Bad Pyrmont - Brunnenstraße 15
Die Geschichte des Hauses in der Brunnenstraße 15





Das Haus Brunnenstraße 15 ist ein zweigeschossiges, verputztes Fachwerkgebäude aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Zwischen 1812 und 1852 befand sich hier die Poststation. Später kam es in den Besitz der Familie Carl Repp, der als Buchbinder in seinem Haus ein Papierwarengeschäft führte.[1]
Ergänzung am 26.09.2026:
Hinter jedem historischen Bild steckt eine Geschichte. Damit sie nicht mit der Zeit verblasst, erzähle ich hier, was vor, während und nach diesen Aufnahmen in der Brunnenstraße 15 passiert ist.
Zwischen 1812 und 1852 befand sich hier die Poststation. Daran wird sich aber wohl niemand mehr erinnern. Ganz anders ist es mit dem Papiergeschäft der Firma Carl Repp.
Im Jahr 1889 kam der Buchbindermeister Carl Repp aus Arolsen nach Bad Pyrmont. In der Brunnenstraße, Ecke Rauchstraße, eröffnete er eine Buchbinderei, die er bald um ein Papiergeschäft erweiterte.
Gute Verbindungen hatte Carl Repp zum Fürstenhaus. Er hatte bereits als Soldat in Arolsen im Dienst der Fürsten gestanden. Für den jungen Geschäftsinhaber dürfte diese Verbindung nicht ganz unwichtig gewesen sein.
Das Geschäft entwickelte sich schnell und wurde bald zu klein für die vorhandenen Räume im sogenannten „Hochhaus“ an der Ecke Rauchstraße/Brunnenstraße. So zog Carl Repp 1902 in die Brunnenstraße 15. Dort standen ihm zunächst kleinere, später dann größere Räume zur Verfügung. 1904 entstand dann dieses historische Foto.
Zunächst eröffnete auch seine Frau Mathilde ein Putzgeschäft in der Brunnenstraße 15, in dem sie unter anderem Damen- und Kinderhüte sowie Mützen verkaufte.
Das Sortiment des Papiergeschäfts wuchs: Carl Repp führte neben Papierwaren unter anderem Jugendbücher, Bibeln und Gesangbücher. Damit richtete sich das Geschäft nicht nur an die Kurgäste, sondern auch an die Bad Pyrmonter Bevölkerung.
1939 übernahm Carl Repps Sohn Fritz Repp die Geschäftsführung. Weitere Ausbaupläne machte jedoch der Zweite Weltkrieg zunichte, denn Fritz Repp fiel bereits 1940 in Flandern.
Seine Frau Friederike Repp führte das Geschäft daraufhin weiter und hielt an den Plänen ihres Mannes fest. Schließlich konnte das Geschäft erneut um- und ausgebaut und damit an die veränderten Anforderungen angepasst werden. Unterstützung erhielt sie dabei von Luise Repp, der Schwester ihres Mannes.
Anfang 1969 übergab Friederike Repp die Firma „Carl Repp“ an Hans-Jürgen Walter. Fünf Monate später eröffnete er zudem eine Zweigstelle in der Lortzingstraße 24.
Im Jahr 1977 wurde das Nachbarhaus in der Brunnenstraße 16, Richters Pension, abgerissen. An dieser Stelle entstand der Osttrakt der DANA-Seniorenresidenz.
Zwei Jahre später wollte die DANA die Residenz erweitern und erwarb dafür Haus und Grundstück der Brunnenstraße 15. Hans-Jürgen Walter gab daraufhin die Firma Carl Repp auf.
1980 wurde schließlich der westliche Teil der DANA-Residenz auf dem Grundstück der Brunnenstraße 15 errichtet. Damit endete nach mehr als acht Jahrzehnten die Geschichte des Papiergeschäfts an diesem Ort.
Was blieb vom alten Firmensitz?
Zwei wertvolle gusseiserne Entree-Säulen des ehemaligen Hauses Carl Repp wurden vor dem Abriss von dem Heimatforscher Erich Kentsch/Knetsch gerettet.
Quellen: Archiv der Dewezet, Museum im Schloss
Recherchen: Datei:Recherche-Brunnenstraße-15.pdf
- ↑ Aus: Brunnenstraße Bad Pyrmont, Dieter Alfter unter Mitarbeit von Brigitte Bergmann