hannover wechselt, amtieren in Holzminden z.Zt. 1(im Jahre 2003) die Herren RSD Reinhardt Eicke, Ulrich Schoppe und Hans-Jörg Ulf Schneider. RSD Schneider nimmt sein Amt überwiegend in Nähe zu seinen Schulen in der Sprechstelle Hameln wahr. Für die Grundschule Holzhausen ist allerdings Frau Oeffner aus Holzminden zuständig. Alle Schulaufsichtsbeamt(inn)en, die früher Schulräte bzw. später Schulamtsdirektor(inn)en genannt wurden, sind nun Regierungsschuldirektorinnen oder -direktoren. Den einzelnen Schulen ihres Aufsichtsbereichs gegenüber haben sie zwar nach wie vor ihre bisherigen Kompetenzen und die damit verbundenen Verantwortungen, aber etliche ihrer Aufgaben sind nunmehr an die Schulleitungen delegiert worden. Die historische Gehorsamskultur hat damit auch strukturell im heutigen niedersächsischen Schulbereich keine Existenzberechtigung mehr.

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Aufnahme vom Hagener Berg auf Holzhausen im September 1951. Links vor dem damaligen Dreschschuppen, auf einem von Kolbry gepachteten Ackerstück, erntet der Bauer Schrader seine Kartoffeln, während sein Pferd daneben Runkelblätter frißt. Der Wagen auf dem Grasweg im Vordergrund gehört dem Schmied Klug. Er und seine Leute, die ebenfalls Kartoffeln ernten, sind nicht sichtbar, weil sie rechts, unterhalb der Straßenböschung arbeiten.

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Aufnahme vom annähernd gleichen Standpunkt im September 1996. Die Pferd und Wagen Romantik ist dahin. Statt der Kartoffeläcker dehnt sich vor den Augen des Betrachters die Gewerbeansiedlung Pyrmont-West. Die Schule ist im Gewirr der aufgestockten Häuser verschwunden. Nur Kenner mit geübtem Blick können das Gebäude der jetzigen Grundschule an der Kampstraße ausmachen.

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  1. Nachtrag und Anmerkungen

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    1. )$^{1}$ Entnazifizierung:

wurde ein politischer Säuberungsvorgang genannt, durch den politisch belastete Nutznießer des Naziregimes von Einflußmöglichkeiten auf das öffentliche Leben im Nachkriegsdeutschland ferngehalten werden sollten. Nach den britischen und amerikanischen Militärgesetzen zur Befreiung vom Nationalsozialismus vom März 1946 wurden 5 Eingruppierungsmöglichkeiten vorgesehen: Hauptschuldige, Aktivisten, Minderbelastete, Mitläufer und Entlastete.

Die Gruppenzuweisung aller über 18jährigen Bewerber um ein öffentliches Amt wurde durch ein Verfahren vor der Spruchkammer, bzw. den Entnazifizierungsausschüssen auf Kreisebene oder ab 1948 nur noch durch die ordentlichen Gerichte vorgenommen.

Kein Lehrer zu der Zeit konnte an der Entnazifizierung vorbei wieder in sein Amt zurückkommen. Allgemein wurde beobachtet, daß bei dem Verfahren große Ungerechtigkeiten an der Tagesordnung waren. Die kleinen Parteimitglieder traf es besonders hart. Die „Großen“ zogen sich zurück, wie z.B. der Bürgermeister und vorherige Gaupressewart aus Hannover, Zuchhold und meldeten sich später mit z.T. unverschämten Ansprüchen, als die Welle der Entnazifizierung abgeebbt war.

Ein Witz aus der Zeit: „Ein Hamsterer aus der Stadt trifft einen Bauern auf seinem Felde an. Der beschäftigt sich eifrig mit seiner heranwachsenden Rüben-saat. Er fragt: „Was machen Sie denn da?“ Die Antwort: „Ich entnazifiziere meine Rüben“, löste die Nachfrage, wie das denn zu verstehen sei, aus. „Ganz einfach! Die kleinen reibe ich alle aus und die großen lasse ich sitzen, damit sie weiterwachsen können.“

Rektor Hachmeister, der von allen Lehrkräften in der Zeit als Kreiswalter des NSLB für die Fachgruppe 4 den höchsten Parteirang hatte, trug die Uniform eines politischen Leiters. Er blieb bis 1950 in Mannheim, bei den Amerikanern im Dienst und kehrte schließlich in Hameln in sein Amt als Schulleiter zurück. Er war übrigens trotz seines Parteiranges ein Lehrer, dessen Unterricht vor Ort, in der Klasse frei von NS-Beeinflussungen und pseudowissenschaftlichen Weltanschauungsphrasen war.

Das wichtigste Begleitsymbol der Entnazifizierung war der sogen. Fragebogen. Ihm folgte dann der Entnazifizierungsbescheid. Interessant wird sein, den 1946er Fragebogen mit dem von 1933 zu vergleichen, durch den politisch unzuverlässige Lehrer degradiert bzw. aus dem Dienst entlassen wurden. So erging es der Regierungsrätin Käthe Feuerstack, die sich in Berlin als Buchhändlerin über die Runden brachte, bis sie 1945 von den Engländern wieder in ihr altes Amt in Hannover eingesetzt wurde. NS- belastete Lehrer und Schulräte haben sie für die Zeit nach 1945 in schlechter Erinnerung. Lehrer, die sich in der NS-Zeit verheiraten wollten, mußten zwecks Genehmigung einen vorgeschriebenen Abstammungsbo-

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gen von ihrer zukünftigen Frau einreichen. Für sie mußte der arische Nachweis erbracht werden.

      1. )$^{2}$ Prof. Dr. Ernst Krieck:

geb. 1882, war Professor für Philosophie und Pädagogik in Heidelberg. Er gab die für Kollegien ab 1933 verbindlich zu haltende Zeitschrift „Volk im Werden“ heraus und schrieb 1932 das Buch „Nationalpolitische Erziehung“. Das Kollegium in Holzhausen behandelte kapitelweise dieses Buch in seinen Konferenzen. Das geschah, wie die Kollegen später mitteilten, mit Abneigung. Denn für den praktischen Unterricht war daraus nichts zu gewinnen. Als das Soll erfüllt war, hieß es: „Nie wieder Krieck!“

Im Gegensatz zur damaligen Pädagogik entwickelte er die Ideologie von der politischen Schule auf völkischer und streng rassistischer Grundlage.

      1. )$^{3}$ Geopolitik:

Eine von dem schwedischen Historiker R.Kjellén begründete politisch bedingte Auffassung von Erdkunde. Nach ihr stellen die jeweiligen geographischen Gegebenheiten die Bedingungen dar, unter denen rassistisch völkische Einheiten ihre politische Wirklichkeit gestalten und zu Staaten werden.

      1. )$^{4}$ REM:

Abkürzung für Reichs-Erziehungs-Minister. Ab 1933 wurde in dieses Amt von Hitler der verdiente alte Kämpfer Bernhard Rust, geb. 1883, berufen. Er war Studienrat in Hannover, mußte aber am 1.April 1930 wegen erwiesener „Minderung seiner geistigen Kräfte“ vor der Zeit pensioniert werden. Alle Unterlagen über diesen Vorgang wurden 1933 von der Gestapo aus den Akten entfernt. Während seiner Dienstzeit verlor er häufig die Übersicht, so daß widersprüchliche Erlasse herauskamen, die dann widerrufen werden mußten. In einem Erlaß wurden z.B. Druckfehler des vorhergehenden berichtigt und ebenfalls nachträglich bestimmt, daß der vorschriftsmäßige Hitlergruß nur am Anfang des Unterrichtstages und an seinem Ende zu leisten sei, nicht vor und nach jeder einzelnen Unterrichtsstunde.

In der Lehrerschaft hieß die Dauer von der Veröffentlichung eines Erlasses bis zu seiner Außerkraftsetzung „ein Rust“. Rust erschoß sich, bevor die herannahenden britischen Truppen ihn gefangennehmen konnten, im Mai 1945 in Berne, nahe Oldenburg.

      1. )$^{5}$ Prof. Teudt, Prof. Dr. H. Reinerth:

Teudt gehörte zum Kreis von in der seriösen Fachwelt nicht ernstgenommenen „Theoretikern“ einer Mystifizierung der Germanen und insbesondere der Ex-

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ternsteine. Die mittelalterlich christlichen Merkmale an dem Naturfelsen bei Bad Meinberg am Teutoburger Wald wurden gegen besseres Wissen den Germanen als rasse- und blutsbedingte Kulturtat zugeschrieben. Auch heute noch werden gelegentlich Besuchern der Externsteine von Mitgliedern einer germanophilen Vereinigung Propagandazettel dieser Richtung zugesteckt.

Die damalige Vorgeschichte, fußend auf richtungsweisenden Veröffentlichungen Gustaf Kossinnas, hatte die Aufgabe, die Entstehung der nordischen Rasse und Volkwerdung der Germanen im mitteleuropäischen Raum nachzuweisen. Vorreiter beim Aufspüren der kulturschaffenden Rolle der Germanen waren der „Reichsbund für deutsche Vorgeschichte“ und die SS-Stiftung „Das Ahnenerbe“ In beiden Organisationen waren Teudt und insbesondere Reinerth in führender Position tätig.

    1. )$^{6}$ Horst Wessel (Siehe das Gedicht in der Anlage Lesebuch!)

Jurastudent, 1908 in Bielefeld als Sohn eines Pastors, der auch gleichzeitig SA-Sturmführer war, geboren. Er hatte sich mit seiner SA-Gruppe auf Saalschlachten und Auseinandersetzungen mit der Polizei spezialisiert. Als er dem kommunistischen Rot-Front-Trupp Führer Ali Höhler die Prostituierte Erna ausgespannt hatte, erschien dieser im Februar 1930 in Wessels Wohnung und schoß ihn mit dem Ruf: „Du weißt schon wofür!“ nieder. Goebbels stilisierte Wessel zum jugendlichen Märtyrer der NS-Bewegung hoch. Hitler lehnte allerdings die ihm zugedachte Teilnahme und Trauerrede anlässlich der Beerdigung Wessels ab.

Wessel hatte das SA-Lied „Die Fahne hoch...“ gedichtet und vertont, das später der deutschen Nationlhymne angehängt wurde. Heute weiß man, daß die Melodie exakt die eines Wiener Kabarettschlagers gewesen ist, der Wessel lediglich einen Marschrhythmus unterlegt hatte.

    1. )$^{7}$ Körperliche Züchtigung:

Die während der Zeit noch nicht geregelter Lehrerausbildung, vornehmlich im 18. Jahrhundert, noch recht willkürlich und häufig auch sehr brutal von den Schulmeistern praktizierte Prügelei wurde bereits in den dann von den Länderregierungen herausgegebenen Schulgesetzen und -erlassen geregelt. Grundsätzlich wurde darin den Lehrern das Recht der körperlichen Züchtigung belassen.

Nach dem Erlaß des preußischen Kultusministers vom 29.3.1928, der in seinen Grundregeln bis 1970 geltendes Schulrecht war, durfte nur in Ausnahmefällen (grobe Widersetzlichkeit, sittliche Verrohung, gefährliche Angriffe auf Mitschüler bzw. Lehrpersonen) eine körperliche Züchtigung durchgeführt werden. Von 1902 - 1918 war über alle körperlichen Strafen eine Liste zu führen. Ab 1949 bis 1970 war die Verpflichtung des Schulleiters zur Listenführung wieder neu eingeführt gewesen.

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Nicht gezüchtigt werden durften Kinder der Schuljahre 1 u.2, Mädchen und bereits seit ca.1830 niemals im Falle von Unaufmerksamkeit und schlechten Leistungen. Auch Fehlverhalten außerhalb der Schule konnte bis 1919 vom Lehrer bestraft werden. In kleineren Orten wurde das auch von der Bevölkerung von ihm erwartet.

Wurde gegen diese Regelung durch eine Lehrperson verstoßen, so war ein Disziplinarverfahren, bzw. sogar Anklage wegen Körperverletzung vor Gericht möglich.

Die sozialdemokratische Landesregierung wollte bereits um 1952 jegliche körperliche Züchtigung in den niedersächsischen Schulen verbieten, stieß dabei aber auf den Widerstand des Lehrervereins. In einem Schreiben wies der Vorstand daraufhin, daß die kriegsbedingten Verrohungerscheinungen bei der Schuljugend ein solches wohl wünschenswertes Verfahren noch nicht zuließen. Das Ministerium reagierte darauf, indem es solche Strafen unter Ausnahmebedingungen zuließ. Der entsprechende Erlaß mußte den Lehrkräften zu Beginn eines jeden Schuljahres vom Schulleiter bekanntgegeben werden.

Erst 1970 wurde in einem Ministerialerlaß jegliche körperliche Züchtigung in allen Schulen verboten. 1974 wurde diese Frage im Schulgesetz abschließend geregelt.

In Bayern sprachen allerdings auch danach noch Richter Lehrer von der Anklage wegen Körperverletzung frei, da es sich bei diesen Strafen um ein Eltern und Lehrern zustehendes Gewohnheitsrecht handele.

Erst ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag gegen eine englische Public School, wo Prügeln noch üblich war, verbannte die körperliche Züchtigung endgültig, zumindest juristisch, aus den Schulen der Bundesrepublik Deutschland.

    1. )$^{8}$ Zeugnisse und Versetzungen

Zunächst gab es in den Schulen des niederen Volkes überhaupt keine Zeugnisse. Im 18.Jahrhundert waren die Lehrer gehalten, Zensurenlisten zu führen. Die Ortsschulinspektoren, die Pfarrer also, überprüften bei ihren wöchentlichen Besichtigungen diese Listen. Sie enthielten aber keine Leistungsbewertungen zu einzelnen Fächern, sondern bezogen sich alleine auf die Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Schulbesuchs. Nach den Schulordnungen in Hannover und auch seit 1704 in den Fürstentümern Waldeck-Pyrmont war inzwischen für Jungen und Mädchen die Schulpflicht gesetzlich festgelegt worden.

Im weiteren Verlauf der Schulgeschichte kam es immer noch nicht zu Zensuren im heutigen Sinne. Es wurde vielmehr am Ende jedes Jahres durch eine allgemeine Revision an der der Ortspfarrer, der Bürgermeister und andere Schulvorstandsmitglieder teilnahmen, der Kenntnisstand der Schüler im Wissen um Katechismus,

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Bibel und Gesangbuch festgestellt. Daneben spielten noch Kenntnisse im Lesen, Buchstabieren, Schreiben und Rechnen eine Rolle. Wenn von den ältesten Schülern und Schülerinnen einige bei der Revision nicht den Vorstellungen des Ortsschulinspektors entsprachen, wurden sie einfach nicht entlassen. Der Schulabgang konnte noch zur Zeit des ersten Weltkrieges bis zu 2 Jahre verzögert werden.

Um 1830 gab es im Waldeckschen, und das dürfte auch für Pyrmont gegolten haben, die bekannten jährlichen Schulrevisionen. Als Ergebnis wurde nur den Schulabgängern ein schriftliches Zeugnis ausgestellt, das Bemerkungen enthielt. Alle anderen Schülerinnen und Schüler erhielten, wenn die Revision zur Zufriedenheit der anwesenden Herren ausgefallen war, besondere Bretzel oder Brötchen auf Kosten der Gemeinde.

Als Zwischenlösung gab es als Leistungsbewertung besonders in den nur 1 - 2 klassigen Landschulen das „Versetzen“. Gute Schüler wurden in die erste Reihe gesetzt. Schlechte Leistungen bewirkten eine Versetzung in Richtung auf die hinteren Bankreihen. Oder, die guten Schüler wurden auf die dem Gang zugewandten Plätze versetzt und bekamen eine Aufsichtsfunktion über die restliche „Bankbesatzung“. Bereits im 18.Jahrh. wurde diese Praxis von Pädagogen kritisiert.

Vor dem 1.Weltkrieg waren in den Volksschulen bereits Leistungsbewertungen in Form von arabischen Ziffern, also Zensuren im heutigen Sinne, üblich. Es handelte sich dabei in der Regel um die Prädikate „sehr gut“, „gut“, „befriedigend“ und die Note „mangelhaft“.

In den späteren Jahren legte das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Zensuren fest. Es galten von 1920 bis 1955 folgende Zensurenspiegel:

      1. Bis Herbst 1938

| 1 = sehr gut | 3 = genügend | | --- | --- | | 1 - 2 = recht gut | 3 - 4 = mangelhaft | | 2 = gut | 4 = ungenügend | | 2 - 3 = im ganzen gut | |

      1. Ab Herbst 1938

Erlaß des Reichs- u. Preuß. Min.für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung v. 6.8.1938 (ASBl. 1938 Seite 99)

| 1 = sehr gut | 2 = gut | | --- | --- | | 3 = befriedigend | 4 = ausreichend | | 5 = mangelhaft | 6 = ungenügend |

Zwischenwerte waren verboten.

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  1. Entlaßungs-Zeugnis.

Lina Breyer

Sehn Tochter des Portiers Hermann Breyer

in

Holzhausen

geboren nach Ausweis des Hauptbuches am 15. April 1900, besuchte

von Ostern 1906 bis Ostern 1914 die Volksschule zu Holzhausen

und erhielt bei seiner ihrer Entlassung folgendes Zeugnis:

A. Betragen: ruf gnt

B. Kenntnisse und Fertigkeiten in:

1. Religion: gnt

2. Deutsch:

a) Lesen: gnt

b) Schönschreiben: zinnlig gnt

c) Aufsat: gnt

3. Rechnen: gnt

4. Weltfunde: zinnlig gnt

Bemerkungen:

Holzhausen, am 4. April 1914

Der Lehrer.

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      1. Ab Ostern 1946

Rundschreiben des Schulrats 3/46 v. 28.2.1946 die Drei (3) ist Normalgrad,

1 = sehr gut 2 = gut 3 = genügend 4 = mangelhaft 5 = ungenügend Zwischengrade gibt es nicht.

      1. Ab Herbst 1950

Erlaß des Nieders. Kultusmin. - III 1841/50 - v. 24.5.1950 (SVBl. 1950 Seite 121)

1 = sehr gut 2 = gut 3 = befriedigend 4 = ausreichend 5 = nicht ausreichend

      1. Ab Schuljahr 1954/55

Erlaß des Nieders. Kultusmin. - III 684/54 - v. 5.3.1954 (SVBl. 1954 Seite 49.)

1 = sehr gut 2 = gut 3 = befriedigend 4 = ausreichend 5 = mangelhaft 6 = ungenügend

      1. )⁹ Rassenlehre, Weltjudentum und Bolschewismus:

In allen amtlichen Veröffentlichungen wurden Lehrer und Schulleitung darauf verpflichtet, die nationalsozialistische Auffassung von Rasse in jedem Unterrichtsfach mit innerer Anteilnahme überzeugend zu vertreten. Die NS-Rassentheorie wurde insbesondere von Alfred Rosenberg durch sein Buch „Der Mythos des 20. Jahrhunderts“ eingeführt. Die Vorstellungen sind samt und sonders unwissenschaftlich. Sie bilden keine Theorie; sie sind vielmehr ein Gemisch aus Phrasen und verwaschenen Halbwahrheiten.

Nach Rosenberg und Vorgängern bereits im 19.Jahrhundert soll in Mitteleuropa das Germanentum als eine kulturell besonders hochstehende Herrenrasse entstanden sein. Auch diese Behauptung hält wissenschaftlichen Überprüfungen nicht stand; zumal der Begriff „Herrenrasse“ mit wissenschaft gar nichts zu tun hat. Die moderne Anthropologie benutzt den Begriff der Rasse heute nur sehr vorsichtig oder gar nicht.

Hitler bezog seine Kenntnisse um eine arische Rasse u.a. aus den Schriften eines Sonderlings mit Namen J. Lanz von Liebenfels, der die sogenannten Osterabücher herausgab. Maßgeblich für ihn waren auch die Veröffentlichungen des Wiener Bürgermeisters Lueger, der einen gemäßigten Antisemitismus vertrat, so-

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zusagen einen Antisemitismus der feinen Leute, wie er auch im wilhelminischen Deutschland üblich war.

Für die Nationalsozialisten waren die Juden eine besonders gefährliche, schmarotzende Rasse. Man findet sehr häufig die Behauptung, die jüdische Rasse bzw. das Judentum habe sich weltweit organisiert, um die germanische Herrenrasse zu vernichten. Als Werkzeug, besonders Deutschland gegenüber, habe sie den amerikanischen Kapitalismus und den sowjetischen Kommunismus organisiert. Beide würden, von einer jüdischen Weltzentrale gesteuert, gegen Deutschland eingesetzt. Die vergangene Geschichte zeigt sehr deutlich, welch grober Unsinn hier als politische Theorie ausgegeben wurde.

In modernen Schriften des sogenannten nationalen Lagers werden heute wieder die Behauptungen aufgestellt und zu begründen versucht, der russische Bolschewismus sei ein gegen Deutschland gerichtetes Instrument des Judentums gewesen.

In den Konferenzen der Schule Holzhausen wurden antijüdische Thesen vertreten, die aber bei genauem Hinsehen kein einziges stichhaltiges Argument enthalten. Folgende Behauptungen finden sich in den handgeschriebenen Protokollen:

- Die Juden seien gegenüber den Völkern im Mittelmeerraum nur als Schmarotzer aufgetreten. - Juden hätten sich in sehr ungünstiger Weise rassisch vermischt. - Das Judentum habe den 2.Weltkrieg inszeniert und begonnen. - Der 2.Weltkrieg sei ein Kampf auf Leben und Tod der arischen Herren- und Kulturrasse gegen das Weltjudentum. - Alle Staaten des Abendlandes und ihre schöpferischen Werte seien von Germanen erzeugt worden. Usw. usw.

Leider wurde dieser Unsinn von 1933 bis 1945 in Deutschland kriminelles Staatsprinzip. Alle Einlassungen zeigen deutlich ihre Absurdität. Z.B. wurden die ebenfalls der semitischen Rasse angehörenden Araber ohne rassische Skrupel als Freunde des NS-Staates betrachtet.

Andererseits haben Mitglieder des Kollegiums der Schule Holzhausen nach der Reichskristallnacht 1938 sehr deutlich gegen solche Machenschaften Stellung bezogen und den jüdischen Arzt Dr. Sturmthal als persönlichen Hausarzt ausdrücklich gelobt. Und das vor Kollegen und in Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern auch älterer Klassen.

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  1. Schlussbetrachtung

Die vorliegende Arbeit wurde bereits in gut 100 Exemplaren in Kopiererqualität im September 1996 im Schulgebäude an der Kampstraße der Öffentlichkeit übergeben. In der Einleitung habe ich bereits darauf hingewiesen, dass die vorliegende Geschichte und Chronik im wesentlichen Teamarbeit ist. Man kann das wohl von der gesamten Geschichte Holzhausens sagen, die nun in drei Bänden vorliegt.

Mir bleibt noch, mich bei meinem Kollegen Lutz Otto zu bedanken, der wesentlich zur Ergänzung des Gesamttextes von 1996 bis heute beigetragen hat. Das gleiche gilt für die mit Schulaufsicht betreuten Damen und Herren der Außenstelle der Bez. Regierung Hannover in Holzminden.

Die vorliegende Schulgeschichte spart, wie die von H. Rostmann verfasste Ortsgeschichte, die NS-Zeit nicht aus, sondern beleuchtet sie in verschiedener Hinsicht. Die mir bekannt gewordenen damaligen Lehrer, schließlich meine Kollegen und Kolleginnen, hatten bis auf wahrscheinlich nur eine Ausnahme nicht die Denk- und Erkenntniswerkzeuge, um die kriminelle Gefährlichkeit des Nationalsozialismus klar begreifen zu können. Der Schuster Hermann Büsener aus Holzhausen konnte das und hat guten Bekannten gegenüber auch nicht an Kritik gespart, die für ihn damals lebensgefährlich war. Die Mehrheit der holzhäuser Arbeiterbürgerschaft hielt es mit dem, was Johann Peter Hebel bereits 1815 in seinem „Hausfreund“ geschrieben hat: „Man muss mit den Wölfen heulen! Heißt das: Wenn man zu unvernünftigen Leuten kommt, muss man auch unvernünftig tun wie sie? Nein! Sondern erstens: Du sollst dich nicht unter die Wölfe mischen, sondern ihnen aus dem Wege gehen! Zweitens: Wenn du ihnen nicht entweichen kannst, so sollst du sagen: Ich bin ein Mensch und kein Wolf. Ich kann nicht so schön heulen wie ihr. Wenn du aber meinst, es sei nicht anders von ihnen loszukommen, so will ich dir erlauben, ein- oder zweimal mit zu bellen; aber du sollst nicht mit ihnen jagen und anderer Leute Schafe fressen.“ Dieses Zitat hatten die Pyrmonter Quäker bereits in den dreißiger Jahren in einer Schriftenreihe veröffentlicht.

Natürlich sind die heutigen Schülerinnen und Schüler und deren Lehrer und Lehrerinnen nicht Schuld am Nationalsozialismus, den Holocaust mit eingeschlossen. Aber besonders Lehrpersonen tragen dem damaligen Geschehen gegenüber eine Verantwortung. Das heißt, sie müssen antworten auf die Frage: „Was unternehmt ihr pädagogisch und didaktisch euren Schülern gegenüber, damit sich solch ein Absturz von Kultur, Politik und Lebensgestaltung in die Kriminalität nie, nie mehr wiederholt?“

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Ich habe selbst 42 Jahre in 5 verschiedenen Schulen des Kreises Grafschaft-Diepholz vor Schülerinnen und Schülern gestanden. Die bereits weiter oben dem Text beigefügten Schüler-Merkblätter über die Kriegsanfänge 1914 und 1939 sollen deshalb einen Hinweis auf mögliche Aktivitäten eines z.B. Geschichtslehrers geben. Leider wurde bis auf etliche Ausnahmen noch in den achtziger Jahren beobachtet, dass die NS-Zeit in Schulen und Ortschroniken zumeist nur als „Schicksal bedingte schwere Periode unserer Geschichte“ bezeichnet und schnell übergangen wurde.

Zum Schluss wiederhole ich noch einmal den Wunsch, womit ich meine Einführung in die nun von Ihnen gelesene Schulgeschichte darstellende und erklärende Arbeit begann: „Ich hoffe, Sie haben unter anderem auch Einsichten in die Irrungen und Besonderheiten der Zeit von 1933 bis 1945 gewonnen und werden daraus Schlüsse für unser aller Zukunft ziehen.“

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Der Verfasser 1995 im Hauptstaatsarchiv Hannover

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  1. Quellen- und

Literaturverzeichnis

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  1. I. Archivmaterial

Hess. Hauptstaatsarchiv Marburg:

Best.121, Abt.30, Nr.5894

Best. 123/1705

Niedersächs. Hauptstaatsarchiv Hannover:

Hann. 180 Hannover e3 Nr.271: Schulort Holzhausen, 9Bd. 1831 - 1944

Hann. 80 Hannover II e3, Nr.203a Hagen

Hann. 180 Hannover e7 Acc. 7/83 Nr. 60 Personal

Hann. 80 Hannover II e1 Nr.336 u.337 2 Bd. Schulratsbesichtigungen

Hann. 180 Hannover e7 Nr. 24 Personal

Bundesarchiv, Abtlg.Potsdam :

R 1501 Rmin. d. Inneren, Komabtlg. Sign. 2011 und 2012 (1923-37, 1937-44)

Landkreis Hameln-Pyrmont, Kreisarchiv:

05.01-242 Erweiterung der Schule und 3. Lehrerstelle

05.02-254 Diensteinkommen der Lehrer

05.04-291 Jahresberichte über Schulen

Privatarchiv Heinrich Jonas, Eichenborn

Evang. luther. Landeskirche Hannover, Landeskirchl. Archiv Hannover

Repositur Oesdorf:

A 333 Kirche und Schule; 331 Religionsunterricht

    1. II. Literatur:

Schulchroniken als Quelle,

zum Vergleich und als methodischer Hinweis

Kessler/Lübke, Edertaler Schulchronik, Korbach/Bad Wildungen 1990

Schulchronik der Schule zu Hämelschenburg, Kantor Fischer, 1817

Schulchronik von Gellersen, 1661 - 1971

Schulchronik Holzhausen 1883 - 1985

Konferenzprotokolle der Schule Holzhausen 1925 - 1944

Bach, Otto, Schule auf dem Dorf, Stadtarchiv Twistringen, 1987

Faltus, Hermann, Aus Borgfelds Schulgeschichte, Bremen 19??

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Detmering, Geschichte der Schule in Drebber, Diepholz 1899 Die Schule in der Vergangenheit nach heimischen Chroniken, Verden, 1987

    1. **Schulgeschichte und benachbarte Literatur**

- Breitschuh, Ausbildung und Amtsführg. des hann. Volksschullehrers im 19. Jahrhundert, Rothenburg/Wümme 1980 - Dumke, Arthur, Schuldienst in Niedersachsen 1945-1975, Hildesheim 1987 - Freudenthal, Die deutsche Volksschule, Betz-Langensalza, Berlin 1938 - Hehlmann, Wilhelm, Pädagogisches Wörterbuch, Kröner-Stuttgart 1941 - Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1960 - Hohlfeld, Gesch. der Lehrerbewegung in Nieders. GEW-Hannover 1978 - Kruckenberg, Geschichte der Entwicklung des hann. Schulwesens seit der Reformation, Cruse-Hannover 1925 - Köhler, Horst, Die Volksschule Harsum im Dritten Reich, Hildesheim 1985 - Leski, Horst, Schulreform und Administration, Uni-Oldenburg 1990 - Mehliß, Hermann, Volksschulkunde, 3 Bd., Meyer-Hannover 1882 - Mutzenbecher, Unterricht in der Christlichen Lehre, Oldenburg 1991 - Pfeifer, Beiträge zur waldeckischen Schulgeschichte, Arolsen, 1924 - Schiffler/Winkler, Tausend Jahre Schule, Belser-Stuttgart 1991 - Roloff u. Willmann, Lexikon der Pädagogik 5Bd., Herder/Freiburg 1913 - Flessau-Nyssen, Erziehung im Nazionalsozialismus, Böhlau, Köln 1887 - Fischer, Geschichte des Deutschen Volksschullehrerstandes, Hann. 1892 - Sötefleisch, Fragen und Antworten a. Catechismo M. Lutheri, Stade 1870 - Mörlin, Enchiridion der kleine Catechismus M. Lutheri, Leipzig 1666 - Arolsen, ..indessen will es glänzen, Barocke Residenz, Arolsen 1992 - Brautlecht, Geschichte der St. Petri Kirchengemeinde, Oesdorf 1992 - Hilbert, Wilhelm, Holzhausen, ein Beitrag zur Dorfgeschichte 1992 - Mehrdorf/Stemler, Chronik von Pyrmont, Stadt Bad Pyrmont 1985 - Nebelsiek, Wüstungs- und Siedlungsgeschichte der Bergdörfer, 1990 - Niemeyer, Geschichte des Dorfes Hagen/Pyrmont, Stadt Bad Pyrmont 1992 - Meyer, Elke, Döfliches Leben in der Herrschaft Pyrmont, Museum 1989 - Raudies/Jonas, Bergisches Lesebuch, Verkehrsverein Bad Pyrmont 1995 - Trost, Hermann, Holzhausen, ein Dorf im Rückspiegel, 1986 - Trost, Hermann, dto Bd. II bis IV 1992 - Trost, Hermann, Pyrmont damals, Bad Pyrmont 1989 - Völker, Christoph, Gesch. der kath. Kirche in der Grafschaft Pyrm. bis 1668 - Spannuth/Feige, Geschichte der Stadt Hameln, Seifert-Hameln 1983 - Benz/Graml, Biographisches Lexikon z. Weimarer Republik, München 1988 - Schmidt, Helmut u.a., Kindheit und Jugend unter Hitler, Berlin 1992

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  1. Schulrecht, Verordnungsblätter und Handbücher

Buchheim-Gläß, Schulrecht in Niedersachsen, Schroedel 1954 Buchheim-Hauer, Schulrecht in Niedersachsen, Schroedel 1962 Buchheim-Hauer, Schulrecht in Niedersachsen, Schroedel 1968 Handbuch d. Preußischen Unterrichtsverwg., Jahrg. 1930, Berlin 1930 Harnisch, Wilh., Handbuch für das Deutsche Volksschulwesen, Breslau 1839 Pastenaci, Verordnungsbuch mit Gesetzen und Erlassen im Schulwesen 1927 Reg. Hannover, Amtliches Schulblatt 1904 - 1942 Reg. Hannover, Schulen und Lehrer, Schroedel 1951 Schul- u. Gehaltsverhältnisse der öffentl. Volksschulen des Reg.Bez. Hannover, Schrader Hannover 1904 Schulz, Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, 1933 König, Waldecksches Konsistorium Best. 123, 1680-1867, Marburg 1983 Reichstagshandbuch, II. Wahlperiode 1924, Bureau des Reichstags 1924 Schulaufsicht Hannover, Dokumente 1900 und 1933 - 1935

  1. Sonstige Literatur

Archive in der BR-Deutschland, Verein Deutscher Archivare, Münster 1995 Beck/Henning, Die archivalischen Quellen, Böhlau Nachf., Weimar 1994 Zentner, das große Lexikon des Dritten Reiches, München 1985 Ueberhorst, Elite für die Diktatur, Die Napolas 33-45, Düsseldorf 1969 Graichen, Das Kultbuch (Externsteine heute) Knaur 1091 Hantl, Otto, Urglaube und Externsteine, Oberursel 1988 Kammer/Bartsch, Jugendlexikon Nationalsozialismus, rororo 1982 Kjellen, Rudolf, Der Staat als Lebensform, Vowinkel, Berlin 1924 Krieck, Ernst, Nationalpolitische Erziehung, Armanen-Vlg. Leipzig 1932 Hilf mit! Illustrierte deutsche Schülerzeitung Jahrgang 4 1936-37, NSLB, Berlin

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